Und hier kommt der Nächste

Immer mal wieder versuchen es deutsche Musiker und Bands in den USA groß rauszukommen. Doch bislang haben es nur ganz wenige geschafft. Klar, da sind die Scorpions, da ist Kraftwerk, da ist Rammstein, die man hier drüben als Superstars feiert. Interessant bei Rammstein ist, dass sie es mit deutschen Texten geschafft haben. Sie haben sich nicht verbogen und verdreht, um es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu packen. Sie blieben sich und ihrer Musik treu.

Andere Bands und Musiker touren viel durch die USA, sind veröffentlicht und haben auch ihre Fangemeinde. Ich denke an Blind Guardian, an Accept, an Kreator, an die Einstürzenden Neubauten, an Faust und auch an KMFDM, an zahlreiche deutsche Krautrock und Elektro Acts. Viele deutsche Independent Bands sind ebenfalls veröffentlicht und auf Tour. Sie alle haben ihre Nische gefunden und sind damit zufrieden.

Doch es gibt Großangriffe, die nicht funktionieren (können). Tokio Hotel wurden von ihrer Plattenfirma gehypt. Namhafte Konzerthallen, wie das Fillmore in San Francisco, gebucht, Tickets billig verkauft, um die Hallen zu füllen, und jedem Konzertbesucher ein Poster überreicht, darauf, wie hier, „Tokio Hotel in San Francisco“. Der angepeilte Erfolg blieb aus. Im Konzert riefen viele junge Mädchen „sing German“, doch die netten Jungs von Tokio Hotel spulten ihr Programm vor allem auf Englisch runter.

Herbert Grönemeyer spielte live in San Francisco im legendären Bimbo's Club in North Beach.

Herbert Grönemeyer spielte live in San Francisco im legendären Bimbo’s Club in North Beach.

Ähnlich verlief es mit Herbert Grönemeyer. In Deutschland kann er tun und lassen, was er will. In den USA fiel er kaum auf. Seine englischsprachige Platte „I walk“ wurde groß angekündigt, Interviews liefen sogar auf National Public Radio mit ihm, denn Grönemeyer brachte den Superstarnamen aus Deutschland mit, war bekannt durch den Klassiker „Das Boot“ und sein Duett mit Bono auf der Debut Platte schadete seinem Ansehen auch nicht. Herbert Grönemeyer erklärte mir im Interview, dass er den Versuch in den USA gelassen sieht. Und tatsächlich, er verwirklichte sich wohl eher einen Traum. Auch in seinen Konzerten waren vor allem Deutsche, die ihn einmal in Clubatmosphäre und nicht im großen Stadion oder auf einer Anti-Pegida Demo sehen wollten. Auch sie riefen „Herbert, sing Deutsch“, doch auch Grönemeyer blieb fast nur beim Englischen.

Und jetzt kommt der Rapper Cro über den großen Teich. Seine Single „Traum“ wird nun neu und englischsprachig veröffentlicht, ein US Magazin riet seinen Lesern auf eine Reihe internationaler Rap Musiker zu achten, dabei kam Cro sogar auf Platz zwei. Und er selbst zeigt sich durchaus angetan, erklärte er in einem Interview, dass er nun die Chance hat, im Geburtsland des Hip Hop mal einen abzurappen. Die Erfolgsaussichten sind allerdings auch bei Cro gering.

Deutsche Musiker und Bands haben meiner Meinung und Einschätzung nach nur dann in den USA eine wirkliche Chance, wenn sie etwas ganz anderes liefern, als der größte Musikmarkt schon selber hat. Jene Gruppen, die es hier irgendwie geschafft haben einen Fuß in die Tür zu bekommen, sind das beste Beispiel dafür. Die Liste ist lang und vielseitig. Doch Tokio Hotel, Herbert Grönemeyer und auch Cro sind bei dem, was sie machen gut, aber sie können in den USA auch nicht annähernd den gleichen Erfolg feiern, den sie daheim haben.

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Tief im Westen….

      Herbert Grönemeyer in San Francisco

…gleich am Golden Gate war es für Herbert Grönemeyer ein Heimspiel. Am vorletzten Tag seiner ersten US Tournee durch 12 Städte, machte der deutsche Superstar Halt in San Francisco. “Bimbo’s”, ein alter, traditionsreicher Club in North Beach war mit rund 600 Gästen nahezu ausverkauft. Und wie eigentlich überall auf der Tour, waren rund 80 Prozent im Publikum Deutsche, die ihren “Herbert” mal live und aus der Nähe sehen wollten.

Grönemeyer ist auf Tour durch die USA um für seine englischsprachige Platte “I walk” zu werben. Die geht zwar irgendwie unter, denn das Interesse am „deutschen Bruce Springsteen“, wie er immer wieder in Pressetexten angekündigt wird, ist in der amerikanischen Radiolandschaft mäßig. Er wolle eine neue Herausforderung, mit seiner Musik neue Hörer erreichen, meinte er im Juli am Telefon. Ihm sei aber durchaus klar, dass Amerika nicht auf ihn und seine Musik gewartet habe.

Gewartet haben die Amerikaner sicherlich nicht, dennoch, Herbert Grönemeyer lieferte ein schweißtreibendes Programm ab. Altbekanntes wechselte sich mit Songs der neuen Platte ab, er unterhielt das Publikum, erklärte einige Songs wie “Flugzeuge im Bauch”… warum eigentlich, der Großteil sang lautstark mit. Dann änderte er auch mal spontan die Setlist für ein Ehepaar, das extra aus Kanada angereist kam, um ihn live zu sehen. Im Restaurant vor dem Konzert sprachen sie ihn an und erzählten, sie hätten zu “Halt mich” geheiratet”. Herbert reagierte sofort und spielte den Song und gerade diese Nähe zu seinen Fans, seine unkomplizierte und auch direkte Art machen ihn sympathisch. Er ist nicht der entfernte Star auf der Bühne, er ist der da aus Bochum, der auch hier in San Francisco das Steigerlied singt.

Grönemeyer sang vor allem auf Englisch, ließ sich dabei auch nicht von den regelmäßigen Rufen “Sing Deutsch” aus der Fassung bringen. Die größte Stimmung kam jedoch immer dann auf, wenn “Uns Herbert” wirklich auf Deutsch sang. “Was soll das?” oder der Ewigklassiker “Bochum” waren Selbstläufer im Kreis der deutschen Gemeinde, die vom deutschen Generalkonsul bis hin zu Praktikanten der High Tech Unternehmen reichte. Er selber fand es gar nicht schlimm, dass er hier in den USA vor allem vor Deutschen spielt: „Es ist ganz schön. Meistens war es oft so, dass Deutsch-Amerikaner ihre Partner mitgebracht haben, die dann zum Teil amerikanisch sind. Das ist doch wunderschön, dass die da sind. Das sind ja genauso Amerikaner wie alle anderen auch.“ Und fügte hinzu: „Wir kommen bestimmt nächstes Jahr wieder. Wir sind selber überrascht, wie schön das ist für uns. Und wir kommen auf jeden Fall jetzt regelmäßig zurück.“

Herbert Grönemeyer kann sich nach all den Jahren im deutschsprachigen Musikgeschäft sicherlich diese Ausflüge in die USA leisten. Ob es sich finanziell lohnt, kann ihm egal sein, doch so nah wie hier war er seinem Publikum schon lange nicht mehr.

Und hier findet man das ausführliche Interview mit Herbert Grönemeyer im Vorfeld der Tour.

 

Herbert Grönemeyer goes West

Herbert Grönemeyer is zweifellos der Superstar im deutschen Pop Zirkus. Mit seinen Balladen, seinen Hymnen und seiner Nuschelstimme hat er sich über die Jahre ganz nach oben gespielt. Seine Platten sind Eigenläufer, was er sagt wird gehört, kein Stadion im deutschsprachigen Raum ist zu groß für ihn.

An diesem Punkt in seiner Karriere braucht der Musiker Herbert Grönemeyer wohl neue Herausforderungen. Und die hat er gefunden. Einige ausgewählte Testkonzerte in den USA, die Veröffentlichung einer englischsprachigen Platte und ein bißchen Medienarbeit „overseas“ haben ihn davon überzeugt, dass er es durchaus mal hier drüben versuchen sollte.

Nun wurden die Konzertdaten für die erste Herbert Grönemeyer Clubtournee durch die USA und Kanada veröffentlicht. Am 11. September geht es in Atlanta los, am 28. September endet sie in Los Angeles.  Und wenn ich mir den Club in San Francisco ansehe, in dem das Konzert stattfinden wird, Bimbo’s, dann wird es ein beschauliches und sehr intimes Konzert werden. Also für deutsche Grönemeyer Fans wäre das ein Schmankerl, ihm mal so nahe zu kommen. Die Frage ist, ob Bono dann auch als Gast mit auf der Bühne steht.

September 11      Atlanta, GA – Buckhead Theater
September 13      Washington, DC – 9:30 Club
September 15      Philadelphia, PA – Keswick Theatre
September 16      New York, NY – Irving Plaza
September 17      Boston, MA – Wilbur Theatre
September 19      Montreal, QC – Le National
September 20      Toronto, ONT – The Opera House
September 22      Chicago, IL – Lincoln Hall
September 23      Minneapolis, MN – Cedar Cultural Center
September 25      Boulder, CO – Boulder Theater
September 27      San Francisco, CA – Bimbo’s 365 Club
September 28      Los Angeles, CA – The Fonda Theater

 

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Grönemeyer goes USA

      Grönemeyer auf NPR

Herbert Grönemeyer will es nochmal wissen. In Deutschland gibt es für ihn wohl keine Herausforderung mehr, deshalb blickt er über den Atlantik und setzt zum großen Sprung in die USA an. Das erste englischsprachige Album wurde veröffentlicht, als Bonus  Song ein Duett mit U2s Bono, damit den Amerikanern gleich mal klar gemacht wird, dass der Musiker mit dem schwierigen Namen Herbert Grönemeyer in der Superliga der Pop- und Rockstars mitspielt. Und erste Kritiken belegen, der Mann aus Bochum kommt an.

Selten hat ein deutscher Musiker so viel Presse wie jüngst Herbert Grönemeyer bekommen. Nun wurde er sogar von National Public Radio interviewt, eine Seltenheit und gleichzeitig eine deutliche Anerkennung für einen deutschen Künstler. Das Interview ist oben im Audioplayer zu hören.

Herbert will es wissen

„Hast du etwas Zeit für mich, dann singe ich ein Lied für Dich…“ trällert Nena noch immer durch den amerikanischen Äther. Und das hat sich wohl auch Herbert Grönemeyer gedacht, wenn Nena das kann…. Der Großvater des Deutschrock will es nun auch in Amerika wissen. Sein Konzert mit Gaststar Bono von U2 wurde für das US Fernsehen PBS aufgezeichnet und wird im Dezember als „Fundraiser“ für zwei Stationen ausgestrahlt. Wer spendet kann Tickets für zwei Konzerte von Grönemeyer in New York und Chicago bekommen.

Im Februar soll dann auch ein Album in den USA erscheinen. Falls die Platte gut läuft, soll es auch eine Tour im Herbst 2013 geben. Grönemeyer ist bekannt in Amerika…zumindest sein Gesicht aus dem Film „Das Boot“. Den deutschen Filmklassiker kennt eigentlich jeder. Doch Herbert Grönemeyer als Sänger in Amerika, man kann gespannt sein. Schon jetzt wird von Seiten der deutschen Botschaft und der Konsulate die Werbetrommel für die CD und Tour geschlagen, wobei ich mich wundere, ob Grönemeyer wirklich auf dem amerikanischen Markt eine Chance haben wird. Er ist gut – keine Frage. Er hat deutsche Musikgeschichte geschrieben – ohne Zweifel. Sein Genuschel ist einzigartig und zeigt, dass man nicht unbeding klar und deutlich singen mus, um erfolgreich zu sein – mit absoluter Sicherheit. Aber Herbert Grönemeyer ist weder Kraftwerk noch Rammstein noch Max Raabe.

„I walk“ heißt das Album, das im Februar erscheinen soll. Grönemeyer singt da auf Englisch, seine erste CD, die nicht in der Muttersprache aufgenommen wurde. Auch das nun auf PBS ausgestrahlte Konzertspezial heißt „I walk“ und umfasst neben eigenen Songs auch Klassiker, die Herbert klasse findet, darunter „Always on My Mind“ von Willie Nelson, „Marie“ von Randy Newman und „I’m On Fire“ von Bruce Springsteen.. Als Schmankerl schaut Bono für zwei Songs auf der Bühne vorbei….wo ist der eigentlich nicht zu finden? Weißes Haus, Afrika und bei Herrn Grönemeyer. Alles für den guten Zweck.

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„Für mein Schwager hier auch noch ne Currywurst“

Deutsche Restaurants hat San Francisco schon. Fast Food Läden auch en masse. Und nicht nur die amerikanischen Burger und Sandwichketten. Von arabisch bis thailändisch, ganz zu schweigen von den Unmengen an Taco Trucks, die überall in der Stadt parken, um Burritos, Tamales und Tacos anzubieten. Und nun kommt der „King of Currywurst“. An der Ecke Haight Street/Divisadero sollen ab heute die Amerikaner die wahren deutschen kulinarischen Spezialitäten kennenlernen.

Neben der traditionellen Currywurst gibt es auch eine chilenische Variante und – ganz wichtig für Kalifornien – eine fleischlose Wurst (!). Über Social Networks hat der „King of Currywurst“ seinen Laden bekannt gemacht. Ob so eine Currywurstbude auch im fernen San Francisco ankommt, haben die beiden Macher schon vorher getestet. Auf Farmers Markets in San Francisco boten sie mobil die besondere Wurst „made in germany“ an…und die kam an. Nun also der Fast Food Laden….

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