Folkways rappt die Geschichte

Es ist ein gewaltiges Unterfangen, aber was anderes erwartet man auch nicht von Smithsonian Folkways. Auf 9 CDs und in einem 300 Seiten umfassenden Buch soll die Geschichte des Hip-Hop und Rap nacherzählt werden. Nach den umfangreichen Folk und Jazz Boxen, geht Folkways nun ganz neue Wege. Neben Woody Guthrie, Pete Seeger, Duke Ellington, Louis Armstrong, Weltmusik, Folklore, Bigband, Brass und Dixieland, nun also auch Grandmaster Flash, Queen Latifah, Hip Hop und Rap.

Für dieses Projekt hat eines der bedeutendsten Plattenlabels überhaupt eine Kickstarter Kampagne gestartet. Der Grund, die Kosten und damit der Endpreis sollen so niedrig wie möglich gehalten werden. 250.000 Dollar sind das Startkapital, um diese „Anthology“ zu verwirklichen. Man kann sich nur wundern und fragen, ob diese Vorauskasse der Musikfans nicht auch etwas mit den Kürzungsplänen der Trump Administration zu tun hat, denn der Milliarden Dollar schwere Präsident hatte ja angekündigt im Kulturhaushalt der USA den Rotstift tanzen zu lassen, und das wohl nicht während ein fetter Beat durchs Oval Office wummert. Folkways ist Teil des staatlichen Smithsonian Netzwerkes.

Die Philosophie dieses Plattenlabels drückt es ganz deutlich aus, etwas, was in diesen Tagen im Weißen Haus wohl nicht gerne gelesen wird, aber umso wichtiger für Musikliebhaber wie mich ist: „We are dedicated to supporting cultural diversity and increased understanding among peoples through the documentation, preservation, and dissemination of sound. We believe that musical and cultural diversity contributes to the vitality and quality of life throughout the world. Through the dissemination of audio recordings and educational materials we seek to strengthen people’s engagement with their own cultural heritage and to enhance their awareness and appreciation of the cultural heritage of others.“

Die nun angekündigte „Smithsonian Anthology of Hip-Hop and Rap“ ist ein mehr als unterstützenswertes Projekt. Am Ende werde ich etwas dazu lernen. Musik ist voller Geschichten und die höre ich mir gerne an, auch wenn Hip-Hop eigentlich so gar nicht mein Ding ist. Aber dieses Genre ist Teil der heutigen Kultur, ein wichtiger Soundtrack in den Städten Amerikas. Und Folkways Recordings ist das Label, dass Hip-Hop in den richtigen Rahmen fassen wird.

Musikfolter für Amerikas Feinde

Als ich die Nachricht las, dachte ich mir, wow, darüber kann man was witziges schreiben. Musik als Folter. Wem ging es nicht schon so, dass er von irgendetwas irgendwo bedudelt wurde und das als Folter, als Ohrenterror empfand? Sei es im Aufzug mit so Schnullimusik, bei der Arbeit, bei Freunden und Verwandten. Irgendein Geheule, eine unsägliche Gefühlsduselei, Musik aus der Konserve a la Modern Talking. Immer spielt jemand etwas, was gar nicht geht und einem quer die Gehörgänge runterläuft. Schlimm, schmerzhaft, schonungslos.

Doch nach längerem Überlegen über die CIA Songliste, die in Geheimgefängnissen und im Sicherheitstrakt von Guantanamo eingesetzt wurde, dachte ich mir, das geht gar nicht. Folter ist Folter ist Folter. Und das hat nichts mit meinem Musikgeschmack oder meinen musikalischen Vorlieben zu tun, die, das weiss ich selber, selbst einige Freunde und Verwandte als schlimm ansehen. Ein Journalist der Huffington Post recherchiert seit Jahren zum Thema Geheimgefängnisse der USA. Er hat nun eine Liste veröffentlicht, Lieder, mit denen die CIA Inhaftierte gefügsam machen und zum Sprechen bringen wollte. Songs, die in Endlosschleifen abgespielt wurden, überlaut auf gefesselte Gefangene eingehämmert wurden. Lieder mit Textzeilen wie „Fuck your god“, eigentlich ein Anti-Christen Lied von Deicide, doch der Refrain verfehlt auch bei Muslims nicht sein Ziel.

Man stelle sich vor, man sitzt mit auf dem Rücken gefesselten Händen auf dem Boden einer kargen Zelle, über den Kopf wurde eine Kapuze gezogen und dann wird man mit Lärm beschallt. Egal was. Volksmusik, Hip Hop, Industrial, Techno, Noize, Mariachi… Musikfolter, die von amerikanischem Hip Hop bis Death Metal reicht. Man stellt sich das als harmlos vor, aber ein entlassener Guantanamo Häftling schilderte dieses Vorgehen als psychologische Folter. Auf die regelmäßigen brutalen Verhöre, die Schläge, die schmerzhaften Stellungen habe er sich einstellen können, sagte er. Nicht aber auf die Musikfolter, die 2003 eingeführt wurde: „Du hast das Gefühl verrückt zu werden. Man versteht nichts mehr und hat Angst durchzudrehen, wegen dieser Musik, wegen diesem lauten Lärm, und weil man nach einer Weile nicht mehr den Gesang hört, man hört nur noch das schwere Schlagen des Beats“.

Was bei dieser CIA Folter – und das ist es, auch wenn Bush und Co immer wieder betonten, es sei keine Folter – nicht beachtet wird ist, dass Musik Kunst ist, Kultur repräsentiert, etwas Kreatives, eigentlich Schönes ist, positive Reaktionen und Emotionen hervorrufen sollte und kann. Was die amerikanischen Geheimdienste hier allerdings machen ist, sie verfremden etwas ins totale Gegenteil. Und nicht nur das, viele der Musiker, als sie vom Einsatz ihrer Songs in den Geheimgefängnissen erfahren haben, forderten die amerikanischen Behörden auf, damit aufzuhören. Doch was unter George W. Bush und seinem Folterknecht Dick Cheney angefangen wurde, wurde auch unter dem Friedensnobelpreisträger Barack Obama und seinen Gehilfen fortgesetzt. Angetreten war er, das Lager auf Guantanamo und die weltweiten Geheimgefängnisse zu schließen. Doch daraus ist nichts geworden. Schöne Reden bedeuten noch lange nicht historische Taten. Zur Rechenschaft gezogen werden sie wohl alle nicht.

 

 

Mordhauptstadt Kaliforniens

[audio:http://blog.nz-online.de/peltner/wp-content/blogs.dir/7/files/2013/03/oakland.mp3|titles=Mordhauptstadt Oakland]

Oakland ist eigentlich eine schöne Stadt. Es gibt mehr Sonne und mehr Grün als in San Francisco, es ist wärmer und nicht so beengt. Und auch kulturell spielt sich hier einiges ab, eine tolle Musikszene, vor allem Jazz, HipHop, Industrial und Experimentell existiert, eine lebendige und vielseitige  Theaterszene hat sich entwickelt, unzählige von Künstlern und Autoren haben in Oakland eine Heimat gefunden.

Und doch, Oakland ist nicht wegen seiner Lebensqualität bekannt, vielmehr macht die Stadt vor allem mit ihrer hohen Kriminalitätsrate Schlagzeilen. Gründe dafür gibt es genug. Der wohl wesentlichste, seit Jahren schon ist die lokale Politik ein Totalausfall.
Zur Situation in Oakland ein aktueller Audiobericht.

Deutsche Kulturarbeit (?)

goetheDas Goethe-Institut präsentiert ruandischen Hip Hop in Kigali. Auch ein Weg, deutsche Kultur im Ausland zu fördern. Na ja, Ruanda war ja bis vor dem ersten Weltkrieg deutsche Kolonie, vielleicht zählt ja das…

Man könnte jetzt mit der Verschwendung deutscher Steuermittel nerven. Oder davon reden, wie schwer es deutsche Bands haben, vom Goethe-Institut auf Auslandstourneen unterstützt zu werden. Oder mal auflisten, was für Musik „Made in Germany“ überhaupt den Prüfsiegel des Goethe-Instituts erhält….aber das muss man hier glaube ich gar nicht.

Man sollte mich nicht falsch verstehen, ich finde es mehr als gut, wenn man die lokale oder regionale Musikszene in Ruanda fördert…nur leider ist das nicht die Aufgabe des Goethe-Instituts.