Kein so schlechter Ort zum Leben

San Francisco Bay Area von oben in all ihrer Pracht.

San Francisco Bay Area von oben in all ihrer Pracht.

Wir haben Erdbeben und viel Nebel, teure Mieten und schrecklichen Straßenverkehr.  Und dennoch, die San Francisco Bay Area ist eine unvergleichlich schöne Gegend. Das kann man sich nun auch von oben ansehen. Der Esa-Erdbeobachtungssatellit „Landsat 8“ hat dieses Bild Anfang März geschossen und es zeigt die ganze Einmaligkeit dieser Region. Wasser und viel Grün. Es ist schon eine besondere Gegend, in der ich meine zweite Heimat gefunden habe.

Da rechts, wo Oakland ins Grüne übergeht wohne ich. Und arbeite ich, denn als freier Korrespondent habe ich mein Büro daheim. Das hat hier einen Riesenvorteil, ich muß nicht täglich durch den Wahnsinnsberufsverkehr einmal hin und einmal zurück. Ich kann sogar sagen, ich laufe ins Büro…na ja, ein paar Treppen runter, Kaffee machen, Treppe hoch und der Tag kann beginnen. Und jeder Tag bietet was neues. Politische Themen, Kultur, viel Musik. Die Berichterstattung über Amerika, dazu noch meine Reisen und mein Interesse an verschiedenen anderen Regionen und meine Radiosendung zur Musik aus deutschsprachigen Landen, lassen es nicht langweilig und eintönig werden.

Doch zurück zu diesem besonderen Bild von oben. Hier kann man gut sehen, warum so viele in dieser Region leben wollen. Es ist einfach eine besondere Gegend. Das Meer, die Bay, die vielen offenen und geschützten Naturflächen, wie die Marin Headlands, nördlich der Golden Gate Bridge, der East Bay Regional Park, gleich da, wo ich wohne östlich von Downtown Oakland und dann findet man südlich von San Francisco weite offene Flächen zwischen Pazifik und Bay, die zum Golden Gate National Park Service gehören. Und das ist alles direkt vor der Tür.

Was das beeindruckende ist, man hat es hier geschafft, in einem Ballungsraum mit Millionen von Menschen offenen Platz zu schützen. Gerade das macht die Bay Area neben all ihren wirtschaftlichen, kulturellen und innovativen Reizen auch aus. Von meinem Haus gehe ich nur ein paar Minuten und stehe allein unter gewaltigen Redwoods, eine natürliche Kathedrale, ohne auch nur eine Menschenseele um mich herum. Kein Lärm, kein Geschrei, kein Laubgeblase. Nur Ruhe. Auch das ist Oakland.

Hungernde Seelöwen an der Pazifikküste

Normalerweise sind zu dieser Jahreszeit gerade mal ein Dutzend Seelöwen in der Rettungsstation nördlich von San Francisco untergebracht. Doch derzeit werden mehr als 100 junge Seelöwen im „Marine Mammal Center“ in Sausalito betreut. Abgemagert, krank und ausgehungert wurden sie an den Stränden in Nordkalifornien gefunden. An der gesamten kalifornischen Küste wurden seit Anfang des Jahres rund 250 Robben aufgegriffen. Und es nicht das erste Jahr, bereits seit 2013 registriert man die erhöhte Zahl von aufgegriffenen und abgemagerten Jungtieren.

CSL_socal-rehab_malnourished_03-27-2013_Ingrid-overgard_web2Noch rätselt man hier, was zu dem Anstieg der verhungernden jungen Seelöwen führt. Normalerweise sind die jungen Tiere bis im Alter von fast einem Jahr mit ihrer Mutter zusammen. Sie leben auf den Farallon Islands vor der Küste San Franciscos, den Channel Islands vor Santa Barbara oder weiter südlich in den Gewässern Mexikos. Die Wissenschaftler des Marine Mammal Centers glauben, dass die Problematik mit den gestiegenen Wassertemperaturen im Pazifik zusammenhängen könnte. Die Muttertiere müssten oftmals weiter schwimmen, um Nahrung zu finden und ließen so ihre Kleinen länger alleine zurück. Die hungerten und würden irgendwann einfach ins Wasser springen auf der Suche nach Futter. Doch kraftlos und nicht schnell genug für die eigene Jagd würden sie dann an die Küste gespült, wo sie bis auf die Knochen abgemagert aufgelesen werden.

Es ist eine Theorie, der nun nachgegangen wird. Seit der Verabschiedung des „Marine Mammal Protection Act“ von 1972 ist die Seelöwenpopuluation auf rund 300.000 Tiere vor der amerikanischen Westküste angewachsen.

Das „Marine Mammal Center“ sammelt derzeit Spenden für die Rettungsaktionen, die Behandlung und die Betreuung der jungen Seelöwen.

Nichts geht mehr auf der Golden Gate Bridge

Zwei Rehe überquerten am Freitag die Golden Gate Bridge. Foto Rydalia via Twitter.

Zwei Rehe überquerten am Freitag die Golden Gate Bridge. Twitter Nutzer Rydalia machte dieses Foto, als auch der Verkehr Richtung San Francisco zu einem Stopp kam.

Freitagabend Feierabendverkehr. Die Golden Gate Bridge ist eines der Nadelöhre in der San Francisco Bay Area. Langsam schiebt sich der Verkehr Richtung Norden aus der Stadt hinaus. Doch um kurz vor halb sechs kommt alles zum Stillstand. Zwei Rehe rennen auf die Fahrbahn und laufen von San Francisco aus kommend Richtung Marin Headlands. Die Autofahrer hinter ihnen reagieren sofort, bremsen ab, verlangsamen den Verkehr, blockieren die Fahrspuren. Auf der Gegenfahrbahn kommt auch alles zum Erliegen. Die Handys werden gezückt, um Bilder und Videos von diesen ungewöhnlichen Brückengängern zu machen. Im guten Galopp rennen die beiden Rehe Richtung Norden. Passanten wählen die Notrufnummer 911, die Highway Patrol ist alarmiert, doch bevor die Beamten zur Brücke durchkommen, ist die Fahrbahn schon wieder frei. Die beiden Rehe haben ungehindert und unverletzt das Golden Gate überquert, den 101 Freeway verlassen und sich auf der Marin Headlands Seite in die Büsche geschlagen.

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Seehund auf der Autobahn

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Ein etwa ein Jahr alter Seehund wurde heute Morgen auf der Autobahn 880 in Oakland aufgegriffen. Ein Polizist fand den Kleinen auf dem Mittelstreifen, unverletzt und aktiv. Er lud den Seehund in seinen Streifenwagen und fuhr zum Tierheim. Doch dort weigerte der sich aus dem Wagen heraus zu kommen. Erst nach langem hin und her rutschte der Seehund von der Rückbank und machte es sich erst einmal unter dem Auto bequem.
Unterdessen war die Seehundrettungsstation in den Marin Headlands, gleich hinter der Golden Gate Bridge, benachrichtigt worden, die ihn schliesslich im Oakland Tierheim abholte und mitnahm.

Es ist nicht das erste mal, dass ein Seehund von der nahegelegenen San Francisco Bay auf die Autobahn gelangte.