Und er isses wieder

Am heutigen Sonntag, kurz vor 12 Uhr Ortszeit kam Präsident Barack Obama mit seiner Familie in den „Blue Room“ des Weißen Hauses. Dort warteten schon ein paar weitere Familienmitglieder und der Präsident des Verfassungsgerichtes, Chief Justice John Roberts. Die Hand auf die Familienbibel von Michelle Obama gelegt, schwor der Präsident erneut den Amtseid. Genau zu dem Zeitpunkt, der in der amerikanischen Verfassung festgelegt wurde. 20. Januar, High Noon. Und auch Vize Präsident Joe Biden gab erneut seinen Schwur auf die Bibel, die Verfassung der USA zu verteidigen.

Erst morgen wird Obama dann vor 800.000 Menschen an der National Mall in Washington DC seinen öffentlichen Schwur abgeben. Die Zeremonie war verlegt worden, weil heute eben Sonntag ist. Morgen steht dann noch mit dem Feiertag für den ermordeten Bürgerrechtler Martin Luther King ein besonderer Brückenschlag für die zweite Amtszeit von Barack Obama an.

Washington ist derzeit im Ausnahmezustand. Weite Teile um die National Mall sind abgesperrt. Alle Bereiche der US Streitkräfte sind mit der Sicherheit der Veranstaltung vertraut. Bereits seit einem halben Jahr wird der reibungslose Ablauf der öffentlichen Amtseinführung geprobt. Es ist ein Sicherheitsalptraum für den Secret Service, den Präsidenten und die vielen gewählten Amts- und Würdenträger, die Ehrengäste und die Hunderttausende von Besuchern zu schützen. Die Welt blickt morgen auf DC, damit ist die amerikanische Hauptstadt ein Terrorziel ohnegleichen.

Schlachtplan gegen Obamacare

2:0 für Obama, doch die Republikaner wollen nun kräftig nachtreten. So geht das ja auch nicht, kommt da ein Sozialist wie Obama, hämmert mit allerlei überparteilichen Kompromissen eine Weichspülgesundheitsreform durch den Kongress und den Senat und dann wird dieses halbseidene, kommunistische Gesetzpaket auch noch vom Verfassungsgericht abgesegnet. Ja, sind wir im Sowjetland, in Kuba, im Sozi-Europa? Wo kommen wir denn da hin, wenn noch nicht mal mehr Verlaß auf den konservativ dominierten Obersten Gerichtshof ist? Da hat wohl wirklich der Chef-Richter John Roberts, eigentlich ein Konservativer, seine Epilepsie Pillen nicht geschluckt und so diese Wahnentscheidung erst möglich gemacht, wie Talkshow Moderator Michael Savage in seiner Donnerstagssendung erklärte.

Nun also planen die Republikaner ihren strategischen Feldzug. „Obamacare“ muß weg, und das geht nur über eine breite Mobilisierung zum Wahltag. Mitt Romney, seines Zeichens wendehälsischer Präsidentschaftskandidat der GOP, erhofft sich vom Richterspruch einen Ruck für seinen Wahlkampf. Amerika sei gegen diese Gesundheitsreform, palaverte er gleich am Donnerstag. Nur er, der ehemalige Gouverneur von Massachusetts und Blaupausenlieferant für „Obamacare“ könne das ganze noch stoppen. Dann käme „Romneycare“, was einer „Nullcare“ gleichkommen würde.

Romney also Präsident, die Republikaner mit Mehrheit im Kongress und einer Ausgewogenheit im Senat, derzeit hat die GOP 47 Senatorenposten. Dann würde Amerika endlich wieder das Land werden, was wir alle so vermissen, wie es die „American Queen“ im Stars & Stripes Dress, Sarah Palin, im FOXNews Interview erhoffte. Obama booooo, Romney juchhuuuuu!

Der Wahlkampf wird also hitziger geführt. Es geht nun um alles, also um die Gesundheit der Amerikaner. Sogar die erzkonservativen, zum Teil rechtsextremen Tea-Party Aktivisten unterstützen nun Mitt Romney, denn alles ist besser als Obama, auch der bislang verhasste Lauwarmrepublikaner Romney. Und Obama steht für „Obamacare“, und darunter kann man alles kehren, ihn für alles verantwortlich machen, was in den USA in den letzten 12 Jahren schief gegangen ist. Ja, 12 Jahre, denn der Amtsinhaber ist ja nun auch verantwortlich für zwei Kriege, die eigentlich sein Vorgänger vom Zaun brach und für eine Arbeitsmarkt- und Wirtschaftskrise, die auch ihre Wurzeln vor dessen Amtseinführung hat.

Wahlkampf in den USA, eine Mischung aus 1001 Nacht, Mad Magazine und den real gewordenen Skuriliäten der Titanic.