„Ich bau‘ mir ein (Luft)Schloss“

„Glaubt mir, ich sage die Wahrheit“. Foto: Reuters.

Der Wahlkampf von Donald Trump glich einer Märchenstunde. Hier das Reich des Bösen unter Barack Obama, in dem der Staat sich in alles einmischt, reguliert und reglementiert, überschuldet ist und überhaupt kein Ansehen mehr in der Welt genießt. Und dort seine Vision von Amerika, der „shining city on a hill“, einem Land, in dem wieder Milch und Honig fließen werden und in dem Amerikaner und nicht andere Länder, Interessen und Ausländer an vorderster Front stehen. Seine Slogans waren „America First“, „Make America Great Again“ und „Buy American, hire American“. Eine klare, patriotische Ansage eines Mannes, der die Anhäufung seines Reichtums nicht gerade unter diese Prämissen stellte. weiter lesen

„Let’s make America great again“

Dann machen wir Amerika mal wieder großartig. Am 20. Januar beginnt die Donald Trump Show und wir alle sind gespannt, was der Mann mit der orangenen Haut und der Kunsthaarfrisur da vor hat. Monatelang hat Trump den Amerikanern vorgepredigt, er sei der Mann, der die USA wieder auf die Überholspur, auf die Siegerstraße bringen wird. Mit Hilfe des seltsamen amerikanischen Wahlsystems ist er nun in die Position gekommen, all seine Wahlversprechen, die er uns allen ja in 140 Zeichen ausgiebigst erklärte, umzusetzen.

Große Versprechen sind seine Art.

Allen voran will Trump als der Job-Präsident in die Annalen eingehen. Dafür hat er nun zwei Grundsätze mit einem Bildchen auf Instagram verbreitet: Buy American and Hire American. Kauft amerikanische Produkte und stellt nur Amerikaner ein. Mit dieser knappen Parole, ganz im Trumpschen Stil, geht er also ins neue Jahr. Und seine Cheerleader, wie FOXNews‘ Sean Hannity, jubeln über diesen weitreichenden Satz. Endlich sei da jemand im Weißen Haus, der die Interessen des amerikanischen Arbeiters an erster Stelle setze.

Vergessen ist der Vor-Wahlkampf-Trump. Der sah es bislang nicht so eng mit dem „America“ Stempel. Trumps Werbeprodukte wurden in China produziert, Krawatten, Hemden, Mützen. Viele der Arbeiter auf seinen Baustellen waren Immigranten. Trump scherte sich bislang wenig um die Förderung der US Wirtschaft. Es ging ihm immer um sein Anliegen, seine Interessen, seinen Verdienst. Nun also kommt die Kehrtwende, nun also macht er auf Superpatriot. Er verspricht die produzierende Wirtschaft zurück in die USA zu bringen, Jobs zu schaffen. Die Frage ist, wie er das machen will? Im nordmexikanischen Juarez, wo viele US Firmen produzieren lassen, liegt der Tageslohn für Arbeiter bei wenigen Dollar. Der Stundenlohn hingegen auf der anderen Seite der Grenze in El Paso steht bei $8,50. Was bei dieser Debatte um die Heimkehrerwirtschaft auch vergessen wird ist, dass Amerikaner gerne und viel billig einkaufen. WalMart, KMart, Target und die zahlreichen Superstores leben davon, dass die Produkte billig sind, um so die Kunden in ihre Geschäfte zu bringen. „Made in China, Bangladesch, Vietnam, Mexico“ macht es möglich. Wer in Amerika produzieren will muss ehrlicherweise auch sagen, dass die Preise anziehen würden, wenn man diese durchaus positive Ausrichtung unterstützt. American Giant ist eine Bekleidungsfirma, die in den USA ihre T-Shirts und Sweatshirts nähen lässt. Eine dieser Nähereien habe ich südlich von San Francisco besuchen können. Die Qualität ist hervorragend und dafür plus dem Siegel „Made in the USA“ zahlt der Kunde extra. Ein Sweatshirt kostet da fast 90 Dollar. Darauf sollte man in dieser Jobsdebatte ruhig auch mal hinweisen. Ich glaube nicht, dass viele der WalMart Kunden bereit wären für ein T-Shirt über 20 Dollar zu zahlen, wenn sie bislang den Dreierpack für 9.99 einkauften.

 

Arbeiten auf Hawai’i?

Auf Hawai’i herrscht Lehrermangel. Die Behörden gehen davon aus, dass in diesem Herbst rund 1600 Stellen offen sind. Von daher klingeln die Alarmglocken, Lehrer müssen her, wie, das hat man noch nicht endgültig geklärt. Allerdings sucht man nun schon mal auf dem amerikanischen Festland nach geschulten Fachkräften und auch in Übersee, denn um den Job als Lehrkraft annehmen zu können braucht man nicht amerikanischer Staatsbürger zu sein. Lediglich die Arbeitserlaubnis für die USA muß man besitzen.

Auf Hawai'i läßt es sich leben. Foto: Reuters.

Auf Hawai’i läßt es sich leben. Foto: Reuters.

Der Hawai’i Schuldistrikt will den Umzug für Neulehrer finanziell unterstützen. Bis zu 10.000 Dollar sollen Fachkräfte erhalten, die sich verpflichten für drei Jahre anzuheuern. Vor allem für die Insel Oahu werden Lehrkräfte gesucht. Die Inselgruppe im Pazifik ist kein billiges Pflaster, gerade das hat zu der jetzigen Situation geführt. Lehrer auf Hawai’i verdienen gerade mal etwa 35.000 Dollar im ersten Jahr. In San Francisco liegt das Einstiegsgehalt bei 50.000 Dollar, doch auch hier ist das zu wenig zum Leben bei derzeitig monatlichen Mietpreisen um die 3500 Dollar.

Wer also in Nürnberg, im Frankenland oder wo auch immer dieser Blog gelesen wird Interesse an einer Lehrerstelle auf Hawai’i hat, der kann sich an das Hawai’i State Department of Education wenden. Ein paar Jahre in der Sonne mit dem „Mahalo“-Gefühl, es könnte schlimmer sein.

Zur Lage der Nation

State of the Union 2010Präsident Obama hat am Abend vor dem versammelten Kongress zur Lage der Nation gesprochen. Eine vielbeachtete Rede, die von beiden Seiten des politischen Spektrums mit grosser Spannung erwartet wurde.

Dazu ein Audiobericht:

      State of the Union