Trump wird zum Kriegspräsidenten

Vor der Wahl hieß es, vor allem in den sozialen Netzwerken, die Wahl für Hillary Clinton sei eine Wahl für den Krieg. Verstanden habe ich diese Argumentation nicht ganz, denn derjenige, der im Wahlkampf von militärischer Stärke, der Führungsnation und „America First“ tönte, war Donald Trump. Und nun zeigt er, was er damit meint.

Der Jemen gerät immer mehr zwischen die Fronten. Foto: AFP.

Trump will über 50 Milliarden Dollar mehr in das US Militär investieren. Hinzu kommen Drohgebärden in alle Richtungen, die zeigen sollen, Amerika pocht auf seine Vormachtstellung. So fordert der frühere General und jetzige Verteidigungsminister Jim Mattis im Einvernehmen mit den verbündeten Golfstaaten und Saudi Arabien eine verstärkte Einmischung der USA im Jemen. Dort kämpft die saudische Allianz gegen eine vom Iran unterstützte Rebellengruppe. Der Bürgerkrieg im Jemen hat schon weit über 10.000 Menschenleben gefordert, die Versorgungslage der Bevölkerung kann nicht mehr garantiert werden, eine Hungerkatastrophe droht, Tausende von Flüchtlingen versuchen nur wegzukommen aus dem Jemen. Bislang mischten sich die USA nur mit Spezialeinheiten im Anti-Terrorkampf ein. Waffenlieferungen an die Allianz wurden unter Obama nach massiven Bombardierungen gegen die Zivilbevölkerung und Menschenrechtsverletzungen zurück gefahren.

Doch damit soll nun Schluß sein. Mattis fordert ein stärkeres Eingreifen am Golf von Aden, auch und vor allem gegen den Iran, dem Erzfeind Saudi Arabiens. Das Regime in Teheran hatte Donald Trump im Wahlkampf ebenfalls zum erklärten Gegner der USA erklärt. Den Nuklear-Deal mit Teheran, unter Barack Obama ausgehandelt, wischte der Donald als „schlimmsten Deal überhaupt“ vom Tisch. Und auch auf der anderen Seite der Meerenge, in Somalia, intensivieren die Amerikaner ihren Einsatz, der hier noch rein als Anti-Terror Einsatz umschrieben wird.

Die USA unter Donald Trump setzen auf militärische Stärke, die sie auch zeigen wollen. Trump hat sich im Weißen Haus mit so einigen Hardlinern umgeben, die mehr Einsätze von Bodentruppen und Waffenlieferungen fordern. Trump befeuert damit in Wild-West-Manier die Eskalation in den vergessenen Teilen der Welt, auf Kosten der Zivilbevölkerung wird ein Stellvertreterkrieg angezettelt.