Deutsche Welle…bitte Abschalten!

Wer bitte schön braucht noch die Deutsche Welle? Oder anders gefragt, wer bitte schön hört noch die Deutsche Welle? Eines ist mir in den letzten Tagen beim Ab- und Zuhören des deutschen Auslandssenders klar geworden. Die Parlamentarier in Berlin, die über den Haushalt der Rundfunkanstalt entscheiden, hören jedenfalls die Programme der Deutschen Welle nicht. Anders kann ich es mir nicht erklären, was da über den Äther läuft!

Das deutsche Programm wurde aus Kostengründen abgeschaltet. Ist logisch und macht auch Sinn, wenn man bedenkt, dass die Bundesregierung massiv versucht, die Deutschprogramme an ausländischen High Schools und an Universitäten aufrecht zu erhalten. Da werden teure Konzerttourneen, wie jüngst mit Madsen, durch die USA organisiert und DW zieht einfach den Stecker zur deutschsprachigen Berichterstattung. Deutsch ist eben nicht wichtig, olle Sprache, das ist das klare Zeichen, was im Ausland ankommt. Auf der Antenne hört man mittlerweile mehr englische Muttersprachler, den deutschen Steuerzahler wird es freuen, dass man nun diese Art  europäischer Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen fördert.

Ich will gar nicht groß etwas zum Programm der Deutschen Welle sagen. Letztes Jahr habe ich schon über die bescheuerte Unterbrechung der Fussball Liveberichterstatttung am Samstagnachmittag geschrieben, als um 17 Uhr (!) Nachrichten in Kisuaheli eingespielt wurden, eine Viertelstunde vor Schluß. Im Meisterschaftskampf. Und danach fing um 17:08 Uhr auch noch die Sendung auf Kisuaheli an, die Endergebnisse erfuhr man als Hörer nicht. Unfassbar!!!

Die Morgensendung moderieren zwei junge Frauen, die eher wie „Girlies“ rüberkommen. Ist Geschmackssache, aber ich persönlich mag es nicht so, wenn ich das Gefühl habe, ein Moderator hockt mir fast auf dem Schoß. Vor allem morgens nicht, da würde ich als im Ausland sitzender Hörer gerne Informationen bekommen, Schwerpunkt Deutschland, warum sonst sollte ich DW einschalten. Nach drei Tagen intensivstem Hören habe ich viel über Frankreich, England, Rumänien, Zimbabwe, Indien, Italien und andere Länder erfahren. Ach ja, ein in die Länge gedehnter Beitrag über eine Ausstellung in Berlin war auch dabei. Aber ist das die Aufgabe der Deutschen Welle? Wollen die Radiomacher in Bonn mit der BBC konkurrieren? Wenn ja, sollte man am Rhein mal ganz langsam einen Schritt zurück gehen, überlegen und sich neu orientieren. So jedenfalls macht die Deutsche Welle keinen Sinn und sollte abgeschaltet werden. Den deutschen Steuerzahler wird es freuen, denn DW wird nicht aus den GEZ Gebühren finanziert.

Das Land von Goethe und Madsen

Quer durchs Land ging es für Madsen, von der Ost- zur Westküste. Jedes Konzert war gut besucht oder ausverkauft und das, obwohl es am späten Vormittag oder mittags stattfand. Auf Einladung des Goethe-Instituts, mit finanzieller Unterstützung durch das Auswärtige Amt, tourte eine der derzeit erfolgreichsten Indie-Rock Bands aus Deutschland durch die USA. Alles im Zeichen der Sprachvermittlung. Und die vier Jungs aus dem Wendland haben gezeigt, dass man in Amerika durchaus mit deutschen Texten ankommen kann, auch wenn man nicht Rammstein heißt.

Hier ein aktueller Audio- und Stimmungsbericht:

Madsen in den USA     

Heute schon für LoC getwittert?

Twitter ging am 21. März 2006 online und seitdem wird getwittert, was das Zeug hält. 105,8 Millionen Nutzer sind registriert, die pro Tag rund 55 Millionen Tweets rausballern. Nun wird das alles, was man so in 140 Zeichen schreiben kann, archiviert. Und nicht irgendwo. Die Library of Congress in Washington DC will alle Twitter Nachrichten für die Zukunft bewahren. TwitterAlso jeder Tweet geht nun ins Archiv. Sei er noch so wichtig oder so bescheuert, wie die Meldung, dass der Kaffee am Morgen schon wieder kalt sei, oder man nun auf der Stirn einen Pickel entdeckt habe.

Die Library of Congress will alles und Twitter freut sich wie Bolle. Biz Stone, Mitbegründer des Unternehmens, erklärte auf der Webseite: „Es ist sehr aufregend, dass Tweets Teil der Geschichte werden“. Wie das ganze in Zukunft genutzt werden soll ist noch fraglich, denn die Library of Congress ist zwar das grösste Archiv der Welt, gilt bei vielen aber auch als Schwarzes Loch. Was dort versinkt, taucht nie wieder auf. In den Weiten der Lagerhallen finden sich 142 Millionen geschichtliche Dokumente. 32 Millionen Bücher, 62 Millionen Manuskripte und die grösste Sammlung an Film- und Tonaufnahmen auf der Welt.

Nun also auch Tweets, ist doch schön, dass man seinen Namen, oder seine User ID, nun auch in der Library of Congress finden kann. Dazu passt doch gut der Song von Madsen „Du schreibst Geschichte“….jeder von uns Tweeties.

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