Eine Welt gebaut aus Angst

Schon kurz nach dem Terroranschlag in London griff sich der amerikanische Präsident Donald Trump sein Telefon und setzte ein Tweet ab: „Wir müssen klug, wachsam und hart sein. Die Gerichte müssen uns unsere Rechte zurück geben. Wir brauchen das Einreiseverbot als eine zusätzliche Sicherheitsebene!“

Trump nutzte damit eine Terrortat, um seine Politik der Ausgrenzung, des Hasses und des Angstschürens weiter zu verbreiten. Ursache und Wirkung wird hier vermischt. Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten preschte so früh vor, als noch gar nichts über die Täter und die Hintergründe der Tat bekannt war. Zumindest nicht für die Öffentlichkeit, vielleicht wusste Trump ja mehr, was allerdings zu bezweifeln ist. Vielmehr passt die Terrorattacke von London in das Denk- und Weltbild eines Donald Trump. Es hilft ihm, weiter Angst zu verbreiten, damit sein Ziel der Spaltung zu erreichen. „Schaut her, die Terroristen kommen immer näher, nur ich kann sie aufhalten“. „America First“ bedeutet für ihn vor allem ein christlich-jüdisches, weißes Amerika. In den USA eines Donald Trump haben Andersdenkende, Andersgläubige und Menschen mit anderen ethnischen Wurzeln keinen Platz.

Das von Donald Trump vielgelobte Einreiseverbot für Menschen aus Syrien, Libyen, Somalia, Jemen, Iran und Sudan macht keinen Sinn, denn damit hätte keine einzige Terrortat der jüngsten Vergangenheit verhindert werden können. Trumps „Travel Ban“ wirkt wie ein Sicherheitsnetz an jeder Brücke, um Selbstmörder vom Sprung in die Tiefe abzuhalten. Doch allein dadurch lässt sich wohl kaum ein suizidgefährdeter Mensch vom Freitod abbringen. Und auch Terrornetzwerke wie der Islamische Staat werden sich von einem „Travel Ban“ in die USA nicht von ihren Wahnideen und ihrem blutigen Feldzug gegen „Andersdenkende, Andersgläubige und Menschen mit anderen ethnischen Wurzeln“ verabschieden. Ganz im Gegenteil, der IS, die Taliban, al-Qaida, al-Shaabab und all die anderen religiös verblendeten Gruppen nutzen Trumps Propagandafeldzug gegen den Islam für ihren Kampf. Trump stärkt ihren (un)heiligen Krieg. Und genauso nutzt Donald Trump die blutigen Attacken der Terroristen für sein angsterfülltes Weltbild. Wir leben in einer gefährlichen Welt!

Von den Anfängen der Popmusik in Europa

Black Europe – The sounds and images of black people in Europe pre-1927     

Seit weit über 30 Jahren sammele ich Platten und Cds. Seit fast 20 Jahren moderiere ich verschiedene Musiksendungen. In all der Zeit habe ich so einiges an Musik gehört. Was mir auffällt, und was mir auch immer wieder Musiker bestätigen, ist, dass Plattenfirmen weniger und weniger Geld für Albumproduktionen ausgeben. Es wird gespart an allen Ecken und Enden, und am Schluß hört man das oftmals dürftige Ergebnis. Es ist manchmal zum Schütteln. Die Leidtragenden sind die Musiker, die durch Studios gehetzt werden, die einfach nicht den richtigen Produzenten und Tontechniker an die Hand bekommen, den sie bräuchten oder deren Alben einfach aus Mangel an Werbekosten auf dem Plattenmarkt untergehen. Aber wen stört es eigentlich im Zeitalter von komprimierten mp3 Files und youtube Videos? Der Konsument will es doch so, oder?

Es gibt nur wenige Labels, die da ganz andere Wege eingeschlagen haben, viel Zeit, Energie und auch Geld für ihre Veröffentlichungen investieren. An vorderster Stelle steht da Bear Family Records aus dem norddeutschen Dorf Holste-Oldendorf. Die kleine Firma von Richard Weize ist weltweit bekannt und beliebt für ihre hochwertige Arbeit.

Nun haben sie sich nach 38 Jahren im Geschäft noch einmal selbst übertroffen. „Black Europe – The sounds and images of black people in Europe pre-1927“ heißt diese einmalige und einzigartige 44 CDs und zwei Bücher umfassende Box. Dazu eine klangreiche Rezension.

Reisewarnung ist für die Tonne

Die amerikanische Regierung warnt ihre Bürger, ganz besonders vorsichtig auf Reisen in Europa zu sein. Doch irgendwie fragt man sich sogar hier drüben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, was das nun wieder soll. Wie kann man auf Reisen nach London, Paris oder Berlin öffentliche Plätze meiden und „vigilant“, wachsam sein? Und was heißt das eigentlich, wachsam zu sein? Soll man besonders diejenigen in Trenchcoats beachten, die eventuell eine Bombe am Bauch drunter haben, oder auf jene mit langen Bärten und Kopftüchern achten, denn so sieht doch ein Terrorist aus, oder?

037  Brandenburger TorIrgendwie scheint mir, kommen solche Warnungen immer besonders gerne vor amerikanischen Wahlen, damit die jeweilige Regierung verdeutlichen kann, sie ist dran an den Terroristen, haben ein Riesenohr für die Pläne der bösen Buben. Und dann wird eben sowas veröffentlicht, man solle mal aufpassen, heißt es dann mit erhobenem Zeigefinger, wenn man denn in Berlin am Brandenburger Tor oder vor dem Reichstag steht. Solche Reisewarnungen sind echt für die Tonne gemacht. Das Auswärtige Amt in Berlin hat auch noch nie Reisewarnungen für die USA rausgegeben, zumindest nicht für die normalen Touristenziele. Aber vielleicht wäre das mal interessant, Reisewarnung für den Times Square in New York City, für die Mall in Washington DC, für die Golden Gate Bridge in San Francisco, für den Walk of Fame in Hollywood. Wie sagt man so schön in Franken: Obacht gem, länger lem.

Auch schön!

Nun wird das Fliegen ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch schöner und angenehmer und nicht zu vergessen noch bequemer. Weil ein sprichwörtlicher Knaller mit dem Feuer spielt flippen nun alle aus. Sicherheit hin oder her, es macht für mich keinen Sinn, dass man nun als Passagier eine Stunde vor Landung nicht mehr aus seinem Sitz aufstehen, sich nichts mehr aus seiner mitgeführten Tasche nehmen und nichts im Schoss liegen haben darf. Also jemand mit Blasenschwäche oder mit einem schwachen Magen oder jemand, der sich noch kurz vor Landung die Zähne putzen und die Haare kämmen möchte wird von nun an als Cousin dritten Grades von Osama bin Laden angesehen. Mal ganz abgesehen von den strengeren Kontrollen an den Flughäfen…das wird eine Fummelei geben.

Ich habe so das dumme Gefühl, dass irgendwelche bärtigen Terrornetzwerkkommandanten keine Ahnung mehr haben, wie sie westlichen Nationen eins auswischen können. Von daher schicken sie einfach solche Haubentaucher, dumm wie Brot, wie den Schuhbomber Richard Reid oder nun Umar Farouk Abdulmutallab ins Feld, um mit Minimaleinsatz extremen Schaden anzurichten. Und das haben sie erreicht. Die Ticketpreise werden aufgrund der erhöhten Sicherheitsbestimmungen steigen, die Leute mehr angenervt sein und das Misstrauen gegenüber seinem Sitznachbarn wird nur verstärkt. Fliegen macht keinen Spass mehr…wo sind die Zeiten geblieben, als Peter Sellers noch für TWA warb…ach ja, Peter Sellers ist schon fast 30 Jahre tot und auch TWA fliegt seit 2001 nicht mehr am amerikanischen Himmel herum.

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