Wetter? War da was?

Der Osten und der Mittlere Westen der USA versinken im eiskalten Schneechaos, In Kalifornien ist es so trocken wie noch nie zuvor. Aber war da was? Eine Umfrage von Gallup zeigte nun, dass der Klimawandel und Umweltprobleme den Amerikanern sprichwörtlich am Allerwertesten vorbei gehen. Auf einer Liste von 15 Politikfeldern liegt die Umwelt gerade mal auf Rang 13, „Global Warming“ gleich dahinter auf Rang 14. Auf den letzten Platz kamen die „Race Relations“, die ethnischen Beziehungen in Amerika. Der „Melting Pot“ USA scheint problemlos zu funktionieren.

Klare Aussage, klare Ansage. Ganz vorne liegt die Wirtschaft, gefolgt von den Ausgaben der Regierung. Auf Platz drei überraschenderweise Krankenversicherung. Platz vier Arbeitslosigkeit, dahinter der ausufernde Beamtenapparat der Regierung, das Wohlfahrtssystem, Hunger und Obdachlosigkeit, Kriminalität und Gewalt, Terrorgefahr, Energienutzung, Drogenmißbrauch und dann auf Rang 12 die illegale Einwanderung.

31 Prozent der Amerikaner, so wenige wie noch nie, sorgen sich um die Umwelt. Nur 26 Prozent glauben an die Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Den Amerikanern fehlt schlichtweg ein Vielparteiensystem wie in Deutschland. Eine breite und einflussreiche grüne Bewegung wird es nicht geben, denn die hat politisch keine Chance. Die „Green Party“ in den USA gilt als ein Haufen Spinner und Querdenker, die unpatriotisch und anti-amerikanisch sind, denn der „American Way Of Life“ ist nur auf dem Dollarnotenpapier grün.

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Gesund hinter Gittern

In den amerikanischen Gefängnissen sitzen rund zweieinhalb Millionen Menschen ein. Fast die Hälfte davon sind Afro-Amerikaner, die in der Gesamtbevölkerung gerade mal einen Anteil von 13 Prozent ausmachen. Allein diese Zahl zeigt, dass etwas schief läuft in der amerikanischen Gesellschaft.

Nun hat auch noch eine Langzeitstudie herausgefunden, dass Schwarze im Gefängnis länger überleben, als wenn sie in Freiheit und auf der Straße wären. Der Anteil der Schwarzen, die im Gefängnis starben, war genauso hoch wie der der Weißen. Draußen ist das ganz anders. Afro-Amerikaner haben in der amerikanischen Gesellschaft in jeder Altersgruppe eine höhere Sterblichkeitsrate als Weiße. Das bedeutet, dass sogar das zweifellos fehlerhafte Gesundheitssystem hinter Mauern besser ist, als die mangelnde Gesundheitsversorgung vieler Afro-Amerikaner in Freiheit. Die Daten zeigen eindeutig, dass erkrankte Häftlinge eine bessere Überlebenschance hinter Gittern haben, als in ihrem normalen Umfeld in Freiheit.

Die Konsequenz sei, so die Wissenschaftler, dass die Situation draussen für Afro-Amerikaner verbessert werden müßte und, dass sie einen besseren und sichereren Zugang zu einer funktionierenden Gesundheitsvorsorge und -versorgung bekommen müßten. Wahrscheinlich jedoch wird diese Studie auch, wie schon viele andere vorher, zu den Akten gelegt werden. Im „Melting Pot“ USA passen solche Nachrichten so gar nicht in das nach aussen verkaufte friedliche Bild des „American Dreams“ mit seinen gleichen Chancen für jedermann.