Nix mit „law and order“

Donald Trump hat im Wahlkampf viel versprochen, darunter den Mauerbau, mehr Jobs und die Streichung von „Obamacare“. Trump präsentierte sich auch als „Law and Order“ Kandidat, der hart gegen Kriminelle durchgreifen wolle und deshalb versprach, den „Sanctuary Cities“ den Geldhahn zuzudrehen. „Sanctuary Cities“ sind Gemeinden und Städte in den USA, die sich weigern mit der Immigrationspolizei ICE zusammen zu arbeiten. Ein illegaler Aufenthalt in den USA ist für sie kein Grund zur Ausweisung.

Justizminister Jeff Sessions droht Städten wie Los Angeles, San Francisco und Oakland. Foto: AFP.

Trump meinte, damit müsse Schluß sein, denn die „Illegals“ würden morden, vergewaltigen, brandschatzen, und das „biggly“. Zahlen und Statistiken belegen dies zwar nicht, aber vom Lügenbaron Trump ist man nichts anderes gewohnt. Nun ist Trump im Oval Office, am Montag nun erklärte sein Justizminister Jeff Sessions, Bundesmittel für jene Bundesstaaten und Städte zu streichen, die sich weigerten, nicht mit ICE zu kooperieren. Kalifornien erhält pro Jahr 392 Millionen Dollar aus dem Budget des Sessions-Ministeriums. Viel Geld, das für zahlreiche Programme im Bereich der öffentlichen Sicherheit fest eingeplant ist. Eine Streichung würde bedeuten, dass Polizisten entlassen werden müssten, DNA Tests nicht weiter durchgeführt werden könnten, Programme mit „Body Cameras“ gestrichen, präventive Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung ersatzlos entfallen würden.

Donald Trump und sein Justizminister, sonst so „tough on crime“, würden damit genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie versprochen haben, für was sie angetreten sind. Sie würden die öffentliche Sicherheit in vielen Städten gefährden. Städte wie Los Angeles, San Francisco und Oakland wären direkt von dem Streichkonzert betroffen. Oakland kämpft sich gerade mit Hilfe von Bundesmitteln aus einem tiefen Finanzloch heraus, ist auf die Unterstützung aus Washington angewiesen, denn die Polizeibehörde muss mit kommunalen Mitteln finanziert werden. Die Stadt in der East Bay hat seit vielen Jahren Probleme mit einer hohen Gewaltstatistik. Unter der jetzigen Bürgermeisterin Libby Schaaf wendet sich ganz langsam das Blatt, die Mordrate sinkt, die Gewaltkriminalität geht zurück. Und nun kommen Trump und Session mit ihren Drohungen und wollen die ersten erfolgreichen Schritte aus der Krise zunichte machen.

„Law and order“ auf dem Rücken des politischen Gegners, in Oakland stimmten nur ein paar Prozent der Wähler für den Kandidaten Trump. „Wir helfen ja, aber nur, wenn ihr das macht, was wir wollen“, so die Aussage aus dem Weißen Haus. Eine klare Ansage aus Washington, die als Kriegserklärung an die Werte und die Ideale in dieser Region Amerikas gesehen wird. So eint man kein Land.

Nach über 30 Jahren kommt die Tour

      Nena in ihrer Hamburger Küche
Ihr erstes USA Konzert findet in San Francisco statt.

Ihr erstes USA Konzert findet in San Francisco statt.

Platz 2 in den Billboard Charts und das mit einem deutschsprachigen Song. Das Lied verkaufte sich allein in den USA über eine Million Mal. „99 Luftballons“ machte das Hagener Mädchen Nena zum Weltstar. Na ja, nicht ganz, denn eigentlich gilt sie außerhalb des deutschsprachigen Raumes als „One-Hit-Wonder“. Gerade in den USA mag es daran liegen, dass Nena mit ihrer Band nie über den großen Teich kam, auch damals nicht, als der Anti-Kriegs-Song zur Hochzeit des Kalten Krieges die amerikanischen Hitparaden eroberte.

Es heißt, damals hätte ein DJ eines großen Senders in Los Angeles auf einer Reise nach Deutschland die Single gehört, gekauft und mitgebracht. Und damals in den 80ern durften DJs noch selbst ihre Playlisten bestimmen. Der weltoffene Mischpultmeister spielte also „99 Luftballons“ und die Hörer klingelten an, was das denn für ein neuer und ungewöhnlicher Sound sei. Und so kam das Lied aus Hagen in die Rotation des großen LA-Senders. Da andere Stationsmanager ihren Praktikanten auftrugen hinzuhören, was da bei der Konkurrenz im Programm läuft und immer wieder läuft, wurde Nena schnell auch bei anderen Sendern gespielt. Der Rest ist Geschichte. „99 Luftballons“ wurde 1983/84 zum Hit in den Vereinigten Staaten und wird noch heute, allerdings auf Englisch, auf zahlreichen Stationen gespielt, die Programme für die Menschen 40+ formatieren. Neben „99 Red Balloons“ haben auch die guten alten NDW-Klassiker „Der Kommissar“, „Major Tom“ und „Da Da Da“ auf Englisch im US-Radiogeschäft überlebt.

Nun, nach über 30 Jahren kommt Nena endlich in die USA. Die ersten Konzerte, drei an der Zahl, in San Francisco, Los Angeles und New York City. Eigentlich sollte sie in San Francisco im Bimbo’s spielen, doch der Raum war zu klein. Nun tritt Nena zum ersten Mal überhaupt in den USA am 30. September im „Regency Ballroom“ auf. Gestern wurde ich dafür zu einem telefonischen Pressegespräch mit Nena eingeladen. Das lief dann so ab, dass ich eine Nummer wählen musste, dann einen Code eingeben und drei weitere Journalisten warteten mit mir auf die Zuschaltung von Nena aus Hamburg. Die meldete sich aus ihrer Küche, lachend, wie man sie kennt. Jeder von uns durfte „nur“ zwei Fragen stellen und auf Englisch. Als letzter kam ich dran:

„Nena, „99 Red Balloons“ was a big hit in the US. Over here, people think you are a one-hit-wonder. Do you regret or do you think you missed a chance not to tour over here back than?“

      Nena zur verpassten Chance

„Your musical colleague, Hebert Grönemeyer, recently toured as well  for the first in the US. He also released an English language album. Are you also testing the waters, like he did, are there any plans for you to release an album over here?“

      Nena zu Plattenplänen

 

„The most dangerous place in the world“

Ich war in der mexikanische Grenzstadt Ciuadad Juarez zu Fuß unterwegs, als dort im Jahr 3600 Menschen ermordet wurden.

      Besuch in Ciudad Juarez

Mit der Bundeswehr war ich zweimal in Afghanistan. Nach der Landung in Kunduz bekam ich gleich eine kugelsichere Weste und einen Stahlhelm verpasst, im gepanzerten Fahrzeug ging es die kurze Strecke vom Flughafen in die Kaserne der Deutschen. Ich reiste in den Ostkongo, um über die dortige Krise zu berichten, sprach im Rebellengebiet der M23 mit dem Präsidenten, während vor der Tür bewaffnete Soldaten mit Maschinengewehren und Raketenwerfern standen.

      Besuch im Ostkongo

Es ging in den Tschad. Im Süden des Landes herrschte eine Flüchtlingskrise, das Chaos aus der benachbarten Zentralafrikanischen Republik drohte in den Tschad überzuschwappen.

      Besuch im Tschad

Dann ging es nach Somalia, ans Horn von Afrika. Einen funktionierenden Staat gibt es dort nicht mehr, seit 25 Jahren ist das Land gespalten, Teile versinken im Chaos, werden von Terrorgruppen, wie der Al-Shabaab Miliz, tyrannisiert.

      Besuch in Somalia

Ach ja, und hier drüben war ich auch mal in Los Angeles unterwegs, um dort auf Spurensuche nach den Gangs zu gehen, denn LA gilt als die Hauptstadt der Banden und kriminellen Organisationen in den USA.

      Besuch in Los Angeles
Donald Trump redet mal wieder Unsinn. Foto: Reuters.

Donald Trump redet mal wieder Unsinn. Foto: Reuters.

Das sind nur ein paar der „Reiseziele“, die ich in den letzten Jahren angesteuert habe. Waffen, Gewalt, Not und Elend gab es auf all diesen Trips zu sehen. Doch anscheinend hätte ich für den „Nervenkitzel“ gar nicht so weit fahren müssen, denn der angehende republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump erklärte nun in seiner allumfassenden Kenntnis des amerikanischen Alltags in einem Interview mit der New York Times: „There are places in America that are among the most dangerous in the world. You go to places like Oakland, or Ferguson. The crime numbers are worse. Seriously.“ Oakland ist, laut Trump, also vergleichbar mit den Krisenherden dieser Welt.

Was stimmt, meine neue Heimatstadt in Kalifornien hat ein Gewaltproblem. Die FBI Statistik für 2014 belegt, dass es in dem Jahr 6900 Gewaltverbrechen in Oakland gab, darunter 80 Morde. Doch das ist nichts besonderes für die USA. Vergleichbare Städte, wie Miami oder New Orleans, liegen noch darüber. Oakland ist also nicht gefährlicher als andere US Städte.

Die Reaktion in Oakland ließ nicht lange auf sich warten. Bürgermeisterin Libby Schaaf, geboren und aufgewachsen in Oakland und eine erklärte Hillary Clinton Unterstützerin, twitterte und postete diese Nachricht auf facebook: „Let me be clear, regarding @nytimes story, the most dangerous place in America is Donald Trump’s mouth.“ Dazu muß ich glaube ich nichts mehr hinzufügen!

Die Grammys sind für die Katz‘

Was bitteschön ist der Unterschied zwischen dem „Album of the year“ und der „Record of the year“? Ich kann es nicht beantworten, aber die Grammy Juroren haben in beiden Kategorien eine Auszeichnung vergeben. Wahrscheinlich steht das dafür, dass diese Veranstaltung sowas von überflüssig ist.

Ging leer aus: "Native North American".

Ging leer aus: „Native North American“.

Jedesmal an einem Abend im Februar reiben sich die Stars und Sternchen des Musikgeschäfts in Los Angeles aneinander, klopfen sich auf die Schultern, bauchpinseln sich ganz farbenfroh und singen gemeinsam im Chor: „We are the world“. Denn die Grammy Veranstaltung ist nicht nur ein Treffen der Major-Label-Stars, es ist vor allem auch ein Zusammenkommen der amerikanischen Industrie. Ausgezeichnet werden nicht neue Ideen, Trends, Mutiges, musikalische Experimente aus aller Welt. Nein, mit Preisen überschüttet werden jene Amerikaner und Amerikanerinnen (manchmal noch Bewohner aus Großbritannien) , die mit Millionen-Dollar-Produktionen im Studio den „richtigen“ Sound fanden. Wirklich? Ein Justin Bieber bekommt für einen hirnlosen Song mit dem Titel „Where Are Ü Now“ einen Grammy?

Ging auch leer aus: "Folksongs for another America".

Ging auch leer aus: „Folksongs of another America“.

Aber was rege ich mich auf, das, was da auf der Bühne geschieht und was gehypt wird, interessiert mich eh nicht. Jedes Jahr nach der Bekanntgabe der Nominierungen schaue ich mir zuallererst die Veröffentlichungen im unteren Bereich an. In der Kategorie 66 „Best album notes“ kannte ich fast alle Alben: „Folksongs Of Another America: Field Recordings From The Upper Midwest, 1937-1946„, „Lead Belly: The Smithsonian Folkways Collection“, „Portrait Of An American Singer“ und „Songs Of The Night: Dance Recordings, 1916-1925“. Eigentlich alle, bis auf eines, und das gewann. Die Grammy-Jury blieb mit der Joni Mitchell-Box von Rhino Records auf sicheren Pfaden. Auch wenn die mehr als fünfjährige Recherchearbeit von Jim Leary für „Folksongs of another America“ diese Auszeichnung, sprich Anerkennung seiner historischen Arbeit mehr als verdient hätte. Gerade auch in einer Zeit, in der über Immigranten gesprochen wird. Folksongs ist und bleibt ein beeindruckendes Werk.

Nächste Kategorie, 67, „Best historical album“. Dort waren für mich zwei Veröffentlichungen herausragend: „Native North America (Vol. 1): Aboriginal Folk, Rock, And Country 1966–1985“ und „Parchman Farm: Photographs And Field Recordings, 1947–1959“. Und was wurde ausgezeichnet, Bob Dylan mit seiner elften Ausgabe von „The Basement Tapes Complete: The Bootleg Series“, die auf Columbia Records erschienen ist. Selbst in diesen eher mitlaufenden Kategorien, die jedoch für Sammler und Liebhaber historischer Aufnahmen wichtig sind, bleibt die Grammy-Jury in sicheren Fahrwassern, zeichnet Veröffentlichungen der Major-Labels aus. Die Grammys, das muß man leider sagen, ist eine reine Lobby-Veranstaltung der amerikanischen Musikindustrie. Nicht mehr und nicht weniger. Viel Geld für Quatsch…und nun stehen die Oscars an.

Klimakiller in the air

Seit mehr als zwei Monaten entweicht das Gas. Stündlich etwa 50.000 Kilogramm. Ein aus der Luft aufgenommenes Infrarotvideo macht nun deutlich, was da genau passiert, denn das Gas als solches ist unsichtbar. Die 30.000 Einwohner Gemeinde Porter Ranch im Osten von Los Angeles ist zum Teil evakuiert worden, Anwohner wurden in anderen Häusern untergebracht, Schulen geschlossen. Die Menschen klagen über Kopfschmerzen, Nasenbluten, Übelkeit und keiner weiss genau, wie man das Leck schließen kann und wie es überhaupt zu dem Gasaustritt gekommen ist.

Klar ist bislang nur, dass in einem riesigen unterirdischen Lager Gas austritt. Ein Sprecher des SoCalGas Unternehmens erklärte, es sei äußerst schwierig die Ursache zu finden, denn jede weitere Bohrung könnte eine riesige Explosion nach sich ziehen. Umweltexperten meinten, das Gasleck in Südkalifornien sei die schlimmste Umweltkatastrophe seit dem Unfall auf der BP Bohrinsel Deepwater Horizon. Der Schaden für das Klima sei so groß wie acht oder neun Kohlekraftwerke, die an einem Ort in Betrieb seien. Eine Ende ist bislang noch nicht in Sicht.

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Abseits vom Glanz und Glitter

Los Angeles, die Stadt, in der Träume wahr gemacht werden. Bentley neben Porsche, Rolls Royce neben Ferrari. Das ist ein normales Bild auf einem Parkplatz im Superreichenviertel Beverly Hills. Abgesperrte Straßenblöcke, wenn mal wieder die Schönen und Reichen und Wichtigen zu einem Privatkonzert, einer Filmpremiere oder einer Exklusivparty in Limousinen vorfahren.

Doch LA hat auch eine andere Seite, die immer deutlicher wird. 44.000 Menschen sind in Los Angeles obdachlos. Das sind 12 Prozent mehr, als noch vor zwei Jahren. Und die Zahl der auf den Straßen von LA Schlafenden hat sich in dem Zeitraum verdoppelt. Das liegt auch an Klagen gegen die Stadt, denn Los Angeles hat zu wenig Obdachlosenunterkünfte. Richter haben entschieden, so lange sich da nichts verändert, dürfen die Homeless zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens auf der Straße schlafen. Falls die Polizei doch jemanden verhaftet, dann müssen sie sein gesamtes Hab und Gut miteinpacken, dokumentieren und sicher lagern. Ein Unterfangen, dass so gut wie unmöglich ist, von daher drücken die Beamten oftmals beide Augen zu und fahren weiter.

Es sind nicht mehr nur die gescheiterten Existenzen, die nach Drogensucht und Kriminalität auf dem harten Asphalt enden. Ganz im Gegenteil, die Mieten und Lebensunterhaltskosten steigen, einfache Jobs gehen verloren, am Ende finden sich einige unter der Brücke wieder, die vorher immer noch gerade so in einem geregelten Leben am Existenzminimum entlang schlitterten. Darunter auch viele Familien.

Los Angeles ist nicht die einzige Stadt in den USA, in der das Problem Obdachlosigkeit immer größer wird. In San Francisco liegen die durchschnittlichen Mieten für ein Einzimmerapartment bei 3600 Dollar im Monat. Die Stadt steht vor einer unlösbaren Aufgabe, denn es fehlt auf der einen Seite immer mehr an bezahlbarem Wohnraum und auf der anderen Seite Platz für Obdachlosenunterkünfte und Übergangswohnheime. Der Grund und Boden in der „City by the Bay“ ist Gold wert. Eine Ausweg aus der fatalen Situation ist nicht in Sicht. Joel John Roberts von der Obdachlosorganisation PATH (People Assisting the Homeless) bringt es auf den Punkt. „Ich glaube, Obdachlosigkeit ist nur ein soziales Problem. Es ist ein Armutsproblem. Und so lange dieses Land die Armut nicht zum Thema macht, so lange werden wir Obdachlosigkeit haben“.

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Wenn die Erde so richtig bebt

Filmplakat für San Andreas.

Filmplakat für San Andreas.

„San Andreas“ heißt der neueste Blockbuster Action-Desaster Film aus Hollywood. 100 Millionen Dollar wurden für das Trickfilmspektakel ausgegeben, ein Beben der Superlative erschüttert Kalifornien. Nichts bleibt mehr heil, Hochhäuser zerbröckeln einfach, Straßen werden aufgerissen und eine gigantische Tsunamiwelle rollt auf das Golden Gate zu.

Für die Hauptrollen wurden  Dwayne Johnson, Carla Gugino, Alexandra Daddario, Colton Haynes und Paul Giamatti engagiert. Gedreht wurde in Australien und in San Francisco. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich mir den Streifen im Kino ansehen werde. Der offizielle Trailer hat es allerdings in sich, auch wenn da schon den Hollywoodmachern die Pferde durchgehen. Da frage ich mich, was da noch alles im Film passieren soll, und, wie wird bei so einer gewaltigen Katastrophe ein Hollywood Happy End wohl aussehen. Ich weiß nicht, ob ich das eineinhalb Stunden und dazu noch in 3D aushalten will.

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We’re going to Springfield

Nun kann man die Simpsons in Hollywood besuchen.

Nun kann man die Simpsons in Hollywood besuchen.

Die Simpsons sind Amerikas beliebteste Cartoon Familie. Seit 1989 treiben Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie ihr Unwesen. Abenteuer über Abenteuer, der Sonntagabend gehört in der Fernsehnation den Simpsons. Nichts ist sicher vor den Geschichten und den verbalen Spitzen der Simpsons und ihrer Macher. Als Ritterschlag im Showbusiness gilt mittlerweile, wer einen Gastauftritt in Springfield hatte. Das reicht von Schauspielern, Musikern über Politiker, Wissenschaftler bis hin zu Wirtschaftsbossen und Sportlern. Erstaunlicherweise war diese Hitserie, neben Al Bundys schrecklicher Familie, das Fundament des FOX Networks. Heute ist FOX vor allem durch seinen erzkonservativen Meinungsnachrichtensender FOXNews bekannt, doch das Network hat auch anders Fernsehgeschichte geschrieben.

Das imaginäre Springfield mit Duff Bier und Atomkraftwerk lag bislang irgendwo im Heartland von Amerika. Ab Mitte Mai nun kann man es ganz gezielt besuchen, als Teil der Universal Studios in Los Angeles. Zumindest einige der wohlbekannten Gebäude, wie die Grundschule von Bart und Lisa, den Kwik-E-Mart, den Comic Buchladen, das Atomkraftwerk und natürlich auch Moe’s Bar.

In Moe's Kneipe kann man ein Duff Bier trinken.

In Moe’s Kneipe kann man ein Duff Bier trinken.

Und selbstredend soll man nicht nur hinsehen, sondern auch aktiv Springfield erleben. Im Kontrollzentrum von Mr. Burns AKW, am Arbeitsplatz von Homer Simpson darf man durchaus Knöpfe drücken bis die Alarmglocken schrillen. Selbstverständlich gibt es auch das passende Essen in Springfield. Neben dem Krusty Burger, auch Doughnuts, Pizza uns selbstverständlich ein kühles Duff Bier.

Der Eintrittspreis ist nicht ganz billig. Mit 95 Dollar pro Nase ein teures Vergnügen, doch für die weltweite Simpsons Fangemeinde ist es wahrscheinlich ein Pflichtbesuch auf einer Kalifornienreise mit Stop in Tinseltown. Und, was für die Detail fanatischen Simpsianer wichtig ist, Simpsons Urvater Matt Groening und sein Team haben eng mit den Universal Studios zusammen gearbeitet, um ein genaues Abbild von Springfield zu schaffen.

Unpatriotische Oscars

Was will man schon vom liberalen Hollywood erwarten? Da ist so ein hoch patriotischer Spielfilm wie „American Sniper“ im Rennen, der die wahren Heldentaten eines amerikanischen Scharfschützen erzählt und was wird ausgezeichnet….ein mexikanischer Regisseur und nicht der übergroße Clint Eastwood. Ja, wo kommen wir denn da hin?

Der Hollywoodspielfilm "American Sniper" ging bei den diesjährigen Oscars unter.

„American Sniper“ ging bei den diesjährigen Oscars unter.

Ja wohin wohl…klar, dass sich da auch der selbsternannte Filmkritiker Donald Trump zu Wort melden muß. Zu was kann er sich eigentlich nicht äußern? Aber bleiben wir beim Thema, am Montagmorgen telefonierte er gleich live on-air mit der Show „Fox & Friends“, die auf FOXNews ausgestrahlt wird. Darauf angesprochen, wie er die Entscheidung sehe, dass Clint Eastwood und „American Sniper“ kaum beachtet wurden, meinte Trump: „Es war eine großartige Nacht für Mexiko. Dieser Kerl (Alejandro Iñárritu, Direktor von „Birdman“) kam immer und immer wieder auf die Bühne. Was macht er da? Er haut mit dem ganzen Gold ab“. Typisch sei das für dieses Land, so Trump. Also, Mexiko übernimmt nicht nur mit seinen Taquerias in den Städten die Schnellimbisse. Nein, nun sahnen sie auch noch die Preise ab.

Einer der Anchorman auf FOXNews, Sean Hannity, wollte auch seinen Senf zur Diskussion dazugeben und twitterte, dass die Entscheidung ja von vornherein klar war. Die liberalen Geister in Hollywood würden ja niemals einen patriotischen Kassenschlager wie „American Sniper“ auszeichnen. Alles also ein abgekartetes Spiel?

Man muss sagen, in diesem Jahr war die Oscarpreisverleihung politischer denn je. Von den angeschnittenen Themen der Gewinner und Performer auf der Bühne bis hin zur Wahl von „Citizen Four“, dem Dokumentarfilm über Edward Snowden, setzte Hollywood in diesem Jahr deutliche Zeichen. Die Nichtbeachtung von „American Sniper“ war da sicherlich keine Absicht, denn andere Filme waren einfach besser. Das nun jedoch als mangelnden Patriotismus oder als Zeichen gegen die „Frauen und Männer in Uniform“ zu werten, wie das einige Kommentatoren taten, ist völliger Blödsinn und zeigt nur die geistige Beschränktheit von einigen Dauernörglern in den USA.

Der wahre Heino lebt in LA

Der wahre Heino unterhält die Amerikaner am Pazifik.

Der wahre Heino unterhält die Amerikaner am Pazifik.

Heino ist ein Phänomen. Lange Jahre war er ja nur so eine Omageschichte. Hörte oder las ich was von Heino, dachte ich an meine Oma, denn der blonde Barde mit der dunklen Brille war der Hit im Altenclub in Dortmund-Mengede. Ja, ja so blau, blau, blau blüht der Enzian…. Was er dann mit dem wahren Heino, Norbert Hähnel, Mitte der 80er Jahre machte, war nicht ok, denn in Deutschland muß doch Platz für mehr Heinos sein. Ein Gericht verurteilte Hähnel zu einer Geldstrafe, die der jedoch nicht abzahlte, sondern lieber im Gefängnis absaß.

Heino, der ewige Entertainer, erlebt derzeit einen neuen Frühling. Seine Stammfangemeinde dünnt sich ganz natürlich etwas aus, da erweitert er die Grenzen des Möglichen und Zumutbaren. Heino auf Wacken mit Rammstein. Heino singt Die Ärzte. Heino in Lederkutte. Heino auf großer Clubtour mit harten Gitarrenriffs. Ja, was ist denn jetzt los.

Das alles betrachte ich seit einiger Zeit etwas perplex aus der Ferne. Und nun das, es gibt in Nordamerika einen zweiten Heino. Der Kanadier Marc Hickox tritt schon seit Jahren als singender Doppelgänger auf, meist in deutschen Restaurants zwischen Toronto, San Francisco und Los Angeles, wo Heino ein Begriff ist. Das ganze ist eine Art Persiflage auf Deutschland und die Deutschen, wie Hickox meint, denn „gibt es ein anderes Land auf der Welt, wo David Hasselhoff wie ein Gott verehrt wird?“

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