„Shortcut to Europe“

Das war wieder der Titel der diesjährigen „Tag der offenen Tür“-Veranstaltung in Washington DC. Alle Botschaften der EU Länder waren dabei, präsentierten sich…wie? Das kann ich nicht genau sagen, denn ich war ja nur auf dem Gelände der deutschen Botschaft und habe dort fast sieben Stunden aufgelegt. Eine bunte Mischung „Music made in Germany“. Und das reichte von Hans Albers bis Rammstein…und ja, das waren Wünsche. Aber auch Bushido, Peter Fox und etliche Independent Bands wie Luxuslärm oder Kira waren angesagt. Zeitweise wurde es etwas windig, doch das Wetter hielt und tausende von Menschen strömten auf das Botschaftsgelände. Eine gelungene Veranstaltung, die Deutschland sicherlich gut darstellte.

Deutsche Platte bei FolkwaysAm Tag zuvor war ich noch auf der Suche nach deutschen Spuren im riesigen Musik- und Tonarchiv des gemeinnützigen Plattenlabels „Smithsonian Folkways“. Ein wahrer Schatz von Aufnahmen steht da dem Hörer und Interessierten zur Verfügung, und alles ist nach wie vor erhältlich. Folkways ist bekannt für seine Roots-Musik Veröffentlichungen. Woody Guthrie, Pete Seeger, aber auch Protest- undKampfsongs aus Angola, Irland, Südafrika. Und man findet zum Teil sehr skurile Alben mit deutschen Hintergrund. So z.B. die Befragung von Bertold Brecht vor dem US Kongress in der McCarthy Ära, als Kommunisten im Land und vor allem in Hollywood gejagt wurden. Eine faszinierende ethnomusikalische Platte aus dem ethnologischen Museum in Berlin. Biermann Aufnahmen sind dort genauso zu finden wie Bierhallenlieder und Märsche. Im Archiv von Folkways ist die Zeit stehen geblieben, ein wahrer Schatz für Hörer.

Washington DC ist eine beeindruckende Stadt, die ich an den Abenden noch zu Fuss erkundet habe. Vorbei am Verfassungsgericht, zum Kongress, das Vietnam Memorial, die Mall, das Lincoln Memorial, das Weisse Haus, Dupont Circle nach Georgetown und vorbei an den Dutzenden von Botschaften aus aller Welt. Man läuft sich hier die Füsse platt, aber das auf eine sehr interessante Art. DC ist auf alle Fälle eine Reise wert.

Rock you all over

Die Scorpions kündigen ihr Ende an und man muss ja mal ganz ehrlich sagen „Gott sei Dank“. Denn seit dieser Nöl-Hymne „Wind of change“ konnte ich sie einfach und beim besten Willen nicht mehr hören. Das ging einfach gar nicht mehr. Klar, die Platte war ein riesiger Erfolg für die Band, hat sich verkauft wie warme Semmeln, aber das Ding war auch so weich und latschig wie eine warme Semmel. Richtig zum Rumpulen. Egal, nun soll Schluss sein, noch eine Platte, eine lang andauernde Welttournee und dann Rentnerdasein für Klaus Meine und Co.

Aber zur gleichen Zeit legt eine andere deutsche Hard Rock Formation aus längst vergangenen Tagen noch mal kräftig los. Accept melden sich zurück. Nach ihren kurzzeitigen Reunion Konzerten 2005 und dem Hit „Balls to the wall“ im Mickey Rourke Film „The Wrestler“ war das Interesse an diesen deutschen Hard Rockern wieder da. Ich bin begeistert, auch wenn es ohne Mister Einmeter Udo Dirkschneider weiter gehen wird. Dirkschneider hatte irgendwie nicht so richtig Lust auf eine Neuauflage und wollte sich lieber auf sein U.D.O. Projekt konzentrieren. Auch recht. Die neue Accept Platte soll nun im Frühjahr erscheinen und danach geht es auf Welttournee. Man kann sehr gespannt sein. Das folgende Video gibt schon mal einen Vorgeschmack.

YouTube Preview Image