USA raus aus Afghanistan

Die Amerikaner stehen hinter ihrem Militär. Gleich an mehreren Fronten wird gekämpft. Irak, Afghanistan und dazu kommen noch etliche Stützpunkte „across the world“. Klar ist, die amerikanische Bevölkerung unterstützt die Männer und Frauen in Uniform. „We support our troops“. Doch diese Haltung heisst nicht, dass es keine offene Debatte in den USA über den Sinn und Unsinn von Kriegseinsätzen gibt. Leider wird darüber viel zu wenig in den US wie auch in den europäischen Medien berichet.

Heute fand im US Kongress eine dreistündige Debatte über den Einsatz in Afghanistan statt. Am Ende wurde sogar darüber abgestimmt, ob die Truppen, die am Hindukusch stationiert sind, abgezogen werden sollten. Der Antrag, eingereicht vom Demokraten Dennis Kucinich mit Unterstützung von 18 weiteren Abgeordneten aus beiden Parteien, wurde am Ende mit 65 zu 356 Stimmen abgeschmettert, doch die Diskussion war lebendig und ernst zu nehmen. Amerika steht zu seinen Soldaten, doch immer mehr Amerikaner fragen sich, ob die Einsätze des Militärs so auch noch notwendig sind.

Unter dem folgenden Link kann man sich die Debatte im Kongress ansehen, es lohnt sich, denn dieser Schlagabtausch wirft ein ganz neues Licht auf den politischen Diskurs in Amerika: Debatte im Kongress

Besuch in Afghanistan

Im Dezember hatte ich die Möglichkeit, mit der Bundeswehr nach Afghanistan zu fliegen. Der Hintergrund dafür war, dass nur wenige Amerikaner und Kanadier überhaupt wissen, dass Deutschland ein grosses Kontingent an Soldaten am Hindukusch hat. Das wurde auch immer wieder im Wahlkampf deutlich, die Kandidaten verprachen, im Falle ihrer Wahl auf die Nato-Partner einzuwirken, aktiver in Afghanistan zu werden.

Mein Radiobeitrag ist also eigentlich für eine amerikanische und kanadische Hörerschaft produziert worden, allerdings glaube ich, dass das Thema als solches durchaus auch interessant für deutsche Hörer ist:

Visit to Afghanistan