Eine Frage des Patriotismus?

Fahneneid und Nationalhymne sind ganz selbstverständlich in den USA.

Eine High School in Südkalifornien. Auf dem Football Platz wird die „Graduation“ der Abschlussklasse gefeiert. Doch bevor mit den Reden und den Feierlichkeiten begonnen wird, werden die Schüler und die Besucher aufgefordert, sich dem Fahnenmast zuzuwenden, die rechte Hand aufs Herz zu legen und die „Pledge of Allegiance“, den Fahneneid, zu sprechen und anschließend die Nationalhymne zu singen. Das ist ganz normal in den USA, einem Land, in dem der Patriotismus groß geschrieben wird. Für mich ist das noch immer befremdlich. In diesem Moment dachte ich an meine Abschlüsse in der Staatlichen Realschule Nürnberg und später dann in der Städtischen Fachoberschule Nürnberg. Einen Eid aufsagen, die Nationalhymne zu singen wären da unvorstellbar gewesen. Doch in Amerika weht die Fahne an allen Ecken, an öffentlichen Gebäuden, Schulen und Feuerwehren genauso wie an Privathäusern und in Vorgärten. „The Star Spangled Banner“ wird nicht nur am Nationalfeiertag, dem 4. Juli, gesungen, sondern auch vor professionellen Sportveranstaltungen und eben an High Schools. Die Symbole der Nation, Fahne und Hymne, sollen vereinen, doch in diesen Zeiten sind sie auch wie ein Schwert, das das Land weiter spaltet.

Zwei Tweets von Donald Trump machen das deutlich. Zweieinhalb Jahre liegen zwischen diesen zwei Kurznachrichten von Trump. Erst als Präsidentschaftskandidat, nun als Präsident fordert er den Schutz der Fahne. Wer sie verbrennt, dem soll eine Haftstrafe oder der Entzug der Staatsangehörigkeit drohen. Das soll, so Trump, in der Verfassung festgeschrieben werden. Und das, obwohl das Verfassungsgericht 1989 entschied, dass das Verbrennen der Flagge unter die Meinungsfreiheit fällt.

Donald Trump nimmt nun erneut den Vorschlag von Steve Daines, Senator aus Montana, nur zu gern auf. Es ist schließlich Wahlkampf. Trump präsentiert sich mit dieser Forderung als „Patriot“, jeder der sich gegen den Schutz der Fahne ausspricht ist demzufolge „unamerikanisch“, „unpatriotisch“, ein „enemy of the American people“. Das ist Schwarz-Weiß Denken, das ist Trumpsche Politik. Er, der Verteidiger von Amerikas Symbolen. Die anderen sind die Feinde der „greatest nation on earth“. Kritiker wehren sich, dass sowohl die Fahne, wie auch die Hymne mit dieser Vorschlag politisiert werden. Sie seien Symbole der Einheit. Erinnert wird an die Folgezeit der Terroranschläge des 11. Septembers 2001, als die Flagge überall zu sehen war, die Menschen zusammenbrachte, Einheit repräsentierte. Auch daran, wie die Kongressmitglieder gemeinsam auf den Stufen des Capitols standen und die Nationalhymne sangen. Geeint in dieser Stunde der Krise. Vergessen war der brutale und trennende Bush-Gore Wahlkampf nur wenige Monate zuvor. In diesem Moment verbanden Flagge und Hymne eine Nation, die verwundet war.

All das übersieht Donald Trump nur zu gerne und bewusst. Er umarmt die Fahne bei seinen Massenveranstaltungen, animiert seine Fans zu „USA, USA“ Rufen, beleidigt, beschimpft und verunglimpft Sportler, die beim Absingen der Nationalhyme niederknien. Trump vereinnahmt damit genau die Symbole der Nation, die Einheit schaffen sollen, in dem er das Land genau mit diesen Symbolen weiter spaltet. Das ist unverantwortlich, doch das ist Donald Trump.

 

Die einzige Lösung für Schulmassaker?

Wenn ich an meine Schulzeit denke, dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass es den einen oder anderen Lehrer gab, der gerne hin und wieder mal mit der Knarre in die Luft geschossen hätte, einfach um Ruhe in den Raum zu bringen. Die zweite und letzte Sportklasse in der Staatlichen Realschule Eibach war schon ein wilder Haufen. Das ganze war eine Versuchsklasse der bayerischen Staatsregierung, doch nach zwei Jahrgängen war Mitte der 80er Jahre Schluss. Irgendwie drängelten sich keine Sportskanonen von uns auf die internationale Bühne und der Abschluß in Sport war irgendwie „nüscht“ wert.

Dieses Schild gilt nicht für Lehrer.

Dieses Schild gilt nicht für Lehrer.

Aber ich denke mir, hin und wieder hätte da ein Lehrer oder eine Lehrerin schon gerne dazwischen gefunkt. Na ja, nicht unbedingt mit einer Knarre durch die Gegend ballernd, denn so schlimm war es dann nun doch nicht. Aber was in Eibach undenkbar gewesen wäre ist in 18 amerikanischen Bundesstaaten schon Realität. Lehrer dürfen bewaffnet zum Unterricht kommen. Nein, nicht um als John Wayne mit wippendem Colt an der Hüfte für Recht und Ordnung zu sorgen. Sie dürfen vielmehr die Wumme zum Selbstschutz und zum Schutz ihrer Schüler tragen.

Immer wieder gibt es in den Nachrichten die Schlagzeilen, dass hier und dort ein Schüler bewaffnet zum Unterricht kam und Mitschüler und Lehrer teils wahllos abknallte. Columbine, Sandy Hook und jüngst Marysville im Bundesstaat Washington, es passiert überall und immer wieder in den USA. Die Waffenlobbyisten der „National Rifle Association“ drängten schon früh darauf, dass man sich gegen Amokläufer nur bewaffnet wehren kann. Also sollten die Lehrer und die Schulleitung „armed“ sein. Zahlreiche Politiker folgten dieser Argumentation und brachten Gesetzesvorlagen in den jeweiligen Parlamenten ein. Nun also gibt es bereits Waffengesetze in 18 Bundesstaaten, die es Lehrern erlaubt, auf etwaige Zwischenfälle „entsprechend“ zu antworten.

Argumentiert wird, dass bewaffnete Lehrer und Schulleiter zumindest einen Amokläufer stoppen oder aufhalten könnten, um so schlimmeres zu verhindern, bis die Polizei am Tatort eintrifft. Man setzt also der Waffennarrerei in den USA noch eins drauf. Nicht weniger Waffen sind das Ziel, sondern eine vermeintliche Waffengleichheit. Eigentlich ist das ein Armutszeugnis für die amerikanische Gesellschaft, denn damit wird ganz deutlich gesagt, wir geben auf. Das Waffenproblem im Land ist nicht mehr unter Kontrolle zu bringen, nur noch eine allgemeine Bewaffnung scheint vor Schießwütigen auf den Straßen, in den Universitäten, den High Schools und Grundschulen zu helfen. Armes Amerika!

Michelle Obama soll bleiben, wo der Pfeffer wächst

Vor 60 Jahren fällte das amerikanische Verfassungsgericht ein wegweisendes Urteil. Hinter „Brown vs. Board of Education“ verbirgt sich ein Ende der Rassentrennung in amerikanischen Schulen. 1951 hatten 13 Eltern für ihre 20 Kinder geklagt, einer davon war der Vater Oliver L. Brown, dessen Tochter jeden Tag mit dem Bus in eine „schwarze“ Grundschule gekarrt werden mußte, obwohl in unmittelbarer Nachbarschaft eine „weiße“ Schule war. Brown lebte damals in Topeka, Kansas und klagte gegen die staatliche Schulaufsichtsbehörde, „Board of Education“. Im Juni 1954 kam dann das Urteil, das eigentlich die Trennung der Schüler aufheben sollte, doch in etlichen Bundesstaaten gab es Proteste. Politiker schlossen lieber Schulen als sie für afro-amerikanische Kinder zu öffnen.

Nun also der 60. Jahrestag dieses Urteils. In Topeka wollte man dieses durchaus historische Ereignis angemessen feiern und fragte im Weißen Haus an, ob die First Lady, Michelle Obama, die Festrede bei der Abschlußfeier der  High School Schüler halten würde. Und Michelle Obama willigte nur zu gern ein. Was als Freudentag gedacht war, entwickelt sich immer mehr zu einer Kopfschmerzparty. Eine Unterschriftenaktion will den Besuch der First Lady stoppen. Rund 1500 Leute haben schon unterzeichnet. Sie stört nicht der Besuch der Präsidentengattin an sich, das zumindest wird behauptet. Eher, dass durch die Teilnahme von Michelle Obama das Kartenkontingent für die Schüler und ihre Angehörigen stark beschränkt wird. Hinzu komme, so die Initiatoren der Aktion, dass an diesem „besonderen Tag“ der Schüler das Augenmerk nicht mehr auf dem erreichten Abschluß liege, sondern auf dem historischen Ereignis.

Vergessen wird dabei, dass das eine ohne das andere kaum möglich gewesen wäre. Geschichte, besonders diese, hat sehr wohl etwas mit Schulabschlüssen heute zu tun. Kansas hat in den USA sowieso den Ruf etwas anders zu ticken. Kansas ist der Bundesstaat, in dem die biblische Schöpfungslehre als Ausgang allen Lebens gelehrt wird. Die Evolutionstheorie wird nur nebenbei behandelt und ist nicht verpflichtend für Schüler.

Deutsche Welle…bitte Abschalten!

Wer bitte schön braucht noch die Deutsche Welle? Oder anders gefragt, wer bitte schön hört noch die Deutsche Welle? Eines ist mir in den letzten Tagen beim Ab- und Zuhören des deutschen Auslandssenders klar geworden. Die Parlamentarier in Berlin, die über den Haushalt der Rundfunkanstalt entscheiden, hören jedenfalls die Programme der Deutschen Welle nicht. Anders kann ich es mir nicht erklären, was da über den Äther läuft!

Das deutsche Programm wurde aus Kostengründen abgeschaltet. Ist logisch und macht auch Sinn, wenn man bedenkt, dass die Bundesregierung massiv versucht, die Deutschprogramme an ausländischen High Schools und an Universitäten aufrecht zu erhalten. Da werden teure Konzerttourneen, wie jüngst mit Madsen, durch die USA organisiert und DW zieht einfach den Stecker zur deutschsprachigen Berichterstattung. Deutsch ist eben nicht wichtig, olle Sprache, das ist das klare Zeichen, was im Ausland ankommt. Auf der Antenne hört man mittlerweile mehr englische Muttersprachler, den deutschen Steuerzahler wird es freuen, dass man nun diese Art  europäischer Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen fördert.

Ich will gar nicht groß etwas zum Programm der Deutschen Welle sagen. Letztes Jahr habe ich schon über die bescheuerte Unterbrechung der Fussball Liveberichterstatttung am Samstagnachmittag geschrieben, als um 17 Uhr (!) Nachrichten in Kisuaheli eingespielt wurden, eine Viertelstunde vor Schluß. Im Meisterschaftskampf. Und danach fing um 17:08 Uhr auch noch die Sendung auf Kisuaheli an, die Endergebnisse erfuhr man als Hörer nicht. Unfassbar!!!

Die Morgensendung moderieren zwei junge Frauen, die eher wie „Girlies“ rüberkommen. Ist Geschmackssache, aber ich persönlich mag es nicht so, wenn ich das Gefühl habe, ein Moderator hockt mir fast auf dem Schoß. Vor allem morgens nicht, da würde ich als im Ausland sitzender Hörer gerne Informationen bekommen, Schwerpunkt Deutschland, warum sonst sollte ich DW einschalten. Nach drei Tagen intensivstem Hören habe ich viel über Frankreich, England, Rumänien, Zimbabwe, Indien, Italien und andere Länder erfahren. Ach ja, ein in die Länge gedehnter Beitrag über eine Ausstellung in Berlin war auch dabei. Aber ist das die Aufgabe der Deutschen Welle? Wollen die Radiomacher in Bonn mit der BBC konkurrieren? Wenn ja, sollte man am Rhein mal ganz langsam einen Schritt zurück gehen, überlegen und sich neu orientieren. So jedenfalls macht die Deutsche Welle keinen Sinn und sollte abgeschaltet werden. Den deutschen Steuerzahler wird es freuen, denn DW wird nicht aus den GEZ Gebühren finanziert.

Amerikaner sind fett

Ronald McDonald…viel zu fett. Das belegen Studien über Studien. Kinder bewegen sich nicht mehr, essen zu viel und zu ungesund und sogar in den Schulen sponsern Firmen wie Coca Cola, Burger King u.a. die Schulcafeteria. Viele Faktoren kommen bei den übergewichtigen Amerikanern zusammen, aber nun hat die Organisation „Corporate Accountability International“ vor allem einen Gegner ausgemacht: Ronald McDonald. Der Clown der Fast Food Kette müsse wie Joe Camel gesehen werden. Er verharmlose das ungesunde Essen wie einst das rauchende Kamel den Zigarettenqualm.

Retire Ronald„Retire Ronald“ heisst die losgetretene Kampagne. Auf der Webseite der Gruppe kann man sich in Listen eintragen und seinen Namen unter die Forderung setzen, den Clown zu pensionieren. Ob’s hilft? Wer’s glaubt wird seelig! Irgendwie wird auch ohne Joe Camel weiter geraucht. Die Reklamefilmchen fand ich aber auch als Nichtraucher witzig. Allerdings nervt der Clown, von daher soll er mal ruhig die Rente einreichen.

Deutschlernen mal anders

Schüler in den USA zum Deutschlernen zu bewegen ist gar nicht so einfach. Deutsch ist nicht gerade „In“. Chinesisch, Arabisch, Französisch und vor allem Spanisch sind gefragt. In allen Teilen der USA werden Deutschprogramme an High Schools und Universitäten eingestampft. Die Nachfrage sinkt und es müssen Gelder gespart werden, da wird zuerst an den eher schwächelnden Angeboten angesetzt.

Doch einige Schulen und Unis wollen ihre Deutschprogramme halten. Die Lehrer und Professoren sind aktiv und kreativ, werben für die deutsche Sprache und bieten von Vorträgen bis hin zu verschiedensten Aktivitäten alles an, was Schüler und Studenten begeistert.

Das folgende Video ist ein gutes Beispiel dafür, hier haben sich die Deutschklassen der Fayetteville-Manlius High School in New York Peter Fox‘ „Haus am See“ einmal vorgenommen. Eine tolle Aktion, die die ganze Schule mit einbezog:

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