330 Brände in 20 Stunden

Mit kontrollierten Feuerschneisen gegen den Flächenbrand. Foto: AFP.

Warum fällt mir gerade in so einer Situation diese olle Textzeile aus einem NDW-Klassiker ein „es brennt so gut, bald sieht man nur noch Glut…“. Kalifornien brennt, am Montagmorgen gab Gouverneur Gavin Newsom bekannt, dass innerhalb der letzten 20 Stunden 330 Brände bekämpft wurden. In der Nacht auf Montag nahm das Ausmaß des Kincade Fires in Sonoma County noch einmal zu. Die eineinhalbfache Fläche von Nürnberg ist nun betroffen, gerade mal 5 Prozent sind unter Kontrolle.

Und in Los Angeles, in der Nähe des Getty Centers, ist auch ein Großfeuer ausgebrochen. Im nahegelegenen Brentwood mussten u.a. Arnold Schwarzegger und LeBron James ihre Häuser verlassen. Die Flammen machen vor niemandem Halt. Unterdessen wächst der Ärger über den Stromversorger PG&E, der weder einen klaren Plan, noch glaubwürdige Informationen zu haben scheint, wann der Strom für Hundertausende Haushalte wieder angestellt wird. Dazu kommt, dass das mangelhafte Equipment des Unternehmes etliche der Feuer entfachte. Nach dieser Krise stehen viele offene Fragen im Raum.

Die Winde haben heute etwas nachgelassen, doch das heisst nicht, dass die Lichter wieder angehen. Morgen sollen, so die Meteorologen, erneut heftige Stürme auf uns zu kommen. Die Frage also ist, ob PG&E einfach den Schalter unten läßt, bis auch diese neuen Lüftchen vorbeigezogen sind, oder ob man zwischenzeitlich versucht einige der Haushalte wieder mit Strom zu versorgen. Außerdem muss, so das Unternehmen, jede Stromleitung noch vor dem Einschalten begutachtet werden. Noch Fragen?

Unterdessen kämpfen rund 4000 Feuerwehrleute in Sonoma gegen die Flammen, darunter auch etliche Trupps aus benachbarten Bundesstaaten. Die Krise ist hausgemacht, dass habe ich an dieser Stelle schon mehrmals geschrieben. Dazu kommt der Klimawandel, der in Kalifornien deutlich zu spüren ist, auch wenn an der anderen Küste im Weißen Haus ein Präsident sitzt, der den „Climate Change“ als „Hoax“, als Schwindel und als von Chinesen erfunden bezeichnet. Schwierige Zeiten hier in den USA und in Kalifornien, die Nachrichtenlage überschlägt sich tagtäglich. Man kann nur auf einen einigermaßen guten Ausgang hoffen.

We are all and one Oakland!

Warriors Stephen Curry führte sein Team zur NBA Meisterschaft.

Warriors Stephen Curry führte sein Team zur NBA Meisterschaft.

Eigentlich ist es hier in der Nachbarschaft ruhig. Manchmal bläst einer die Blätter mit so einem ollen Blasgerät zusammen, ein Hund bellt, eine knatternde Harley fährt am Haus vorbei. Doch heute Abend ist alles anders. Ich mach die Tür auf und ein Nachbar trompetet in die Nacht, einer hinter mir, weiter oben am Hügel, schreit „Warriors“. Und noch ein anderer brüllt immer wieder: „It’s Oaktown, Baby….“.

Die Golden State Warriors, beheimatet in Oakland, haben in sechs Spielen den NBA Titel gewonnen. Die Cleveland Cavaliers um ihren Superstar LeBron James hatten in den letzten Spielen einfach keine Chance mehr. Sie wirkten müde, ohne Ideen, den kalifornischen Wirbelwind zu stoppen. Zehn Sekunden vor dem eigentlichen Ende gratulierte der wohl derzeit beste Basketball Spieler dem MvP der Saison Stephen Curry und Coach Steve Kerr von den Warriors zur Meisterschaft.

Damit geht eine Saison zu Ende, die einfach nur ein Traum für das Team aus Oakland war. Wie in einem Rausch wurde gespielt und gewonnen und immer weiter nach vorne geblickt. Und dann war da wirklich die Möglichkeit Meister zu werden. Nach 40 Jahren haben es die Golden State Warriors wieder geschafft. Eine ganze Stadt feiert, steht Kopf. Obwohl das letzte Spiel in Cleveland war, war die Oracle Arena ausverkauft. Public Viewing zog Tausende an, die 15 Dollar pro Nase zahlten und feierten. Die Bars in der Stadt waren überfüllt. Feuerwerk, hupende Autos, jubelnde Nachbarn und der einsame Trompeter bläst noch immer fleissig ins Horn. Und niemand stoppt ihn in dieser Wahnsinnsnacht im kalifornischen Oakland.

 

Oakland im Warriors Fieber

Im fünften Spiel hieß es am Ende 104-90 für die Golden State Warriors. Damit kickten sie die Houston Rockets raus und sicherten sich den Titel der Western-Conference. Und das Team aus Oakland wird zum ersten Mal wieder seit 40 Jahren um den NBA Titel spielen. Gegner sind die Cleveland Cavaliers um den Superstar LeBron James.

Oakland ist im Warriors Fieber.

Oakland ist im Warriors Fieber.

Oakland ist derzeit im Warriorsfieber. Überall sieht man die Schilder und Farben des Teams. „Go Warriors“ wird einem sogar zum Abschied im Supermarkt gesagt. Die öffentlichen Busse blenden den Schlachtruf an ihren Anzeigetafeln ein und in meiner Straße haben Nachbarn sogar mit Kreide das Ziel vorgegeben: Go Warriors.

Man spürt richtig, das diese Stadt jeden einzelnen Sieg liebt, sich badet in der Aufmerksamkeit, die auf einmal da ist, das Rampenlicht geniesst. Oakland ist auf einmal wer. Jahrelang waren die Golden State Warriors nur ein Punktelieferant. Und doch, das Oakland Coliseum, die Oracle Arena, war immer gut besucht. Es war laut, die Fans standen hinter dem Team, egal, wie die Mannschaft auch spielte. Und nun geht mit dem Einzug ins Finale um die NBA Meisterschaft für viele ein Traum in Erfüllung. Der Griff nach der Krone in der besten Liga der Welt ist so nah und durchaus möglich. Mit dem MVP der Saison, Stephen Curry, scheint in dieser Spielzeit alles möglich zu sein. Und Oakland lechzt nach dem Titel. Für die Stadt wäre die Meisterschaft eine willkommene Party.