„Der Klimawandel ist Humbug“

Er zweifelt den Klimawandel an, Senator Jim Inhofe.

Er zweifelt den Klimawandel an, Senator Jim Inhofe.

Amerika hat am Dienstag ein neues Kapitel aufgeschlagen. Zwar hieß es nach der Wahlniederlage der Demokraten von Seiten der Republikaner, man sei offen für Gespräche mit Barack Obama und den Verlierern. Doch schnell wurde klar, dass nun ein anderer Wind in den heiligen Hallen des Kongresses weht. Einige Tea-Party Kandidaten wurden gewählt, die alles andere als offen für Kompromisse sind und keinerlei Gesprächsbereitschaft zeigen.

Nach der Senatspleite der Demokraten werden nun auch die Vorsitzenden der einzelnen Kommissionen ausgewechselt. Und das bedeutet, vieles, für was Barack Obama in den letzten sechs Jahren stand, war für die Katz‘. Den Umweltausschuß wird wohl James Inhofe, Senator aus Oklahoma übernehmen, seines Zeichens der wohl größte Wissenschafskritiker überhaupt. 2012 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel „The Greatest Hoax: How the Global Warming Conspiracy Threatens Your Future.“ Übersetzt heißt das, „Der größte Schwindel: Wie die Verschwörungstheorie des Klimawandels ihre Zukunft bedroht“. Noch Fragen?

Inhofe argumentiert gerne mit Bibelzitaten und zieht dann seine Schlüsse. „Die Arroganz der Leute, die meinen, wir, die Menschen, könnten ändern, was ER mit dem Klima macht, ist ungeheuerlich.“ Dieser Mann nimmt nun also den Vorsitz im Umweltausschuss des Senats ein. Man kann sich vorstellen, was er für Anhörungen zulässt, was für Inhalte behandelt werden, was für wichtige Diskussionen nicht stattfinden werden. Internationale Verträge, Schutzabkommen, eine zukunftsorientierte Politik sind ab nun in Umweltfragen Fehlanzeige. Amerika drückt auf Stillstand. In diesem Fall sogar auf Rückstand.

 

Wetter? War da was?

Der Osten und der Mittlere Westen der USA versinken im eiskalten Schneechaos, In Kalifornien ist es so trocken wie noch nie zuvor. Aber war da was? Eine Umfrage von Gallup zeigte nun, dass der Klimawandel und Umweltprobleme den Amerikanern sprichwörtlich am Allerwertesten vorbei gehen. Auf einer Liste von 15 Politikfeldern liegt die Umwelt gerade mal auf Rang 13, „Global Warming“ gleich dahinter auf Rang 14. Auf den letzten Platz kamen die „Race Relations“, die ethnischen Beziehungen in Amerika. Der „Melting Pot“ USA scheint problemlos zu funktionieren.

Klare Aussage, klare Ansage. Ganz vorne liegt die Wirtschaft, gefolgt von den Ausgaben der Regierung. Auf Platz drei überraschenderweise Krankenversicherung. Platz vier Arbeitslosigkeit, dahinter der ausufernde Beamtenapparat der Regierung, das Wohlfahrtssystem, Hunger und Obdachlosigkeit, Kriminalität und Gewalt, Terrorgefahr, Energienutzung, Drogenmißbrauch und dann auf Rang 12 die illegale Einwanderung.

31 Prozent der Amerikaner, so wenige wie noch nie, sorgen sich um die Umwelt. Nur 26 Prozent glauben an die Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Den Amerikanern fehlt schlichtweg ein Vielparteiensystem wie in Deutschland. Eine breite und einflussreiche grüne Bewegung wird es nicht geben, denn die hat politisch keine Chance. Die „Green Party“ in den USA gilt als ein Haufen Spinner und Querdenker, die unpatriotisch und anti-amerikanisch sind, denn der „American Way Of Life“ ist nur auf dem Dollarnotenpapier grün.

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Es grünt so grün in Alaska

Schnee, Eis, Kälte. Das verbindet man mit Alaska. Goldrausch, Schlittenhunderennen, Eisbären. Doch irgendwie ist alles anders in Alaska, und nicht erst seit Sarah Palin dort zur Gouverneurin gewählt wurde. NASAs Terra Satellit hat am 17. Juni ein ungewöhnliches Bild aufgenommen. Beeindruckend schön und sehr rar, denn normalerweise gibt es in einigen Teilen Alaskas 340 Wolkentage im Jahr. Doch hier, an diesem 17. Juni, zeigte sich der US Bundesstaat fast vollkommen wolkenlos; und auch fast vollkommen schneelos.

Alaska erlebt derzeit einen Hitzerekord. Normalerweise gibt es im Juni noch Frosttage, derzeit liegen die Temperaturen in einigen Teilen über 30 Grad. Klimaforscher werten dieses Bild als eindeutiges Beispiel für den Klimawandel. Letztes Jahr war das neuntwärmste Jahr seit 1850, die Jahre 2001 bis 2012 sind unter den Top 13 dieser beunruhigenden „Hitparade“.

Sarah Palin, die nun einen Rücktritt von ihrem Rücktritt gemacht hat und wieder als FOXNews „Expertin“ ihren Senf dazu geben darf, wird das NASA Bild gefallen. So klar hat sie ihren Bundesstaat noch nie gesehen. Ich warte schon auf ihren sachlichen Kommentar zu den liberalen Klimaverschwörungstheorien. Mit Sicherheit steckt Obama wieder hinter allem.

Spannung bis zum Ende

Wow, in Alaska ist wirklich was geboten. Dort überschlagen sich die Dinge. Spannung pur. Nach Sarah Palin nun das. Bereits seit 1917 gibt es eine Lotterie, die mittlerweile landesweit ausgetragen wird und in der man wetten kann, wann das Eis auf dem Tanana Fluss in Nenana bricht. Dabei wird jedes Jahr im Januar ein Stativ auf das Eis gestellt und befestigt. Mit einer Schnur wird das ganze mit einer Uhr an Land verbunden, die beim Eisbruch und dem Absinken des Stativs die genaue Uhrzeit festhält. Das ganze heisst „Nenana Ice Classic„.

Beim Aufstellen des „Tripods“ kann man für diesen superspannenden Wettbewerb Tickets erwerben. Dabei gibt jeder Teilnehmer ein genaues Datum und eine genaue Uhrzeit an, wann er oder sie glaubt, dass das Eis in diesem Jahr bricht. Und am Freitag war es dann soweit. Um 20:41 Ortszeit knackte erst das Eis, brach dann und das Stativ sackte weg. Zwei Gewinner teilen sich nun den Jackpot von sage und schreibe Zweihundertdreiundachtzigtausendsiebenhundertdreiundzwanzig Dollar.

Interessanterweise wird dieser Eisschollenwettbewerb mittlerweile auch von Wissenschaftlern mit Argusaugen beobachtet. Denn seit 1917 zeichnen die Anwohner genau auf, wann das Eis im hohen Norden bricht. Damit erhalten sie wichtige Daten, die belegen, dass sich das Klima aufwärmt.