Hände weg vom Handy

In Kalifornien darf man schon lange nicht mehr beim Autofahren telefonieren. Also mit dem Handy in der Hand. Das ist verboten, wie eigentlich fast überall in den USA. Nicht alle halten sich nicht daran, wie man tagtäglich auf den Straßen, den Highways und den Freeways sehen kann. Es wird getextet und telefoniert, als gäbe es kein Morgen. Viele meinen, wenn sie das Telefon laut geschaltet haben und es nur in der Hand und nicht am Ohr halten, sei alles in Ordnung. Falsch.

Ein bekanntes Bild im Rückspiegel. Foto: Reuters.

Ein bekanntes Bild im Rückspiegel. Foto: Reuters.

Damit ist nun Schluß. „Assembly Bill 1785“ sieht vor, dass ab dem 1. Januar 2017 mobile Telefone nicht mehr in der Hand eines Fahrers in Kalifornien gehalten werden dürfen. Weder fürs SMS schreiben, weder fürs Telefonieren und auch nicht, um auf die Navigationsapp zu schauen oder in der Musikauswahl nach passenden Autofahrsongs zu suchen. Nix geht mehr. Was erlaubt sein wird ist, dass das Handy fest in einer Halterung sitzt und man nur mal drücken oder eine Fingerbewegung zum Empfang eines Anrufes tätigen darf. Das wars.

Gouverneur Jerry Brown hat dieses neue Gesetz schon unterzeichnet, damit wird es ab dem 1. Januar geltendes Recht. Bei Zuwiderhandlungen gibt es beim ersten Mal ein 20 Dollar Ticket, danach jedes Mal 50 Dollar. Mit der Verschärfung des Gesetzes soll weiter die Unfallgefahr durch Ablenkung am Steuer reduziert werden. Die Polizei hat damit eine klare Handlungsgrundlage, denn bislang konnten sich Fahrer damit herausreden, dass sie das Telefon nur wegen der Navigation in der Hand hielten. Wichtig ist diese Information auch für Touristen, die meinen, im „Land of the Free“ sei alles nicht so eng gefasst. Auch diese Annahme ist falsch.

Ich bitte um Erklärung

Der neue Tempel des Konsums. Foto: AFP.

Der neue Tempel des Konsums. Foto: AFP.

Eine ganz einfache Frage. Warum schlagen sich erwachsene Menschen die Nächte um die Ohren und campieren vor einem Apple Laden? Und das im ganzen Land, in jeder großen Stadt. Ich begreife es nicht, warum man sich in eine Schlange stellt, um ein neues iPhone zu kaufen. Es ist ja nicht so, dass man das Ding umsonst bekommt. Nein, das 6S und das 6S Plus kosten richtig Geld. Jahr für Jahr warten, schlafen, essen da Leute vor den Apple Läden, um sich das neueste Model zuzulegen. Gleich, wenn es rauskommt. Gibt es dafür einen Grund, dass man das man das neue Ding am ersten Tag haben will, haben muss?

Ich verstehe es nicht, schaue mir Jahr für Jahr die Bilder im Fernsehen an, lese die Artikel darüber und kratze mich am Kopf. Ich würde gerne mal wissen, warum man so was macht? Bis Weihnachten will Apple rund 75 Millionen neue Geräte ausliefern. Ein Rekord. 75 Millionen! Anscheinend hat niemand da draußen ein Telefon in der Tasche oder das „alte“ vom letzten Jahr ist schon kaputt, was wiederum keine gute Werbung für das Unternehmen wäre. Und diese Zahl zeigt ja auch, dass wir hier nicht in einer DDR-Planwirtschaft sind, wo mal ein paar Hundert iPhones auf den Markt kommt. Nein, der Markt wird überschwemmt mit den Smartphones.

Wie kann so ein Hype für ein olles Telefon entstehen? Warum nur muß man tagelang vor der Tür eines Ladens warten, um dann dort sein Geld für ein Produkt abzuliefern, das man eigentlich schon hat und neu nicht braucht? Und nein, ich fange gar nicht mit den Umweltkosten dieses Shopping-Wahnsinns an und erzähle auch nichts vom Kriegszustand im Ost-Kongo, wo bewaffnete Milizen mit der Ausbeutung und dem Verkauf der wichtigen Smartphone Erze seit Jahrzehnten die Bevölkerung tyrannisieren. Ich bin selber Apple Kunde, das mal so nebenbei bemerkt, ich würde es wirklich nur gerne verstehen. Kann mir das jemand erklären?

Brumm, Brumm mit Apple

Viele warten auf die Apple Uhr, die anscheinend die Zeitenrechnung neu erfinden wird. Ich werde sie mir dennoch nicht besorgen, auch wenn ich damit immer auf dem neuesten Stand sein sollte und könnte. Ich mag Apple Produkte, seitdem ich in den USA lebe arbeite ich damit. Praktisch, einfach, passend. So würde ich das ganze für mich umschreiben. Einfach ist da für mich wohl die Hauptsache. Ich brauche weder die neueste Software oder den schnellsten Rechner, die letzte App fürs iPhone oder sonstigen Schnick-Schnack. Es muss eben laufen, und das tut es. Noch immer schneide ich meine Sendungen und Beiträge auf einem veralteten G4 Computer, der manchmal rattert, doch durchhält. Geht alles.

Apple will den Automarkt aufrollen.

Apple will den Automarkt aufrollen.

Die Apple Jünger könnte ich mit meinen Produkten nicht beeindrucken. Auch nicht mit meinen eher lausigen Fähigkeiten mit Computer, Laptop oder iPhone umzugehen. Gespannt bin ich aber auf das nun angekündigte Apple Auto, das 2020 auf den Markt kommen soll. Kaufen werde ich es nicht, aber es könnte dennoch Maßstäbe setzen. Offiziell ist das Top-Secret Projekt nicht, „Kein Kommentar“ heißt es nur aus Cupertino, doch alles sieht danach aus, dass Apple in diese neue Betriebssparte vorpreschen wird.

Genug Geld hat das Cupertino Unternehmen angesammelt, um neue Wege zu gehen. 178 Milliarden Dollar liegen auf der hohen Kante. 18 Milliarden kamen im letzten Quartal dazu. Apple ist das profitabelste Unternehmen überhaupt. Und es wäre nicht überraschend, wenn Macintosh nun erneut einen Seitenweg beschreitet. Mit dem iPod hat man es vor gemacht, mit dem iPhone dann nachgezogen. Nun kommt die iWatch und bald eben das iCar. Im Auto könnten sich dann die Tech Freaks des Silicon Valley austoben. Derzeit kauft Apple von überall Spezialisten ein, um 2020 das eigene Elektroauto zu präsentieren. Es geht dabei vor allem um effiziente Batterien, die im Betrieb möglichst lange, sprich meilenweit halten.

Von Cupertino aus verfolgt man genau, was auf der anderen Seite der San Francisco Bay, in Fremont, geschraubt wird. Der Erfolg von Tesla zeigt, dass es in den USA einen riesigen Markt für hochwertige Elektroautos gibt und auch, dass man durchaus noch heute eine neue Marke etablieren kann. Da will sich Apple mit seinen kreativen Ideen nicht zurück halten. Doch einfach so eine Partnerschaft abschließen ist nicht die Apple Strategie. Vielmehr geht man eben eigene Wege. Auch ein anderes Silicon Valley Unternehmen investiert schon seit längerem in den umweltbewussteren Individualverkehr: Google. 2020 werden also einige interessante Autos präsentiert werden… wir fahr’n, fahr’n, fahr’n auf der Autobahn, wie schon einst die „deutschen Beach Boys“ gesungen haben.

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Zwei Eilmeldungen

Am Spätnachmittag kommen zwei Eilmeldungen über das iPhone App rein, die eigentlich genau das ausdrücken was im amerikanischen Medienspektakel schief läuft. Als erstes kommt die Nachricht, dass Sarah Palin die Hose voll hat. Nach langer Überlegung sei sie zu dem Entschluß gekommen, nicht ins Rennen um die republikanische Kandidatur einzugreifen. Kein Wort davon, dass sie eh keine Chance gehabt hätte, das Ruder rumzureißen, aber das ist typisch Palin. Die Zweijahresgouverneurin von Alaska redet viel, aber überzeugen kann sie nicht. Allein diese Meldung ihrer Nicht-Kandidatur ist so eine unnütze Verschwendung des Begriffs „Breaking News“. Damit wertet man eine Sarah Palin nur auf, die politisch bislang nichts erreicht hat.

Und dann kam die traurige Eilmeldung vom Tod des Apple Gründers Steve Jobs, jenem Mann, der mit seinen Ideen und seinen Visionen das Computerzeitalter maßgeblich beeinflußt hat. Ein Pionier in vielerlei Hinsicht, der Standards setzen konnte, der Veränderungen voran trieb, der Grenzen versetzte. Man denke dabei nur an den Erfolg des iPods und wie wir heute Musik hören. Apple war unter Jobs nicht nur Computerfirma, sondern entwickelte sich eben auch zum größten Musikladen der Welt. Mit 56 Jahren verlor Jobs am Mittwoch seinen langen Kampf gegen den Krebs.

Und das ist eine Nachricht, die wirklich „Breaking News“ ist und nicht so ein Larifari Blödsinn über Sarah Palin.

Erdbeben auf breiter Flur

Gestern Nacht und heute Morgen bebte die Erde in der San Francisco Bay Area. Zwei kräftige Schüttler, etwas über 3 auf der Richterskala. Nach Colorado und Washington DC war man nun auch wieder in Kalifornien vorgewarnt, dass „The Big One“ bevorsteht. Wann und wo genau weiß keiner, aber dass es kommt ist klar.

Und dann am Mittag gab es ein anderes Beben, das weitreichende Folgen haben könnte. Steve Jobs, der Kopf hinter dem Erfolg des Apple Konzerns, nahm seinen Hut als CEO der Firma. Fortan wird er „nur“ noch als Vorsitzender des Aufsichtsrats auftreten. Sein Nachfolger im Chefsessel wird Tim Cook, der seit 13 Jahren bei Apple ist und bislang für den weltweiten Verkauf und den täglichen reibungslosen Ablauf des Unternehmens verantwortlich war. Jobs selbst hat in seinem Rücktrittsschreiben seinen Nachfolger vorgeschlagen. Die Aktie von Apple stürzte erst leicht ab, erholte sich dann aber kurz vor Börsenschluß. Unklar ist noch, wie sich diese Veränderung in der Führungsriege des Unternehmens langfristig auf die Produkte und den Aktienwert von Apple auswirken wird. Steve Jobs ist sowohl der Retter der Firma, die ihn Mitte der 90er Jahre zurück holte, wie auch der kreative Kopf hinter den Produkten wie iPhone, iPod und iPad.

Das Handy wird handlich

Wieviele Apps gibt es eigentlich schon im iPhone Store? Keine Ahnung. Ich habe zwar selber ein iPhone, aber mit den Apps habe ich es nicht so. Von daher laufe ich mal wieder der technischen Entwicklung hinterher und überhöre auch den letzten Schrei was nun „in“ ist.

Auch egal, allerdings stieß ich nun auf den Zeitungsbeitrag eines amerikanischen Reisejournalisten, der sich mal mit der etwas andere, sprich praktischen Nutzung von Mobiltelefonen befasste. Unter den Kategorien „Lifestyle“, „Health & Fitness“ und „Utilities“ im App. Store fand er vibrierende Programme mit den Namen „iBrate“, „iVibrateMe“, „PocketMassage“ und „MyVibe“. Klar, offiziell ist alles für die Gesundheit gedacht, zum „Relaxing“ verspannter Muskeln auf langen Flügen und nicht enden wollenden Autofahrten. Doch der Journalist wollte es genauer wissen und ging der Frage nach, ob denn mit diesen smarten Anwendungen der Begriff Telefonsex eine ganz neue Bedeutung bekäme. Leider konnte er keine Nutzer des Vibraphones finden, die es „so“ verwenden und benutzt haben.

So toll scheinen die Apps jedoch auch nicht zu sein, denn die Beurteilungen im App. Store fallen eher schwächelnd aus. Allerdings sind die Rückmeldungen auf den Artikel überwältigend. Von „das ist krank“ bis zum wichtigen Hinweis, dass auch schon iPads eine Vibriermöglichkeit haben ist alles vertreten. Die einzige Frage, die derzeit noch unbeantwortet bleibt ist, ob Alabama in Zukunft auch die Nutzung von iPhones im Bundesstaat verbieten wird, denn nach wie vor ist der Verkauf von Sex-Spielzeug in Alabama gesetzeswidrig.

„Kein Mitleid für die Mehrheit“…

kmfdm…oder „Kein Mehrheit für die Mitleid“. Bekannter aber als KMFDM….(und nein, das steht nicht für „Kill Motherfucking Depeche Mode“). Dahinter steckt vor allem der aus Hamburg kommende Sascha Konietzko, und der hat wahrlich Musikgeschichte geschrieben. Mitte der 80er Jahre ging es als Kunstprojekt in Paris los, dann zog es ihn in die USA, wo er die Musikszene gehörig aufmischte. Konietzko und seine KMFDM gelten heute als Pioniere des Elektro-Metal-Industrial Sounds. Harte, treibende Beats, provokante Lyrics und schweisstreibende, lautstarke Shows.

Am heutigen Abend waren KMFDM mal wieder in San Francisco. Das erste mal, seitdem Sascha Konietzko und seine Frau und Bandkollegin Lucia Cifarelli von Seattle zurück nach Hamburg gezogen sind. Es war erneut ein Hammerkonzert. Ein Wechsel zwischen Klassikern und Songs der jüngsten CD „Blitz“.
KMFDM sind eine der wenigen deutschen, oder deutsch geleiteten Bands, die es international zu Ruhm gebracht haben und als Pioniere ihres Genres gelten. Ohne Zweifel haben sie Bands wie Oomph! oder auch Rammstein massgeblich beeinflusst (Rammstein tourte u.a. zuerst als Vorband von KMFDM durch die USA).

Der Ballsaal (!) des Grand Regency war am Abend sehr gut gefüllt und die Fans sangen auch bei den zahlreichen deutschsprachigen Songs kräftig mit („Hau Ruck“, „Tohuvabohu“, Potz Blitz!“). Ob sie es verstanden, weiss ich nicht, aber deutsche Texte sind kein Hindernis mehr in den USA. Bei KMFDM ist die deutsche Sprache sogar zu einem wesentlichen Element der Musik und des Sounds geworden. Natürlich habe ich auch mein iPhone hochgehalten, man sieht nicht viel…aber, hey, ich war da.

KMFDM auf myspace

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Geschmackloses Spiel gesperrt

Das Apple iphone ist ein Hit. Und auch der „App Store“ ist der absolute Renner, mit derzeit über 25.000 Angeboten. Hier können Apple iphone Kunden sich zusätzliche „Applications“, also Zusatzangebote herunterladen. Teils kostenlos, teils für eine geringe Gebühr. Die Apfelmarke hatte anfangs die Nutzer dazu eingeladen und aufgerufen, eigenständige Anwendungen zu erstellen. Und nun findet man alles im „App Store“, von Spielen bis zum Busfahrplan in Zürich, von einer Taschenlampe bis zur „Wasserwaage“ für den Heimwerker. Nichts ist unmöglich bei diesen Anwendungen. Einige sind hervorragend, andere billiger Schrott.

Apple hat jedoch die Hand über alles, was angeboten wird und prüft vorher, ob auch alles in Ordnung ist. Sowohl Inhalt, wie auch technische Umsetzung müssen stimmen. Somit wird garantiert, dass keine fragwürdigen Dinge oder z.B. Viren über das iphone Netz verbreitet werden.

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Doch Apple hat anscheinend im Fall „Baby Shaker“ nicht ganz so genau hingesehen. Das „Spiel“ geht darum, wie lange man das Gebrüll eines Babies anhören kann, bevor man sagt, „genug ist genug“. Doch der einzige Weg, das Kind zum Schweigen zu bringen ist, wenn man sein iphone kräftig durchschüttelt. Und jeder weiss, was passiert, wenn Babies geschüttelt werden. „Baby Shaker“ war ein geschmackloses Spiel, das für 99 Cent zu haben war. Nun hat die Firma aus Cupertino, Kalifornien, das Schüttelspiel gesperrt. Apple kam dabei mit einem blauen Auge davon und steckt nun kommentarlos die schlechten Schlagzeilen weg. Fragt sich nur, ob das Unternehmen die 33 Cent pro Spiel zurückzahlt, die es an der Verbreitung von „Baby Shaker“ pro Download verdient hat.