Bowling for democracy

Michael Moore meint, Donald Trump werde wiedergewählt. Zumindest wenn die Wahl jetzt oder am kommenden Dienstag wäre. Das ist keine Panikmache, Michael Moore kennt den Mittleren Westen ziemlich gut, man erinnere sich an seinen Film „Roger & Me“ über die Bankrotterklärung von General Motors in Flint, Michigan. Moore ist in diesem Teil der USA zu Hause und weiß, dass die Stimmung dort nach wie vor „Pro-Trump“ ist. Seine Basis ist in den vergangenen Jahren keinen Inch von ihm abgewichen. Mit Michigan und Wisconsin liegen da gleich zwei Bundesstaaten, die als „Swing States“ mehr als wichtig für den Wahlsieg eines Präsidentschaftsanwärters sind. Beides Staaten, die Trump 2016 gewonnen hat, weil Hillary Clinton sie als sicher in ihrer Westentasche vermutete.

Donald Trump könnte erneut gewinnen, sagt Michael Moore. Foto: AFP.

Der Filmemacher und Oscarpreisträger sagt aber auch, dass der oder die HerausforderIn von Trump höchstwahrscheinlich mehrere Millionen Wählerstimmen mehr als Trump erhalten werde und doch am Ende verlieren könnte. Das amerikanische Wahlsystem ist einfach nicht mehr zeitgemäß und somit undemokratisch. Denn hier gewinnt nicht derjenige, der die meisten Stimmen bekommt, sondern derjenige, der mit politischem Kalkül mehr Wahlmänner auf sich vereinen kann. Das war so bei Trump gegen Hillary und auch so bei Bush gegen Gore und es wird wieder passieren. In den wenigen Swing States werden heute die Wahlen entschieden, was bedeutet, dass die Bürgerinnen und Bürger in Wisconsin weit mehr zu sagen haben als die Wählerinnen und Wähler in Kalifornien. Demokratie „made in USA“.

Die Demokraten haben ein Problem. Zum einen müssen sie sich endlich auf einen Kandidaten oder eine Kandidatin einigen, dann die Parteireihen hinter genau dieser Person schließen und gemeinsam in den Kampf gegen Donald Trump gehen. Der ist bekannt dafür, dass er gerne einfach mit Lügen und Falschaussagen, mit Halbwahrheiten und verdrehten Fakten seine Gegner aus dem Konzept bringen kann. Trump weiß, er muss in den Swing States punkten, denn Amerika ist eigentlich nicht Trump-Country. Hinter dem Präsidenten steckt weder das amerikanische Volk, wie er und seine FoxNews Schreihälse dennoch gerne betonen und auch keine Mehrheit, wie das gerne fälschlicherweise in der deutschen Berichterstattung genannt wird. Trump ist vielmehr ein geschickter Wahlkämpfer, der strategisch vorgeht, sich gerne auf Massenveranstaltungen feiern läßt und so das Bild verbreitet, dass ihm die Massen zujubeln. Doch der Donald ist eigentlich nur ein Blender, der für sich einen Weg in diesem veralteten Wahlsystem gefunden hat, am Ende als „Sieger“ dazustehen. Er ist und könnte wohl auch weiterhin ein Minderheitenpräsident mit großen Folgen für die USA und die Welt sein. Es sei denn, die Demokraten kriegen endlich die Kurve und konzentrieren sich auf das, was einzig und allein wichtig ist – die Abwahl von Donald Trump.

„American Sniper“ im Visier

Es ist der erfolgreichste Film im Januar. Rund 100 Millionen Dollar wird das neue Machwerk von Clint Eastwood an diesem Feiertagswochende einnehmen. Rekord! „American Sniper“ wurde darüberhinaus gleich für sechs Oscars nominiert. Eine Hollywoodgeschichte, die auf einer wahren Geschichte beruht. Was könnte es besseres geben.

"American Sniper" mit Bradley Cooper in der Hauptrolle.

„American Sniper“ mit Bradley Cooper in der Hauptrolle.

Erzählt wird die Story des Scharfschützen Chris Kyle, der nach seiner Rückkehr aus dem Irakkrieg, ein Buch über seine Erfahrungen schreibt. Die Geschichte wird zum Bestseller, die Hollywoodstudios werden darauf aufmerksam, Clint Eastwook greift zu. Doch während der Dreharbeiten zu „American Sniper“ wird Kyle von einem Veteranen mit posttraumatischen Problemen auf einem Schießstand erschossen.

Erfolgsbuch, Erfolgsfilm, Clint Eastwood und dann noch Bradley Cooper in der Hauptrolle, da konnte eigentlich nichts schief gehen. Doch nun kommen die kritischen Stimmen, denn Chris Kyle wurde als eine Art Kriegsheld dargestellt. Dagegen wehrt sich Oscar Preisträger Michael Moore, der twitterte, sein Onkel sei im Zweiten Weltkrieg durch einen Scharfschützen abgeknallt worden. Er, Moore, sei damit aufgewachsen, dass Scharfschützen alles andere als Helden seien, vielmehr seien sie Feiglinge, die aus der sicheren Entfernung ihre Opfer anvisieren. Moore betont, der Film sei gut, doch er sei geschichtsfälschend und kriegsverherrlichend.

Auch andere kritische Stimmen werden lauten, die erklären Chris Kyle sein nicht der Leinwandheld, der dargestellt wird, sondern vielmehr ein rassistischer Psychopath, der nur abfällig über seine Opfer gesprochen habe und nach seiner Rückkehr erklärte, er bedauere, dass er nicht mehr getötet hätte. Mitglieder der Academy, die die Oscars vergibt, zeigten sich überrascht über die Kritik. Egal, ob „American Sniper“ am Ende in einer oder mehreren Kategorien mit der höchsten Filmauszeichnung geehrt wird, ist eigentlich egal. Der Streifen hat schon jetzt Filmgeschichte geschrieben.

 

Top Ten City

Super, ich lebe in einer Stadt unter den ersten 10. Klasse! Na ja, Platz 6, ist aber auch was. Immerhin ist Oakland oben mit dabei. Das FBI hat nun die Rangliste der gefährlichsten Städte in den USA veröffentlicht. Überall, so die Statistik, sei die Kriminalitätsrate gesunken, dennoch gebe es weiterhin Probleme.

Die gefährlichste amerikanische Stadt mit einer Einwohnerzahl über 100.000 ist Flint, Michigan, bekannt geworden durch den Michael Moore Film “Roger & me”. Danach gleich die Automobilstadt Detroit, in der mit der Wirtschafts- und Automobilkrise die sozialen Probleme überhand nahmen.

Auch in St. Louis, Platz 3, sind die Gewaltzahlen gesunken, dennoch gab es 2010 dort 144 Morde. Platz 4 nimmt New Haven, Connecticut, ein. Klein aber hält durchaus in der großen Liga mit. Danach gleich die Elvis-Stadt Memphis, Tennessee. Und dann kommt auch schon Oakland. Auch hier sank die Kriminalitätsrate, dennoch ist Oakland mit einer hohen Vergewaltigungs- und Mordrate und der zweithöchsten Raubüberfallrate im Land nicht gerade ein sicheres Pflaster. Beruhigend ist vor allem, dass die neue Bürermeisterin, Jean Quan, nun auf Präventivmaßnahmen setzt, z.b. nächtliche Basketball Spiele. Das löst doch jedes Gewaltproblem, Vergewaltiger und Mörder werden mal locker den Ball über den Platz werfen und danach tief durchatmen und sagen, mein dicker Hals ist weg.

Auf Platz 7 kommt die Clinton Stadt, Little Rock, Arkansas. Auf 8 Baltimore, auf 9 Rockford, Illinois und auf 10 hat es gerade noch Stockton in Kalifornien geschafft, quasi eine fast Nachbargemeinde von Oakland. Boah, sind wir stolz in der Bay Area!

Aussergewöhnliche Oscarmomente

Nein, keine Sorge…hier geht es nicht um den Sonntagabend in Hollywood, darüber berichten in diesen Momenten und den kommenden Tagen andere…(dennoch Gratulation an den Berliner Jochen Alexander Freydank für seinen „And the Winner is: Toyland“).

Hier vielmehr ein paar unvergessliche Oscarmomente aus früheren Jahren:

David Niven und der Flitzer im Hintergrund

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Michael Moores Rede und Kritik an Präsident Bush nach dem Gewinn für „Bowling for Columbine“

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Jack Black und Will Ferrell singen das „Runter von der Oscar Bühne“ Lied

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