Ivan hilft John Wayne

Einen Gewinner gibt es bei allem sowieso nicht. Und doch könnten alle Seiten zufrieden sein, wenn der Plan umgesetzt werden kann, die chemischen Waffen in Syrien unter internationale Kontrolle zu stellen. Barack Obama könnte sein Gesicht bewahren und erklären, das Pokerspiel mit hohem Einsatz habe sich gelohnt. Die oppositionellen Republikaner ständen nur ein Jahr vor der Kongresswahl nicht als Unterstützer Obamas da, denn sie haben die Stimme des Volkes klar und deutlich gehört. Die Amerikaner wollen keinen weiteren Militäreinsatz mit ungewissem Ausgang. Die Demokraten müssten ihrem Präsidenten bei den angesetzten Abstimmungen im Senat und im Kongress nicht folgen, auch für sie wäre es ein besserer Ausgang für die Kongresswahlen 2014. Und dann ist da noch die russische Führung. Sie würde sich nach langen obskuren Entscheiden kraftvoll auf der internationalen diplomatischen Bühne zurück melden und zeigen, Russland ist nach wie vor ein wichtiger „Global Player“.

Einziger Sieger bei allem, wenn man überhaupt davon sprechen kann, wären Teile der syrischen Bevölkerung, die keinen Luftangriff von amerikanischen und französischen Bombern zu befürchten hätten. Doch noch ist alles unklar. Der Plan schwebt zwar in so manchen Räumen zwischen dem Oval Office, dem Pentagon, dem Kremel und dem Präsidentenpalast in Damaskus, aber viele Fragen sind noch offen. Wie will man chemische Waffen in einem Bürgerkriegsgebiet kontrollieren und sichern? Vor allem, wie will man das schaffen, wenn man keine „Boots on the ground“ haben will, wie es Barack Obama immer wieder betonte? Ist die UN dazu bereit und vor allem fähig, eine umfassende und effektive Truppe nach Syrien zu entsenden, die diese Kontrolle garantieren kann? Fragen über Fragen, die in den nächsten Tagen beantwortet werden müssen. Doch es ist ein Ansatz, ein Beginn, um einen Ausweg aus dem drohenen Luftschlag zu finden.

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Ein ganz besonderes Trio

Weltweit die Nummer eins in den Charts. Goldene und Platin Platten zuhauf, Trio haben vor 30 Jahren mit einem scheinbar einfachen Song die Welt erobert. Im Rückblick sieht das alles anders aus. Experten setzen Trio in eine Reihe mit Bands wie den Talking Heads oder Devo. Ihr minimalistischer Stil, ihr dadaistischer Ansatz war beabsichtigt, von dem Fun-Pop der Neuen Deutschen Welle waren sie, zumindest anfangs, Welten entfernt.

Selbst in den USA hört man heute noch diesen Song „Da Da Da, ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht“. Kommerzielle Radiosender haben ihn fest in der Rotation. Trio hätten in den USA ein richtiger Renner sein können. Hätten, wenn die Plattenfirma richtig geschaltet hätte. Für zwei Konzerte kamen sie über den großen Teich. Eins in New York, eins in Los Angeles. In der Glanz- und Glimmerstadt am Pazifik tauchten sogar Randy Newman und Joe Jackson im Publikum auf, waren begeistert. Jackson wollte daraufhin Trio im Vorprogramm seiner nächsten US Tournee haben….Chance verpennt. Im Big Apple fand sich sogar Yoko Ono ein, die das schräge Trio aus Deutschland so gut fand, dass sie die Band einlud, einen Song für das geplante Cover-Album „Every man has a woman“ beizusteuern. Trio wählte „Wake up“. Heraus kam eine Version, die in typischer Trio-Manier minimalisiert wurde, doch dann noch zu einem überraschenden Ende kommt. Yoko Ono war begeistert und nutzte den Song für das ’84er Album. Doch diese kleine Anekdote zeigt, dass Trio mehr war, als nur eine weitere NDW Band.

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