It’s a one-man show, man!

Donald Trump stand in der Mitte der Bühne und alles drehte sich um ihn. Die anderen versuchten ihn anzugreifen, doch der Donald parierte gekonnt und teils mit Humor. Als Rand Paul ihm vorwarf, Trump bewerte andere nach ihrem Aussehen, wie er dies jüngst mit Carly Fiorina getan hatte, reagierte der Milliardär, er hätte ja nichts über Rand Pauls Aussehen gesagt, auch wenn er das durchaus könnte. Als Jeb Bush ihm von der Seite kam, meinte Trump, „Jeb, today you’re full of energy. I like that“. Vor ein paar Wochen hatte der Donald seinem Mitkonkurrenten attestiert eine lahme Ente zu sein, saft- und kraftlos im Rennen mitzulaufen.

Foto: AFP

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Und dann war da noch Carly Fiorina auf der Bühne, die einzige Frau weit und breit. Wie würde sie reagieren? Ihr sah man an, dass sie sich vom lächelnden Donald nicht unterkriegen und unterbuttern lassen wollte. Sie teilte aus, doch kam dabei auch nicht gerade angenehm und sympathisch rüber.

An dem Abend in der Ronald Reagan Library, direkt vor einer ausgemusterten Air Force One Maschine wurde über vieles gesprochen, oder zumindest vieles angerissen. Außenpolitik, die Wirtschaft, Abtreibung, der Iran-Deal, Obamacare, Hillary Clinton, die Grenze, Sicherheitspolitik….querbeet ging es durch die tagesaktuellen Themen. Der Moderator versuchte immer mal wieder mit Zitaten der einzelnen Kandidaten Zwist zu säen und vor allem die anderen gegen Donald Trump aufzubringen. Doch irgendwie war es ein nettes „Get together“ der bekanntesten Republikaner. Klar, die fiesen Blicke von links nach rechts und rechts nach links blieben nicht aus. Auch wurde deutlich, wie zerstritten die Ronald Reagan Partei ist. Dem einstigen Western Helden klingelten in den ewigen Jagdgründen sicherlich die Ohren, denn gerade Jeb Bush versuchte sich als Neffe von Reagan zu präsentieren.

Nach dieser Debatte wird man abwarten müssen, wer in den Umfragen steigen, wer fallen wird. Ich denke mal, viel wird sich nicht ändern. Die Amerikaner lieben ihre Außenseiter Trump und Carson. Nur am Kindertisch, die kleine Gruppe von Kandidaten vor der eigentlichen Fernsehdebatte, wird sich einiges tun. Schon bald werden sie die Segel streichen müssen. Lindsay Graham, George Pataki, Bobby Jindal und Rick Santorum sollten lieber jetzt als später erkennen, dass das Rennen ohne sie läuft.

Die Macht der Frauen

Die zweite Runde steht an. Diesmal stehen elf Republikaner auf der Bühne, um die Fernsehnation von sich zu überzeugen. Donald Trump, Jeb Bush, Scott Walker, Marco Rubio, Rand Paul, Ted Cruz, Mike Huckabee, Ben Carson, Chris Christie, John Kasich und diesmal auch Carly Fiorina. Zuvor schon tritt die zweite Reihe der Kandidaten an: Rick Santorum, Bobby Jindal, Lindsey Graham, George Pataki und Jim Gilmore. Rick Perry sollte eigentlich auch noch dabei sein, doch der ist ja aus dem Rennen ausgestiegen und überlegt nun, was er mit den Spenden, die er erhalten hat, machen soll.

Die Debatte wird live von CNN aus der Ronald Reagan Presidential Library im kalifornischen Simi Valley übertragen werden. Absolut präsidial vor einer ausgemusterten Air Force One Maschine. Und klar ist schon im Vorfeld, zehn werden sich auf einen stürzen. Denn bislang hatte Donald Trump Narrenfreiheit, er hat sich in den letzten Wochen und Monaten selbst zur Zielscheibe der innerparteilichen Kontrahenten gemacht. Keiner spaltet die Partei so sehr wie Donald Trump. Zuletzt ließ der Donald es krachen, als er die ehemalige Hewlett-Packard Chefin Carly Fiorina heftigst mit den Worten angriff, wer wolle schon dieses Gesicht sehen?

Fiorina ließ den Angriff auf sich und ihr Aussehen locker abperlen und produzierte sogar einen Werbespot mit dem Titel „Faces“, der sehr gut ankam. Vor allem bei Frauen, die immer mehr zur politischen Macht im amerikanischen Wahlkampf werden. Zum einen machen sie 52 Prozent der Wähler aus, zum anderen werden viele Frauen mit der Aussicht Hillary Clinton als Präsidentin nicht richtig warm. Zwar stimmte der Großteil der Frauen in den USA seit George Bush 1988 für den demokratischen Kandidaten, darauf baute und baut Hillary Clinton in diesem Wahlkampf. Doch das will Carly Fiorina nun ändern. Sie greift an, als Geschäftsfrau, die sich von Männern, auch und erst recht von großmäuligen Geschäftsmännern wie Donald Trump nichts vorschreiben läßt. Es wird mit Sicherheit ein interessanter und unterhaltsamer Fernsehabend am heutigen Mittwoch werden.

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Es hat sich wohl ausge“BUSH“t

Jahrelang wurde er von seiner eigenen Partei bekniet zu kandidieren. Nach Papa Bush und Bruder Bush, sollte ein weiterer Bush am Schreibtisch im Oval Office Platz nehmen. Vor vier Jahren, gegen Barack Obama, zierte er sich noch etwas, ließ aber alles für die Zukunft offen. Und dann erklärte er im letzten Jahr mit viel Tam-Tam, nun sei es so weit. Der ehemalige Gouverneur von Florida, Jeb Bush, machte seine Kandidatur ums Weiße Haus offiziell. Ein langer Wahlkampf lag vor ihm, doch alles kein Problem, wie es hieß.

"Wird schon noch", scheint Jeb Bush hier zu sagen. Foto: AFP.

„Wird schon noch“, scheint Jeb Bush hier zu sagen. Foto: AFP.

Jeb Bush lag vorne, lange Zeit. Es war klar, er ist der Kandidat der republikanischen Mitte. Dann tauchten aber immer mehr Kandidaten auf. Parteigrößen und bekannte Namen stiegen ein ins Rennen. Und man blickte auf diese Liste und konnte so gar nicht mehr erkennen, wer eigentlich für was stand…auch nicht, für was eigentlich Jeb Bush stand. Nicht nur das, es wurde mit jedem Namen deutlicher, dass die Republikaner eine tief gespaltene und zerstrittene Partei sind.

Jeb Bush, der im Wahllkampf auf seinen Namen und die guten Verbindungen seiner Familie setzte, lag Mitte Juli noch bei 17 Prozent in den Umfragen. Jetzt Mitte September sind es gerade mal noch 8,3 Prozent. Der Fall ist tief und hart. Sogar das Geld bleibt aus. Jettete Bush anfangs noch mit einem Privatjet von Termin zu Termin, fliegt er nun mit Linienmaschinen durch die Gegend.

Jeb Bush, den Donald Trump, als „Langweiler“ bezeichnete und „ohne Energie“ umschrieb, geht die Luft aus. Er scheint nicht der Kämpfer zu sein, der die Ärmel hochkrempelt und die Ellbogen ausfährt. Bush gerät ins Hintertreffen. Der Schreihals Trump bleibt unangefochten vorne und bestimmt auch weiterhin den Wahlkampf mit seinen Verbalergüssen.

Offen diskutiert wird bereits, wer nach Rick Perry die Segel streicht. Da sind George Pataki, Lindsey Graham, Bobby Jindal und Rick Santorum. Diese vier liegen weit hinten, tauchen in den Umfragen kaum noch auf und werden wohl nach der nächsten Debatte in der kommenden Woche ihr Wahlkampfende verkünden. Und was ist mit Jeb Bush? Er wird sicherlich darauf hoffen, bis zu den ersten Vorwahlen Anfang 2016 durchzuhalten. Die nächste TV-Debatte könnte sicherlich eine Trendwende für ihn in den Umfragen bedeuten, aber auch den Anfang vom Ende. Falls Donald Trump seine Führungsrolle verteidigt, Ben Carson und John Kasich auch weiterhin vor ihm liegen und er keinen Gewinn aus dem vielbeachteten Fernsehauftritt ziehen kann, werden sich weitere wichtige Geldgeber umsehen. Auf Bush lagen die Hoffnungen vieler, den erneuten Einzug der Demokraten und vor allem der Clintons ins Weiße Haus zu verhindern. Bislang konnte der dritte Bush nicht liefern.

So etwas wie Spannung

Die Republikaner treten sich im Vorwahlkampf auf die Füße. Weit über 30 Kandidaten sind im Rennen, 16 davon bekannt und mit einer Chance, zehn von ihnen debattierten am vergangenen Donnerstag. Donald Trump führt nach wie vor in den Umfragen, dahinter hat sich alles etwas aufgemischt. Mal kommt Jeb Bush nach vorne, dann wieder Scott Walker oder Ben Carson. Trump zieht derzeit bei der Tea Party Fraktion, die seine klaren und deutlichen Worte, gerade in Bezug auf die Grenzsicherheit lieben. Trump sagt, was rund 20 Prozent in der Partei denken. Seine Skandale und lockeren Sprüche, die mal etwas rassistisch mal ein wenig sexistisch sind, schrecken diese amerikanischen Patrioten nicht ab.

Bernie Sanders "belästigt" Hillary Clinton in den Umfragen. Foto: AFP.

Bernie Sanders „belästigt“ Hillary Clinton in den Umfragen. Foto: AFP.

Doch diese 20 Prozent werden am Ende nicht reichen. Donald Trump wird weder der Kandidat der Republikaner, noch hat er als Independent Kandidat eine Chance das Rennen zu machen. Einer der derzeit hinter ihm liegenden wird die Krone der Partei bekommen und sich in den Vorwahlen durchsetzen. Das gewaltige Kandidatenfeld wird sich in den kommenden Monaten noch deutlich lichten. Denn dem einen fehlt das Geld, dem anderen die nötige Durchschlagskraft, um überhaupt noch in den Umfragen wahrgenommen zu werden.

Anders bei den Demokraten, da scheint alles gelaufen zu sein. Wären da nicht ein paar Medienvertreter, die Scheinerfolge des durchaus überzeugenden Bernie Sanders zu einer Überraschung aufblasen und schon den Fall der Überdemokratin Hillary Clinton voraussagen. Jüngst geschehen nach einer Umfrage in New Hampshire, als 442 (!) potenzielle demokratische Wähler befragt wurden und danach Bernie Sanders mit 44-37 Punkten vor Hillary Clinton lag. Der Boston Herald titelte danach „Bernie overtakes Hillary in N.H.“ Von einem Überholen kann keine Rede sein. Hier wird künstlich ein Zweikampf beschrieben, den es so nicht gibt.

Hillary Clinton ist und bleibt die Kandidatin der Partei, auch wenn viele lieber jemand anderes sehen würden. Doch an ihr kommt in diesem Wahlkampf keiner vorbei – weder bei den Demokraten noch bei den Republikanern.

Die Handgranate in der Partei

Alle sind doof, nur ich nicht, scheint Donald Trump hier zu sagen. Foto: AFP.

Alle sind doof, nur ich nicht, scheint Donald Trump hier zu sagen. Foto: AFP.

Die Washington Post brachte es auf den Punkt: „Donald Trump landete auf der republikanischen Bühne wie eine Handgranate“. Das sagt alles. Trump, ganz der Showman, bringt zur Zeit die Republikaner zur Implosion. Niemand scheint ihm in der Partei gewachsen zu sein und dennoch müssen seine Kontrahenten zugeben, dass er ein Gefühl für die Stimmung eines großen Teils der republikanischen Wähler hat. Trump provoziert, rechtfertigt, scheint unangreifbar und erklärt auch noch, falls die Partei nicht ihn als Kandidaten nimmt, es eben alleine, als Independent, zu machen.

Die anderen Kandidaten fallen kaum auf auf dieser Bühne. Alles konzentriert sich auf Donald Trump, wartet auf seine Reaktionen und Provokationen. Und der Donald liefert immer und immer wieder. Er schimpft über die politische Korrektheit in den USA, man könne sich nicht um die Wortwahl sorgen, wenn Terroristen Amerikanern die Köpfe abschlagen. Die Probleme seien zu groß, um sich darum zu kümmern, ob man in einer politischen Auseinandersetzung einem anderen auf die Füße tritt. Und die Amtszeit von Jeb Bushs Bruder George W. Bush war schrecklich, denn der habe am Ende Obama gebracht.

Es gab ein paar Ansätze auch über Inhalte zu diskutieren. Über das amerikanische Sozialnetz, über Sicherheitspolitik, aber so richtig Zeit und Raum war dafür nicht. Die nächste Debatte steht bereits fest, am 16. September geht es weiter. Interessant wird in den kommenden Wochen sein, wie die Republikaner auf den Trump Faktor reagieren, denn lange kann die Partei das nicht mehr aushalten, wenn sie überhaupt eine Chance gegen Super-Hillary haben will.

 

Das Feld lichtet sich

Am Donnerstag steht die erste Debatte der republikanischen Kandidaten an. 16 von ihnen hatten sich Chancen ausgerechnet, zehn dürfen mit auf die Bühne. Der konservative Nachrichtenkanal FOXNews hatte vorgegeben, dass nur diejenigen Kandidaten mitdiskutieren dürfen, die in den letzten fünf Umfragen unter die Top Ten der Präsidentschaftsanwärter gekommen sind.

Rick Perry ist wohl bald raus aus dem Rennen. Foto: AFP

Rick Perry ist wohl bald raus aus dem Rennen. Foto: AFP

Und nun hat Rick Perry ein Problem. Der Texaner, der schon bei der letzten Wahl eine denkwürdige Katastrophe erlebte, schafft den „Cut“ wahrscheinlich wieder nicht. Da hilft diesmal auch keine Brille. Derzeit liegt er mit gerade mal 2,6 Prozent auf Rang 11 und es sieht nicht danach aus, als ob er in den letzten Tagen noch den Sprung nach vorne schafft. Perry wird bald Geschichte sein. Die Frage ist, ob er es dann 2020 wieder antreten wird oder irgendwo in der texanischen Ölindustrie einen Job annehmen wird.

Derzeit liegt Donald Trump mit 19 Prozent vorne. Danach Scott Walker (15%), Jeb Bush (14%), Ben Carson (10%). Im einstelligen Prozentbereich dann Ted Cruz, Mike Huckabee, Rand Paul und Marco Rubio. Und in den jüngsten Umfragen haben sich dann auch noch Chris Christie und  John Kasich an Rick Perry vorbei geschoben. Zahlreiche der etwas schwächeren Kandidaten erklärten, man solle diese Umfragen nicht überbewerten und erinnerten daran, dass vor vier Jahren zum gleichen Zeitpunkt Herman Cain vorne lag. Und an den erinnert sich heute niemand mehr.

Das Weiße Haus steht zum Verkauf

50 x eine Millionenspende. Die politischen Aktionsgruppen, die Super PACs – Political Action Committee – haben bislang so viel Geld eingesammelt, wie noch nie zuvor. Darunter auch Superreiche, die auf diesem Weg ihren Einfluss auf das politische Geschehen ausweiten wollen. Mehr als die Hälfte der außerparlamentarischen Interessensgruppen ist mit dem früheren Gouverneur von Florida Jeb Bush verbandelt. Insgesamt haben die Super PACs hinter all den Kandidaten bereits 272,5 Millionen Dollar eingesammelt, mehr als  viermal so viel, wie die einzelnen Kandidaten bislang für sich zusammengerechnet bekommen haben.

Der Wahlkampf ist zu einer „Money Machine“ geworden. Ohne die Gelder aus dem Hintergrund läuft so gut wie gar nichts mehr. Und das, obwohl es vor ein paar Jahren eine sogenannte „Campaign Reform“ gab, eine Reform der Wahlkampffinanzierung. Doch anstelle einer Kontrolle, ist alles außer Kontrolle geraten, wie auch das erwartete Preisschild von rund fünf Milliarden Dollar für den Präsidentschaftswahlkampf 2016 verdeutlicht.

Die Republikaner profitieren vor allem von den Geldern aus der zweiten Reihe. Aber auch Hillary Clinton und ihr Umfeld haben ihre Super PACs in Stellung gebracht. Sie hat ganz klar das Ziel ausgegeben, dass sie eine Milliarde Dollar auf ihrem Spendenkonto braucht, um auf der Zielgeraden gegen einen republikanischen Herausforderer bestehen zu können. Und die Gelder fließen. Der Vorwahlkampf der Republikaner führt vielen Demokraten vor Augen, was auf dem Spiel steht, wenn ein Jeb Bush, ein Rick Perry, ein Ted Cruz oder ein Donald Trump am Ende ins Weiße Haus einziehen sollte.

Der republikanische Donnerstagabend

Am 6. August ist es so weit. Die erste Fernsehdebatte der republikanischen Kandidaten steht an. Abends um 21 Uhr Ostküstenzeit werden dann die Top Ten Kandidaten in den Umfragen gegeneinander antreten. Zu diesem Zeitpunkt sind es: Donald Trump, Jeb Bush, Scott Walker, Marco Rubio, Ted Cruz, Rand Paul, Mike Huckabee, Ben Carson, Chris Christie und Rick Perry. Diese Gruppe verspricht einiges an Sprengstoff und verbalen Angriffen. Allein Trump feuert ja schon seit Wochen seine Salven auf die Mitkonkurrenten ab. Der vom Donald stark angegangene Perry ballerte jüngst zurück. Und Mike Huckabee hat vor ein paar Tagen Barack Obamas Irandeal als „marching the Israelis to the door of the oven“ beschrieben.

Es wird also ein unterhaltsamer Abend mit zahlreichen Tiefschlägen werden, wenn die Kameras und Scheinwerfer angehen. Donald Trump, der derzeitige Frontrunner, wird gewohnt austeilen, um seine Position zu festigen. Auf klare, inhaltliche Aussagen wird man bei dieser von FOXNews live übertragenen Debatte jedoch lange warten müssen.

Doch es sind ja noch mehr Kandidaten im republikanischen Splitterzirkus dabei. FOXNews hat nun Gnade walten lassen und eine zweite Veranstaltung angesetzt. Der Rest der Möchtegernpräsidenten, die es bislang nicht in die vordere Spitzengruppe geschafft haben, dürfen nun am gleichen Abend schon ab 17 Uhr Ostküstenzeit vor die Kameras treten, quasi als Einstimmung für das Hauptevent danach. Mit dabei sind John Kasich, Rick Santorum, Bobby Jindal, Carly Fiorina, George Pataki und Lindsey Graham. Diese Kandidaten haben zumindest ein Prozent in den Umfragen geschafft.

Doch das sind noch lange nicht alle republikanischen Kandidaten fürs Weiße Haus 2016. 18 weitere eher unbekannte Namen stehen zur Wahl, die man aber zumindest einmal erwähnen sollte. Da sind Skip Andrews, George Bailey, Michael Bickelmeyer, Kerry Bowers, Dale Christensen, Brooks Cullison, John Dummett, Jr., Mark Everson, Jack Fellure, Jim Hayden, Chris Hill, Michael Kinlaw, K. Ross Newland, Esteban Oliverez, Michael Petyo, Brian Russell, Jefferson Sherman, Shawna Sterling. Diese Gruppe von Republikanern wird am Donnerstag nicht mit von der Partie sein. Daneben gibt es keine Interviews im Fernsehen, Rundfunk und Print. Aber es zählt wohl der olympische Gedanke, dabei sein ist alles.

34 Republikaner wollen also Präsident werden. Allein diese Zahl zeigt schon, in welchem Zustand die Partei ist. Eine Frage muß also gestellt werden, wird ein möglicher republikanischer Präsident überhaupt die eigenen Reihen hinter sich haben, um regieren zu können?

„You’re fired Radio Goethe Man“

Politische Berichterstattung ist oftmals zäh und langweilig. Das hoch drei sind Wahlkämpfe. Man versucht eigentlich ständig über nichts zu schreiben, über Nullaussagen, Versprecher, Reaktionen. Und dann ist da Donald Trump, ein Egozentriker, ein Selbstdarsteller, ein von sich so eingenommener Egomane, der einfach alles besser weiß und auf alles eine Antwort kennt. Ich bin mir sicher, Donald Trump würde sogar mir sagen, ich hätte keine Ahnung von der deutschen Musikszene und sollte es sein lassen: „You’re fired Radio Goethe Man“.

Trump legt sich derzeit mit allen und jedem an. Keiner in seiner Partei und darüberhinaus ist vor seinen verbalen Ausbrüchen sicher. Das verspricht einen ungemeinen Unterhaltungseffekt, den man so noch nie im amerikanischen Wahlkampf erlebt hat. Trump teilt aus: Der Texaner und frühere Gouverneur Rick Perry sollte erst einmal einen IQ Test machen bevor er als Kandidat zugelassen wird, denn er verstehe bestimmte Begriffe gar nicht. Arizonas Senator und die graue Eminenz in der Partei, John McCain, sei verrückt und habe keine Ahnung von Politik. Jeb Bush sei eine Null, die nur einen bekannten Namen habe und auf keinem Fall Präsident werden dürfe. Der Ex-George W. Bush Berater, Karl Rove, sei ein unfähiger „Clown“, den FOXNEws einfach nicht mehr als Kommentator einladen solle.

Trump liebt das twittern. In kurzen knappen Sätzen versprüht er sein Gift auf seine innerparteiligen Konkurrenten, verbreitet seine politische Ziele vom Mauerbau, einer starken US Armee, Wirtschafts- und Außenpolitik und liebt es sich hier selbst zu beweihräuchern. Der Milliardär mit der eigenwilligen Haartolle ist das Schicksal der republikanischen Partei. Die Demokraten müssen derzeit überhaupt keinen Wahlkampf führen, denn Trump macht ihn für sie. Er hat eine unvergleichgliche Medienpräsenz, denn jeder weiß, der Donald hält nicht zurück, das schafft Freude, Stimmung und gute Einschaltquoten. In den Umfragen unter republikanischen Wählern steigt und steigt er, derzeit hat er sich sogar etwas vom breiten Feld mit rund 17 Prozent abgesetzt.

Falls Donald Trump noch länger im Rennen bleiben sollte, und das ist sehr stark anzunehmen, ist der Wahlkampf schon ein Jahr vor dem eigentlichen Termin im November 2016 entschieden. Trump trampelt wie ein Elefant durch den politischen Porzellanladen und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Von einer geeinten Partei, die regierungsfähig ist, sind die Republikaner meilenweit entfernt. Genau das führt uns Trump in diesen Tagen vor Augen. Der Wahlkampf ist Showbusiness. Von inhaltlichen Debatten will man nichts wissen, Stellung bezogen wird auf Twitter. Und keiner kann das besser als Donald Trump. Er ist als selbsternannter Heilsbringer, als Retter Amerikas in dieses Rennen eingestiegen. „I’m the man“ und niemand kann und darf neben ihm bestehen bleiben. Donald Trump wird sicherlich nicht der Kandidat der Republikaner werden, doch er setzt alles daran, dass nach ihm nur verbrannte Erde bleibt. Nicht für den eigentlichen politischen Gegner, sondern für die eigene Partei.

Das große Geld wartet

Nun also auch Scott Walker. Der Gouverneur aus Wisconsin will Präsident werden. Schon seit langem ist er in den Umfragen vorne mit dabei, obwohl noch nichts offiziell war. Doch die Koch Brothers hatten schon hinter den halb geöffneten Kulissen Wahlkampf geführt. Die erzkonservativen Milliardäre erklärten, dass sie im kommenden Wahlkampf fast eine Milliarde Dollar ausgeben wollen. Und ein Großteil wird auf „ihren“ Kandidaten, Scott Walker, herab rieseln.

Walker machte sich zum Liebling der Superreichen in den USA, als er aggressiv und offen die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes in seinem Bundesstaat anging und ihren Einfluss massiv beschränkte. Proteste und Demonstrationen halfen nichts, der 47jährige Scott Walker siegte und konnte sich auch in einer versuchten Abwahl behaupten. Seitdem ist er das Darling der Konservativen.

Scott Walker ist eigentlich der Kandidat im breiten republikanischen Feld, der die Partei nach einem blutigen Vorwahlkampf einen könnte. Wenn er ihn denn übersteht? Er ist kein Selbstdarsteller, wie Donald Trump. Kein politischer Erbe, wie Jeb Bush. Kein kläglich gescheiterter Kandidat, wie Rick Perry, der auf eine zweite Chance hofft. Walker ist jung, dynamisch, zielbewusst, redegewandt. Mit seinem Feldzug gegen die Gewerkschaften zeigte er, dass er keinem Kampf aus dem Weg geht. Mit ihm als Präsidenten hätten die Republikaner einen Mann im Weißen Haus, der die Uhren in vielerlei Hinsicht zurück drehen würde, eben auf GOP Zeitrechnung. Mindestlohn, Gesundheitsreform, Umweltgesetze, Steuergesetze… weg damit. Die Einwanderungs- und Sozialpolitik würde ganz neu ausgerichtet, die Außenpolitik auf amerikanische Interessen getrimmt, die militärische Aufrüstung wieder finanziert werden. Walker ist eigentlich der Wunschkandidat, der die Reihen im Kampf gegen Hillary Clinton schließen könnte. Und, wie die Ankündigung der Koch Brothers bereits zeigt, er würde genügend Geld im teuersten Zweikampf aller Zeiten mitbringen.

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