#LoveWins oder ein Naturgesetz gebrochen

„Gay Pride Weekend“ in San Francisco, dem Zentrum der Schwulen und Lesben. Und noch nie kamen so viele Menschen, um zu feiern. Und es waren eben nicht nur homosexuelle Aktivisten, es schien, als ob ganz Nordkalifornien auf den Beinen war. Der amerikanische Verfassungsgerichtshof hatte mit seinem Urteil zum gleichen Recht für alle auf Eheschließung ein deutliches Zeichen gesetzt. Fortan wird es keine Ausnahme mehr geben, ob jemand in diesem Bundesstaat oder in jenem lebt, und es davon abhängt, ob man heiraten darf oder nicht. Der Richterspruch war quasi eine Einladung zur großen Party quer über den Kontinent nach San Francisco geschickt. Und die kam auch an, einen besseren Zeitpunkt hätten sich die Richter im fernen Washington gar nicht aussuchen können.

Der Republikaner Mike Huckabee sieht Naturgesetze außer Kraft gesetzt.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mike Huckabee sieht die Naturgesetze außer Kraft gesetzt.

Barack Obama twitterte unter seinem Namen POTUS (President of the United States): „Heute ist ein großer Schritt auf dem Marsch für Gleichberechtigung gemacht worden. Schwule und lesbische Paare haben nun das Recht, genau wie jeder andere zu heiraten. #LoveWins“. Doch nicht jeder im Land war begeistert. Die republikanischen Präsidentschaftskandidaten reagierten alle mit eindeutigen Stellungnahmen. Sie sprachen von „Aktivisten Richtern“, von politischen Entscheidungen, die von ungewählten Richtern zum Gesetz gemacht wurden. Einige, wie Lyndsay Graham, erklärten, sie akzeptierten die Entscheidung, werden aber dafür kämpfen, dass das Recht auf Religionsfreiheit und Religionsausübung bestehen bleibe. Andere, wie Mike Huckabee, erklärten, dieser Urteilspruch der Verfassungsrichter komme einer Aushebelung natürlicher Gesetze gleich. Die Dimension dieser Entscheidung sei gleichzusetzen, wie wenn die Juristen richterlich entschieden hätten, dass die Erdanziehungskraft aufgehoben sei. Das ist dann wohl auch eine Meinung.

Klar wird bei all diesen Reaktionen, dass die Republikaner sich in den kommenden Wochen und Monaten in einen Moralwahlkampf verlieren werden, in dem sie von den „Family Values“ und den „christlichen“ Moralvorstellungen sprechen. Dabei jedoch vergessen, dass Amerika ein anderes Land geworden ist, in dem man so nicht mehr, wie noch 2004 George W. Bush, eine Wahl gewinnen kann. Der Überdemokratin Hillary Clinton kommt das ganz recht, denn sie stellt sich schon seit Jahren als Verfechterin der Homoehe dar. Vergessen ist die Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Ehen, als die Clintons noch im Weißen Haus waren. „Don’t ask, don’t tell“, das Gesetz, das Homosexuellen ein offenes Leben im Militär verbot, wurde seinerzeit von Bill Clinton unterschrieben.

Die Woche Obamas

Das Weiße Haus erleuchtete in den Regenbogenfarben der Gay-Community.

Das Weiße Haus erleuchtete in den Regenbogenfarben der Gay-Community.

Es war die Woche von Barack Obama. Höhen und Tiefen, Emotionen, Tränen, Lachen, Freude und Erleichterung. Der oberste Gerichtshof in den USA hatte zwei wichtige Urteile gefällt. Die Gesundheitsreform wurde in ihrer Form von einer deutlichen Mehrheit der Richter bestätigt und dann kam auch noch jenes Urteil, dass die Gleichstellung von homosexuellen Ehen vor dem Gesetz garantiert. Amerika hat damit eine radikale Wende vollzogen. Noch 2004 wurde George W. Bush aufgrund eines Wahlkampfes gegen die Homoehe wiedergewählt. In gerade mal einem Jahrzehnt haben die USA damit eine kulturelle Revolution erlebt, die weithin nachhallen wird. Barack Obama und seine Demokraten feierten beide Entscheidungen. Damit sind zwei ganz wichtige politische Ziele erreicht worden, eine allgemeine Krankenversicherung für jeden Amerikaner und eine Gleichstellung vor dem Gesetz schwuler und lesbischer Lebenspartner.

Nur wenige Stunden später stand der Präsident in Charleston und sprach zu den Trauernden, die zur Gedenkveranstaltung für die Ermordeten der „Emanuel African Methodist Episcopal Church “ gekommen waren. Und dann setzte er zu „Amazing Grace“ an, ein bewegender und ergreifender Moment, der viel mehr ausdrückte, als alle Worte seit dem Attentat. Barack Obama, der in der jüngsten Zeit sehr oft von der Afro-Amerikanischen Gemeinde kritisiert wurde, weil er eben nicht die grossen Verbesserungen brachte, mit denen er noch 2008 Wahlkampf gemacht hatte, hat hier in Charleston und an diesem Freitag etwas geschafft, was so lange fehlte. Das da sein, die Anteilnahme, das Mittendrin. Verständnis, Zugehörikeit, tiefe Anteilnahme. Doch vor allem eine sehr große Geste, die in die Geschichte Amerikas eingehen wird. Ein Präsident, der anfängt zu singen, ein Lied, das eine große Bedeutung hat. Einfach so, sicherlich geplant, doch nicht erwartet. Und 6000 Trauernde stimmten mit ein. Es war wieder solch ein Gänsehautmoment, auf den Amerika, doch vor allem die Afro-Amerikaner im Land so lange warten mussten. Hier präsentierte sich ein Präsident, ihr Präsident, der genau den richtigen Ton fand. Keine schwulstigen Worte, sondern tiefe Emotion. Im Leid der Nation ließ sich erneut die Stärke Amerikas erkennen.

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Die Bürgerrechtsbewegung unserer Zeit

Es geht um Gleichberechtigung     

In Washington DC, vor dem Gebäude des Verfassungsgerichtes, protestierten in dieser Woche Tausende von Menschen. Befürworter und Gegner der Ehe für Schwule und Lesben waren angereist, um lautstark ihren Standpunkt zu erklären. Überall im Land gab es Proteste und Mahnwachen, bunte und schrille Parties. Eines wurde in den letzten Wochen ganz deutlich, Amerika hat in den vergangenen Jahren einen Wandel vollzogen.

Der „Krieg der Kulturen“, vor dem konservative, christliche Radiomacher vor ein paar Jahren im NZ Interview noch warnten, scheint entschieden zu sein. Die USA sind liberaler geworden, zumindest im Bereich der Akzeptanz für gleichgeschlechtliche Ehen. Etliche Umfrageergebnisse belegen dies und machen aber auch deutlich, dass die amerikanische Nation tief gespalten ist.

 

Das Recht auf Ehe

Gay Marriage in den USA     

Noch vor wenigen Jahren war undenkbar, was nun in den USA passiert. Unter Präsident George W. Bush wurde noch offen über eine Verfassungsänderung diskutiert, um nur Heterosexuellen die Eheschließung zu ermöglichen. 2004 gewann Bush sogar die Wiederwahl, nachdem in San Francisco Schwule und Lesben verheiratet wurden und die Konservativen im Land den Untergang des Abendlandes verkündeten.

2013 sieht es ganz anders aus, ein Großteil der Amerikaner unterstützt gleichgeschlechtliche Ehen und wendet sich offen gegen die Diskriminierung von homosexuellen Paaren. In Washington entscheiden nun die Verfassungsrichter über das Recht auf Ehe. Dazu ein aktueller Audiobericht.

Also reden kann er!

Das muß man ihm lassen, Barack Obama kann gut reden. Wie er da nach seinem Amtseid für gleiche Rechte für Schwule und Lesben eingetreten ist, wie er vor dem Klimawandel gewarnt hat, wie er nach mehr Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ausrief. „We the people…“, ob das wirklich das Land an diesem kalten Nachmittag in Washington DC vereinte?

Nein. Denn schon am Montagabend und erst recht am Dienstag wetzten Republikaner und konservative Radio- und Fernsehleute offen die Messer. Auf Barack Obama warten keine rosigen Zeiten im Weißen Haus, auch wenn er noch auf der Welle seiner Wiederwahl durch die Gegend surft. Damit ist nun Schluß. Obama hat eine schöne Rede gehalten, Jubel-Trubel-Heiterkeit unter den rund 800.000 Obama Fans, die zu diesem Event kamen und denen endlich wieder ein Präsident erschien, wie sie ihn liebten, wie er ihnen aus dem Herzen sprach.

Doch die Schonzeit ist nun vorbei. Auf Barack Obama warten Probleme, nein, Berge von Problemen. Was er sich gleich mal abschminken kann ist die Hoffnung, dieses Land einen zu können. Das ist schlichtweg unmöglich. Obama wird in den kommenden vier Jahren politisch nach links rutschen. Zumindest mit seinen Ansätzen und politischen Ideen, die da von Homoehe bis strengere Waffengesetze reichen. Ob und was er davon umsetzen kann, wird sich zeigen….vor allem auch, wie sehr seine eigene Partei diesen Weg mitgehen wird. Denn 2014 stehen Kongresswahlen an, danach könnte es richtig haarig für den Präsidenten werden, wenn er bis dahin nichts als schöne Worte geliefert hat. Die Mehrheit im Senat steht auf dem Spiel, das Abgeordnetenhaus könnte dann wieder deutlichst unter die Vorherrschaft der Republikaner fallen. Und was auch nicht vergessen werden darf im Land der endlosen Wahlkämpfe, schon in diesem Jahr werden sich in beiden Lagern die ersten Kandidaten nach vorne schieben und jedes Wort und jede Tat des Präsidenten Obama bewerten.

Barack Obama hat zwar nun die Freiheit ohne Wiederwahl im Blickwinkel regieren zu können, doch er ist nun, einen Tag nach dem Amtseid, auch ein Präsident auf Abruf….so bekloppt ist das amerikanische Wahlsystem.

Ein perfekt abgestimmter Wahlkampf

Barack Obama wurde nicht gedrängt. Weder von Vize-Präsident Joe Biden, noch von Bildungsminister Arne Duncan, die sich beide in dieser Woche für die Homo-Ehe ausgesprochen hatten. Das ABC Interview am Mittwoch, war nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Wiederwahl von Obama. Alles geplant, alles Kalkül, nichts wird bei so einem Unternehmen „White House“ dem Zufall überlassen. Wer wirklich glaubt, Obama habe sich nicht mit seinen Kabinettskollegen abgestimmt, der ist naiv.

In den jüngsten Umfragen sind 50 Prozent der Amerikaner für gleichgeschlechtliche Ehen, 48 Prozent dagegen. Doch die Zahlen trügen. Dem Großteil der jungen Amerikaner ist es eigentlich egal, ob Schwule und Lesben heiraten können und damit die gleichen Rechte und Pflichten wie heterosexuelle Paare bekommen. Junge demokratische und junge republikanische Wähler sind sich hier sogar einig. Obama hat hier die Unterstützung einer riesigen parteiübergreifenden Wählergruppe.

Die Diskussion über die „Gay Marriage“ wird nicht auf der Straße oder in den Kantinen, in der Mensa oder in High Schools geführt. Es ist vielmehr eine erzwungene Debatte über den sogenannten „cultural war“, den Krieg der Kulturen in den USA. Die wird von den konservativen Radiotalkshows, von FOXNews angeheizt, die schon kurz nach dem ABC Interview über Twitter verbreiteten: Obama Declares War On Marriage, Obama hat der Ehe den Krieg erklärt. Mit solch markigen Sprüchen wird das Feuer angefacht. Vor allem mit solchen Falschaussagen, denn Obama hat eigentlich nichts gesagt, was irgendwie große Veränderungen nach sich ziehen wird. Er hat lediglich davon geredet, dass er persönlich (!) die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren unterstütze. Gleichzeitig wies er daraufhin, dass auch weiterhin die einzelnen Bundesstaaten darüber entscheiden sollen, ob sie Ehen zwischen Schwulen und Lesben erlauben oder nicht. Obama hat weder eine Gesetzesvorlage auf Bundesebene noch eine Verfassungsänderung ins Spiel gebracht, wie das sein Vorgänger George W. Bush geplant hatte.

Das Interview von Barack Obama war ein kluger Schachzug. Er hat damit seine Basis mit einem emotionalen Thema angefeuert, gleichzeitig viele in der GOP angesprochen. Klar ist nun, Barack Obama ist der einzige Kandidat, der, wie es FOXNews Moderator Shepard Smith ausdrückte, „im 21. Jahrhundert angekommen ist“. Von nun an wird der Wahlkampf emotional geführt werden, es wird ein Kulturkampf. Obama hat mit seiner „persönlichen Meinung“ das Gespenst der reaktionären Bewegung in den USA aus dem Sack gelassen. Und die erzkonservativen Kräfte laufen ihm geradewegs ins offene Messer. Sie werden protestieren, lauthals schreien, mobilisieren, gegen Obama als Satan, Islamisten und Schwulenfreund wettern ….doch am Ende steht da ein wiedergewählter Präsident Barack Obama, der trotz Wirtschaftskrise, trotz innen- und außenpolitischer Probleme und trotz einer nicht existierenden Ehegarantie für gleichgeschlechtliche Partner im Weißen Haus bleiben wird. Good job, Mister President!

Ene-Mene-Muh-Und-Raus-Bist-Du

Herman Cain’t ist dann mal weg. War doch ein bißchen viel mit den Frauengeschichten und den peinlichen Aussetzern. Ein Kommentator faßte es richtig zusammen, wenn man so viele Leichen im Keller hat, sollte man vorher schon mal überlegen, wie man die erklärt und nicht erst noch Omas Häkeldecke drüberlegen und hoffen keiner sieht was. Cain zieht sich also aus dem Rennen zurück, will aber – das war klar – aktiv in der Politik bleiben und auch eine Wahlempfehlung an seine Unterstützer geben. Die politische Karriere ist für ihn allerdings damit wohl vorbei, aber es gibt ja noch FOXNews, dort wird er sicherlich einen guten Kommentatorenjob angeboten bekommen.

Einige der Cainschen Tea-Party Anhänger werden  sich nun wieder umschauen müssen. Weit brauchen sie ja nicht zu schauen, ihr Darling Michelle Bachmann ist ja noch im Rennen und hat sich in dieser Woche wärmstens für das Präsidentenamt empfohlen. Wenn sie erst mal im Oval Office sitze, dann wird sie sofort die amerikanische Botschaft in Teheran schließen. Einziges Problem dabei, die USA haben schon seit 1980 keine diplomatische Vertretung mehr im Iran. Egal! Aber wenn die „Stars and Stripes“ noch unterm iranischen Himmel wehen würden, dann würde Iron-Michelle das sofort ändern. Das ist doch ein Wort, das sind doch gute Aussichten!

Und auch, was sie in Sachen Homoehe erklärt hat, deutet auf ihre politische Entschlossenheit hin. Auf die Frage, warum gleichgeschlechtliche Paare nicht heiraten dürfen, meinte Michelle Bachmann: „Sie können doch heiraten. Sie können einen Mann heiraten, wenn sie eine Frau sind. Oder sie können eine Frau heiraten, wenn sie ein Mann sind.“ Noch Fragen?

 

 

 

 

„Ich will raus“

Sarah Palin, Vize-Präsidentschaftskandidatin an der Seite von John McCain, hat keinen Bock mehr im kalten Alaska zu bleiben. Iss ja auch kalt da oben. Und die vielen Mücken. Und die Bären. Und die ollen Naturschützer. Iss alles nicht mehr so, wie es mal war. Nun hat sie angekündigt, 2010 nicht mehr für das Gouverneursamt zu kandidieren. Palin wird schon lange nachgesagt, nach höheren Posten zu greifen. Die republikanische Basis liebt die 45jährige. Gerade ihr starkes Auftreten für Familie, traditionelle Ehe und Waffenbesitz kommt gut in den eigenen Reihen an.

Und eigentlich würde ein Ausscheiden 2010 gut passen, um sich in der GOP in die Reihe der möglichen Präsidentschaftskandidaten einzureihen. Doch die Gouverneurin hat heute noch einen drauf gesetzt. Sie werde am Ende des Monats aus dem Amt ausscheiden. Den Grund lieferte sie auch gleich mit, als „lame duck“, also als Amtsinhaberin auf Zeit könne sie sowieso keine grossen Entscheidungen mehr treffen.

Palin konzentriert sich lieber auf die Zukunft. Sie will Obama herausfordern und hat in den vergangenen Wochen und Monaten schon mehrfach Stellung gegen ihn bezogen. Das „Darling“ der Konservativen wird schon jetzt als humorvolle, ehrliche und kämpfende Kandidatin gefeiert.
Falls es mit der Präsidentschaftskandidatur nichts werden sollte, könnte sich Palin auch noch einen Job als US-Senatorin ihres Bundesstaates vorstellen. Scheint so, als ob sie nur noch weg will aus Alaska.

Es steht mehr zur Wahl

ballot.jpgEs geht am heutigen Tag um einiges mehr als „nur“ ums Weisse Haus. Der gesamte Kongress , 35 Senatoren und elf Gouverneure müssen neu gewählt werden. Und die Mehrheiten im Kongress und Senat entscheiden dann auch, wie wirkungsvoll der neue (Obama?) Präsident regieren kann.

Hinzu kommen in allen Bundesstaaten und Gemeinden Volksabstimmungen. Die reichen zum Beispiel hier in Kalifornien von einem Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehen, über eine Verbesserung der Käfighaltung von Schlachttieren bis hin zu einer weiteren staatlichen Anleihe zum Bau eines Hochgeschwindigkeitszuges im Central Valley.

erklaerung.jpgDann gibt es noch lokale „Ballots“, wie hier in Oakland, wo der Bürgermeister noch mehr Geld in die Polizei stecken will, denn die Kriminalitätsrate steigt und steigt…Eigentlich müsste man da ja zustimmen, wenn er das nicht schon mehrmals in der Vergangenheit gemacht hätte. Irgendwie scheint mir, hat er keinen Plan, wie man die hohe Mordrate senken soll. Also, man sollte heute durchaus auch auf die anderen Entscheide in den USA achten….Denn dort wird auch klar, in welche Richtung die Amerikaner in den nächsten Jahren gehen werden.

Wochenende….

…Sonnenschein. Eine Hitzewelle hält die San Francisco Bay Area im Griff. Es ist heiss, sehr heiss. Fönwinde kommen vom Landesinneren und ich schwitze mir hier einen ab. Puuuuh….

Heiss her ging es diese Woche auch in anderen Bereichen des amerikanischen Lebens. Hillary siegte und gewann dann doch nicht viel, ausser dem Anschein, dass sie etwas realitätsfern ist. Hillary, lass Dir das doch mal sagen, das bringt nichts mehr. Pack die Badeklamotten ein und fahr mit Deinem Bill ans Meer und mach mal Urlaub. War ja auch ein langes Jahr mit allerhand Gerede und Gezeter. Jeder dachte ja, dass das ein sicherer Sieg für Dich werden würde, bis eben dieser Jungspund da aus Illinois auftauchte, der erst meinte, nö, er wolle gar nicht kandidieren und dann doch ins Rennen einstieg. Dann salbte der da rum mit seinen prophetischen Sprüchen von Träumen und Wandel, als ob er ein Martin Luther King wäre, und das jugendliche Wahlvolk nahm ihm das auch noch ab. YouTube Preview Image

Na, das war auch nicht fair, Hillary, dass diese Jungwähler dem Barack sein Geschwafel von Wandel abnahmen. Du sagst doch auch immer, dass endlich mal frischer Wind in Washington wehen muss. Klar, die acht Jahre mit Bill im Weissen Haus und Deine acht Jahre als Senatorin haben ja gezeigt, dass Du eigentlich auch so’ne frische Brise in die ehrwürdigen amerikanischen Polithallen bringen kannst. Ist also kein Wunder, dass Dein Bill da fuchsteufelswild wurde. YouTube Preview Image

Aber mal ehrlich, wann meinst Du ist es Zeit die Segel zu streichen?

Zur ersten Hitzewelle in Nordkalifornien wurde dann auch noch das politische Thermometer nach oben gefahren. Das kalifornische Verfassungsgericht entschied in einem 4:3 Urteil, dass das Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen in Kalifornien verfassungswidrig ist. Und das haute so richtig rein. Man bedenke bei dieser ganzen Diskussion, dass der demokratische Kandidat John Kerry 2004 gerade deswegen die Wahl gegen George W. Bush verlor, weil in vielen Bundesstaaten am Wahltag auch über Homoehe Ja oder Nein abgestimmt wurde. Damals kamen so viele demokratische Wähler zu den Urnen wie noch nie zuvor…bloss es kamen noch mehr republikanische Wähler.
Bislag fehlte John McCain und den Republikanern DAS Thema, um die Basis, vor allem die religiöse Basis im Land zu mobilisieren. Und nun ist es da, hurra rufen die GOPler. Kalifornien gilt als Vorreiterstaat in den USA. Die Angst geht nun um, dass bald überall im Land Männer Männer und Frauen Frauen heiraten können. Der konservative Radiomoderator Michael Savage geht sogar noch einen Schritt weiter und erklärte, bald wird es auch legal sein, dass man sein Pferd heiraten kann. Na ja, Savage spinnt, auch wenn er mit seinen Sendungen ein Millionenpublikum errreicht, aber das zeigt deutlich, wie aufgeheizt die politische Landschaft ist. Da kommt in den nächsten Wochen noch einiges auf uns zu. Wer von einem lahmen und langweiligen Wahlkampf gesprochen hat, der wird nun eines besseren belehrt. Die religiöse Basis, wie hier „American Family Radio“

AFR     
macht bereits mobil.

Und dann noch ein paar nackte Tatsachen aus Texas…die Deutschen mal wieder. Haben sie nicht schon genug Schwierigkeiten die Deutschklassen in High Schools und in Colleges am Leben zu erhalten, schiessen sie sich nun selbst mit ’ner Schrotflinte in die Beine. Während einer Unterrichtsstunde im texanischen Allen fingen ein paar Deutschschüler an zu grinsen. Die Lehrerin wollte wissen was los sei und die Knaben zeigten schliesslich auf ein Bild im Schulbuch „Deutsch aktuell“. Dort lag im Hintergrund ein Printmagazin und auf dem Cover eine nackte Frau. Ein Skandal, über den sogar der Fernsehsender in Dallas berichtete. Das Schulbuch ist seit 2005 eingesetzt und wird nun wohl, so die Schulleitung, ausgemustert oder aber die besagte Stelle mit einem Aufkleber verhüllt. Wäre ja auch noch schöner, wenn die deutschlernenden Jungs von so einer nackten Brust abgelenkt würden.