Herr Trump, denken Sie doch mal nach!

Donald Trump spricht von einem Erfolg seiner ersten Auslandsreise. Jobs, Jobs, Jobs, ein „great success“ für Amerika, er arbeite hart für die Amerikaner. Dafür hofiert er Dikatoren und verprellt Freunde. Alles kein Problem, denn Trump handelt ja nach dem Motto „Make America Great Again“ und dabei brettert er ausschließlich auf der Überholspur des „America First“ Highways durch die Weltgeschichte.

Seine beleidigenden Worte gegenüber den Deutschen ist nur ein Beispiel, wie Trump mit einstigen engen Partnern Amerikas umspringt. Der Elefant wütet durch den Porzellanladen, droht mit Strafzöllen wie ein Wegelagerer und verkennt dabei die wirkliche Situation. Was der derzeitige US Präsident in seiner selbstverliebten Sichtweise geflissentlich übersieht ist, die USA waren und sind ein Einwanderungsland. DEN Amerikaner gibt es nicht. Wer mit einem Amerikaner spricht, der wird gleich erfahren, wie er oder sie sich empfinden. Sie kommen aus Deutschland, Finnland, China, Mexiko, England, Irland, Russland. Die Welt trifft sich in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Global Village ist längst Realität in den USA. Man muß nur nur die Städte spazieren, um von Japantown nach Chinatown, nach Little Italy oder nach Russian Hill zu kommen. Amerika ist gespalten, nicht nur politisch, sondern auch ethnisch. Überall wohin ich komme erzählen mir Amerikaner, dass sie auch „deutsch“ seien. Der Uroma kam aus Lüdenscheid oder einer Stadt, die so klingen könnte. „I love Germany, I love my „BI-EM-Double U“, great German engineering“.

Deutsche und Deutsch-Amerikaner in den USA kaufen bevorzugt deutsche Produkte, fliegen mit deutschen Airlines, fahren deutsche Autos. Das ist so bei diesen Einwanderern, das ist ähnlich bei den anderen Einwandergruppen, sie sind nach wie vor mit ihrer alten Heimat verbunden. Schaut man nach Chinatown, kaufen Chinesen vor allem in chinesichen Läden ein. Trump meint, nur weil auf einem Produkt „Made in USA“ stehe, würden Amerikaner nun seinen MAGA-Wahnsinn unterstützen. Doch da verkalkuliert er sich. Er übersieht, dass es den einheitlichen Model-Amerikaner nicht gibt und noch nie gegeben hat. Alle sind Einwanderer von irgendwoher. Einige mehr, andere weniger. Und viele von ihnen kaufen auch aufgrund ihrer familiären Wurzeln ein. Mit der Drohung von Strafzöllen wird Trump eine bislang stille Mehrheit gegen sich aufbringen.

 

Ade Thanksgiving

Thanksgiving ist der wohl wichtigste Feiertag in den USA. Ein Tag, den man mit Familie und Freunden verbringt. Und wohl auch der einzigste, der bislang nicht kommerzialisiert wurde. Klar, man ißt und trinkt an dem Tag viel, aber es gibt weder Geschenke noch Verkleidungen. Es gibt kein großes Tam-Tam und keine großen Thanksgivingwerbekampagnen. Sogar die meisten Läden und Restaurants haben bislang ihre Türen an diesem vierten Donnerstag im November geschlossen.

Doch nun hat man wohl auch diesem friedlichen Feiertag ein Ende gesetzt. Etliche der großen Warenhäuser und Spezialgeschäfte, von WalMart bis Best Buy haben bereits am Donnerstag den „Black Friday“ eingeläutet. Begeisterte Shopper standen schon tagelang vorher in den Schlangen vor den Läden. Ja, sie campten vor der Tür, um die besten „Deals“ zu bekommen. „Black Friday“ ist der Freitag nach Thanksgiving, der wichtigste Verkaufstag des Einzelhandels im Jahr. Dann gibt es Supersonderangebote und die heiße Zeit des Weihnachtsshoppings wird eröffnet. Läden locken mit Preisangeboten wie 49 Dollar Computer Tablets. Oder Flachbildschirmen für ein Zehntel des normalen Verkaufspreises.

Das ist die eine Seite des „Black Friday“, und dann ist da auch die, dass man sich gegenseitig in den Läden umrennt, sich auf den Parkplätzen um Parkplätze prügelt, mit viel Schmackes und Ellbogen sich nach vorne drängelt. Das gibt es nun eben auch an Thanksgiving, dem Tag im Jahr, an dem man mal reflektieren, in sich gehen sollte. An dem man Danke sagt. Danke wohl nun dafür, dass man lebendig aus dem Konsumrausch heraus gekommen ist.

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