Ein Madman im Blutrausch

Immer mehr Details vom Amoklauf am Freitagabend werden veröffentlicht. So soll Elliot Rodger zuerst drei Menschen in seinem Apartment erstochen haben, bevor er in seinen BMW stieg, durch die Gegend fuhr und wahllos auf Passanten schoß. Dabei tötete er drei weitere und verletzte, zum Teil schwer, sieben Menschen. Während der zehnminütigen Autofahrt durch die Strandgemeinde Isla Vista bei Santa Barbara, lieferte er sich auch noch einen Schußwechel mit der Polizei. Mit einer eigenen Kugel soll sich der 22jährige schließlich selbst hingerichtet haben, sein Wagen krachte in ein parkendes Fahrzeug. Die Polizei fand weitere 400 Schuss in seinem Auto.

Sheriff Bill Brown nannte den Amoklauf einen „vorsätzlichen Massenmord“, die Tat eines Geisteskranken. Niemand hätte das voraussehen und stoppen können. Dem widersprechen allerdings die Eltern von Elliot Rodger, die in einer ersten Stellungnahme erklärten, sie hätten bereits vor Wochen die Behörden auf die beunruhigenden Videos ihres Sohnes aufmerksam gemacht, die dieser auf einem eigenen YouTube Kanal veröffentlichte. In diesen Filmchen sieht man den 22jährigen, wie er davon spricht, das Leben sei nicht fair, kein Mädchen wolle ihn. Er plane, so Rodger in einem seiner Videos, Vergeltung.

Der Fall hat bereits zu ersten Forderungen nach strengeren Kontrollen bei Waffen- und Munitionskauf geführt. Doch, wie wir alle wissen, wird das zu nichts führen. Vielmehr wird die National Rifle Association, NRA, fordern, dass man fortan auch in Kalifornien offen Schußwaffen mit sich führen darf. Denn dann, so die Logik der NRA, hätte der Amokläufer frühzeitig mit einem gezielten Schuß zur Strecke gebracht werden können.

Geld macht nicht glücklich

Ein nagelneuer BMW, Businessflüge rund um die Welt, ein Studium in Santa Barbara, Privatkonzert mit Katie Perry, Geld war kein Problem. Und doch, der 22jährige Elliot Rodger war alles andere als glücklich. Sein Vater ist der Hollywoodproduzent Peter Rodger, seine Mutter die Schauspielerin Soumaya Akaaboune. Peter Rodger ist für seine Arbeit mit Hugh Jackman und jüngst für den Blockbuster „The Hunger Games“ bekannt. Das Foto zeigt den jungen Rodger mit seinen Eltern bei der Premiere des Welterfolgs.

Am Freitag nun drehte Elliot Rodger durch. In seinem BMW fuhr er durch Isla Vista in unmittelbarer Nähe der UC Santa Barbara. Erst ballerte er mit einer semiautomatischen Waffe aus dem Fenster, bevor er gezielt auf Menschen schoß. Danach raste er mit seinem Wagen, verfolgt von der Polizei, durch die Straßen, bevor er in ein geparktes Auto krachte. Die Beamten fanden ihn tot mit einer Schußwunde im Kopf. Noch ist unklar, ob sich Rodger selbst erschossen hat oder ob ihn eine Polizeikugel erwischte. Sechs weitere Menschen starben und sieben Personen wurden zum Teil schwer verletzt bei diesem jüngsten Amoklauf.

Elliot Rodger war auffällig. Er hatte seinen eigenen YouTube Kanal und postete immer wieder Filmchen, in denen er davon sprach, wie unfair doch das Leben sei. Hier sitzt er in seinem eigenen BMW und erklärt, dass ihn Mädchen einfach übersehen.

YouTube Preview Image

Woher Elliot Rodger die Waffe für seine Amokfahrt hatte ist noch unklar. Die Ermittlungen sind derzeit im vollen Gange. Klar ist nur, dass einiges schief gelaufen ist und man im Umfeld von Rodgers durchaus die Zeichen hätte erkennen können, erkennen müssen. Aber wahrscheinlich ist und bleibt das nur ein weiterer Fall einer wilden Schießerei im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Abgehakt, wir warten auf den nächsten Zwischenfall.

UPDATE: In einer ersten Erklärung der Rodger Familie heißt es, ihr Sohn sei höchstwahrscheinlich der Täter. Sie hätten schon vor Wochen die Polizei auf die schockierenden Videos aufmerksam gemacht, die der Sohn auf YouTube hochlud. Doch anscheinend gab es darauf keine Reaktion von Seiten der Behörden.