Kandidat von Hillarys Gnaden

Martin O'Malley will Hillary Clinton stolpern lassen.

Martin O’Malley will Hillary Clinton stolpern lassen.

Martin O’Malley? Ist das der Wirt einer Irish Bar? Nein, das ist der frühere Gouverneur von Maryland, einem der kleinsten Bundesstaaten in den USA. Und O’Malley will Präsident werden. Er meinte am Samstag bei seiner Kandidatenkür: „Die Präsidentschaft ist keine Krone, die zwischen zwei könglichen Familien hin und her gereicht wird“. Klare Aussage, er meint Bush und vor allem Clinton, denn der 52jährige Ex-Governor ist Demokrat. Ganz pathetisch meinte er, er wolle „wieder den wahren American Dream für alle Amerikaner schaffen“.

Am Freitag rief er Hillary Clinton an, um ihr persönlich zu sagen, dass er kandidieren wird. Vielleicht holte er sich auch nur ihre Erlaubnis ein. Am Samstag twitterte Hillary großzügig: „Willkommen im Rennen, Gouverneur O’Malley. Ich freue mich auf Diskussionen über Familien und Gemeinden“. Hillary gibt ihren Segen, dass da noch weitere in ihrem Schatten laufen dürfen. Immerhin sieht das dann nach einem richtigen Vorwahlkampf aus und nicht nach einer Krönungszeremonie ihrer Demokraten.

Nun also sind es schon zwei Herausforderer, Bernie Sanders und Martin O’Malley. Ein dritter, Lincoln Chafee, plant ebenfalls eine Kandidatur. Und Chafee ist auch nicht gerade im Land bekannt, obwohl er Gouverneur von Rhode Island war. Die Schwierigkeiten die O’Malley und Chafee haben werden sind vor allem die nötigen Gelder zu beschaffen, die für einen Wahlkampf in den USA und gegen die Überkandidatin Hillary Clinton nötig sind. Bernie Sanders hingegen hat von vornherein erklärt, keine Spendengelder von Unternehmen anzunehmen. Sein Wahlkampf und seine Strategie erinnern an Ralph Nader, der 2000 Al Gores Leben schwer machte und von vielen Demokraten dafür verantwortlich gemacht wird, dass am Ende George W. Bush gewählt wurde.

Hillary Clinton ist gewarnt. Sie muß sich auf Diskussionen und Debatten mit ihren Herausforderern einstellen und darf dabei nicht als überheblich und arrogant erscheinen. Und sie muß verständlich machen, wie sie, die Multimillionärin, sich für die Probleme der Normalsterblichen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten einsetzen will und wird.

 

 

 

 

Maryland endet die Todesstrafe

82:56 war am Freitag das Abstimmungsergebnis im Abgeordnetenhaus von Maryland. Ein klarer Sieg für die Todesstrafengegner. Bereits in der letzten Woche stimmte der Senat des Bundesstaates 27:20 für das Ende der Höchststrafe. Nun muß noch der Gouverneur unterschreiben, doch als Sponsor der Reform ist das nur noch eine Formsache.

Maryland ist damit der sechste amerikanische Bundesstaat in den vergangenen sechs Jahren, der die Todesstrafe abgeschafft hat. Am Freitag gab es erneut eine hitzige Debatte über den Sinn und die Notwendigkeit der „Death Penalty“. Doch am Ende setzten sich die Gegner der Todesstrafe mit ihrem Argument durch, dass die Gefahr einfach zu groß sei, einen Unschuldigen hinzurichten. Ganz aus der Welt war das nicht, denn Kirk Bloodsworth, Direktor der Gruppe „Witness to Innocence“ saß selbst mehrere Jahre unschuldig im Todestrakt von Maryland. Erst DNA Analysen bewiesen nach Jahren seine Unschuld im Mordfall an einem neunjährigen Mädchen. Danach setzte Bloodsworth alles daran, eine Reform der Todesstrafe durchzusetzen. Mehr zu seiner Geschichte kann man unten im youtube Video erfahren .

Die Reform ist nun da, die Höchststrafe in Maryland ist ab sofort die lebenslängliche Haft ohne Aussicht auf Begnadigung. In Maryland sitzen derzeit fünf Häftlinge im Todestrakt. Für sie gilt die Neufassung des Gesetzes nicht. Doch Gouverneur Martin O’Malley kann auch ihre Strafen umwandeln, was wahrscheinlich ist. Befürworter der Todesstrafe haben bereits angekündigt, mit Hilfe einer Volksbefragung im kommenden Jahr die Reform rückgängig zu machen.

Maryland hat zuletzt 2005 eine Hinrichtung durchgeführt. In 33 US Bundesstaaten ist die Todesstrafe noch in den Gesetzbüchern. Im vergangenen Jahr allerdings wurden im ganzen Land „nur“ 77 Todesurteile ausgesprochen, die zweit geringste Anzahl seit der Wiedervereinführung der Todesstrafe 1976.

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Das Ende einer Ära

Seit 1909 wurden Hunderttausende von Soldaten im Walter Reed Army Medical Center versorgt. Zuletzt rund 18.000 Verletzte aus den Irak und Afghanistan Feldzügen. Ihre erste Station zur Stabilisierung war meist in Deutschland die Air Force Base in Ramstein, bevor es weiter ging nach Washington DC. Präsident Dwight Eisenhower starb im Walter Reed Hospital genauso wie die Generäle J. Pershing und Douglas MacArthur. Walter Reed ist zweifellos eines der bekanntesten Krankenhäuser der Welt.

Doch nun ist Schluß. Nachdem 2007 ein Skandal die amerikanische Öffentlichkeit schockierte, werden nun endgültig die Tore des Hospitals geschlossen. Nach zahlreichen Beschwerden fand eine eingesetzte Kommission heraus, dass die Bedingungen für die verwundeten GIs im Walter Reed Medical Center nicht mehr zeitgemäß und alles andere als heilsam waren. Die Versorgung war schlecht, das Alter der Gebäude zeigte sich und bauliche Maßnahmen konnten nicht mehr den Verfall aufhalten.

Das Hauptgebäude wird allerdings nicht abgerissen, es steht unter Denkmalschutz. Die neuen Mieter stehen auch schon fest, das State Department und der District of Columbia werden die Räumlichkeiten nutzen. Das eigentliche Krankenhaus zieht um vor die Tore der Hauptstadt, nach Bethesda, Maryland und wird fortan „Walter Reed National Military Medical Center“ heißen.