Hungernde Seelöwen an der Pazifikküste

Normalerweise sind zu dieser Jahreszeit gerade mal ein Dutzend Seelöwen in der Rettungsstation nördlich von San Francisco untergebracht. Doch derzeit werden mehr als 100 junge Seelöwen im „Marine Mammal Center“ in Sausalito betreut. Abgemagert, krank und ausgehungert wurden sie an den Stränden in Nordkalifornien gefunden. An der gesamten kalifornischen Küste wurden seit Anfang des Jahres rund 250 Robben aufgegriffen. Und es nicht das erste Jahr, bereits seit 2013 registriert man die erhöhte Zahl von aufgegriffenen und abgemagerten Jungtieren.

CSL_socal-rehab_malnourished_03-27-2013_Ingrid-overgard_web2Noch rätselt man hier, was zu dem Anstieg der verhungernden jungen Seelöwen führt. Normalerweise sind die jungen Tiere bis im Alter von fast einem Jahr mit ihrer Mutter zusammen. Sie leben auf den Farallon Islands vor der Küste San Franciscos, den Channel Islands vor Santa Barbara oder weiter südlich in den Gewässern Mexikos. Die Wissenschaftler des Marine Mammal Centers glauben, dass die Problematik mit den gestiegenen Wassertemperaturen im Pazifik zusammenhängen könnte. Die Muttertiere müssten oftmals weiter schwimmen, um Nahrung zu finden und ließen so ihre Kleinen länger alleine zurück. Die hungerten und würden irgendwann einfach ins Wasser springen auf der Suche nach Futter. Doch kraftlos und nicht schnell genug für die eigene Jagd würden sie dann an die Küste gespült, wo sie bis auf die Knochen abgemagert aufgelesen werden.

Es ist eine Theorie, der nun nachgegangen wird. Seit der Verabschiedung des „Marine Mammal Protection Act“ von 1972 ist die Seelöwenpopuluation auf rund 300.000 Tiere vor der amerikanischen Westküste angewachsen.

Das „Marine Mammal Center“ sammelt derzeit Spenden für die Rettungsaktionen, die Behandlung und die Betreuung der jungen Seelöwen.