Ein Planet für die Tonne

„America First“, „Make America Great Again“, „Promises Made, Promises Kept“, das sind nur einige der Schlachtrufe, mit denen Donald Trump derzeit durchs Land tingelt und dafür von seinen Fans laut bejubelt wird. Sie sehen einen Präsidenten, der zu seinem Wort steht, der patriotisch und nationalistisch denkt, der Amerika über alles stellt. Auch über die Wissenschaft.

Lange Dürreperioden, wie hier in Somalia, sind Folgen des Klimawandels.

Im ganzen Getöse um die Benennung von Brett Kavanaugh zum Verfassungsrichter ging ganz unter, dass im Umweltministerium (Environmental Protection Agency – EPA) mal kurz der wissenschaftliche Beirat aufgelöst wurde. Braucht man nicht mehr. Lobbyisten in Washington wissen eh besser was Amerika braucht, als ein paar Wissenschaftler, die Entscheidungsträger fundiert beraten sollen. Vom Beginn der Trump Amtszeit ging es einzig und allein darum, Umweltschutzrichtlinien aufzukündigen, zu verwässern, umzuschreiben, in die Tonne zu kloppen. Wissenschaftler stören da nur.

Als Scott Pruitt als Umweltminister ins Amt kam, forderte er von seinem Ministerium, dass eine Namensliste erstellt wird, auf der zu sehen ist, welche Mitarbeiter in Sachen Klimawandel geschult wurden und sich fortbilden ließen. Die Absicht war klar, jene Mitarbeiter sollten nicht viel länger im Ministerium bleiben dürfen. Solch eine Namensliste konnte verhindert werden, nicht jedoch der offene Kampf gegen Klimaschutzprojekte. Und der wird nicht nur im Umweltministerium durchgeführt.

Unter Barack Obama waren die USA der größte Geldgeber für den „Green Climate Fund“, der Entwicklungsländer und Schwellenländer half, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen und auf erneuerbare Energien zu setzen. Obama versprach drei Milliarden Dollar, bis zum Ende seiner Administration wurde eine Milliarde Dollar ausgezahlt. Donald Trump hingegen sieht den Klimawandel als „Hoax“, als Schwindel an, als von den Chinesen erfunden. Kein Wunder also, dass er überhaupt keinen Dollar mehr für den „Green Climate Fund“ zur Verfügung stellt.

Nicht nur das, das Weiße Haus unter Donald Trump wollte den Haushalt für Umweltschutzprojekte der Entwicklungshilfebehörde USAID auf 200 Millionen Dollar reduzieren, eine Kürzung um 70 Prozent. Der republikanisch dominierte Kongress hat dem jedoch nicht zugestimmt. Noch nicht, befürchten Umweltschutzgruppen, denn Trump macht Druck diese Gelder einzusparen. Doch was Trump und seine Gang durchsetzen konnten, ist die Streichung aller Klimaprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika. USAID, die für die Verteilung von Entwicklungshilfegeldern zuständig ist, darf fortan solche Klimaprojekte nicht mehr finanzieren, daruner auch in Ländern wie Äthiopien und Mozambique, wo schon heute die dramatischen Folgen des Klimawandels zu sehen sind. Alles Humbug und damit Geldverschwendung, sagt der Präsident. Die Folgen der Trumpschen „America First“ Politik wird mehr als langfristige Folgen haben. Hier regiert ein Mann, der die Wissenschaft ablehnt und viel schlimmer noch, davon überzeugt ist, dass er alles besser kann, weiß und macht.

Der Klimawandel findet statt, aber ohne die USA

Warnungen gibt es genug, doch gehört werden sie nicht da, wo sie gehört werden sollten. Während nahezu 80 Prozent der demokratischen Wähler in den USA an den Klimawandel und seine katastrophalen Folgen glauben, sind es bei den republikanischen Wählern weniger als 30 Prozent. Und diese Zahl ist seit 2015 noch gesunken, dem Jahr, in dem Donald Trump seinen Feldzug gegen die Wissenschaft angetreten hat.

Mit „sauberer“ Kohle in die Katastrophe. Foto: Reuters/

Und Präsident Trump setzt nun Schritt für Schritt das um, was er im Wahlkampf versprochen hat. Er glaubt an das Ammenmärchen von der sauberen Kohle, hört auf die Industriebosse und dreht die Uhren zurück. Heißt, er setzt Umweltschutzmaßnahmen außer Kraft, die sein Vorgänger Barack Obama eingeführt hatte. Für Trump und sein Umweltministerium geht es um „clean energy“ und die hat mehr mit Dollars als mit sauberer Luft zu tun. Nun hat er weitere Regularien außer Kraft gesetzt, die es älteren Kohlekraftwerken erlaubt am Netz zu bleiben. Die Industrie jubelt, Umweltverbände schütteln nur noch resigniert den Kopf, in einem Bericht der „Environmental Protection Agency“ (EPA), dem Umweltministerium heißt es sogar, dass diese zurück gefahrenen Gesetze der Obama-Administration zwischen 470 und 1400 Todesfälle mit sich bringen werden. Doch das ist kein Problem in der Trumpschen Weltsicht.

Amerika, so scheint es, fährt mit Volldampf auf die Katastrophe zu. Warnzeichen, Hilferufe, ernstzunehmende Signale werden vom Tisch gewischt. Alles „Fake News“, der Klimawandel sei nicht wissenschaftlich bewiesen, „Climate Change“ eine Verschwörung, um den Amerikanern ihre Freiheiten zu nehmen. In diesen Diskussionen fehlen einem die Worte. Nun wird also weiter auf Kohle gesetzt, der Schaden wird immens sein, die Uhr läuft ab, die dünne Chance überhaupt noch etwas an den Drohszenarien zu ändern verschwindet gänzlich. Trump macht ernst, „America First“ bedeutet keine Rücksicht auf Verluste und für ihn persönlich: nach mir die Sintflut.

Die USA sind ein Land der Lobbyisten. Und das vor dem Hintergrund, dass nun keine seriösen, öffentlichen Debatten mehr stattfinden können. Mit einem Präsidenten an der Spitze, der seit Amtsantritt vor 20 Monaten nachweislich über 4200 Unwahrheiten und Lügen verbreitet und davon nichts zurück genommen oder relativiert hat, der von einem Amerikabild aus längst vergangenen Tagen spricht, in denen die Vereinigten Staaten eben nicht „great“ waren, lassen sich die Zukunftsprobleme nicht lösen. Doch nicht nur das, mit republikanischen Wählern, die an der Wissenschaft zweifeln, den von Menschen verursachten Klimawandel nicht wahrhaben wollen, Fakten ignorieren oder schlichtweg als Lügenpropaganda hinstellen, hat dieses Land einen fatalen Kurs eingeschlagen. Die Wahlen im November und in zwei Jahren werden daran nichts mehr ändern können.

„Ocean Rising“ durch die vielen Steine

Es gibt im US Kongress einen Ausschuss, der nennt sich „House Committee on Science, Space and Technology“. Dort werden alle Fragen bezüglich der Wissenschaft behandelt. Experten werden zu wichtigen Themen eingeladen, befragt, Hintergründe erforscht. Nun war mal wieder das Thema Klimawandel an der Reihe. Vor den Mitgliedern der Kommission saß einer der führen Klimaforscher, Philip Duffy.

Der Klimawandel, die Steine und die Republikaner. Foto: Reuters.

Und Duffy nahm die Fragen der Politiker gelassen, auch wenn sie mehr als fragwürdig waren. Da wollte der republikanische Abgeordnete Mo Brooks aus Alabama wissen, ob der Anstieg der Weltmeere nicht viel mehr damit zu tun habe, dass immer wieder Steine und Felsen ins Meer abrutschen, reinfallen, reingeschmissen werden. „Denn damit ist weniger Platz in den Ozeanen, denn der Meeresboden steigt an“, so die Begründung von Brooks. Der Republikaner verwies auf die Felsen in Dover und Kalifornien, die immer mal wieder ins Meer absackten.

Philip Duffy reagierte gelassen: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass das einen unbedeutenden Effekt hat“. Brooks republikanischer Kollege aus Kalifornien, Dana Rohrabacher, meinte, er sei „verwirrt“, dass Wissenschaftler den Ausschussmitgliedern erklärten, die Frage ob der Klimahandel von Menschen gemacht sei, sei beantwortet. „Ich finde das sehr verstörend, dass uns das hier in diesem Wissenschaftsausschuss in die Köpfe gehämmert wird, obwohl wir doch eigentlich auch offen sein sollten für andere Sichtweisen“. Kleiner Ratschlag zum Schluß, bitte keine Steine mehr in Seen, Flüsse, Bäche und Meere werfen, damit nicht der Verdacht aufkommen kann, man wolle bewußt den Meerespiegel anheben oder Überschwemmungen verursachen. In die USA könnte man nämlich, wenn die politische Entwicklung so weitergeht, schon bald dafür verklagt werden.

 

 

 

 

 

Trump sagt mal wieder „F.U.“

Man erlebt es trotz allem nicht so oft, dass der amerikanische Präsident so offen einem Großteil der Amerikaner „F… Y..“ zuruft. Aber genau das ist mit seinem jüngsten Tweet passiert. Weite Teile der USA erleben einen extremen Kälteeinbruch, wir hier im Westen haben fast sommerliche Temperaturen nach verheerenden Bränden. Und was macht der Präsident? Ihm sind die Auswirkungen des Klimawandels egal. Vielmehr unterhält er zum Jahresausklang seine Wähler mit einem dusseligen Tweet. Seine Basis wird ihm sicherlich zunicken und unglaublich geistreich bemerken: „genau, wo ist denn „Global Warming“, wenn wir hier so viel Schnee haben“. Lieber Gott, wirf Hirn vom Himmel!

„Not my president“

Auf Twitter feiert sich Donald Trump selbst. Gleich mehrere Tweets von konservativen Politikern hat er auf seinem Account @realDonaldTrump kopiert. Alles Lobhudelei für seine Entscheidung, die USA aus dem Pariser Abkommen herauszumanövrieren. Doch damit hat Trump zweierlei erreicht. Er hält sein Wahlversprechen, festigt so seine Basis, die ihm glaubt. Allerdings mobilisiert der Präsident auch seine Gegner, die nun ganz deutlich vor Augen haben, was dieser Mann anrichten kann und wird, wenn er nicht spätestens nach vier Jahren gestoppt wird.

Donald Trump auf Isolationskurs. Foto: Reuters.

Trump poltert weiter und faselt von „America First“, dem amerikanischen Arbeiter und den amerikanischen Familien, auch, wenn all das, was er da macht, Amerika nur in die Isolation führt und denen schadet, die ihn – noch – unterstützen. Seine politischen Strategien und Pläne sind kurzfristig. Das zeigte sich schon bei seinem Haushaltsvorschlag, dem Einreiseverbot und nun eben auch seiner Abkehr vom Klimaschutz. Trump braucht sein Jubelvolk um sich, danach richtet er seine Politik aus. Ob es Sinn macht oder eben auch nicht spielt dabei keine Rolle.

Was in dieser Diskussion über den Ausstieg aus den Pariser Verträgen etwas zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass Donald Trump nicht für die Mehrheit der Amerikaner spricht. Die Reaktionen nach Trumps „Rose Garden“ Auftritt zeigen, der Präsident spricht nur für seine Basis. Er hat ausschließlich seine Wiederwahl im Sinne, will es „allen“ zeigen, dass er auch die Stimmen für eine zweite Amtszeit bekommen kann. Das wäre für ihn die größte Bestätigung. Eine Niederlage 2020 wäre für Donald Trump der Ego-Supergau.

Trump ist im Dauerwahlkampf, hat nur seine Basis im Blickwinkel und übersieht dabei, dass er eine gegnerische Front aufbaut, die immer größer und breiter wird. Und die setzt sich mehr und mehr aus gesellschaftlichen Gruppen zusammen, die ihm das erneute Siegen schwierig machen werden. Tausende von Gruppen haben sich bereits in den USA gegen Trump gebildet. Nach dem Ausscheiden aus den Pariser Verträgen, dem bewussten internationalen Isolationskurs, der Unterstützung für so manchen Despoten wird diese Anti-Trump Basis nur noch gefestigter. Trump bereitet derzeit selbst sein Ende vor.

Und dann lief ein weißes Kamel vorbei

Auf der Suche nach der Sandmalve.

Auf der Suche nach der Sandmalve.

So etwas ist mir auch noch nicht passiert. Da stehe ich im Schatten eines Baumes, führe ein Interview mit einer älteren Frau, irgendwo da draußen auf einem Feld außerhalb eines Dorfes und da läuft ganz gemächlich ein weißes Kamel vorbei. Das erlebt man wahrlich nicht alle Tage.

Das Interview war mit der Präsidentin einer Kleinspargruppe. Ja, auch so etwas gibt es im Niger und es hat sich bewährt. Anfang der 90er Jahre wurden diese „Sparvereine“ von CARE mit initiiert und unterstützen heute ganze Dörfer. Und unter dieser Bezeichnung sollte man sich nicht das deutsche Vereinswesen vorstellen, vielmehr einen Zusammenschluss von Frauen in so einer überschaubaren Ansiedlung irgendwo im Niger. Die Frauen unterstützen sich gegenseitig, gerade in Krisenzeiten, wie es sie hier immer wieder und immer öfter gibt. Der Klimawandel macht sich hier deutlich bemerkbar, der Regen bleibt aus oder es regnet zu wenig. Früher war die Regenzeit drei Monate lang, heute regnet es vielleicht eine Woche, dann eine zweiwöchige Pause, der Boden trocknet aus, bevor es wieder schüttet. Das Ergebnis ist eine Ernte, die hinten und vorne nicht reicht. Die gemeinsamen Ertragsspeicher sind leer. Hier redet man ganz ungeschminkt von einer drohenden Hungerskatastrophe.

Eine Hütte unter der nigrischen Sonne.

Eine (meine?) Hütte unter der nigrischen Sonne.

CARE ist in dieser Gegend außerhalb von Maradi aktiv. Schon seit Jahrzehnten unterstützt man verschiedenste Projekte, meist mit dem Fokus auf Frauen und Mädchen. Auf einem Feld werden mir die Schwierigkeiten der Landwirtschaft gezeigt. Eine Pflanze, die von weidenden Tieren hierher in die Region eingeführt wurde, ist zum Problem für die Landwirtschaft und die Viehhaltung geworden. Ein paar Männer des Dorfes wollen mir die Sandmalve oder „Sida Cordifolia“ genauer zeigen. Durch prickeliges Gras, vorbei an Dornenbüschen marschieren wir los. Schließlich zeigen sie auf die „Problempflanze“, die hier nicht hingehört und wild wächst.

Zurück im Dorf sitzen wir mit den Frauen und den Männern unter einem Baum zusammen, der bei der drückenden Hitze etwas Schatten spendet. Sie berichten von ihren Erfahrungen mit der Spargruppe und von den Problemen durch den Klimawandel. Es wird in vier Sprachen gesprochen und gelacht: Hausa, Französisch, Englisch und Deutsch. Am Ende wird mir noch scherzhaft ein Zimmer aus Lehm und Hirseresten gemauert im Dorf angeboten, allerdings ohne Dach. Auch so ein Angebot bekommt man dann wohl nicht alle Tage.

„Der Klimawandel ist Humbug“

Er zweifelt den Klimawandel an, Senator Jim Inhofe.

Er zweifelt den Klimawandel an, Senator Jim Inhofe.

Amerika hat am Dienstag ein neues Kapitel aufgeschlagen. Zwar hieß es nach der Wahlniederlage der Demokraten von Seiten der Republikaner, man sei offen für Gespräche mit Barack Obama und den Verlierern. Doch schnell wurde klar, dass nun ein anderer Wind in den heiligen Hallen des Kongresses weht. Einige Tea-Party Kandidaten wurden gewählt, die alles andere als offen für Kompromisse sind und keinerlei Gesprächsbereitschaft zeigen.

Nach der Senatspleite der Demokraten werden nun auch die Vorsitzenden der einzelnen Kommissionen ausgewechselt. Und das bedeutet, vieles, für was Barack Obama in den letzten sechs Jahren stand, war für die Katz‘. Den Umweltausschuß wird wohl James Inhofe, Senator aus Oklahoma übernehmen, seines Zeichens der wohl größte Wissenschafskritiker überhaupt. 2012 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel „The Greatest Hoax: How the Global Warming Conspiracy Threatens Your Future.“ Übersetzt heißt das, „Der größte Schwindel: Wie die Verschwörungstheorie des Klimawandels ihre Zukunft bedroht“. Noch Fragen?

Inhofe argumentiert gerne mit Bibelzitaten und zieht dann seine Schlüsse. „Die Arroganz der Leute, die meinen, wir, die Menschen, könnten ändern, was ER mit dem Klima macht, ist ungeheuerlich.“ Dieser Mann nimmt nun also den Vorsitz im Umweltausschuss des Senats ein. Man kann sich vorstellen, was er für Anhörungen zulässt, was für Inhalte behandelt werden, was für wichtige Diskussionen nicht stattfinden werden. Internationale Verträge, Schutzabkommen, eine zukunftsorientierte Politik sind ab nun in Umweltfragen Fehlanzeige. Amerika drückt auf Stillstand. In diesem Fall sogar auf Rückstand.

 

Wetter? War da was?

Der Osten und der Mittlere Westen der USA versinken im eiskalten Schneechaos, In Kalifornien ist es so trocken wie noch nie zuvor. Aber war da was? Eine Umfrage von Gallup zeigte nun, dass der Klimawandel und Umweltprobleme den Amerikanern sprichwörtlich am Allerwertesten vorbei gehen. Auf einer Liste von 15 Politikfeldern liegt die Umwelt gerade mal auf Rang 13, „Global Warming“ gleich dahinter auf Rang 14. Auf den letzten Platz kamen die „Race Relations“, die ethnischen Beziehungen in Amerika. Der „Melting Pot“ USA scheint problemlos zu funktionieren.

Klare Aussage, klare Ansage. Ganz vorne liegt die Wirtschaft, gefolgt von den Ausgaben der Regierung. Auf Platz drei überraschenderweise Krankenversicherung. Platz vier Arbeitslosigkeit, dahinter der ausufernde Beamtenapparat der Regierung, das Wohlfahrtssystem, Hunger und Obdachlosigkeit, Kriminalität und Gewalt, Terrorgefahr, Energienutzung, Drogenmißbrauch und dann auf Rang 12 die illegale Einwanderung.

31 Prozent der Amerikaner, so wenige wie noch nie, sorgen sich um die Umwelt. Nur 26 Prozent glauben an die Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Den Amerikanern fehlt schlichtweg ein Vielparteiensystem wie in Deutschland. Eine breite und einflussreiche grüne Bewegung wird es nicht geben, denn die hat politisch keine Chance. Die „Green Party“ in den USA gilt als ein Haufen Spinner und Querdenker, die unpatriotisch und anti-amerikanisch sind, denn der „American Way Of Life“ ist nur auf dem Dollarnotenpapier grün.

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Es grünt so grün in Alaska

Schnee, Eis, Kälte. Das verbindet man mit Alaska. Goldrausch, Schlittenhunderennen, Eisbären. Doch irgendwie ist alles anders in Alaska, und nicht erst seit Sarah Palin dort zur Gouverneurin gewählt wurde. NASAs Terra Satellit hat am 17. Juni ein ungewöhnliches Bild aufgenommen. Beeindruckend schön und sehr rar, denn normalerweise gibt es in einigen Teilen Alaskas 340 Wolkentage im Jahr. Doch hier, an diesem 17. Juni, zeigte sich der US Bundesstaat fast vollkommen wolkenlos; und auch fast vollkommen schneelos.

Alaska erlebt derzeit einen Hitzerekord. Normalerweise gibt es im Juni noch Frosttage, derzeit liegen die Temperaturen in einigen Teilen über 30 Grad. Klimaforscher werten dieses Bild als eindeutiges Beispiel für den Klimawandel. Letztes Jahr war das neuntwärmste Jahr seit 1850, die Jahre 2001 bis 2012 sind unter den Top 13 dieser beunruhigenden „Hitparade“.

Sarah Palin, die nun einen Rücktritt von ihrem Rücktritt gemacht hat und wieder als FOXNews „Expertin“ ihren Senf dazu geben darf, wird das NASA Bild gefallen. So klar hat sie ihren Bundesstaat noch nie gesehen. Ich warte schon auf ihren sachlichen Kommentar zu den liberalen Klimaverschwörungstheorien. Mit Sicherheit steckt Obama wieder hinter allem.

Spannung bis zum Ende

Wow, in Alaska ist wirklich was geboten. Dort überschlagen sich die Dinge. Spannung pur. Nach Sarah Palin nun das. Bereits seit 1917 gibt es eine Lotterie, die mittlerweile landesweit ausgetragen wird und in der man wetten kann, wann das Eis auf dem Tanana Fluss in Nenana bricht. Dabei wird jedes Jahr im Januar ein Stativ auf das Eis gestellt und befestigt. Mit einer Schnur wird das ganze mit einer Uhr an Land verbunden, die beim Eisbruch und dem Absinken des Stativs die genaue Uhrzeit festhält. Das ganze heisst „Nenana Ice Classic„.

Beim Aufstellen des „Tripods“ kann man für diesen superspannenden Wettbewerb Tickets erwerben. Dabei gibt jeder Teilnehmer ein genaues Datum und eine genaue Uhrzeit an, wann er oder sie glaubt, dass das Eis in diesem Jahr bricht. Und am Freitag war es dann soweit. Um 20:41 Ortszeit knackte erst das Eis, brach dann und das Stativ sackte weg. Zwei Gewinner teilen sich nun den Jackpot von sage und schreibe Zweihundertdreiundachtzigtausendsiebenhundertdreiundzwanzig Dollar.

Interessanterweise wird dieser Eisschollenwettbewerb mittlerweile auch von Wissenschaftlern mit Argusaugen beobachtet. Denn seit 1917 zeichnen die Anwohner genau auf, wann das Eis im hohen Norden bricht. Damit erhalten sie wichtige Daten, die belegen, dass sich das Klima aufwärmt.