Außergewöhnliche Wohnstätten in der SF Bay Area

Foto: Judy Meuschke-San Francisco and Peninsula Realtor

Foto: Judy Meuschke

Es ist nicht ganz billig, aber man bekommt dafür schon was besonderes. Das als „Flintstone House“, also das Fred Feuerstein Haus, bekannte Anwesen in Hillsborough, südlich von San Francisco steht zum Verkauf. 1976 wurde es gebaut, gleich mehrere namhafte Künstler hatten ihr Händchen im Spiel. Es gibt wohl keine Ecken in dem Gebäude, alles ist rund und wirkt wie aus Knetmasse geformt.

Foto: Judy Meuschke

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Wer auf dem 280er fährt, kommt daran vorbei und jedesmal schaut man wieder hin und fragt sich, was da die Besitzer und den Architekten geritten haben. Doch vielleicht war es gerade das, man fällt auf mit so einem Dach über dem Kopf. Allerdings muß man heute etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Immobilienmarkt hat sich wieder erholt in der San Francisco Bay Area, die Preise für Grundstücke sind gestiegen; „The sky is limit“. Für das „Flintstone House“ werden 4,5 Millionen Dollar verlangt. Das Rauschen der Autobahn in Sichtweite kommt kostenlos dazu.

Den Freeway hört man auch auf der letzten Insel in Privatbesitz, die es noch in der San Francisco Bay gibt. „Red Rock Island“ soll verhökert werden. Kann man schon so beschreiben, denn der Fels, der zwischen Richmond und San Quentin liegt war noch vor wenigen Jahren 22 Millionen Dollar wert. Damals hieß es, es gäbe Interessenten für das Stückchen Land. Doch dann wollte doch keiner so richtig. Das Preisschild wurde auf neun Millionen Dollar umgeschrieben. Und nun kostet die Insel nur noch fünf Millionen Dollar.

Für jemanden mit Geld ist das vielleicht ein Prestigeobjekt, denn Nachbarn gibt es keine, die Ausblicke sind phänomenal und wer hat schon eine Insel gegenüber von San Francisco. Manchmal wird der Felsen auch „Golden Rock“ oder „Treasure Island“ genannt, denn es gibt Gerüchte, dass hier Piraten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihre Schätze vergraben haben sollen. Doch bislang ist nichts gefunden worden. Aber man kann fleißig weiter buddeln.

1964 kaufte Mendel Glickman, der Sohn von Frank Lloyd Wright, für 50.000 Dollar den Felsen in der Brandung. Er hatte die Idee, darauf ein Ferienhaus zu bauen, aber daraus wurde nichts. „Red Rock Island“ blieb leer. Nun also kann man, wenn man denn will, ein Stück Land der Bay Area Geschichte kaufen. Allerdings wird jede Baumaßnahme nicht einfach sein, denn ein Käufer muß sich gleich mit drei Counties auseinandersetzen. „Red Rock Island“ gehört zu Marin County, Contra Costa County und San Francisco County, ein bürokratischer Alptraum wartet auf jeden Häuslebauer.

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Da glotzt selbst JR Ewing blöd

Texas tickt anders. Das ist nichts neues. Aber nun wird eine Superranch verkauft, die so groß ist wie die Insel Oahu auf Hawaii oder New York City. Eine Ranch in der Größenordnung von mehr als 2000 Quadratkilometern. Es ist die legendäre seit 1849 im Familienbesitz befindliche Waggoner Ranch in Nordtexas. Das größte Einzelstück USA, das noch in Privathand ist.

Ein gewaltiges Stück Cowboy Country "for Sale".

Ein gewaltiges Stück Cowboy Country „for Sale“.

Schlappe 725 Millionen Dollar werden allerdings für dieses Grundstück verlangt. Doch anscheinend hält das zahlreiche Superreiche aus dem In- und Ausland nicht ab. Seitdem die Ranch nach einem langen Familienstreit Ende August zum Verkauf angeboten wurde, haben sich bereits 500 Interessierte das Gebiet angesehen.

Es geht beim Kauf nicht nur um das Land, Tausende von Rindern, Hunderte von Pferden, Dutzende von Gebäuden und Cowboy Camps. 1902 wurde auf dem Grundstück auch Öl gefunden, derzeit wird aus mehr als eintausend Bohrlöchern gepumpt. Weite Teile des Gebietes sind noch unerforscht, was Öl- und Mineralienvorkommen betrifft.

Die Waggoner Ranch wird nun als ein äußerst rares Stück Amerika angeboten. Nirgendwo sonst gibt es so ein riesiges Gebiet hinter einem einzigen Zaun. Und das kommt auch noch mit einem wichtigen Kapitel Cowboygeschichte in den USA.

 

The sky is the limit

Ausverkauf in San Francisco und der Bay Area. Die regionale Wirtschaft boomt, das merkt man jeden Tag, wenn man hier auf den Straßen unterwegs ist. Die Autobahnen sind überfüllt, Strecken, für die man vorher eine halbe Stunde brauchte, können jetzt bis zu eineinhalb Stunden dauern. Wer von außerhalb nach San Francisco will, sollte Zeit mitbringen. Einige der schlimmsten Staubereiche im Bundesstaat und im Land findet man hier in der Bay Area.

Für etwas mehr als eine Million Dollar auf dem Markt, für 2,35 Millionen Dollar verkauft.

Für etwas mehr als eine Million Dollar war dieses Haus im Mission Distrikt auf dem Markt, für 2,35 Millionen Dollar wurde es verkauft.

Viel Zeit geht also auf den Straßen verloren, wenn man hier leben will. Einige, die direkt in San Francisco wohnen wollen, müssen dafür tief in die Tasche greifen. Rund 60 Prozent des Einkommens geht bei vielen für die Miete drauf. Mittlerweile zahlt man 3600 Dollar und mehr für eine Einzimmewohnung. Wer derzeit freien Mietraum hat, erlebt eine Goldgräberstimmung in San Francisco. Denn die Preise sind nach oben hin offen.

Genauso verhält es sich mit Grundstückspreisen. Kaum noch bezahlbar sind Häuser, egal in welchem Zustand sie sind. Bestes Beispiel das Anwesen 3658-3660 18th Straße, in der Nähe der Dolores Street im Herzen der Mission Gegend. Lange Zeit wurde der Mission Distrikt als Kreuzberg San Franciscos beschrieben. Doch das ist Vergangenheit. Der Preis für das Doppelhaus wurde mit 1.099,000 Dollar angegeben, doch gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass man einen Fachmann zur Besichtigung mitbringen sollte, denn es würden erhebliche Baumaßnahmen anfallen. Eigentlich muss der ganze innere Bereich entkernt und saniert werden. Unvorstellbar deshalb, dass das Haus nun für 2,35 Millionen Dollar verkauft wurde. Das sind mehr als 100 Prozent über dem Angebotspreis. Mehre Hunderttausend Dollar muß der zukünftige Besitzer nun noch in das Haus investieren. San Francisco wird zu einer Stadt der Superreichen. Wer hier noch leben, wer die Preise noch bezahlen kann – und will – der hat es wohl finanziell geschafft. Unterdessen geht die soziale Schere in der City by the Bay weiter auf.

I lost my heart in San Francisco

…zumindest von gegenüber. Denn dort im Reichenviertel von Belvedere lebt, oder besser lebte Tony Bennett. Wenn man mit der Fähre von San Francisco nach Tiburon fährt, sieht man links die Landzunge Belvedere mit ihren Mansions, Villen und Wahnsinnsausblicken. Hier wohnen die Superreichen, bis vor ein paar Jahren auch das Ehepaar Agassi/Graf. Und eben Tony Bennett, der vom einen Schlafzimmerfenster aus einen Blick auf die Stadt hatte, die ihm mit einem Song Millionen Dollar einbrachte, vom anderen aus beim Aufwachen direkt die Golden Gate Bridge im Blick hatte.

Doch Tony Bennett hat sich anscheinend satt gesehen. Das Konto ist voll, er muß nicht mehr nach drüben schauen, um sich an die Songzeilen zu erinnern. Nun will er seine kleine Behausung verkaufen, für schlappe 27 Millionen 500.000 Dollar ist das Anwesen zu haben. 6 Schlafzimmer, 8 Badezimmer, Ausblicke auf die Bay und auf Mount Tamalpais und Parkmöglichkeiten für einen ganzen Fuhrpark inklusive. Aufgrund des bekannten Eigentümers gehen Immobilienmakler davon aus, dass man schnell zugreifen sollte, falls man tiefe Taschen hat. Innerhalb von nur 30 Tagen soll das Haus einen neuen Besitzer gefunden haben.