Obama sucht Nachfolger(in)

Senatorin Elizabeth Warren im Gespräch mit Barack Obama. Wird sie die erste US Präsidentin werden?

Senatorin Elizabeth Warren im Gespräch mit Barack Obama. Wird sie die erste US Präsidentin werden?

Hillary Clinton ist auf Werbetour für ihr Buch in Deutschland und die erste Frage, die ihr überall gestellt wird ist, wann sie endlich ihre Kandidatur bekannt geben wird? Als ob sie das wirklich in Deutschland preisgeben würde. Ganz abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass Hillary Clinton überhaupt kandidieren wird, und das aus mehreren Gründen, Amtsinhaber Barack Obama scheint sich schon auf eine Nachfolgerin festgelegt zu haben. Und die heißt eben nicht Hillary Clinton. Mit der einstigen First Lady, Senatorin, Außenministerin, doch vor allem innerparteilichen Kontrahentin im Rennen um das Weiße Haus 2008, verbindet Obama so etwas wie eine Hass-Liebe. Hillary ist eine begnadete Politikerin, die voll und ganz in ihrer Rolle als Chef-Diplomatin in der Obama Adminstration aufging. Doch Ehemann Bill Clinton hat nie einen Hehl daraus gemacht, was er eigentlich von Barack hält; nämlich gar nichts. Ein „Nobody“ sei Obama, der mit schönen Worten, aber ohne Inhalte die Wahl gewonnen habe. Seine Frau hätte die Herausforderungen nach acht Jahren George W. Bush besser gemeistert, als der Jung-Senator aus Illinois, so der Ex-Präsident Bill Clinton.

All das scheint Barack Obama nicht vergessen zu haben, denn er setzt bereits auf eine andere Kandidatin, Massachusetts Senatorin Elizabeth Warren. Sie gilt als Vertraute von Obama, als Unterstützerin seiner Politik, als Erbin seines politischen Vermächtnisses. Hillary, so heißt es aus dem Weißen Haus, würde einiges rückgängig machen oder zumindest aufweichen, was Obama in harten Kämpfen mit den Republikanern durchgesetzt hat. Offiziell wird sich Barack Obama zu dieser Personenwahl nicht äußern, doch die Obama Beraterin Valerie Jarrett hat sich bereits mehrmals mit Elizabeth Warren getroffen, um sie von einer Kandidatur zu überzeugen. Dabei sei es auch ums Geld gegangen. Jarrett habe Warren zugesichert, dass Obama seine „Geldmaschine“ für sie einsetzen werde.

Die 65jährige Elizabeth Warren war vor ihrer Wahl zur US Senatorin für den Bundesstaat Massachusetts Rechtswissenschaftlerin an der Harvard Universität. Ihr Spezialgebiet liegt auf Insolvenzrecht. Warren ist beliebt beim progressiven Flügel der demokratischen Partei und könnte als Kandidatin die Basis der Demokraten und Linken ansprechen.

Panzer waren seine Liebe

Panzersammler im Silicon Valley     

Als ich von davon hörte, mußte ich es einfach selbst sehen. Ein Mann der Panzer sammelt. Und nein, er hatte nicht nur ein paar oder auch ein paar mehr da rumsgtehen. Jacques Littlefield hatte über die Jahre 280 Panzer gesammelt. Die größte Sammlung ihrer Art in privater Hand und das am Rande des Silicon Valleys, unweit der weltbekannten Stanford Universität in Portola Valley. Ein Grundstück mit Redwood Bäumen, Rehen, einer kleinen Zufahrtsstraße und eben Panzern.

Panzersammlung Jacques Littlefield

Panzersammlung Jacques Littlefield

Als ich Jacques Littelfield traf, stand vor mir ein kleiner Mann mit einer großen Vorliebe. Er hatte in seinem Berufsleben sehr viel Geld gemacht und einen Teil davon steckte er in sein ungewöhnliches „Hobby“. Auf seinem Grundstück, einem riesigen Anwesen, befanden sich etliche große, helle und penibel saubere Lagerhallen mit automatischen Garagentoren. Daneben eine Werkstatt, in der Panzer und andere Militärfahrzeuge von spezialisierten Mechanikern hergerichtet wurden. Denn Littlefield kaufte alte Schinken, die man irgendwo auf einem vergessenen Schlachtfeld, in einer Lagerhalle vor dem Abriss oder festgesteckt im Flußschlamm fand. Dann ließ er das Monstrum aus Stahl nach Kalifornien transportieren und stellte sie wieder soweit her, dass sie fahrbar waren. Genau, alle Panzer waren fahrtauglich. Mit ein paar kreuzten wir dann etwas um die Hallen.

Ach ja, habe ich schon die Eisenbahn erwähnt, die ebenfalls auf dem Gelände fuhr. Nein, keine Spielzeugeisenbahn Marke Fleischmann, Littlefield kaufte irgendwo eine richtige Dampfmaschine mit Wagon. „Warum nicht, mich interessierten Briefmarken nie“, meinte er ganz trocken zu mir. Und auch die fuhr auf eigens gelegten Gleisen in den Hügeln von Portola Valley.

Jacques Littlefield verstarb 2009 an Krebs, er war 59 Jahre alt. Lange überlegte man, was man mit seiner Riesensammlung anfangen sollte. Nun ist die Zukunft entschieden worden. 80 Panzer gehen an die Collings Foundation in Stow, Massachusetts, einem Militärmuseum. Die restlichen 200 Militärfahrzeuge werden Anfang Juli versteigert, um die Transportkosten an die Ostküste finanzieren zu können. Käufer aus aller Welt haben sich bereits angekündigt, denn Littlefield hat mit seiner Sammlung quasi die Panzergeschichte des 20. Jahrhunderts zusammen getragen. Aus aller Welt und aus allen Epochen kamen sie. Aus den früheren Ostblockstaaten, aus den USA, aus dem westlichen Europa, aus Südafrika und Israel. Aus allen Bodenkriegen des Jahrhunderts. Littlefield hatte sogar einen Transporter für SCUD Raketen in seiner Garage stehen. Wer kann das schon von sich sagen?

Mit der Auktion geht eine der wirklich einzigartigen Sammlungen verloren. Jacques Littlefield war ein außergewöhnlicher Sammler, ein stiller Zeitgenosse, der ganz und gar nicht das Rampenlicht genoß. Er fummelte lieber mit Schraubenzieher an seinen alten Tanks herum und freute sich wie ein kleines Kind, wenn er dann mit seiner jüngsten Eroberung über sein Grundstück knattern konnte. Mehr Infos zur Auktion gibt es hier.

Der obige Audiobeitrag gibt noch einen kleinen klanglichen Eindruck von der Sammlung.

 

Amerika unter Druck

Die beiden Gesichter kennt nun die Welt. Dzhokhar (19) und Tamerlan (26) Tsarnaev, Immigrantenkinder aus Tschetschenien, die seit Jahren in Massachusetts lebten. Der eine tot, der andere noch auf der Flucht. Irgendwie und irgendwann haben sie sich radikalisiert, den Dschihad nach Amerika getragen. Warum, das weiß keiner. Ob wir es je erfahren werden, ist auch nicht sicher, denn was bringt jemanden dazu, mit einer Bombe unschuldige Teilnehmer und Zuschauer an einer Sportveranstaltung in die Luft zu jagen? Verstehen kann man so etwas nicht.

In den USA wird nun bereits über die Folgen diskutiert. Ein neues Visa- und Einwanderungsgesetz, Verschärfung von Kontrollgesetzen, Aufstockung des nationalen Sicherheitsetas, verstärkte Kontrollen im öffentlichen Raum, eine Beschneidung von Bürgerrechten. Hinzu kommt die offen erklärte Absicht, bestimmte Einwanderungsgruppen, sprich aus muslimischen Ländern, in Zukunft genauer zu observieren. Jetzt geht es schnell, all das wird wohl fahnenschwingend durch den Kongress und Senat gebracht. Wenn es allerdings nach einem Massaker wie in Newtown um die Waffenkontrolle bei Amerikanern geht, wird das abgewunken. Geht nicht, das ist unamerikanisch.

Amerika hat mit den Anschlägen von Boston gelernt, dass es nirgends eine Sicherheit gibt. Und nicht nur das, hierher kommen Menschen in Not, die sich in diesem Land gegen ihr neues Zuhause wenden, sich radikalisieren, hier zu Terroristen werden. Wie kann das sein? Die USA stehen vor einer großen Debatte. Allerdings wird diese wohl wieder, wie schon so oft zuvor, im patriotischen Taumel untergehen. Viel Geld wird wieder für eine vermeintliche Sicherheit ausgegeben werden, das woanders fehlen wird. Doch eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.

Amerika steht Kopf

„Wir sind erst einmal Amerikaner, bevor wir Republikaner oder Demokraten sind“, das sagte Präsident Barack Obama unmittelbar nach dem gestrigen Anschlag in Boston. Damit wollte er deutlich machen, dass Amerika geeint ist, dass man an die Opfer und deren Familien denkt, dass nun gemeinsam alles getan werden wird, um die Täter zu fassen. Tja, die Einheitsfront „Made in USA“ dauerte noch nicht mal einen Tag. Schon ging es los mit den Anfeindungen.

Demokraten beschuldigten Republikaner, aufgrund deren Blockadehaltung im Haushaltsstreit, seien wichtige Gelder für die Polizei und Ermittlungsbehörden gekappt worden. Natürlich habe das nicht direkt zum Terrorakt geführt, aber es hätte im Vorfeld des Marathons durchaus Einsparmaßnahmen gegegeben. Die Republikaner hingegegen sehen den schwarzen Peter eher in der Hand von Obama, der mit seinem Starrsinn die nationale Sicherheit Amerikas gefährde.

Und die konservativen Talk-Sendungen hatten ein volles Programm am heutigen Tag danach. Talk Show König Rush Limbaugh zeigte sogar Verständnis für den Fall, wenn der Täter wirklich Amerikaner gewesen sei. Wörtlich sagte er: „Ich glaube man sollte nicht verwerfen, dass wir in diesem Land in einem wirtschaftlichen Desaster sind. Es gibt Leute, die einfach nicht mehr weiter wissen. Sie finden keine Arbeit, keinen Job, keinerlei Hoffnung. Das führt zu allerlei Ärger und Chaos.“ Also, nach der Logik von Rush Limbaugh ist es also nur eine Frage der Zeit, bis ein Teil der Amerikaner los schlägt. Bewaffnet sind sie ja, dafür palavert Limbaugh ja schon lange genug.

Andere konservative Moderatoren, wie Bill O’Reilly oder Sean Hannity, machten „nur“ die „liberalen“ Medien dafür verantwortlich, dass nun eine politische Diskussion losgetreten wurde. Die „Libs“ wollten einfach einen Nutzen aus dem Attentat ziehen.

Der Anschlag in Boston hätte für Barack Obama zu keinem schlimmeren Zeitpunkt kommen können. Das fünfte Jahr der Präsidentschaft, das erste Jahr nach der Wiederwahl, sind die 12 Monate, in denen der Präsident wirklich was entscheiden kann. Quasi sich in die Annalen der Geschichte einschreiben. Obama hatte viel vor. Die Waffengesetze verschärfen, eine Reform des Einwanderungsgesetzes durchpauken, die gleichgeschlechtlichen Ehen im Bundesgesetz zu verankern. Daneben noch den Haushalt in ein günstiges Fahrwasser bringen und den Krieg in Afghanistan auslaufen lassen. Damit hätte Obama viel erreicht. Doch nur einen Tag nach dem Attentat ist klar, es wird schwer, verdammt schwer für all diese Ziele. Nun konzentriert sich alles wieder auf die nationale Sicherheit, auf den Terrorismus, auf die Frage, wer patriotischer als sein Nachbar ist.

Teile der GOP haben bereits erklärt, erst einmal die „Immigration Reform“ neu überdenken zu müssen. Denn falls es zutreffe, dass ein ausländischer, sprich saudiarabischer Student für den Anschlag verantwortlich zu machen sei, müßte alles neu formuliert werden. An Waffengesetze und an Schwulenehe ist zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht zu denken. Obama läuft die Zeit davon, denn 2014 wird er nur noch ein Präsident auf Abruf sein. Die Kongresswahlen stehen dann im November an und die ersten Kandidaten auf beiden Seiten werden sich ins Rampenlicht rücken. Da ist kein Platz mehr für die politischen Ideen eines Barack Obama.

24 Stunden News

Wer ist der mysteriöse Mann auf dem Dach? War es ein geplanter Anschlag am Steuertag, dem 15. April? Was machten die beiden arabisch sprechenden Männer auf einem Flug von Boston nach Chicago? Und was haben die FBI Agenten aus der Wohnung des saudischen Studenten getragen? „Informanten“ und „gut unterrichtete Kreise“ berichten Reportern, natürlich nur unter Vorbehalt und Nichtnennung ihres Namens, von ersten Spuren, Verhören, Fahndungserfolgen. Und das ist Wahnsinn, was da verbreitet wird. Jeder will etwas gesehen und gehört haben.

Da wird ein 20jähriger Student aus Saudi Arabien von einem Passanten festgehalten, weil er verletzt vom Tatort wegrannte. „Das sei auffällig gewesen“. Danach habe der junge Mann auch noch den herbeigerufenen Polizisten gefragt, ob jemand umgekommen sei. Absolut tatverdächtig! Das Foto einer Person auf dem Dach, die nach der Explosion zum Dachrand läuft, wird zum Ausgangspunkt für die schrägsten Verschwörungstheorien. Und besorgte Marathonläufer auf einem Rückflug von Boston nach Chicago weigerten sich mit zwei arabisch sprechenden Männern an Bord zu fliegen, die nicht nebeneinander saßen. Diese mussten erst aus dem Flugzeug eskortiert und befragt werden, bevor die Maschine abheben konnte. Arabisch, klar die Taliban Terrorzelle ist wieder aktiv. Und warum hat Präsident Obama nicht vor der Presse von einem Terroranschlag gesprochen, hat er Informationen, dass es sich um einen Anschlag gegen den amerikanischen Steuertag handelte?

Die 24 Stunden Nachrichtenkanäle machen einen in diesen Stunden ganz wirr. Da werden Leute befragt, immer und immer wieder, die eigentlich nichts zu sagen haben. Es werden Analysen erstellt, die unsinnig, Schlußfolgerungen gezogen, die schlichtweg bescheuert sind. Jeder will bessere und mehr Informationen haben, als der andere. Breit wurde veröffentlicht, dass Blindgänger gefunden wurden. Nun mußte man zurück rudern und erklären, keine weiteren Bomben seien entdeckt worden. Die Muslime in den USA sind verständlicherweise besorgt, was, wenn der Täter ein radikaler Islamist war? Und noch schlimmer, was, wenn er gläubiger Amerikaner war und hier im eigenen Land radikalisiert, sprich verblendet wurde?

Nichts sieht derzeit nach einem Anschlag aus, der von langer Hand und vom Ausland vorbereitet wurde. Sogar die Taliban, die sonst jeden kleinen Zwischenfall als gezielten Anschlag auf die „imperiale Großmacht USA“ darstellen, erklärten „Wir waren es nicht“. Ich wage es zu sagen, der oder die Täter sind von hier, aus den USA. Das macht den Terroranschlag nicht besser, es ist und bleibt ein feiges Attentat. Doch man sollte hier nun mal gelassener reagieren. Die Ermittlungsbehörden ihre Arbeit ungestört erledigen lassen und nicht als seriöser Nachrichtensender auf die Aussagen eines Hausmeisters, Parkwächters oder Passanten hören, der sich irgendetwas zusammenreimt, weil ein Wagen des FBI vorbeifuhr. Ich zahle Steuern hier drüben, mit denen Ermittlungsbehörden finanziert werden. Ich vertraue jetzt einfach mal darauf, dass Polizei, FBI, Secret Service, ATF, Homeland Security und  wer noch alles an diesen Ermittlungen beteiligt ist, wissen, was sie da machen. Vor allem, was sie für eine Verantwortung haben, damit die Situation nicht eskaliert.

Boston und was kommt danach

Der Anschlag von Boston zeigt, dass der sogenannte „War On Terror“, der Krieg gegen den Terrorismus, nicht gewonnen werden kann. Gegen Terror aus dem Ausland oder dem Terror von innen. Zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht klar, wer hinter der blutigen Tat steckt, nur eins ist klar, der Boston Marathon war ein symbolträchtiges Ziel. Es handelte sich nicht um eine Militäreinrichtung, die auf irgendeine Art und Weise in den Kriegen im Irak und Afghanistan verwickelt ist. Es wurde auch kein Politiker, kein Liberaler, kein Hardliner getroffen. Keine Abtreibungsklinik war das Ziel und auch kein Richter, der in der Vergangenheit  gleichgeschlechtlichen Partnern das Recht auf Ehe zugesprochen hat. Die Bomben gingen in keinem Schwulenclub und auch auf keinem Schießplatz hoch. Keine Ölfirma und kein Tierversuchslabor wurden getroffen.

Nein, es wurde eine Sportveranstaltung gewählt, an der Zehntausende teilnahmen. Profiläufer und Freizeitsportler. Alte und Junge, Familien und Kinder. Und das an einem Feiertag, an dem klar war, Familien würden am Rand des Geschehens sein, ihren Freunden, Vätern, Müttern, all den Läufern zujubeln. Egal wer hinter diesem Terroranschlag steckt, egal, ob die Bombenleger gefasst und abgeurteilt werden, die Täter haben ihr Ziel erreicht. Amerika wurde im Herzen getroffen. Denn eins ist klar nach diesem 15. April 2013, nirgends in den USA ist man mehr vor einem Bombenanschlag sicher. Da werden auch die nun gesteigerten Sicherheitsmaßnahmen im ganzen Land nichts helfen. Denn auf die Dauer, und da sollte sich niemand etwas vormachen, sind sie unbezahlbar. Die Terroristen haben gezeigt, Amerika ist verwundbar.

Romney soll kandidieren

Nein, nicht Mitt, sondern seine Frau Ann ist die Wunschkandidatin der Republikaner in Massachusetts. Der frühere und bekannte GOP Senator Scott Brown erklärte, er werde nicht für die Vorwahlen am 30. April und somit auch nicht für die Sonderwahl am 25. Juni zur Verfügung stehen, um den Sitz von nun Außenminister John Kerry zu füllen. Brown erklärte in einer Stellungnahme, er sei müde von all den parteipolitischen Kämpfen und werde nicht kandidieren. Erst 2010 war er in einer Sonderwahl nach dem Tod von Ted Kennedy in den US Senat gewählt worden, verlor allerdings bei regulären Wahl im November gegen die Demokratin Elizabeth Warren.

Die GOP Führung in Massachusetts mußte nun auch eingestehen, dass man über diese Entscheidung mehr als überrascht sei und nun schnellstmöglich einen geeigneten Kandidaten suche. „Unsere Reihen sind nicht so gefüllt“, meinte ein Offizieller und erklärte, er habe schon mehrere Anrufe erhalten, in denen er aufgefordert wurde Ann Romney für eine Kandidatur zu gewinnen.

Ann Romney, die Frau des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, hatte viele in der Partei durch ihre angenehme Art, ihren persönlichen Kampf gegen Multiple Sklerosis und ihren Einsatz für ihre Familie überzeugt. Nur wenige Monate nach der verlorenen Präsidentschaftswahl könnte die GOP damit mit einem frischen und allseits bekannten Gesicht in die wichtige Senatswahl gehen. Offen ist noch, wie sich Ann Romney zu diesem Vorschlag verhalten wird.

Iowa und was dann?

Wenn am Sonntag endlich der 1. Januar auf dem Kalender steht, dann hat das auch was gutes. Dann nämlich kann man sagen in DIESEM Jahr finden Wahlen in den USA statt. Seit 12 Monaten schon dreht sich in den amerikanischen Medien alles darum, was dieser oder jener Kandidat zu sagen oder nicht zu sagen hat. Mal  ist der vorne, mal die, und dann wieder der. Da dreht man irgendwann voll am Rad bei all dem Warmduschergeplänkel.

Der Vorwahlkampf der Republikaner scheint nun, nur wenige Tage vor der ersten offiziellen Abstimmung in Iowa, gelaufen zu sein. Mitt Romney liegt vorne. Und das mit sicherem Abstand, da wird sich nicht mehr viel bewegen. Klar, die Anhänger von Ron Paul hoffen auf den Überraschungserfolg am Dienstag, kann auch durchaus drin sein, doch Paul hat danach nicht mehr viel zu bieten. Er hat eine engagierte Basis, die kämpft und sich einsetzt, Klinken putzt und überall, wo man es nicht erwartet Flugblätter verteilt. Und selbst Sohnenmann Rand Paul ruft für den Vater bei konservativen Radio Talk Sendungen an und „erschleicht“ sich Sendezeit für den Daddy. Aber all das wird nichts helfen. Ron Paul ist nicht wählbar für die breite Basis in der republikanischen Partei.

Alles läuft also auf Mitt Romney raus. Er wird der Kandidat der GOP werden, eben auch, weil die anderen im Rennen straucheln wie Newt Gingrich, hinterher hinken wie Michelle Bachmann oder ihnen ganz die Luft ausgegangen ist wie Herb Cain. Romney strahlt noch immer. Er hatte vor vier Jahren schon einmal einen Testlauf und hat aus seinen Fehlern gelernt. Er will Präsident werden. Es sei mal dahingestellt, ob er das am Ende auch wird, aber die Kandidatur seiner Partei hat er in der Tasche, wenn er keine dummen Fehler macht und sich wirklich keine tief verscharrten Leichen in seinem Keller befinden.

Das GOP Kandidatenfeld ist schwach. Keiner der Anwärter überzeugt die gesamte Basis. Was man vor vier Jahren mit Barack Obama und Hillary Clinton im demokratischen Lager gesehen hat, Begeisterung, genau das fehlt heute bei den Republikanern. Jeder der Kandidaten schleppt sich ab mit seinem „Baggage“, seinem Zentnergepäck, das einfach mit ihm oder ihr mitkommt. Selbst Romney, der führende Frontrunner, muß sich immer wieder für seine Politikentscheidungen als Gouverneur in Massachusetts erklären und entschuldigen. Die „social conservative“ Basis fragt, wie er so vehement gegen das verhasste „Obamacare“ sein kann, aber selbst ein ähnliches Gesundheitssystem als Gouverneur eingeführt hat? Was für viele für ihn spricht ist, dass Romney ein Washington Außenseiter und ein erfolgreicher Geschäftsmann ist. Und Romney hat tiefe Taschen. Den anderen Kandidaten gehen die „Bucks“ aus, der smarte Mitt holt da lächelnd die nächste Rolle Hundertdollarnoten aus der Jackentasche.

Iowa ist gelaufen, eine Woche danach geht es nach New Hampshire. Und dort wird sich das Kandidatenfeld massiv verdünnen. Denn wer am Anfang nicht aus den Startlöchern kommt, hat keine Chance mehr. Wir können uns also schon mal auf den teuersten amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf zwischen Barack Obama und Mitt Romney einstellen. Geschätztes Preisschild: 1,5 Milliarden Dollar. Apropos Obama, derzeit kursiert eine Meldung, dass es einen Wechsel im Team Obama geben wird. Vize-Präsident Joe Biden soll ins Außenministerium wechseln, Hillary Clinton als Vize-Präsidentschaftskandidatin antreten. Das wäre ein „smarter Move“ für Obama. Biden liebt die Außenpolitik, Hillary würde Seriosität mit ins Weiße Haus bringen und schon einmal die Basis für einen eventuellen Wahlkampf 2016 legen.

Ein rosa Wochenende mit Sonnenschein

Die Nachricht am Freitag verbreitete sich blitzartig. Der Senat im Bundesstaat New York stimmte nach langer Debatte endlich der sogenannten „Homo Ehe“ zu, also der Ehe gleichgeschlechtlicher Partner. Und am Wochenende wurden in Queens und Brooklyn, im Village und auf Long Island Heiratspläne gemacht. Ab dem 24. Juli wird New York zum Mekka der heiratswilligen Schwulen und Lesben im ganzen Land. Zwar kann man(n) auch schon legal in Connecticut, Iowa, Massachusetts, New Hampshire, Vermont  und Washington, D.C heiraten, doch New York ist über Nacht zum Vorreiter der Gay-Bewegung geworden, im Kampf um Gleichberechtigung. Der Bundesstaat New York hat mit seinen 22 Millionen Einwohnern soviele wie die anderen Bundesstaaten gemeinsam. Die politische Entscheidung in New York hat deshalb auch politische Auswirkungen.

Und das spürte man auch gleich am Wochenende in Kalifornien und San Francisco. Am Gay Pride Weekend. Zehntausende kamen zur jährlichen Parade auf der Market Street, um zu zeigen, das die Gay Community präsent und aktiv ist. Doch im Mittelpunkt stand die Entscheidung aus New York. Es wurde gefeiert und getanzt, gesungen und gejubelt. Hier in San Francisco hofft man auf einen positiven Effekt. Denn schon vor Jahren hatte San Francisco quasi im Alleingang die Homo-Ehe eingeführt, wurde jedoch von den Gerichten ausgebremst. Die Entscheidung liegt nun noch immer beim kalifornischen Verfassungsgericht. Damals erklärte mir Bürgermeister Gavin Newsom, dass man die Ehe gleichgeschlechtlicher Partner nicht aufhalten könne. Es sei eine Frage der Gleichberechtigung. Der Kampf um die „Gay Marriage“ sei gleichzusetzen mit der Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre.

Der Bürgermeister von New York City Michael Bloomberg sieht schon die Kassen klingeln und hat bereits angekündigt, New York City zur besten Hochzeitsstadt der Welt zu machen.

Herbe Niederlage für Obama

Scott BrownAm Dienstag wählte Massachusetts den Nachfolger für den verstorbenen US Senator Edward Kennedy. Der Bundesstaat galt bislang als liberal, in fester Hand der Demokraten, alles schien klar zu sein. Kennedy selbst vertrat für fast 50 Jahre Massachusetts im Senat, von daher rechnete niemand so richtig mit einem Erdrutsch. Doch dann geschah das Undenkbare. Der republikanische Herausforderer Scott Brown setzte sich gegen die Demokratin Martha Coakley durch. Und nicht nur das, er setzte sich mit dem Versprechen durch, nicht für die Gesundheitsreform von Barack Obama zu stimmen.

Das ist nun eine herbe Niederlage für den Präsidenten. Denn nicht nur hat das Wahlvolk in einem demokratischen Stammland gegen die Reform votiert, der Gewinn des Republikaners bedeutet auch eine Verschiebung der Mehrheiten im US Senat. Bislang hatten die Demokraten 60 Stimmen und konnten so die Opposition überstimmen. Doch mit nur 59 Senatoren ist das nicht mehr möglich. Die gross angekündigte und für Obama so wichtige Gesundheitsreform steht damit vor dem Aus. Präsident Obama könnte somit das gleiche Schicksal ereilen wie Bill Clinton, der auch am Anfang seiner Amtszeit eine Überholung des Gesundheitswesens anstrebte und kläglich scheiterte.

Das Wahlvolk hat abgestimmt und damit ganz deutliche Zeichen nach Washington geschickt. Amerika bleibt auch ein Jahr nach der Amtsübernahme Barack Obamas „Bush Country“. Der vermeintliche Linksruck ist ausgeblieben. Und Präsident Obama kann sich auf ganz schwierige Monate einstellen, denn im Herbst stehen Kongresswahlen an und schon jetzt wenden sich etliche Abgeordnete von ihm ab, um ihre Wiederwahl nicht zu gefährden.