„Es gibt keine Mauern zwischen uns“

Eröffnung einer beeindruckenden Ausstellung.

Eigentlich sollte es „nur“ um Teotihuacan gehen. Die Ruinenstadt nordöstlich von Mexiko-City, Weltkulturerbe seit 1987, Anziehungspunkt für Millionen von Touristen. Die neue Ausstellung im de Young Museum in San Francisco ist eine faszinierende Kulturschau, mit weit über 200 Exponaten, die einen tiefen Einblick in die Geschichte des südlichen Nachbarlandes gewährt. weiter lesen

„Breaking Bad“ in California

Wenn man durchs Central Valley von Kalifornien fährt, dann ist man froh im Süden die Tehachapi Berge oder im Norden den Altamont Pass zu erreichen. Interstate 5 ist die Hauptverkehrsader in Kalifornien, schnurgerade durch Farmland gebaut. Im Sommer ist es extrem heiß, im Winter wabern hier undurchsichtige Nebelbänke herum. Und ansonsten herrscht Langeweile, wenn man da auf offener Strecke eine Meile nach der anderen abfährt.

Das Central Valley wurde bekannt für Farmproteste und seine Bakersfield Country Music Szene. Ansonsten gibt es nicht viel im Gemüsegarten Amerikas. Doch hier hat sich seit Jahren auch eine weitverzweigte Gangkultur breit gemacht. Banden, zwischen Los Angeles und der San Francisco Bay Area mit engen Kontakten zu den Drogensyndikaten in Nordmexiko nutzen die verschlafene Ruhe für sich aus. Der Interstate 5 ist auch zu einer Ader zu den Drogenbaronen südlich der Grenze geworden. Und das hat sich immer mehr zu einem Problem in Kalifornien entwickelt. Die Drogenfahnder griffen durch und konnten so unzählige an Meth Laboren ausfindig machen, in denen die Crystals, ganz in „Breaking Bad“ Manier gekocht wurden.

Beschlagnahmte "Tequila" Flaschen mit Meth-Flüssigkeit.

Beschlagnahmte „Tequila“ Flaschen mit Meth-Flüssigkeit.

Die Kartelle haben darauf allerdings reagiert und das lukrative Business in den Süden verlegt, auf die andere, die sichere Seite der Grenze. Dort wird gekocht und alles verflüssigt. Das Meth wird dann in Tequila- und Saftflaschen gefüllt und harmlos verpackt über die Grenze nach Norden gebracht. Im Central Valley wird dann in Kleinstlabors, meist mitten in Wohngebieten, die Flüssigkeit in die verkaufsfertige Droge umgewandelt.

Immer öfters finden daher Polizisten und Ermittler in Kofferräumen von Autos Richtung Norden ganze „Tequila“ Kisten. Auch die Grenzbeamten ziehen an den Übergängen mehr und mehr Schmuggler in den Warteschlangen raus, die mit verdächtigen Flaschen auffallen. Im vergangenen Jahr stoppte die Border Patrol einen 16jährigen am Grenzübergang in San Diego, der erklärte, die Gallone bei sich sei wirklich Apfelsaft. Um das zu prüfen nahm er einen kräftigen Schluck und schrie sofort auf vor Schmerzen. Nach einigen qualvollen Stunden verstarb der Jugendliche.

Die mexikanischen Drogenkartelle kontrollieren das lukrative Geschäft im Norden. Über das Central Valley wird der gesamte amerikanische Westen abgedeckt. Man kann heute ohne Zweifel sagen, dass der in dern 80er Jahren ausgerufene „War on Drugs“ eine Totalniederlage für Amerika ist. Eine Verschwendung von Geldern, Energie und Ressourcen und obendrein noch eine Kriminalisierung weiter Teile der US Bevölkerung. Gebracht hat er so gut wie gar nichts. Bloß, das will niemand so offen eingestehen.

Das ist richtiges “Reality TV”

“Al Jazeera America” setzt ganz neue Maßstäbe. Der Nachrichtenkanal aus Katar ist vor Ort und präsentiert in seinen Programmen ein Bild, dass von dem, was CNN, MSNBC und FOXNews zeigen, Welten entfernt ist. Hier schreien sich keine erzkonservativen Obamahasser an wie auf FOXNews, hier türmt man nicht eine nach der anderen Verschwörungstheorie auf, um auf den Grund des verschollenen malaysischen Airliners zu kommen. Al Jazeera zeigt die Welt hinter den amerikanischen Grenzen, berichtet mit eigenen Korrespondenten aus Afrika, Asien, Südamerika, ist präsent und vor Ort.

Und nein, ich will hier keine Lobhudelei auf einen Sender loswerden, ich werde nicht von ihnen bezahlt, obwohl ich durchaus gerne für Al Jazeera arbeiten würde. Aber gestern Abend sah ich eine Sendung auf “Al Jazeera America”, die einfach großartig war. Nicht nur, dass damit das Thema der illegalen Einwanderung anders, einleuchtend, verständlich vermittelt wurde. Die Produzenten schafften mit “Borderland” auch eine grundlegende Kritik am amerikanischen Fernsehen. Seit Jahren schon nerven mich diese “Reality Shows” im Fernsehen. Da werden irgendwelche Hampelmänner und –frauen auf Südseeinseln oder in sonst einen Busch geschickt, um zu “überleben”. Andere lassen sich in Container einsperren, um den “Big Brother” nachzuspielen, unter den Augen der Öffentlichkeit wird dann “alles gezeigt”. Dann diese dämlichen Sendungen mit irgendwelchen Hausfrauen aus Beverly Hills oder sonst einem reichen Vorort. Nicht auszuhalten. Und das deutsche Fernsehen ist ja nicht besser. Da sucht ein Bauer eine Frau und die Zuschauer ergötzen sich an einem seltsamen Schauspiel, dass an Fremdschämen nicht zu überbieten ist. Außer man mag “Stromberg”, aber das ist im Vergleich gutes deutsches Fernsehen.

Und nun also Al Jazeera mit einer neuen Sendung, die, man kann es nicht anders sagen, brillant ist. Sechs Personen, Männer und Frauen, werden in “Borderland” zu einem Leichenschauhaus in Pima County gebracht. Dort Regale voller Leichen in “bodybags”, die in der Wüste gefunden wurden. Illegale Grenzgänger. Und hier beginnt diese Form von “Reality TV”. Jeweils zwei Kandidaten bekommen ein Bild und einen Namen von einem Toten und reisen in die Gemeinden. Nach Guaetemala, nach Südmexiko, nach Des Moines, Iowa. Und dort sprechen sie mit Verwandten und Freunden, erfahren mehr über diejenigen, die in der Wüste verendet sind, folgen ihren Spuren, erleben, was sie auf sich genommen haben, um in das gelobte Land nördlich der Grenze zu kommen. Die Gruppe der “Borderland Kandidaten” ist eine Mischung aus Menschen, die zum einen sagen, macht die Grenze dicht, lasst niemanden mehr herein. Und dem anderen Teil, die erklären, Grenzen sind unsinnig, Menschenleben werden so nur unnötig gefährdet. Doch beide Seiten müssen im Zuge ihrer neuen Erfahrunge ihre Haltung von grundauf überdenken, denn Al Jazeera geht in dieser Fernsehserie nicht nur auf die illegalen Einwanderer ein, die in den USA arbeiten wollen. Die Produzenten berichten auch vom brutalen Drogenkurierdienst durch die Wüste von Arizona, kontrolliert von den mexikanischen Kartellen. Sie bringen die Gruppe zu Farmern im Grenzland, die ihnen von ihren Problemen, Ängsten und ihrer allgemeinen Siutation berichten. Von gewaltbereiten Drogenschmugglern, die schneller schießen als Hallo zu sagen.

“Borderland” ist TV, wie man, wie ich es mir wünsche. Nah dran, gut recherchiert, kontrovers, zum Nachdenken anregend, neu….eben nicht nur eine dumme Berieselung und ein Vorgegaukel an Problemen, die eigentlich keine sind. “Al Jazeera America” läuft in den USA auf einem Kabelkanal, den man extra abonnieren muß. Das ist der eigentliche Skandal hier, denn eine Sendung wie “Borderland” gehört ins freie Abendprogramm zur besten Sendezeit. Denn, wenn mehr Amerikaner das sehen würden, könnte eine “Immigration Reform” nicht länger auf die lange Bank geschoben werden.

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Juarez und die gute Meldung

Zu Anfang die gute Nachricht. Die Mordrate in Juarez ist in diesem Jahr drastisch gefallen. Bislang sind „nur“ rund 2000 Morde zu verzeichnen. 2010 kamen insgesamt 3111 Menschen in der mexikanischen Grenzstadt durch Gewaltverbrechen zu Tode. Doch so richtig feiern will in Juarez niemand. Nach wie vor ist die Nachbarstadt El Pasos im Griff der Drogenkartelle und brutalen Gangs, die sich seit vier Jahren einen Straßenkrieg liefern, bei dem die Polizei, das Militär und die Behörden zumeist nur reagieren können.

Immer mehr Menschen wandern ab, Fabriken werden geschlossen, die lokale Wirtschaft leidet und nun ist eine weitere Branche hart getroffen worden. Die Bestattungsunternehmer beklagen das schlechte Geschäft in den letzten Monaten. Kein Witz! Sie spürten die niedrigere Mordrate in der eigenen Kasse, so die Totengräber, die vor den Büros der Ermittlungsbehörden auf betroffene Familien warten. „Es gab Tage, da hatten wir 12-15 Bestattungen pro Tag“, meint einer der Leidtragenden. „Nun haben wir nur noch eine bis zwei pro Woche“. Er und seine Kollegen erkennen zwar, dass die Gewalt ein Problem für Ciudad Juarez ist, doch am Ende zählt für sie nur das monatliche Einkommen. Er müsse schließlich eine Familie ernähren, betont ein anderer.

Obwohl die Mordrate zum Vorjahr gesunken ist, sie liegt noch immer höher als 2008, dem Jahr, in dem die Drogenkartelle am Rad drehten und Juarez zum Schlachtfeld erklärten.

 

 

Alles sonnig in Juarez

“Woher kommen Sie?”

“Aus Nürnberg”.

“Lieben Sie Ihre Stadt?”

“Ja.”

“Würden Sie sie verteidigen?”

“Ja”

“Genau das mache ich.”

Héctor Murguía ist der neue Bürgermeister von Ciuadad Juarez. Na, nicht ganz. Der 57jährige war schon einmal “Presidente Municipal” von 2004 bis 2007. Danach kam José Reyes Ferriz, dessen Administration als die blutigste in die Annalen der Stadt einging. Kurz nach Ferriz’ Amtsübernahme brach ein blutiger Drogenkartellkrieg aus, der bislang weit über 7000 Menschenleben forderte. Allein im vergangenen Jahr 3111. Und in dieser Zeit wurde der alte zum neuen Bürgermeister gewählt.

Doch für Héctor Murguía ist die Welt in Ordnung. Die schlimmen Meldungen über Juarez? Alles nur Propaganda. Die anderen, so der Bürgermeister, seien nur neidisch auf die vielen neuen Jobs in der Stadt. Deshalb redeten sie Juarez schlecht, um die ansässigen Firmen abzuwerben. Und was ist mit der hohen Mordrate? Morde gibt es überall, sie seien hier nicht mehr als in Mexiko City. Ach ja, und was ist mit den vielen ermordeten, vergewaltigten und entführten Frauen? In Juarez wird sehr viel für Frauen getan. Nirgends sonst würde es so viele Jobs für Frauen geben, wie eben in Juarez. Also, sorgen Sie sich nicht um Ihre Mitarbeiterinnen hier im Rathaus, wenn sie spätabends nach Hause gehen? Nein, wieso denn, die Stadt ist sicher, hier geht man abends aus.

Bei diesem Interview staunte ich nur. Noch vor einem Jahr saß ich in dem gleichen Büro dem Vorgänger José Reyes Ferriz gegenüber, der die Situation ernsthaft, doch nicht übertrieben darstellte und schon gar nicht untertrieb. Er gestand Fehler ein, beschrieb die Probleme und zeigte auch Lösungen auf.

Und nun der Nachfolger, der breitbeinig und mit etwas Überheblichkeit vor rund zwei Dutzend (!) Selbstportraits sitzt und vom schönsten Ort der Welt redet. Nach solch einem Gespräch läuft man durch die Straßen der Stadt, vorbei an den verfallenden Häusern, den vernagelten Ladenfronten, denkt noch mal an die Interviews vor einem Jahr, an die vielen Artikel und Bücher, die man in der Zwischenzeit gelesen hat und fragt sich, auf welchem Planeten dieser Héctor Murguía lebt…jedenfalls nicht in Juarez.

Blutbad „Made in USA“

Anschlagsort Mexiko2010 wurden allein in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez 3111 Menschen umgebracht. Doch in Mexiko gibt es nur einen Waffenladen und der ist in Mexiko City. Man kann auch nicht einfach so dorthin fahren und eine Knarre kaufen, denn der Laden ist auf dem Gelände einer Militärkaserne. Ohne Ausweis, gutem Leumund, Fingerabdruck und Photo geht gar nichts. Und dann kann man auch nur eine kleinkalibrige Handfeuerwaffe zum persönlichen Schutz erwerben.

Mexiko hat mit die strengsten Waffenkontrollgesetze der Welt. Wer eine Schußwaffe erwerben will, muss genaue Gründe angeben. Mit der Lizenz für ein Schießeisen bekommt man keinen Freischein zum Transport der Knarre. Dafür braucht man dann wieder eine andere Lizenz. Mexiko ist allerdings voller Waffen, und die kommen aus den USA. Im nördlichen Nachbarland werden pro Jahr rund 14 Millionen Schußwaffen von rund 6600 offiziellen Händlern verkauft. Der Waffenschmuggel nach Mexiko ist zu einem lukrativen Geschäft geworden. Amerika verdient am Blutbad in Mexiko.

3000 Tote in Juarez

Ciudad JuarezAm Dienstag wurden in Ciudad Juarez, der Grenzstadt zu El Paso, Texas, zwei weitere Männer auf offener Straße erschossen. Damit stieg die Mordrate in diesem Jahr auf 3000, so hoch wie noch nie.

Juarez ist die derzeit gefährlichste Stadt der Welt. Der seit Anfang 2008 schwelende Drogenkartellkrieg in Mexiko, hat alleine hier mindestens 7386 Menschenleben gefordert.

2008 starben 1623 Menschen, 2009 2763 und dieses Jahr ist mit 3000 Toten noch nicht zu Ende. Nichts deutet derzeit darauf hin, dass die verheerende Situation in Juarez unter Kontrolle zu bringen ist

Der Tod in Juarez

Dieser Monat ist der bislang tödlichste in Ciudad Juarez, seitdem der offene Straßenkrieg zweier Drogenkartelle im Januar 2008 begann. Rund 200 Menschen starben bereits im Juni, 60 alleine in der letzten Woche. Die Gewaltspirale dreht sich immer schneller.

juarezIm Januar war ich in Juarez, konnte mich einigermassen frei und alleine in der Stadt bewegen. Doch nun soll auch das nicht mehr möglich sein. Immer öfters und immer brutaler finden die Schiessereien zwischen den Drogengangs nun auch auf offener Strasse im Downtown Bereich von Juarez  statt. Und der liegt gleich hinter der Santa Fe Bridge, die El Paso mit Juarez verbindet.

Juarez ist wie Tijuana ein Knotenpunkt für den Drogenhandel in die USA. Die Nachbarstadt von El Paso gilt als das „Goldene Dreieck“. Wer es kontrolliert, kontrolliert den Fluss der Drogen in die Vereinigten Staaten von Amerika, ein Hunderte von Millionen Dollar lukratives Geschäft. Im NZ Interview meinte der Bürgermeister von Juarez, José Reyes Ferriz, dass die Situation noch eskalieren wird, bevor sie sich bessert. Man sei jedoch auf dem richtigen Weg. Doch bislang ist auch nur der Ansatz einer Besserung in Juarez nicht erkennbar. Polizei und Militär sind präsent auf den Straßen der Stadt, doch das hat bislang wenig zur Befriedung beigetragen. Ganz im Gegenteil. Wurden im Januar noch zehn Morde pro Tag notiert, sind es jetzt schon nahezu doppelt so viele. Juarez versinkt in einem Blutbad

Drogenkrieg eskaliert

Es geht um Milliarden Dollar. Auf beiden Seiten der Grenze verdienen sich einige Drogenbosse und Waffenschmuggler eine goldene Nase. Die mexikanische und die amerikanische Regierung wollen das Problem sogar gemeinsam angehen, doch bislang merkt man vor Ort nicht viel. 23.000 Morde in den letzten paar Jahren sprechen eine deutliche Sprache und die Gewaltspirale dreht sich weiter. Die Grenzstädte Juarez und Tijuana sind zu den gefährlichsten Städten der Welt geworden. Hier kennen die Gangs und Drogenbosse keine Gnade. Niemand ist sicher, der sich ihnen auch nur in den Weg stellt.

Die US Regierung hat nun angekündigt, die jährlichen Hilfszahlungen an Mexiko umschichten zu wollen. Anstelle von Hardware zur Drogenbekämpfung wolle man die finanziellen Mittel lieber zur Verringerung der Korruption bei Polizei, Armee und Politikern einsetzen. Das dies nicht weither geholt ist zeigt die Situation in Juarez. Der Bürgermeister der Stadt erklärte gegenüber der NZ, dass er bei Amtsantritt im Sommer 2007 rund 1600 korrupte Polizisten entlassen musste.

Mexico  Drug WarUnd nun wurde der Bürgermeister von Cancun, Gregorio Sanchez, verhaftet. Ihm wird Drogenhandel, Geldwäscherei und Verstrickungen in die organisierte Kriminalität vorgeworfen. Der Beschuldigte bestreitet dies, wirft der Regierung in Mexiko City ein politisches Manöver vor, denn Sanchez ist zur Zeit ein Kandidat bei der anstehenden Gouverneurswahl im Bundesstaat Quintana Roo.

Doch zweifellos ist die Korruption ein riesiges Problem in Mexiko. Viel Geld ist im Spiel, Polizisten und Soldaten sind unterbezahlt und auch Politiker halten gerne die Hand auf, um wegzuschauen. Die USA und Barack Obama erkennen langsam, dass der Drogenkrieg südlich der Grenze kein rein mexikanisches Problem mehr ist. Obamas Vorgänger, George W. Bush, kümmerte sich reichlich wenig um die Situation in Mexiko, auch wenn die USA unter Bush mit verschiedenen politischen Entscheidungen die Situation im Kartellkrieg nur noch weiter befeuerten. Barack Obama orderte nun auch US Truppen an die Grenze, um illegale Einwanderung und den Drogenschmuggel zu stoppen.

Die Einmischung Washingtons und der Versuch gemeinsam mit der Regierung Calderon der Korruption Herr zu werden. Ein wichtiger Schritt, der jedoch auch ins Leere führen kann. „Es herrscht Anarchie auf den Strassen“, erklärte mir ein mexikanischer Journalist in Juarez. Er beschrieb ein Bild mit wenig Hoffnung. Die Zeit wird es zeigen….bis dahin werden noch tausende von Menschen der Gewalt in Mexiko zum Opfer fallen.

Juarez versinkt im Blutbad

JuarezDie Spirale dreht sich weiter. In Juarez, Mexiko, wurden am Samstag eine Amerikanerin, die dort für das US Konsulat arbeitet, ihr Mann und ein mexikanischer Angestellter des Konsulats ermordet. Die 35jährige Lesley Enriquez und ihr 34jähriger Mann Arthur Redelfs waren mit ihrem Baby im Auto kurz vor der Santa Fe Brücke, als die tödlichen Schüsse fielen. Enriquez wurde im Kopf getroffen, ihr Mann im Nacken. Beide verstarben noch am Tatort. Das Baby auf dem Rücksitz blieb unverletzt.

Das Bild zeigt den Tatort, unmittelbar an der Santa Fe Bridge. Links davon ist bereits das ausgetrocknete Flussbett des Rio Grande, auf der anderen Seite, also keine 50 Meter entfernt steht immer ein amerikanischer Border Patrol Agent. Dieser muss am Samstagnachmittag wohl hilflos mitangesehen haben, wie die beiden Amerikaner erschossen wurden

Zehn Minuten zuvor wurde Jorge Alberto Salcido Ceniceros erschossen, der im US Konsulat als Lokalkraft angestellt war. Seine beiden Kinder im Wagen wurden schwer verwundet. Enriquez, Redelfs und Ceniceros waren zuvor auf derselben Veranstaltung.

Präsident Obama, Präsident Calderon und Aussenministerin Clinton zeigten sich geschockt von dem Zwischenfall und sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus.

Über den Mord an den Amerikanern wurde in den US Medien gross berichtet. Damit ist die Situation in Juarez seit langem mal wieder in den amerikanischen Schlagzeilen. Seit Januar 2008 wurden nahezu 5000 Menschen in der Grenzstadt gegenüber El Paso ermordet.