Die Tampon-Steuer soll weg

Wenn man hier in den USA in den Supermarkt geht, seinen Einkaufskorb oder -wagen füllt, dann an der Kasse steht, um zu bezahlen, wird einem auffallen, dass nicht auf alle Produkte die sogenannte „Sales Tax“, die Mehrwertsteuer, angerechnet wird. Milch und Wasser beispielsweise sind davon ausgenommen. Eine genau nachvollziehbare Richtlinie gibt es da nicht, auch wenn alles gesetzlich festgelegt ist. Da herrscht anscheinend Spielraum und die Macht der Lobbygruppen.

Die "Tampon Tax" gibt es fast überall in den USA.

Die „Tampon Tax“ gibt es fast überall in den USA.

Doch nun soll die Liste der steuerfreien Produkte erweitert werden. Cristina Garcia, die im kalifornischen Parlament sitzt, fordert, dass Hygieneprodukte für Frauen, Tampons und Binden, von der „Sales Tax“ ausgenommen werden. Ihre Begründung ist ganz einfach, Frauen werden durch die Steuer benachteiligt, denn Männer müssten an so etwas gar nicht denken. Garcia rechnet vor, dass der kalifornische Staat durch die Mehrwertsteuer auf Binden und Tampons jährlich 20 Millionen Dollar einsackt. Und Kalifornien ist nicht der einzige Bundesstaat in den USA, der bei der monatlichen Periode mitabkassiert. Nur eine Handvoll Staaten hat bislang der Steuerbefreiung zugestimmt, wie die Grafik der Organisation „Fusion“ zeigt.

„Wir werden besteuert, nur weil wir Frauen sind“, erklärte Garcia bei der Ankündigung zu der Gesetzesinitiative. Frauen hätten keine Wahl, sie könnten die monatliche Blutung nicht einfach ignorieren, sie müssten die Produkte kaufen. Um das ganze auch durchzusetzen, hat sich die Demokratin Garcia mit ihrer republikanischen Kollegein Ling Ling Chang zusammen getan. Die spricht sogar von einer „behördlichen Diskriminierung“, denn „die Monatsblutung ist keine Wahl und sollte daher auch nicht besteuert werden“. Von den männlichen Kollegen ist bislang noch nichts zu hören, doch die Chancen stehen gut, dass die „Tampon Tax“ fallen wird. Es ist Wahljahr, da will man(n) es sich mit den Frauen nicht verscherzen.