Amis und ihre Klagen

RichterhammerIn den USA lernt man eines sehr schnell. Hier kann man jeden und alles ver- und einklagen. Der gesunde Menschenverstand zählt da nicht, immer ist irgendein anderer für etwas schuldig.

Ein paar ausgewählte Klagen der besonderen Art hier im Audiobeitrag:

Klagen in den USA     

$ 80.000 pro Download Song

Eine steile Rechnung hat nun eine Frau in Minnesota präsentiert bekommen. Für 24 Songs, die sie im Internet geladen und dann über eine „File Sharing Site“ zur Verfügung gestellt hatte, wurde sie jetzt von einem Gericht zu 1,92 Millionen Dollar oder 80.000 Songs pro Song verdonnert.

Der Anwalt der Frau argumentierte zwar, dass nicht eindeutig festgestellt werden konnte, ob sie es auch wirklich gewesen sei, doch eindeutige Recherchen ergaben, dass sowohl ihr Online Name, ihre Mailladresse als auch ihre Internet Protocol Adresse stimmten. Der Jurist meinte echt, man habe die Frau ja nicht auf frischer Tat erwischt, was für ein Dämelargument ist das denn!!!

Der Verteidiger stellte die Angeklagte als mutige Frau dar, die im Kampf gegen die gewaltige amerikanische Plattenindustrie, die geklagt hatte, aufstand und ihr Recht forderte. Die RIAA betonte nochmals, dass es ihr nicht um einen Richterspruch ginge und sie der Beschuldigten auch nach dem Prozess noch die Möglichkeit einer aussergerichtlichen Einigung einräume.

Die mehrfache Mutter gab sich am Ende gelassen und meinte, sie werde das ohnehin nicht zahlen können. Eigentlich, wenn man sich mal die runtergeladenen Songs der Frau genauer ansieht, kann man nur zum Ergebnis kommen, sie ist für einen schlechten Musikgeschmack bestraft worden. Der Richter dachte sich beim Durchlesen der Songliste sicherlich: „Boah, so wat geht ja gaaaaa nich…dat gehoert verbot’n“.