Die Geister, die man rief

Angriffe im Irak     
Barack Obama am Wochenende im "Rose Garden" des Weißen Hauses.

Der amerikanische Präsident Barack Obama am Wochenende vor Pressevertretern im „Rose Garden“ des Weißen Hauses.

Amerikanische Bomberpiloten kennen sich langsam aus im Irak. Zum dritten mal wird eine größere Angriffswelle auf Stellungen im Irak geflogen. Diesmal heißt der Gegner „Islamischer Staat“. Keine Bodentruppen sollen eingesetzt werden, das wird immer wieder betont, die Lösungen werden aus der Luft gesucht.

Hinzu kommt, dass die CIA bereits Waffen an die Kurden im Norden liefert. Sollen die sich doch mit den Terroristen des „IS“ rumschlagen, auch wenn die USA maßgeblich an der katastrophalen Lage im Irak mitverantwortlich sind. Barack Obama versucht sich zu erklären, die Republikaner werfen ihm eine lasche Kampagne vor. Da hätte er es auch gleich sein lassen könnnen, meint John McCain. Die Aussagen der republikanischen Spitzenpolitiker lassen schon mal ahnen, was auf Amerika und die Welt zukommen wird, wenn 2016 ein neuer, ein republikanischer Kandidat zum Präsidenten bestimmt wird. Die Kommentare von McCain, Graham oder auch King machen mir zumindest deutlich, warum der „Kriegspräsident“ Obama 2008 mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde: Es hätte schlimmer kommen können.

Ein aktueller Audiobeitrag zu Reaktionen in den USA auf den neuen Militäreinsatz im Irak.

Krieg der Anchormen

Schon seit Monaten gibt es einen erbitterten Krieg zwischen den Nachrichtenkanälen FOX News und MSNBC. Beide Seiten liefern sich keine Verschnaufpause. Vor allem der konservative Bill O’Reilly und sein liberaler Gegenüber Keith Olbermann behacken sich fast jeden Abend vor der Fernehnation.

Beschuldigungen fliegen hin und her. Olbermann erklärte jüngst, O’Reilly sei einer der „furchbarsten Personen auf der Welt“ und er würde O’Reilly noch nicht einmal dafür anheuern, um über eine übergelaufene Toilette zu berichten. Und der verschmähte Kloreporter liess sich nicht lumpen und griff am Dienstag die Muttergesellschaft von MSNBC, GE (General Electric) an. Bill O’Reilly zog ins Vorabendschlachtfeld mit der Behauptung, GE würde angeblich über eine Firma in Singapur Teile für Sprengfallen an den Iran liefern, die dann für Selbstmordanschläge auf amerikanische Soldaten genutzt werden. Das ganze sei eine hochgeheime Untersuchung und alles sei noch nicht bestätigt.

Eigentlich ist gar nichts bestätigt, vielmehr erklärte GE am Mittwoch in einer Presseerklärung, man handele nicht mit der Firma in Singapur und baue schon gar keine Teile für Sprengfallen. Die Behauptungen von Bill O’Reilly seien „bodenlos, unverschämt und bösartig“. Aber hier ist das Video von Bill O’Reilly, ein Stück Journalismus von dem Sender, der von sich selbst sagt „fair and balanced“ zu berichten.

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