Das nennt man parteiübergreifend

Donald Trump zeigt seit fast eineinhalb Jahren, wie man es nicht machen sollte. Der selbstverliebte Milliardär verprellt ganze Wählergruppen, reihenweise Parteimitglieder und vor allem hetzt er gegen den politischen Gegner, Hillary Clinton, mit einem unsäglichen Schmierentheater.

Beste Freundinnen - Laura Bush und Michelle Obama. Foto: Reuters.

Beste Freundinnen – Laura Bush und Michelle Obama. Foto: Reuters.

Dass das auch anders gehen kann zeigten nun die beiden First Ladies Laura Bush und Michelle Obama. Erneut trafen sie sich für eine Veranstaltung, diesmal in Washington, um über Militärfamilien zu sprechen. Das ist eigentlich ein überparteilicher Bereich, der mit dem „We support our troops“ beginnt, über die Unterstützung der Familien der eingesetzten Soldatinnen und Soldaten geht und bis hin zur Versorgung der Veteranen reicht. Dieser Grundsatz ist etwas, was ich in den USA sehr unterstützenswert finde, gerade in einer Demokratie. Wenn ein Parlament entscheidet, seine Armee in einen Kriegseinsatz zu schicken, dann sollten die eingesetzten Soldatinnen und Soldaten auch die Unterstützung und die Ausrüstung erhalten, die sie benötigen. Eine Diskussion über den Sinn und vor allem Unsinn eines Krieges darf nicht auf dem Rücken einer Truppe im Einsatz geführt werden. Natürlich ist dieses „We support our troops“ auch hier oftmals ein hohler Wunsch, aber die Grundaussage stimmt.

Aber zurück zu Laura Bush und Michelle Obama. Beide mögen sich, betonten das auch mehrfach in der Veranstaltung in Washington. „I like this woman“, meinte Michelle Obama über ihre Vorgängerin im Weißen Haus. Und auch Laura Bush erklärte, die beiden seien gute Freunde. Interessanterweise redeten sie nicht über Politik, obwohl dieses Treffen dann doch politisch war. Laura Bush traf sich in der Hauptstadt mit keinem republikanischen Abgeordneten, Senator und schon gar nicht mit einem Vertreter des Trump-Lagers. Auf die Frage eines Reporters, ob sie für Trump stimmen wird, antwortete sie, „Don’t ask me that“. Eine deutliche Aussage.

Und Michelle Obama führte auf der Bühne aus, dass ein „Commander in Chief“ besonnen über jegliche militärische Auseinandersetzung entscheiden muss. „Denn, wenn man Zeit auf einer Militärbasis verbringt und die Männer und Frauen und ihre Familien kennenlernt, dann spricht man nicht mehr über einen Krieg ohne Folgen. Es ist ein ernstes Geschäft und Leben werden für immer verändert. Ich hoffe also, dass jeder Oberbefehlshaber, der die Ehre hat zu dienen, das verstehen würde, dass es hier um Menschenleben geht und dadurch Familien betroffen sind“, so Michelle Obama. Eine klare Harke gegen Trump, der im Wahlkampf schon etliche neue Kriegsfronten eröffnet hat.

Laura Bush und Michelle Obama mögen sich also. Nächste Woche treffen sich die beiden mit ihren Männern an ihrer Seite schon wieder. Dann steht die Eröffnung des „Smithsonian’s National Museum of African American History and Culture“ an. George W. Bush hatte seinerzeit dafür die Baupläne abgenickt.

 

 

Bush Tochter auf Abwegen

Barbara Bush, die Tochter von „W“, hält zumindest in einem Bereich nicht so viel von der früheren Politik ihres Vaters. Die 29jährige tritt nun in einem Video der Organisation „Human Rights Campaign“ für die gleichgeschlechtliche Ehe ein und watscht damit den Vater ab, der sich lautstark gegen die Homo-Ehe aussprach und damit sogar 2004 den Wahlkampf gegen John Kerry gewann.

Doch damit ist die Präsidententochter nicht die einzige, die mit der früheren Adminstration bricht. Schon First Lady Laura Bush meinte in einem Interview, dass Gay-Ehen einfach kommen werden. Wichtig sei, dass sich die Partner lieben und füreinander sorgen. Dann sollte jeder die gleichen Rechte haben. Und auch im Haus McCain wird anders gedacht als der republikanische Papa das gerne möchte. Sowohl Ehefrau Cindy McCain wie auch Tochter Meghan McCain haben sich in der Vergangenheit für die Rechte Homosexueller eingesetzt. Selbst Mary Cheney, die Tochter, des ehemaligen Vize-Präsidenten Dick Cheney, schockte die konservative Basis. Sie ist lesbisch und fordert ganz selbstverständlich ihre Rechte ein.

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Wo ist George?

IMG_0113.jpgDas Licht brannte im ersten Stock, aber George W. wollte sich einfach nicht blicken lassen. Da bin ich schon mal in Washington DC und dann zeigt er sich nicht. Wat’n Pech! Na, vielleicht hat er mit Laura auf der Couch gesessen und über die viele freie Zeit gesprochen, die die beiden ab Ende Januar haben werden.

Über was sprechen eigentlich so ein Präsident und die First Lady am Abendbrottisch? „Honey, das mit der Wirtschaft läuft nicht mehr so gut. Ich bin echt froh, wenn ich hier raus und wieder in Texas bin“. Oder sagt sie vielleicht zu ihm im Stillen, „Mensch Schorsch, da hast Du aber einen ganz schönen Bockmist im Irak gemacht“. Oder geht es etwa darum, dass der US-Kongress nun gegen den Willen des Stadtrates der Hauptstadt beschlossen hat, dass jeder in Washington das Recht hat, eine Knarre zu besitzen. Und nicht so olle Schrotflinten, nö, jeder darf nun eine Semi-Automatik Knarre haben. Bumm, Bumm, Bumm…und alles im Namen der amerikanischen Verfassung. Der Kongress hat das einfach so mit Dutzenden von demokratischer Stimmen durchgeboxt und dabei die Stadt Washington übergangen. Das ist sowieso ein Ding hier, Washington hat nämlich keinen Repräsentanten im Parlament, jedenfalls keinen, der abstimmen darf. Deshalb fahren hier auch viele mit dem Kennzeichen rum „Taxation without Representation“, also Besteuerung ohne Mitsprache.IMG_0122.jpg

Aber ich glaube, darüber unterhalten sich die Bushs da oben im ersten Stock nicht. Vielleicht erzählt die gelernte Bibliothekarin Laura ihrem George von der Liste, die derzeit im Internet kursiert. Darauf eine Reihe von Buchtiteln, die Sarah Palin angeblich aus der öffentlichen Bücherei ihrer Heimatstadt in Alaska entfernt sehen wollte. Offizielle Unterlagen darüber gibt es in Wassila nicht, aber das hält ja die Gerüchteküche, gerade im Wahlkampf, nicht auf.

Na, vielleicht kann ich George W. ja morgen selbst fragen, über was er und seine Frau da am frühen Abend miteinander plaudern. Denn Morgen, und deshalb bin ich hier in Washington, findet in der französischen Botschaft ein Fest der europäischen Vertretungen statt. Und ich bin dazu eingeladen worden, einen bunten europäischen Musikmix, mit ein paar amerikanischen Krachern gemischt, aufzulegen. Das wäre doch sicherlich was für George W., denn der tanzt ja gerne…und auf meine Mucke kann er bestimmt mit Laura ein Tänzchen wagen.

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