„If you’re going to San Francisco…“

Die Unterstützer von Bernie Sanders sind kreativ.

Die Unterstützer von Bernie Sanders sind kreativ.

„…burn one for Bernie“. Heute ist der 20. April. Rechte Blindgänger feiern da den Geburtstag Adolf Hitlers. Die „Counter Culture“ San Franciscos rollt da lieber um 4:20 Uhr (16:20) einen dicken Spliff. Mehr als 10.000 Teilnehmer kamen an diesem inoffiziellen Feiertag zum „Hippie Hill“ im Golden Gate Park, um in aller Ruhe und in aller Öffentlichkeit zu kiffen. Es gibt keinen Organisator, auch wenn Dutzende von Händlern ohne Lizenz alles anbieten, was einen Rausch verspricht. Die Polizei schreitet nicht ein, obwohl der Genuß von Marihuana nach wie vor illegal ist. Die Stadt San Francisco finanziert das Rauchfest sogar mit 100.000 Dollar für verstärkte Polizei- und Ambulanzpräsenz, mehr Bussen zum Golden Gate Park, Absperrmaßnahmen für umliegende Nachbarschaften.

4/20 steht für das Rauchen von Marihuana. Der Begriff lässt sich bis in die frühen 70er Jahre zurück verfolgen, als eine Gruppe von Kiffern in San Rafael, etwas nördlich von San Francisco, immer nachmittags um diese Zeit den Jolly entfachte. In diesem Jahr könnte das Treffen am „Hippie Hill“ zum letzten Mal so einen Anruch von Illegalität in Kalifornien gehabt haben. Denn im November sollen die Wähler im Bundesstaat darüber abstimmen, ob das Kiffen hier am Pazifik legal wird. Die Chancen stehen gut, dass das bereits weitverbreitete kalifornische Gras zu einem wichtigen Wirtschaftszweig und damit zu einer neuen Steuereinnahme im „Golden State“ wird.

Am „Hippie Hill“ feierten die Kiffer auch ihren Kandidaten im US-Wahlkampf. Bernie Sanders („Feel the Bern“) ist der einzige im Rennen, der für eine Legalisierung von Marihuana eintritt. Aus diesem Grund werden an diesem Tag im Park auch Neuwähler registriert, Spenden eingesammelt. Auf der anderen Seite der Bay in Oakland findet am Abend sogar ein Benefiz-Musikfestival mit dem Slogan „Burn one for Bernie“ statt. Wer 4,20 Dollar oder mehr spendet, kommt umsonst rein.

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Pot statt Crack

Wahlkampf mal ganz anders. In Toronto stehen im Oktober die Bürgermeisterwahlen an. Eigentlich ist das kein großes Thema für jemanden außerhalb von Toronto, wäre da nicht Rob Ford, der aktuelle OB der kanadischen Metropole. Ford ist der, der nach der Veröffentlichung von eindeutigen Fotos zugeben mußte, Crack geraucht zu haben. Auch mit Prostituierten bespaßte sich der Bürgermeister, war darüberhinaus noch in einige weitere Skandale verwickelt. Doch Rob Ford wäre nicht Rob Ford, wenn er einfach still und leise die politische Bühne verlassen würde. Nein, Rob Ford kandidiert wieder für den Chefsessel in Toronto.

Neben ihm haben sich schon 46 weitere Kandidaten aufstellen lassen. Jeder meint, er könne es besser machen als Rob Ford. Dazu gehört dann wohl nicht viel. Kanadier haben allerdings auch einen guten Sinn für Humor. Am Montag tauchte nämlich im Stadtbild von Toronto dieses Plakat hier auf: Wählt Jeff McElroy – Er verspricht als Bürgermeister nur Gras zu rauchen – kein Crack. Jeder ist besser als Rob Ford. Den Kandidaten Jeff McElroy gibt es gar nicht, aber die Botschaft ist klar, die Bürger von Toronto haben die Nase gestrichen voll von Rob Ford…ich gebe zu, schlechte Wortwahl bei diesem Politiker.