Kaliforniens Spaltung

Wenn es nach Supervisor Jeff Stone aus Riverside County geht, dann wird es schon bald zwei Kalifornien geben. Einen Nordteil und einen Südteil. Stone meint, die Counties (Bezirke) Riverside, Imperial, San Diego, Orange, San Bernardino, Kings, Kern, Fresno, Tulare, Inyo, Madera, Mariposa und Mono sollten sich zu einem Bundesstaat zusammen schließen und sich unabhängig erklären (Siehe Karte). Nicht einbezogen wären Los Angeles County und nördlich davon Ventura und Santa Barbara.

Der Supervisor kritisiert schon seit längerem, dass gerade diese südöstlichen Bezirke im Bundesstaat nicht richtig repräsentiert werden. Sie sind eher ländlich, konservativer und würden in der liberalen Politik Kaliforniens untergehen und nur selten beachtet werden. Jeff Stone ist überzeugt davon, dass eine Spaltung politisch Sinn machen würde. Doch selbst wenn jeder Wähler in den einbezogenen Bezirken dafür stimmen würde, müßte auch noch das kalifornische Abgeordnetenhaus einwilligen, was derzeit eher unwahrscheinlich ist.

Die letzte Teilung eines amerikanischen Bundesstaates ist auch schon eine Weile her. Während des Bürgerkrieges spaltete sich 1863 West-Virginia von Virginia ab. Gefragt, was Gouverneur Jerry Brown von dieser Initiative halte, antwortete dessen Sprecher Gil Duran: „Eine Abspaltungsbewegung? Was ist das hier, 1860?“

Aussichtslos scheint der Kampf jedoch nicht zu sein. Schon seit langem wird immer wieder darüber nachgedacht, ob sich Kalifornien ganz von den USA lösen oder ob sich der Staat spalten sollte. 1941 war man sogar fast erfolgreich. Damals versuchten einige Bezirke im Norden Kaliforniens und im Süden Oregons einen neuen, den damals 49. Bundesstaat Jefferson zu gründen (Hawaii und Alaska waren noch keine Bundesstaaten). Die Bürger waren dafür, alles sah nach einem Sieg für Jefferson aus. Doch als es zur Abstimmung kommen sollte, griffen die Japaner Pearl Harbor an und alle Pläne einer Neugründung wurden auf Eis gelegt.