Das Bild des hässlichen Deutschen

Die New York Times, Foreign Policy, National Public Radio, der San Francisco Chronicle und zahlreiche weitere amerikanische Lokalzeitungen berichten in diesen Tagen über das, was da in Europa passiert. Asylsuchende, die übers Meer kommen und dann weiterreisen. Deutschland ist ein Ziel, wird hier in den USA berichtet. Deutschland nehme in diesem Jahr mehr als eine halbe Million Asylsuchende auf, vor allem aus Syrien. Das alles wird sehr positiv aufgenommen, breit darüber berichtet. Deutschland erscheint als weltoffene Gesellschaft, die helfen will. Viele Freiwillige, so die Korrespondentin von NPR, setzten sich für die Hilfesuchenden ein.

Foto: AFP

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Doch da sind auch Meldungen zu finden, in denen es um Angriffe auf Unterkünfte von Asylbewerbern geht. 202 Übergriffe habe es bislang gegeben, zitiert die New York Times das Innenministerium. Vorra, Tröglitz, Lunzenau, Freital. Kleine Orte in Deutschland, die nun als Ortsmarke in den USA genannt werden. Als Ortsmarke für rechtsradikale und ausländerfeindliche Übergriffe.

Noch berichten die US Medien zumeist positiv über den Einsatz Deutschlands und vieler Deutscher. Hervorgehoben wurden die Worte von Bundespräsident Joachim Gauck, der die Übergriffe als „abscheulich“ und „unerträglich“ bezeichnete. Auch der Kommentar von Anja Reschke in den Tagesthemen wurde lobend erwähnt. Ebenfalls wird in fast allen Berichten über die europäische Flüchtlingskrise davon berichtet, dass es in jedem EU Land zu Protesten gegen die Aufnahme weitere Asylsuchender kommt. Doch auf Deutschland wird nach wie vor besonders geblickt. Damit Vorra in den USA nicht schon bald mit Hoyerswerda oder Rostock gleichgesetzt wird, hängt nun auch von dem vielfach geforderten und etwas banal klingenden „Aufstand der Anständigen“ ab.

 

Der neue Deutsche in Washington

Am 30. April kam Peter Wittig nach Washington um seinen Posten als deutscher Botschafter anzutreten. Am Mittwoch nun durfte der oberste deutsche Diplomat in den USA Präsident Barack Obama sein Beglaubigungsschreiben von Bundespräsident Joachim Gauck im Oval Office überreichen. Dazu wurden Wittig und seine Familie traditionell vom Amtssitz des Botschafters in einer Limousine des Weißen Hauses  abgeholt. Dekoriert war das Fahrzeug mit einer amerikanischen und einer deutschen Fahne.

Peter Wittig studierte vor seinem Eintritt in den Auswärtigen Dienst 1982 Geschichte, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaften in Bonn, Freiburg, Canterbury und Oxford. Sein letzter Posten war der des Ständigen Vertreters Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York. Peter Wittig ist mit Huberta von Voss-Wittig verheiratet, das Paar hat vier Kinder.