SPD Bundestagswahlkampf in Kalifornien

Normalerweise kommen deutsche Politiker gerne nach Kalifornien, reisen ins Silicon Valley oder nach Los Angeles, lassen sich mit Tech-Promis wie Mark Zuckerberg oder Hollywood Stars photographieren. Das kommt gut an, gerade im Wahlkampf. An die Deutschen, die hier leben, denkt dabei niemand, es geht um die Wähler daheim.

Doch mehr als 1,7 Millionen Deutsche leben im Ausland und sind wahlberechtigt. Bei der letzten Bundestagswahl nahmen gerade mal 5 Prozent der Auslandsdeutschen ihr Wahlrecht in Anspruch. Dabei kann es so einfach sein, man muss sich nur in eine Wahlliste eintragen und bekommt dann die Briefwahlunterlagen von der letzten Heimatgemeinde zugeschickt. Bislang wurden diese potentiellen Wähler von den Parteien so gut wie gar nicht beachtet. Lediglich die Konsulate und Botschaften haben pflichtgemäß die Deutschen in ihren Amtsbezirken auf die Möglichkeit der Stimmabgabe hingewiesen.

Die SPD will nun in diesem Jahr um jede Stimme kämpfen. Auch um die in Kalifornien und an anderen Orten weltweit. Ihr Kanzlerkandidat Kandidat Peer Steinbrück wendet sich deshalb gezielt in einer Videobotschaft an die Deutschen im Ausland. Jede Stimme zählt in diesem Wahlkampf. Auch die in Übersee, wenn man bedenkt, dass die Wahl 2002 gerade mal mit 7000 Stimmen mehr für Rot-Grün entschieden wurde.

YouTube Preview Image

„We can do it… again“

Präsident Barack Obama hatte sich bei facebook angkündigt. Ein Nebengebäude des Social Media Unternehmens war mit Mitarbeitern, einigen Politikerkollegen wie Nancy Pelosi und Gavin Newsom, Unterstützern und einer ganzen Reihe von Medienvertretern gefüllt. Und dort wollte Barack Obama neben facebook Gründer Mark Zuckerberg eine Art „Town Hall Meeting“ abhalten. Ein paar Fragen aus dem Publikum, ein paar Fragen von der facebook Gemeinde, die per Online Fernsehen über die facebook Seite des Weißen Hauses zugeschaltet war….das war es dann auch schon.

Es war eine lockere Runde für den redegewandten Präsidenten. Keine Gefahr, kein Glatteis, man konnte den Eindruck gewinnen, Barack Obama läuft sich schon mal für den Wahlkampf warm. Er kam rüber als „easy going“, forderte Zuckerberg gleich zu Anfang auf, das Jacket auszuziehen, krempelte sich die Hemdsärmel hoch und witzelte immer mal wieder rum. Unter den strengen Blicken unzähliger Secret Service Agenten bescherte das größtenteils junge und fast noch jugendliche Publikum Obama ein Heimspiel. Der nahm die Unterstützung dankend an. Eine Stunde lang sonnte er sich in ihrer Mitte, fühlte sich sichtlich pudelwohl. Abschließend bat er das Publikum noch ihn auch weiter zu unterstützen. Denn er habe noch viel vor, was zu Ende gebracht werden müsse: Gesundheitsreform, Immigrationsgesetz, Wirtschaftsaufschwung, Arbeitsplätze schaffen…

Passend dazu übergab Mark Zuckerberg dem Präsidenten noch ein blaues Sweatshirt mit facebook Aufdruck (Made in China, was anderes bekommt man in den USA nicht mehr). Soviel zum Thema Arbeitsplätze in den USA. Obama schüttelte noch ein paar Hände, doch dann mußte er weiter zu „Fundraisern“, exklusive Abendessen, die 35.000 Dollar pro Nase kosten.

Und hier der gesamte Auftritt von Barack Obama bei facebook in Palo Alto.

Obama bei facebook