Washington gegen Hollywood

„Zero Dark Thirty“ heißt ein neuer Film, der zwar erst im Januar in die Kinos kommt, aber schon jetzt heftigste Proteststürme verursacht. Und dieses mal motzen nicht christliche Fundamentalisten oder Moralapostel gegen den Verfall der Sitten in Hollywood, nein, die politischen Schwergewichtler Demokratin Dianne Feinstein, der Demokrat Carl Levin und der Republikaner John McCain wenden sich in einem gemeinsamen – öffentlich verfassten – Brief an den Chef des Sony Studios. Alle drei sind Vorsitzende und wichtige Mitglieder in militärischen Ausschüssen. Diese überparteiliche Allianz beschwert sich über den mehrfach nominierten Film, der die Jagd nach Osama bin Laden beschreibt.

In dem neuen Streifen von Oscar Preisträgerin Katherine Bigelow werden u.a. CIA Agenten dargestellt, die Informationen von Verhafteten durch Folter herauspressen. Feinstein, Levin und McCain erklären in ihrem Schreiben, dass sie noch einmal alle Geheimakten der CIA im Fall bin Laden durchgesehen haben und die Beschuldigungen in „Zero Dark Thirty“ „absolut falsch und irreführend“ sind. Das Trio fordert Sony auf, den Inhalt des Filmes noch einmal zu überarbeiten. „Sie haben eine soziale und moralische Verantwortung, die Fakten richtig darzustellen“, fordern die drei. So, als ob in Washington immer auf einer moralischen und sozial verantwortlichen Ebene entschieden wird.

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