In was für einem Land leben wir?

Eigentlich ist es nicht überraschend, wenn man sich Tag für Tag anhört und liest, was der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, von sich gibt. Er beschimpft Andersdenkende, Medienvertreter, politische Gegner, Flüchtlinge, afrikanische Länder, langjährige Partner, Richter, Diplomaten, Verwaltungsangestellte. Die Liste ist lang und wahrscheinlich noch länger.

Der Ton ist rauer geworden in der amerikanischen Politik. Da wundert es nicht mehr, dass republikanische Kongressabgeordnete in Rundbriefen deutliche Worte gegen Demokraten aussprechen. So geschehen letzte Woche in einem Schreiben des Republikaners George Buck, der sich in einer Mail an Unterstützer wandte. Darin erklärte er, die demokratische Abgeordnete mit somalischen Wurzeln, Ilhan Omar, habe enge Kontakte zu anderen Nationen und damit zu terroristischen Organisationen. Und weiter schreibt Buck: „We should hang these traitors where they stand“, also man solle diese Verräter aufknüpfen, wo sie gerade sind. Das ist der Aufruf zur Lynchjustiz und der kommt von einem gewählten Repräsentanten der Republikaner.

George Buck erklärte anschließend, er habe das nicht geschrieben, lediglich seine Unterschrift darunter gesetzt. Allerdings schob er dieser Rundmail nur kurz Zeit darauf eine weitere Mail nach, in der er den Paragraphen für Hochverrat zitierte und anmerkte, darauf stände die Todesstrafe oder Gefängnisstrafe nicht unter fünf Jahren und ein Bussgeld von 10.000 Dollar.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ilhan Omar mit dem Tod bedroht wird. In ihrem Distrikt in Minnesota tritt die Republikanerin Danielle Stella gegen sie an. Und auch sie tweetete, Ilhan Omar sollte für Hochverrat angeklagt und gehängt werden („tried for #treason and hanged“). Twitter reagierte und sperrte den Account. Der Ton macht die Musik. In den USA haben diese direkten, persönlichen und nicht begründeten Angriffe die Schwelle zur Gewalt deutlich verringert. Und nicht verwunderlich ist, dass Präsident Trump bislang keinem seiner republikanischen Kollegen über den Mund gefahren ist. Eine richtiggehende Lachnummer ist dagegen, dass sich die First Lady, Melania Trump, mit ihrer „Be Best“ Kampagne gegen das „Bullying“ einsetzt. Das muss man sich erst einmal geben!

 

 

 

Seufz…es könnte so anders sein

Zwei Fotos, die viel, sehr viel, alles aussagen, was derzeit in Washington nicht so richtig rund läuft. Die Trumps verstecken sich in ihrem güldenen Palast, dem „Winter White House“ in Mar-a-Lago, im Trump Tower oder hinter den geschützten Mauern des Weißen Hauses. Doch es könnte auch ganz anders sein. Reden wir mal nicht über die Politik, sondern einfach mal um das Auftreten, das Charisma, die Ausstrahlung. Und da lagen die Obamas zu Amtszeiten und auch jetzt noch nach dem Ausscheiden aus dem politischen Leben Welten vor den Trumps. Das machen diese Bilder deutlich, die Barack und Michelle Obama im Kinderkrankenhaus von Washington D.C. zeigen. Eine Überraschung für all die Kinder und ihre Eltern, für die Ärzte und das Pflegepersonal.

Fotos: Office of the Obama Foundation.

 

Werft den Purschen zu Poden!

King Donald ist mal wieder morgens aufgewacht und hat sich über einen US Senator aufgeregt. Bob Corker steht derzeit ganz oben auf der „Shitliste“ des Präsidenten. Trump tweetete, der „winzige“ Senator aus Tennessee sei „unfähig“, ein „Leichtgewicht“, nur „negativ“ eingestellt, eine „Lachnummer“, die noch nicht mal „als Hundefänger in seinem Heimatstaat Tennessee gewählt“ werden würde. weiter lesen

Der Donald ist los

In der Grand Old Party, der Partei von Lincoln und Reagan, wird man sichtlich nervös. Vieles sieht danach aus, dass Donald Trump der offizielle Kandidat der Republikaner wird. Eigentlich sollte man sich in den Reihen der GOP freuen, Trump hält Wahlkampfauftritte vor tausenden begeisterter „Fans“ ab, bringt Unmengen an neuen Wählern in die Partei, zieht viele erklärte „Independent“ Wähler an, die Fernsehdebatten und -auftritte von Trump bringen Spitzeneinschaltquoten. Alles paletti, oder was?

Nichts ist gut in den Reihen der Republikaner. Hier die Aussicht, endlich und für alle Zeiten die verhasste Hillary Clinton los zu werden. Doch dann ist da der Kandidat Donald Trump, den man sich in den kühnsten Träumen nicht auf dem Chefsessel im Oval Office vorstellen möchte. Für viele Republikaner hat sich diese Wahl zu einem Alptraum entwickelt. All die Kandidaten, auf die man hoffte und setzte, sind aus dem Rennen ausgeschieden. Scott Walker, Rick Perry, Chris Christie, Jeb Bush. Weg. Geblieben sind Ted Cruz und Donald Trump, die Wahl zwischen Pest und Cholera, wie es ein konservativer Kommentator umschrieb.

Donald Trump twitterte dieses Bild an seinen Kontrahenten Ted Cruz.

Donald Trump twitterte dieses Bild an seinen Kontrahenten Ted Cruz.

Doch nicht nur das, Donald Trump verprellt wichtige Wählergruppen. Latinos, Muslime, Homosexuelle, Behinderte und nun auch wieder und verstärkt Frauen. In dieser Woche tauschten Cruz und Trump Seitenhiebe auf die Frauen der beiden Kandidaten aus. Der Höhepunkt war ein Tweet von Trump, in dem er die beiden „First Ladies“ präsentierte. Heidi Cruz kam da erwartungsgemäß nicht gut weg.

In den republikanischen Reihen schlägt man nur noch die Hände über den Kopf. Was hat der Donald nun wieder gemacht? Aber diesmal hat nicht Trump zuerst losgeschlagen, sondern eine politische Gruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, Trump noch im Schlußsprint zu stoppen. Diese SuperPAC hatte ein Bild von Melania Trump aus ihren Modellzeiten veröffentlicht, darauf die langbeinige Schönheit sehr leicht bekleidet und darunter: „Melania Trump. Ihre nächste First Lady. Oder Sie können am Dienstag Ted Cruz unterstützen.“

Trump reagierte, wie man es erwartete und holte zum Tiefschlag aus. Und der saß. Ted Cruz meinte, er habe mit dem getwitterten Bild von Melania Trump nichts zu tun. Glauben kann man das nicht, denn Cruz hat sicherlich in seinem Wahlkampf alle Zügel in der Hand. So eskaliert derzeit erneut die Debatte. Nutznießerin könnte am Ende Hillary Clinton sein, die erste Präsidentschaftskandidatin in den USA. Auch wenn sie nicht direkt von republikanischen Wählerinnen unterstützt werden wird, doch eine Stimmabgabe für Trump werden die Republikanerinnen auch nicht einfach so machen. Wie war das noch mit der Wahl zwischen Pest und Cholera?