Let’s Make American Radio Great Again

Bear Family Records, das Independent Plattenlabel aus Holste-Oldendorf, hat es mal wieder geschafft. Ich sitze da und grinse wie ein Honigkuchenpferd vor mich hin. Beschwingliche Musik klingt aus dem CD Player, mein rechter Fuss wippt im Takt mit. „At the Louisiana Hayride tonight“ heißt diese 20 Cds umfassende Box, die nicht nur ein wunderbares Kapitel der amerikanischen Radiogeschichte dokumentiert, sondern auch fantastische Musik präsentiert.

Von 1948 bis in 1960er Jahre sendete KWKH aus Shreveport, Louisiana, eine wöchentliche Live-Radiosendung am Samstagabend. Es waren nicht die Topentertainer ihrer Zeit, wie sie die „Grand Old Opry“ in Nashville anzog. Der „Louisiana Hayride“ brachte vielmehr die kommenden Stars, darunter Johnny Cash, Hank Williams, The Stanley Brothers, Johnny Horton, Carl Perkins, Hank Snow, Jim Reeves, George Jones und nicht zu vergessen Elvis Presley und viele, viele mehr. Die Musik wurde als „Folk“ und „Hillbilly“ bezeichnet, das Genre „Country“ war noch nicht bekannt.

Die Aufnahmen auf diesen 20 Cds sind mitreißend, unterhaltsam, voller Energie. Sie stammen aus der Hochzeit des Live-Radios, als aus einem Auditorium in Shreveport die „United States of America“ via CBS beschallt wurden. Samstagabend für Samstagabend wurde der klassische amerikanische Sound vor einem Live-Publikum über den Äther geschickt. Moderationen, kleine Showeinlagen und Witze, kurze Interviews mit neuen Musikern (darunter auch Elvis Presley) beleben diese „Recordings“. Viele der Songs sind bekannt, manche werden wiederentdeckt, viele hört man zum ersten Mal.

Amerika präsentiert sich hier als heile Welt, Shreveport war damals eine boomende Metropole. Es ist auch eine weiße Welt. In dem umfangreichen Begleitbuch zur Geschichte des „Louisiana Hayride“ findet man kein schwarzes Gesicht. Nicht auf der Bühne und nicht im Publikum. Es waren andere Zeiten. Und doch klingt hier das weite Land Amerikas durch, der kulturelle „Melting Pot“, denn viele der musikalischen Einflüsse, gerade aus dem schwarzen Gospel und dem „Rhythm & Blues“, hielten Einzug in den Folk und Country und in die Musik von Elvis Presley.

Seit Stunden sitze ich nun hier und höre die Aufnahmen von „At the Louisiana Hayride tonight“. Ich kann nicht sagen, welcher Song, welcher Künstler mir am besten gefällt. Es ist das Gesamtbild, was hier wirkt. Musiker wie Johnny Cash und Elvis Presley neben für mich ganz unbekannten Künstlern. Das Live, ungefiltert, ungeschönt. Der Sound manchmal dünn und doch ist es so ein breites, klangvolles Hörereignis. Geschichte trifft auf Kultur, Old Time Country auf die Fragen von heute. Und beim Abspielen all dieser Cds denke ich mir, wie schade es ist, dass es diese Art des Live-Radios nicht mehr gibt. Diese Offenheit und Direktheit ging schon lange verloren. Viel zu viel ist heute streng formatiert, kommt aus der Konserve, ist geglättet und begradigt und mit Effekten überzogen worden. Bear Family Records hat hier erneut eine wunderbare Box vorgelegt, die einfach nur begeistert. Die deutlich macht, wie schön das Zuhören sein kann.

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Das Unrechtssystem USA

In den USA leben 5 Prozent der Weltbevölkerung, doch das hat Land hat 22 Prozent der weltweiten Gefängnisinsassen. Mehr als zwei Millionen Menschen sitzen eine Haftstrafe in den amerikanischen Gefängnissen ab. Fast jeder Dritte Afro-Amerikaner im Land wird schon bald hinter Gittern sitzen oder eine Haftstrafe hinter sich haben.

Am heutigen Montag lief auf Deutschlandfunk Kultur mein Beitrag über Albert Woodfox, einem der drei Insassen, die als „Angola 3“ bekannt wurden. Ich hatte ihn vor wenigen Wochen in seinem Haus in New Orleans besucht. Ein längerer Artikel über ihn, sein Leben und seinen Kampf hinter Gittern kann man hier nachlesen. Erst auf internationalen Druck, angeführt von amnesty international, wurde Albert Woodfox als letzter der „Angola 3“ im Frühjahr 2016 aus dem Gefängnis und der langen Isolationshaft entlassen.

„Panthers in the hole“ von Bruno Cénou und David Cénou.

In der „Graphic Novel“ „Panthers in the hole“ erzählen Bruno und David Cénou die Geschichte dieser drei Black Panther, die in Angola eingesperrt wurden, dort kämpften, nicht aufgaben und überlebten. Eine bewegende und berührende Geschichte, die einen wütend und traurig macht, einem ein Gefühl der Hilflosigkeit vermittelt. Drei farbige Männer, die von weißen Geschworenen verurteilt wurden, die in einem Unrechtssystem Opfer des amtlichen Rassismus geworden sind. Heute sind zwei von ihnen frei, Robert King und Albert Woodfox, Herman Wallace war nur wenige Tage nach seiner Entlassung verstorben. Angola, das Staatsgefängnis von Louisiana, existiert weiter und wird auch King und Woodfox nie verlassen.

In beeindruckenden Bildern und in Sprechblasen erzählen und zeichnen die Cénous diese Geschichte, die das Leben in diesen Vereinigten Staaten von Amerika schrieb. Als jemand, der seit über zwei Jahrzehnten einen Einblick in das kalifornische Rechts- und Gefängnissystem hat, weiss ich nur zu gut, dass die Story der Angola 3 keine einmalige ist. Noch immer sitzen Männer hinter Gittern, die unschuldig sind, ungerecht vor Gericht behandelt und abgeurteilt wurden. Viele von ihnen Afro-Amerikaner und Latinos, deren Hautfarbe und Herkunft für Ermittler, Staatsanwälte, Richter und letztendlich einer Jury die ausschlaggebenden Punkte für eine Verurteilung waren. Und es gibt Beispiele, wo Unschuldige in diesem Land am Ende hingerichtet wurden, für eine Tat, die sie nicht begangen haben. Man hofft, beim Lesen dieser „Graphic Novel“, dass all dies der Vergangenheit angehört. Doch die Realität ist anders. Noch immer, noch heute kann man in den USA für eine Tat verurteilt werden, die man nicht begangen hat. Und wenn man ein Afro-Amerikaner ist, steigt die Wahrscheinlichkeit um ein vielfaches, dass das Rechtssystem zu einem Unrechtssystem wird. Wie sonst lässt es sich erklären, dass Schwarze in den USA nur 13 Prozent der Gesamtbevölkerung, aber 40 Prozent der Gefängnispopulation ausmachen!

Wie überlebt man Isolation?

Nach 44 Jahren kam die Freiheit. Körperliche Freiheit, betont Albert Woodfox. Denn im Gefängnis sei sein Geist nie eingesperrt gewesen. Gestern sass ich mit dem 70jährigen auf seiner Veranda in seinem Haus in New Orleans. Wir unterhielten uns über sein Leben, das vor allem hinter Gittern in einer kleinen Zelle stattfand. Albert Woodfox war einer der „Angola Three“, drei Häftlinge, die Jahrzehnte im „Louisiana State Penitentiary“ in Einzelhaft verbracht haben für einen Mord, den sie nicht begangen haben.

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„So viel Regen ist verrückt“

      Die Lage in Houston

Houston versinkt in den Fluten. Foto: Reuters.

Es regnet und regnet in Texas. Ersten Schätzungen zufolge könnte ein Schaden von 40 Milliarden Dollar entstanden sein. Die Öl- und Gasindustrie an der Küste ist gewaltig getroffen worden, schon jetzt werden höhere Benzinpreise im ganzen Land erwartet. Und Harvey wütet weiter.

Ein Reporter steht am frühen Montagmorgen in der Mitte einer Straße in Houston, das Wasser reicht ihm bis zur Hüfte. Die Bilder aus der texanischen Millionenstadt zeigen das ganze Ausmaß der Katastrophe. Es regnet und das ohne Ende. Überschwemmungen weit und breit, die Infrastruktur ist in weiten Teilen zusammen gebrochen. Zur Sicherheit mussten die Schleusen mehrerer Trinkwasser Reservoirs geöffnet werden, die Dämme drohten aufgrund der Wassermassen zu brechen. Allein in den letzten 72 Stunden fiel im Bezirk Houston weit über einen Meter Niederschlag. Die Stadt ist auf Sumpfgebiet und weiß mit Hochwasser umzugen, aber Harvey und seine Folgen seien eine historische Katastrophe, wird hier überall gesagt.

Leah Kernohan steht vor ihrem überfluteten Haus und sagt, dass sie mit ihren 45 Jahren schon viele Stürme und Hurrikans durchgemacht hat, aber das hier sei das verrückteste, was sie je gesehen habe. So viel Wasser gab es noch nie.

Nach wie vor versuchen Helfer der Nationalgarde, der Küstenwache und auch viele Bürger mit Booten in den schwer betroffenen Nachbarschaften von Haus zu Haus zu kommen, um Anwohner aus misslichen und gefährlichen Lagen zu retten. Denn ein Ende der Krise ist noch lange nicht in Sicht, bis Ende der Woche soll es weiterregnen, meinen Meterologen.

Für den Chef der Katastrophenhilfe FEMA, William Long, hat jetzt erst die eigentliche Katastrophe begonnen. Man sehe die ersten Schäden, aber noch immer regnet es, auch in anderen Teilen von Texas. Die Flüsse könnten diese Mengen an Niederschlag gar nicht verkraften. Überall treten die Fluten über die Ufer. Es werde, so Long, gewaltige Schäde geben. Das hier sei ein langes und frustrierendes Ereignis für Texas.

Unterdessen hatte auch der Gouverneur im Nachbarstaat Louisiana Präsident Donald Trump darum gebeten, den Notstand für Louisiana auszurufen, auch hier sind die Folgen von Harvey deutlich zu spüren.

Es geht wieder los

Vor wenigen Tagen wurde Präsident Barack Obama zum zweiten mal im Amt vereidigt. Vier Jahre steht er nun (noch) den USA vor. Doch bereits jetzt geht es in den zweiten und dritten Reihen der Republikaner und Demokraten rund. Wer wird der Kandidat seiner – oder ihrer – Partei 2016?

Die Republikaner stehen derzeit innerparteilich vor einem Scherbenhaufen. Ein verlorener Wahlkampf, eine Zersplitterung der Partei, keine gemeinsame Linie. Und dennoch, einige drängen nach vorne. Der US-Kubaner Marco Rubio, Senator aus Florida, gilt als einer der Top-Kandidaten seiner Partei. Immer wieder prescht er mit politischen Ideen und Programmen nach vorne, die fast alle wohlwollend aufgenommen werden. Rubio ist gerade mal 41 Jahre alt und stand schon ganz oben auf der potenziellen Vize-Kandidaten Liste von Mitt Romney.

Ebenfalls  41 Jahre alt ist Piyush „Bobby“ Jindal, der republikanische Gouverneur von Louisiana. Er ist gegen Abtreibung und für das Recht auf Waffen, bietet so gut wie keine politische Angriffsfläche für Widersacher in den eigenen Reihen. Geboren in Baton Rouge als Sohn von Einwanderern aus Indien trat der verheiratete Vater von drei Kindern vom Hinduismus zum Katholizismus über. Jindal, genau wie Rubio, sprechen offen die fehlende Linie und Geschlossenheit der eigenen Partei an. Das macht sie beliebt, denn damit preschen sie in die Rolle der Führungspersonen, der Leithammel vor.

Auf demokratischer Seite rechnet eigentlich niemand mit einer Kandidatur von Vize-Präsident Joe Biden. Alle Augen sind derzeit auf Hillary Clinton gerichtet, die als die beliebteste Politikerin in den USA gilt. Ihre vier durchaus erfolgreichen Jahre im Außenministerium haben ihr „Kredit“ in der eigenen Partei und auch bei den Republikanern eingebracht. Wenn Hillary zur Kandidatur bereit wäre, hätte sie die breite Basis der Partei hinter sich. Und auch Präsident Obama säße in ihrem Boot, wir er in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit CBS andeutete. Der Wahlkampf 2016 hat begonnen.

Privatisierung der Schulen

Das öffentliche Schulsystem in den USA liegt im argen. Landauf, landab, von Osten nach Westen sind die „public schools“ ein Desaster. Die Probleme für das Scheitern vieler Schüler sind vielfältig. Von gesunkenen finanziellen Mitteln, von überstarken Lehrergewerkschaften, vom reinen Testlernen bis hin zum Absenken des Lernniveaus….die öffentlichen amerikanischen Schulen sind reformbedürftig, das steht außer Frage. Doch die Ansätze, eine grundlegende Reform durchzusetzen und somit den Schülerinnen und Schülern die bestmöglichste Bildung zu bieten, wurde politisiert. Demokraten setzen auf eine allgemeine Bildung, fordern mehr Gelder und wollen den Einfluß der Gewerkschaften nicht beschneiden. Die Republikaner glauben nicht an eine Reform, können sich zu einer Abschaffung der „public schools“ aber auch nicht durchringen. Sie versuchen nun das öffentliche Schulsystem finanziell auszubluten.

Allen voran Bobby Jindal, Gouverneur von Louisiana und Hoffnungsträger seiner Partei. Er hat gegen den Willen der Opposition einen sehr fragwürdigen Plan durchs Abgeordentenhaus von Baton Rouge gepaukt. Dieser besagt, dass in Zukunft die Eltern von Schülern der öffentlichen Schulen die freie Wahl haben, ihre Kinder auch auf Privatschulen zu senden. Und falls sie dies tun, wird ihnen vom Staat einfinanzielle Gutschein in der Höhe jenes Betrages gewährt, den öffentliche Schulen für ihre Schüler ansetzen. Damit hofft Jindal, dass zum einen langfristig Gelder im 3,5 Milliarden Dollar Bildungshaushalt eingespart werden. Zum anderen ist er, wie eigentlich jeder Republikaner, davon überzeugt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Nutznießer, so der Gouverneur, wären am Ende die Schüler. „Wir lassen die Eltern selbst entscheiden, was für ihre Kinder am besten ist, nicht die Regierung“, faßt er seinen Plan zusammen.

Das einzige Problem dabei ist, dass es nicht genug Privatschulen und vor allem qualitative Alternativen für die Eltern und Kinder in Louisiana gibt. Dennoch erwarten viele, gerade christlich-fundamentalistische Kleinstschulen einen staaatlichen Geldregen. In Ruston ist die Einrichtung „New Living Word“ angesiedelt, die zwar ein anerkanntes Basketball Team hat, aber keine Bücherei. Die Schüler verbringen den Großteil der Stunden vor dem Fernseher, über denen sie Auslegungen der Bibel in allen möglichen Fächern vermittelt bekommen. Die „Upperroom Bible Church Academy“ in New Orleans, ein bunkerähnliches Gebäude ohne Fenster und Spielplatz, plant 214 Gutscheinschüler aufzunehmen. Der Gegenwert 1,8 Millionen Dollar. Die Pastorin und jetzige Schulleiterin Marie Carrier will mit diesem neuen Gesetz 135 Schüler für ihre „Eternity Christian Academy“ in Westlake hinzugewinnen. Auch hier wird die Welt ausschließlich durch den christlichen Blick vermittelt. Das Wissenschaftsbuch beginnt mit den Worten „what God made“. Von Evolution ist keine Rede. „Wir versuchen von all den Dingen fern zu bleiben, die unsere Kinder verwirren könnten“, meint Carrier. Andere Privatschulen benutzen im Unterricht Materialien, die vor „Liberalen“ warnen, denn diese würden die Weltgemeinschaft gefährden, und nutzen „wissenschaftliche“ Bücher, die alles andere als wissenschaftlich fundiert sind.

Louisisanas Gouverneur hat mit seinem Gesetzesvorstoß die Totenglocke für das öffentliche Schulsystem geläutet. Anstelle einer mutigen und weitgehenden Reform, setzt er auf „die Wahl der Eltern“, die jedoch in Wahrheit keine ist. Am Ende werden im Bibelgürtel Amerikas noch mehr bibelfeste Kinder leben. Ach ja, das ist wohl die Wahl, die alles entscheidende im Süden der USA.

 

 

 

 

 

 

Ein Schuß gegen Obama

Bei einem Wahlkampfstopp von Rick Santorum in West Monroe, Louisiana, kam es zu einem unschönen Zwischenfall. Der Kandidat, im Anzug und im Rambofieber, wollte den mitgereisten Presseleuten mal zeigen, wie sicher er mit einer Schußwaffe umgehen kann. Also wurde ein Auftritt an einem Schießplatz organisiert. Santorum ballerte also auf die schwarzen, menschlichen Umrisse, die dort in rund 15 Meter Entfernung als Zielscheiben hingen. Sichtlich entspannt drückte er immer wieder ab. Zwischendrin kann man jedoch ganz klar die Worte einer Frau hören „Pretend it’s Obama“, stell Dir vor es ist Obama (0:36 Sekunden).

Santorum bekam davon nichts mit, doch auf den Zwischenfall danach angesprochen meinte er, dass er sich sicherlich keine Person beim Schießen vorstelle und, dass so ein Kommentar „schrecklich und brutal“ ist und er froh sei, ihn nicht gehört zu haben. Am heutigen Samstag sind die Vorwahlen in Louisiana und Rick Santorum gilt als sicherer Sieger.

Die Frau wurde bislang noch nicht gefunden. Der Secret Service ermittelt allerdings wegen einer Morddrohung gegen den amerikanischen Präsidenten.

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Der jüngste Soldat der US Army

Brennan Daigle kämpft jeden Tag um sein Leben. Der 10jährige hat eine seltene Krebsform, Embryonal Rhabdomyosarcoma. Der Junge aus Sulphur, Louisiana, bekam die Diagnose im Oktober 2009. Seitdem versuchen Ärzte den Krebs unter Kontrolle zu bringen, doch immer wieder wurden neue muskuläre Tumore gefunden, die die Knochen angreifen. Vor kurzem eröffneten die behandelnden Ärzte den Eltern, dass sie nichts mehr für Brennan tun können.

Der 10jährige war immer ein großer Fan der US Army und zu seinem 10. Geburtstag wurde er nun ganz besonders überrascht. Seine Mutter wurde vor einiger Zeit von der Organisation „Make a wish Foundation“ kontaktiert, die von Brennans Krankheit erfahren hatte. Die „Make a wish foundation“ erfüllt schwerkranken Kindern ganz ungewöhnliche Wünsche. Kristy Daigle meinte denn auch zu Becky Prejean, ihr Sohn wolle keinen Fallschirmsprung oder ein Computerspiel, er wolle vielmehr Soldaten der US Army treffen, bevor seine Krankheit schlimmer werde.

Becky Prejean schrieb daraufhin für die Stiftung die US Army an. Und dort wurde der Wunsch des Kleinen sehr ernst genommen. Zu seinem heutigen 10. Geburtstag meinte sein Vater, er wolle mit ihm fischen gehen, doch stattdessen brachte er seinen Sohn ganz woandershin. Als Brennan ausstieg, salutierte ein Kommando Soldaten vor ihm und luden ihn zu einer Rundfahrt im Humvee Geländewagen ein. Die Soldaten feierten den Kleinen, übergaben ihm eine Uniform mit eigenem Namensschild und ernannten ihn zum Ehrensoldaten der US Army.

Kristy Daigle hat für ihren Sohn auch eine facebook Seite eingerichtet. „Brennan’s Brigade“ hat mittlerweile weit über 32.000 Fans. Zum Geburtstag bekam der 10jährige Glückwünsche von überallher. Besonders gefreut haben wird er sich über die Grüße aus den Einsatzgebieten der US Army im Irak und in Afghanistan. Die Soldaten in Übersee grüßten ihren „Kameraden“ und „Army Brother“. Happy Birthday, Brennan.

 

Das Ausmaß der Katastrophe

Brauner Pelikan im Golf von MexikoNun kommen sie also, jene Bilder, die man eigentlich nicht sehen will. Der Ölteppich im Golf von Mexiko waberte so für Wochen vor sich hin. Man hörte viel über die Probleme der Fischerei- und Tourismusindustrie, über das Ausmaß des Ölteppichs und vor allem darüber, dass auch mit modernster Technik das Loch bislang nicht zu stopfen ist. Doch da sind nun diese Bilder, die man eigentlich zu gut kennt, die einen aber immer wieder betroffen machen.

Und da ist die neueste Meinungsäußerung von Sarah Palin, der ehemaligen Gouverneurin von Alaska und Vize-Präsidentschaftskandidatin neben John McCain. Schon im Wahlkampf 2008 trat sie als Bohrlochfetischistin auf. In der Fernsehdebatte mit dem demokratischen Vize-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden antwortete sie auf dessen Vorbehalte zur Energiepolitik McCains: „Der Ruf ist ‚Drill, Baby, Drill‘. Und das hören wir auf allen unseren Veranstaltungen im ganzen Land, denn die Menschen sind so hungrig danach, diese eigenen Quellen der Energie anzuzapfen“. Der Spruch „Drill, Baby, Drill“ ist zwar noch nicht mal von ihr, aber Palin machte ihn berühmt-berüchtigt.

Brauner Pelikan im Golf von MexikoDie neueste Verbalattacke des GOP Darlings kommt diesmal aus aktuellem Anlass, der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, und ist an die Umweltschützer und Demokraten gerichtet: „Extremes Tiefseebohren ist nicht die beste Wahl, unseren Energiebedarf zu lösen, aber Eure Proteste und Klagen und Lügen über das Ölbohren auf dem Land und in seichtem Gewässer haben diese Gebiete abgeriegelt. Nun holt es Euch ein. Das tragische, beispiellose Tiefsee Ölleck beweist es“. Das ist wahrlich eine, ja, schamlose Umkehrung der Tatsachen. Sarah Palin setzt sich weiterhin für Ölbohrungen ein. Ihr scheinen solche Bilder aus der Golf Region nichts auszumachen. Bis 2012 sind wohl auch die offensichtlichen Folgen dieser Katastrophe nicht mehr zu sehen, dann kann sich die lächelnde Sarah ja wieder an den Strand von Louisiana stellen und auf die tollen Jobs in der Ölindustrie verweisen, die sie als Präsidentin schaffen wird….