Trump und die blutenden Frauen

Er kann es einfach nicht lassen. Kritik an seiner Person und seiner Politik beantwortet Donald Trump mit Tiefschlägen, persönlichen Angriffen, peinlichen Verbalausfällen. Erneut ist das heute morgen passiert. Trump nutzte sein Sprachrohr Twitter, um gegen die MSNBC Moderatoren Joe Scarborough und Mika Brzezinski auszuteilen.

Bislang galt der Donald als Stammzuschauer der Sendung „Morning Joe“, gerne gab er im Wahlkampf und auch in der Übergangszeit Interviews. Die Sendung wird im politischen Washington viel gesehen und beachtet. Diesmal jedoch ist Trump in Amt und Würden. Einige republikanische Senatoren reagierten prompt und deutlich auf Trumps peinliche Tweets, darunter die Republikaner Lindsey Graham und Ben Sasse.

Trump hatte bereits im Wahlkampf den verbalen Blutangriff gewählt, damals nach einer Fernsehdebatte der republikanischen Kandidaten tweetete er, er sei ungerecht behandelt worden. Blut sei aus allen Poren der FOXNews Moderatorin Megyn Kelly geflossen. Der Skandal war perfekt, einer von vielen im Wahlkampf und mit Trump, aber das führte bekanntlich zu nicht viel.

NBC reagierte geschockt. Der Vize-Präsident des Senders, Mark Kornblau, antwortete auf Twitter: „Ich hätte nie gedacht, dass es einen Tag geben würde, an dem ich mir denke, es ist unter meiner Würde dem Präsidenten der Vereinigten Staaen zu antworten.“ Eine Sprecherin von MSNBC erklärte: „Es ist ein trauriger Tag für Amerika, wenn der Präsident seine Zeit damit verbringt, andere zu schikanieren, Lügen zu verbreiten und billige persönliche Angriffe zu fahren anstelle seinen Job zu tun.“

Die angegriffene Moderatorin Mika Brzezinski gab sich hingegen ganz gelassen und zwar mit einem Bild-Tweet, das Trump noch weiter ärgern wird. Seine kleinen Hände kommen mal wieder zur Sprache, anscheinend stimmt wohl doch, was man über Männer mit kleinen Händen sagt:

Es hat sich wohl ausge“BUSH“t

Jahrelang wurde er von seiner eigenen Partei bekniet zu kandidieren. Nach Papa Bush und Bruder Bush, sollte ein weiterer Bush am Schreibtisch im Oval Office Platz nehmen. Vor vier Jahren, gegen Barack Obama, zierte er sich noch etwas, ließ aber alles für die Zukunft offen. Und dann erklärte er im letzten Jahr mit viel Tam-Tam, nun sei es so weit. Der ehemalige Gouverneur von Florida, Jeb Bush, machte seine Kandidatur ums Weiße Haus offiziell. Ein langer Wahlkampf lag vor ihm, doch alles kein Problem, wie es hieß.

"Wird schon noch", scheint Jeb Bush hier zu sagen. Foto: AFP.

„Wird schon noch“, scheint Jeb Bush hier zu sagen. Foto: AFP.

Jeb Bush lag vorne, lange Zeit. Es war klar, er ist der Kandidat der republikanischen Mitte. Dann tauchten aber immer mehr Kandidaten auf. Parteigrößen und bekannte Namen stiegen ein ins Rennen. Und man blickte auf diese Liste und konnte so gar nicht mehr erkennen, wer eigentlich für was stand…auch nicht, für was eigentlich Jeb Bush stand. Nicht nur das, es wurde mit jedem Namen deutlicher, dass die Republikaner eine tief gespaltene und zerstrittene Partei sind.

Jeb Bush, der im Wahllkampf auf seinen Namen und die guten Verbindungen seiner Familie setzte, lag Mitte Juli noch bei 17 Prozent in den Umfragen. Jetzt Mitte September sind es gerade mal noch 8,3 Prozent. Der Fall ist tief und hart. Sogar das Geld bleibt aus. Jettete Bush anfangs noch mit einem Privatjet von Termin zu Termin, fliegt er nun mit Linienmaschinen durch die Gegend.

Jeb Bush, den Donald Trump, als „Langweiler“ bezeichnete und „ohne Energie“ umschrieb, geht die Luft aus. Er scheint nicht der Kämpfer zu sein, der die Ärmel hochkrempelt und die Ellbogen ausfährt. Bush gerät ins Hintertreffen. Der Schreihals Trump bleibt unangefochten vorne und bestimmt auch weiterhin den Wahlkampf mit seinen Verbalergüssen.

Offen diskutiert wird bereits, wer nach Rick Perry die Segel streicht. Da sind George Pataki, Lindsey Graham, Bobby Jindal und Rick Santorum. Diese vier liegen weit hinten, tauchen in den Umfragen kaum noch auf und werden wohl nach der nächsten Debatte in der kommenden Woche ihr Wahlkampfende verkünden. Und was ist mit Jeb Bush? Er wird sicherlich darauf hoffen, bis zu den ersten Vorwahlen Anfang 2016 durchzuhalten. Die nächste TV-Debatte könnte sicherlich eine Trendwende für ihn in den Umfragen bedeuten, aber auch den Anfang vom Ende. Falls Donald Trump seine Führungsrolle verteidigt, Ben Carson und John Kasich auch weiterhin vor ihm liegen und er keinen Gewinn aus dem vielbeachteten Fernsehauftritt ziehen kann, werden sich weitere wichtige Geldgeber umsehen. Auf Bush lagen die Hoffnungen vieler, den erneuten Einzug der Demokraten und vor allem der Clintons ins Weiße Haus zu verhindern. Bislang konnte der dritte Bush nicht liefern.