„Fuck you und dann bring dich um“

„I was made for….“ sicherlich nicht „loving you“. Gene Simmons, seines Zeichens KISS Bassist, ist von sich mehr als überzeugt. Seit Jahrzehnten hat er zwar mit seiner Band kein akzeptables Album mehr veröffentlicht, doch ein Großmaul ist er noch immer. Er gibt zu allem und jedem seinen Senf dazu, egal, ob ihn fragt oder nicht.

KISS Bassist Gene Simmons: "Spring doch"

KISS Bassist Gene Simmons: „Spring doch.“

Simmons erklärte, Alkoholiker und Drogensüchtige heulten nur rum, hätten keinen „Arsch in der Hose“ und wollten keine Verantwortung übernehmen. Der 64jährige weiter: „Sie meinen, „die Welt ist so schlecht. Meine Mutter war in einem Nazi Konzentrationslager“. Ich will den ganzen Scheiss von der schlechten Welt nicht hören. Und für einen 20jährigen, der in Seattle lebt und sagt, er sei depressiv. Fuck you und dann bring dich um“. Er sei derjenige, der schreit „Spring“, wenn er einen Selbstmörder auf einer Brücke stehen sehe.

Deutliche Worte eines gealterten Rockstars, der außer großen Worten nicht mehr viel zu melden hat. Sein Kollege, Motley Crue’s Nikki Sixx, meinte in seiner Radiosendung, dass er Gene Simmons zwar möge, aber der einfach nicht begreife, dass er eine Vorbildfunktion habe. „Da draußen ist ein 20jähriger, der KISS Fan ist und das liest und sich denkt; „Ja, er hat recht, Ich sollte mich einfach umbringen“. Sixx hoffe, dass Simmons nicht erst selbst den Freitod eines Familienmitglieds erleben müsse, um die Dinge anders zu sehen.

 

Meine erste Schallplatte

Vor ein paar Jahren packte ich meinen Container mit den letzten Habseligkeiten und Besitztümer, die ich noch in Nürnberg gelagert hatte. Darunter auch etliche Boxen mit Schallplatten, die ich jahrelang vermisst hatte. Die stehen nun wieder hier im Regal, darunter teils obskure Sachen, wo ich mich beim Anblick frage, wie ich nur dazu gekommen bin. Meine erste Vinyl Single war der Eurovisions Hit von Dschinghis Khan „Dschinghis Khan“, gekauft hatte ich die damals in Dortmund-Mengede. Meine erste Langspielplatte war „The best of Abba“, erworben in der Plattenabteilung von Hertie. Mein Bruder meinte damals zu mir, „das wirst Du später bereuen“. Na ja, lange Zeit stand sie dann da ungehört rum, vor allem in der Zeit, als ich mehr auf Rockmusik zwischen AC/DC, Kiss, Saxon und Uriah Heep stand. Aber mittlerweile finde ich Abba gar nicht mal so schlecht.

Doch damit fing vor fast 35 Jahren alles an. Im Laufe der Zeit hat sich hier einiges angesammelt.  Noch immer kaufe ich Vinyl, noch obskurere Aufnahmen als damals. Hauptsächlich uralte deutsche Aufnahmen, die man hier gelegentlich in Plattenläden (!) findet, oder aber historische „Recordings“, alte Reden, Theateraufführungen, geschichtliche Ereignisse. Also, meine Schallplattensammlung wächst noch.

Warum ich das schreibe? Morgen ist „Record Store Day“. Viele Bands, die Vinyl lieben, veröffentlichen an diesem Tag spezielle 45er oder 33er. In den Plattenläden treten Musiker auf, man zelebriert die Schallplatte. Sammler tauschen sich aus, berichten von ihren besonderen Juwelen in den Regalfächern. Vor allem liebt man den Klang der Vinylplatte, der anders, der viel besser ist, als jede mp3 File.

Wenn ich über Schallplatten rede, dann erinnere ich mich an damals (ich bin ja so alt!). Wie ich in Nürnberg zwischen Radio Adler, WOM, Music Shop, Goofy, Francoise, Phonac, Karstadt rumgelaufen bin, um die eine oder andere Platte etwas billiger zu finden. Man kaufte eine LP nicht wie heute einen Download. Man zelebrierte das, man sparte auf den Kauf, schaute sich das Plattencover genauestens an, las die Songtexte durch, hörte sich das Album von vorne bis hinten an und tauschte sich dann mit anderen darüber aus. Plattensammeln gehörte für mich zu meiner Jugend, wie das Handballspielen.

Und nun wird eben genau das Jahr für Jahr beim „Record Store Day“ gefeiert. Schon alleine der Geruch in einem „Used Record Store“…. Ein schönes Ereignis, ich hoffe, am Samstag sind auch in Nürnberg und woanders die Plattenläden gut besucht, denn Vinyl ist einzigartig.

Kiss wollen kein Schmusefest

Am 10. April ist es so weit. Kiss werden in die „Rock’n Roll Hall of Fame“ aufgenommen. Die Make-up Rocker mit Hits wie „Detroit Rock City“, „Beth“, „I was made for lovin‘ you“ und „Rock’n Roll all Nite“ werden allerdings nicht bei der feierlichen Rock Veranstaltung live spielen, wie es eigentlich üblich ist. Man konnte sich nicht auf ein „Line-up“ einigen, heißt es. Das heißt, Gene Simmons und Paul Stanley, die nach wie vor den Schminkkoffer mit festem Griff halten, wollten nicht klein beigeben. Für die vielen Fans, die diesen Moment seit Jahren herbeisehnten ist jedoch klar, dass neben Gene Simmons und Paul Stanley auch Ace Frehley und Peter Criss auftreten sollten. Doch Simmons und Stanley hätten da wohl lieber auch ihre derzeitigen musikalischen Angestellten Eric Singer und Tommy Thayer auf der Bühne gesehen.

Also sagte man lieber gleich ganz ab. Verständlicherweise sind Ace Frehley und Peter Criss sauer, dass es nach all den Jahren nicht erneut zu einer Reunion kommt, noch nicht einmal für diesen besonderen Anlass. Frehley ließ in einer Radioshow gehörig Dampf ab. Criss sprach von einer „beschämenden“ Entscheidung der beiden Kiss Größen Simmons und Stanley. Die Fans wollten nach 40 Jahren Kiss eine erneute Wiedervereinigung, so Peter Criss. Die wird es wohl weiterhin nur in Form der Kiss Action Figuren geben. Beim Spielen mit Paul, Peter, Gene und Ace kann man ja ein gutes altes Album aus den 1970er Jahren auflegen. Ich empfehle Kiss Alive oder Kiss Alive II. Und ja, ich war auch mal Kiss Fan. Lange ist es her, aber die rockten wirklich mal…