Newt Gingrich wollte nicht tanzen

Man kennt sich und plauscht am Opernball.

Man kennt sich und plauscht am Opernball.

Es ist zweifelsfrei die beeindruckendste diplomatische Vertretung Deutschlands im Ausland. Die Residenz des deutschen Botschafters in Washington DC, 1994 von Architekt O.M. Ungers verwirklicht. Ein modernes, offen gehaltenes und auch warmes Gebäude auf einem Hügel in einer parkgleichen Umgebung, am Rande von Georgetown.

Und hier fand am Samstagabend der Opernball des Kennedy Centers statt. Ein „Black Tie Event“ für die wichtigen Unterstützer der „National Opera“. Perfekt war das ganze inszeniert und ausgeleuchtet. Die Damen und Herren in feinster Abendrobe genossen Drinks, üppige Desserts, Live-Musik und gute Unterhaltung. Man wollte dabei sein, das war klar. Ein paar bekannte Gesichter konnte ich auch ausmachen, wie die Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsberg, die sehr fragil wirkte, doch von zwei muskelbepackten Sicherheitsleuten begleitet wurde. Dann auch der ehemalige „Speaker of the House“ und Ex-Präsidentschaftskandidat Newt Gingrich, der aus dem Plaudern gar nicht mehr raus kam. Ein paar Namensschilder an reservierten Tischen deuteten noch auf andere „wichtige“ Gäste aus Politik und Wirtschaft hin.

Wir sind alle Berliner in der "Berlin Bar".

Wir sind alle Berliner in der „Berlin Bar“.

Etwas verspätet durfte ich dann in der „Berlin Bar“ mit meiner Musikmischung beginnen. Und es lief erstaunlich gut, denn vorher wußte ich so gar nicht, was bei einem Opernball und einer durchaus altersmäßig undurchschaubaren Zielgruppe ankommen könnte. Die Stimmung war mehr als gut, das Bier floss in Strömen, darunter auch Schlenkerla Rauchbier aus Bamberg. Und die Damen und Herren im feinsten Zwirn tanzten zu Klängen zwischen Abba und Peter Fox. Nur Newt Gingrich kam nicht in den wohlig warmen Keller um das Tanzbein zu schwingen. Schade eigentlich, denn das wäre doch was gewesen, wenn ich am Ende auch noch Newt Gingrich zum Tanzen gebracht hätte.