Blago macht einen auf Elvis

Dies ist die Geschichte von Rob, einem Mann, der einmal fast ganz oben auf der Erfolgsleiter war, doch dann ganz tief fiel. Rob Blagojevich war der Gouverneur des US Bundesstaates von Illinois. Er machte seine Geschäfte und Geschäftchen und war sich sicher, dass er sich einfach alles erlauben kann.

Und als ein junger Mitvierziger aus Chicago zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, lag es am Gouverneur einen Nachfolger zu finden. Normalerweise, wenn so ein Fall auftritt und ein Senatsposten ausserhalb von Wahlen neu gefüllt werden muss, dann bestimmt der Gouverneur einen Nachfolger. Doch Blagojevich dachte sich, noe, ich mach das mal anders und verschacher den Posten an den Meistbietenden. Dummerweise, und das wusste Rob nicht, hörte die Bundespolizei FBI seine Telefonate ab. Denn einige der Geschäftchen, die der oberste Mann im Staate Illinois so drehte, waren nicht so ganz rechtens und hatten die Staatsanwaltschaft dazu veranlasst, dem guten Rob mal etwas deutlicher auf die Finger zu schauen. Und da eh alles auf Band aufgenommen wurde, kam eben auch zutage, dass Blagojevich mit dem Senatsjob von nun Präsident Obama richtig dick Asche machen wollte.

Tja, falsch kalkuliert, Rob….Kurz und knapp, der Gouverneur wurde des Amtes enthoben und mit einer richtig fetten Klage bedacht. Er sagt natürlich, er sei unschuldig und man wolle ihm ans Bein pinkeln. Wären da nicht diese ollen Bänder….Nun gut, Rob ist ohne Job und dachte sich, mach ich was anderes. Er war als Kandidat in der amerikanischen Version von „Dschungelcamp“ vorgesehen. Doch das wollte ein Richter nicht, der ihm erklärte, er dürfe das Land nicht verlassen.

Nun liess sich Rob Blagojevich anderweitig anheuern, als Elvis Impersonator auf einer Firmenfeier, wie folgendes Video zeigt. Man muss ihm ja zugute halten, kreativ ist er und weiss, wie man einen schnellen Dollar macht…aber singen kann er wirklich nicht!

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Dümmer als die Polizei erlaubt

ba_blagojevich_c_0499543331.jpgAmerika hat seinen ersten Nach-Wahl Skandal. Illinois‘ Gouverneur Rod Blagojevich hatte in den letzten Wochen versucht den freiwerdenden Senatsposten von Barack Obama an den Höchstbietenden zu versteigern. Pech für den Demokraten, dass das FBI auf einen Tipp hin, mit richterlichem Beschluss die Telefongespräche abhörte. Am Dienstagmorgen wurde er von der Bundespolizei verhaftet.

Wie bekloppt muss man eigentlich sein, dass man einen US-Senatsposten, gerade auch noch den eines neuen Präsidenten, hintenrum und zur persönlichen Bereicherung verscherbeln will. Da fällt mir nur der Spruch eines Trainers ein, der mal bei einem meiner Handballspiele für den ESV-West über den Schiedsrichter schimpfte: „Der hat su a Brett mit su am rostich’n Nachel vurm Kupf, su bled kann man gar net sein“.

Interessanterweise war Blagojevich angetreten, um den Korruptionssumpf seines Vorgängers Ryan trocken zu legen. Nun muss das Abgeordnetenhaus in Illinois möglichst schnell handeln und ein Amtsenthebungsverfahren in Gang bringen und darüber umgehend abstimmen. Falls nicht, hätte Blagojevich noch von seiner Zelle und ganz legal die Möglichkeit, den Nachfolger Obamas zu bestimmen. Das wäre ein Fiasko für den Bundesstaat und die demokratische Partei.

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