Ganz der Präsident

Donald Trump lässt es mal wieder krachen. Er kann es einfach nicht abhaben, wenn ihm jemand nicht huldigt. LaVar Ball ist der Vater von LiAngelo Ball, einer der drei Basketballspieler des UCLA Teams, die in China für Ladendiebstahl verhaftet wurden. Trump, so heisst es, hatte auf seiner Asienreise den chinesischen Präsidenten Xi Jinping gebeten, die drei Spieler ausreisen zu lassen. Tatsächlich durften die UCLA Basketballer kurz darauf das Land verlassen. Zurück in Los Angeles bedankten sich die Studenten auf einer Pressekonferenz bei Donald Trump.

Der zeigte sich zufrieden, doch dann meldete sich LaVar Ball zu Wort und meinte, Trump hätte eigentlich nichts getan. In einem CNN Interview erklärte der Vater, wenn Trump seinen Sohn im Air Force One Flieger mit zurück in die USA gebracht hätte, dann würde er sich sich auch bedanken. Kein Zweifel, LaVar Ball ist ein Zeitgenosse, der manchmal besser nichts sagen sollte, an dieser Stelle wäre es angebracht gewesen. Damit hätte die Geschichte eigentlich zu Ende sein sollen, doch wir haben ja nun Donald Trump als Präsidenten. Er lässt keine Gelegenheit aus auf Kritik an ihm mit dem verbalen Vorschlaghammer zu reagieren. Trump holte aus und tweetete in einem nicht gerade sehr präsidialen Ton. Wie immer waren seine Kurzmeldungen mit Beleidigungen und eigenem Schulterklopfen gespickt. Nur er, das betonte Trump, habe die drei UCLA Studenten vor einer Gefängnisstrafe bewahrt. Wir leben wahrlich in einer sehr seltsamen Zeit.