Der Wahnsinn der Nullnachrichten beginnt

HIllary Clinton geizt beim dem Trinkgeld.

HIllary Clinton geizt beim Trinkgeld.

Au weia! Eineinhalb Jahre Nullnummer und Nullnachrichten liegen vor uns. Jedes Wort, jede Bewegung, jede Geste der Kandidaten wird auf die Goldwaage gelegt. Und allen voran Hillary Clinton. Die ist derzeit nach ihrer offiziellen Verkündung ihrer Kandidatur auf einer Promotour durch jene Bundesstaaten, die zuerst die Vorwahlen haben. Und da passierte es, in Iowa machte ihr Bus vor einem Chipotle Halt, das ist ein mexikanisches Fast Food Restaurant. Hillary und ihre Mitarbeiterin bestellten „chicken burrito bowl, a chicken salad, a blackberry Izzy, and a soda“, wie der Manager des Betriebs danach erklärte. Doch dann geschah es, weder Hillary Clinton noch ihre Begleiterin ließen ein Trinkgeld zurück. Sowieso zahlte die Clinton Begleiterin. „Ihre Rechnung war etwas über 20 Dollar, sie zahlten mit 21 Dollar und steckten das Wechselgeld ein“, so der Restaurantleiter gegenüber der Presse.

Unglaublich! Da ist doch Hillary Clinton auf einer Tour durch die USA, um mit den Bürgern und dem Volk zu bandeln und dann hinterlässt sie nicht einmal ein Trinkgeld bei denen, die es nötig haben. Die Konservativen stürzten sich darauf. Talk Show Moderator Rush Limbaugh machte damit in seiner Sendung auf. Vor wenigen Monaten habe Clinton noch 300.000 Dollar pro Auftritt erhalten und nun könne sie nicht einmal einen Dollar Trinkgeld hinterlassen, so der wortgewaltige Obama und Clinton Hasser. Falsch sei sie, eine Heuchlerin, „out of touch with the American people“, so auch die einhellige Meinung auf FOXNews.

Leider wird dabei übersehen, dass man eigentlich kein Trinkgeld in einem Fast Food Restaurant hinterlässt. Doch auch wenn man das tut, oder eben auch nicht tut, warum ist das nun eine nationale Schlagzeile? Hillary Clinton ist weder Mutter Theresa noch ein heilsbringender Engel. Sie ist Politikerin und kandidiert fürs Weiße Haus. Sie sollte, wie jeder andere Kandidat und Politiker auch, an ihrer und seiner Arbeit gemessen werden. An den Ideen, Inhalten und Konzepten des Wahlkampfs. Doch darauf kommt es wohl wieder einmal nicht an. Es wird ein drei Milliarden Dollar Wahlkampf werden, in dem es mehr um Trinkgeld, Kleidung, Essen und Gesten gehen wird, als um eine sinnvolle und inhaltliche Debatte über den Ist-Zustand und die Zukunft Amerikas. Das für sich sagt sehr viel aus über die eigentliche Lage der Nation.