Rauch den Schuldenberg

Kalifornien versinkt in Schulden. Arnold Schwarzenegger wollte die Softkur, doch die Wähler wollten nicht wie Arnold….und nun will Arnold alles an Ausgaben streichen, was zu streichen ist. Das reicht vom Bildungswesen bis zu öffentlichen Parks…der Rotstift tanzt Polka in Sacramento. Allerdings darf man die Schuld nicht einfach auf den Gouvernator schieben, denn der ist wahrlich nicht alleine an der Misere schuld. Da ist zum einen das komplizierte Wahlsystem in Kalifornien, mit dem immer wieder per Volksentscheid Dinge verabschiedet werden, die zwischen Schwachsinn und Hirnrissigkeit anzusiedeln sind. Damit sind den Abgeordneten im kalifornischen Parlament schon mal etwas die Hände gebunden, denn sie müssen bei den Haushaltsplanungen den Mist ausbaden, den ihnen die (oftmals desinteressierten) Wähler hinterlassen haben….

Kalifornien ist ein Staat, in dem derzeit so gar nichts mehr voran geht. Ein Gouverneur, der nur noch rumhackt. Abgeordnete, die nicht miteinander können. Lobbyisten, die Druck ausüben. Wähler, die keinen Plan haben und über komplizierte Sachverhalte entscheiden und ihre Stimme aufgrund von 30 Sekunden Wahlspots abliefern. Interessensgruppen, wie Lehrerverbände, Gewerkschaften, Berufsverbindungen, die alle mitreden wollen. Und am Ende kommt dabei nichts heraus.

Da ist doch ganz erfrischend, wenn nun eine Initiative mit dem Namen „Marijuana Policy Project“ erklärt, Millionen von Kaliforniern wollen Steuern zahlen, nur dürfen sie es nicht. Die Lösung – und darüber wird nun ernsthaft in Kalifornien nachgedacht – Marijuana soll besteuert werden. Sicherlich ist das ein Hintertürchen, das Rauchen von Pot zu legalisieren, aber in der derzeitigen Finanzsituation des Sonnenstaates ist nichts mehr abwegig. Die MPP hat sogar schon einen Werbespot produziert, der nun auch auf diversen Fernsehsendern ausgestrahlt werden soll.

YouTube Preview Image

Die Haushaltskrise wird geraucht

Marihuana Rauchen tut gut. Zumindest könnte man damit den kranken kalifornischen Haushalt wieder gesund machen. Das zumindest dachte sich der Abgeordnete Tom Ammiano, der San Francisco im Staatsparlament vertritt und nun die Legalisierung und die Besteuerung von „Pot“ verlangt. Jeder über 21 im Sonnenstaat sollte das Gras anbauen, kaufen, verkaufen und besitzen dürfen. Zwar ist all das bundesrechtlich verboten, aber schwierige Zeiten erfordern schwierige Lösungswege.

Ammiano geht davon aus, dass die Legalisierung und die Besteuerung von Marihuana bis zu einer Milliarde Dollar pro Jahr in den Staatssäckel Kaliforniens bringen würde. Ein Betrag, den man in diesen Zeiten dringend brauchen könnte.

Zwar stösst der Vorstoss des Abgeordneten nicht gerade auf breite Basis, doch er wird durchaus ernsthaft auf vielen Ebenen diskutiert. Viele in Kalifornien sind dem Marihuana nicht gerade abgeneigt. Im Norden des Bundesstaates wird tonnenweise angebaut, privat zum persönlichen Gebrauch, aber auch landwirtschaftlich im grösseren Stil. Allerdings bislang illegal. Auch stimmten die Wähler Kaliforniens im Jahr 2006 zu, dass schwer Erkrankte Zugang zu Marihuana als schmerzstillendes und stimulierendes Medikament haben sollten.

Also, abwarten….in Kalifornien könnten schon bald die roten Zahlen des Staatshaushalts in Rauch aufgehen…und das mit einem breiten Grinsen um die Lippen.

YouTube Preview Image