Seufz…es könnte so anders sein

Zwei Fotos, die viel, sehr viel, alles aussagen, was derzeit in Washington nicht so richtig rund läuft. Die Trumps verstecken sich in ihrem güldenen Palast, dem „Winter White House“ in Mar-a-Lago, im Trump Tower oder hinter den geschützten Mauern des Weißen Hauses. Doch es könnte auch ganz anders sein. Reden wir mal nicht über die Politik, sondern einfach mal um das Auftreten, das Charisma, die Ausstrahlung. Und da lagen die Obamas zu Amtszeiten und auch jetzt noch nach dem Ausscheiden aus dem politischen Leben Welten vor den Trumps. Das machen diese Bilder deutlich, die Barack und Michelle Obama im Kinderkrankenhaus von Washington D.C. zeigen. Eine Überraschung für all die Kinder und ihre Eltern, für die Ärzte und das Pflegepersonal.

Fotos: Office of the Obama Foundation.

 

Trump kommt, Obama bleibt

Barack Obama hält seine Abschiedsrede und vielen in Amerika wird vor Augen geführt, was sie mit diesem Mann im Weißen Haus verlieren werden. Auch wenn man nicht mit all seinen politischen Entscheidungen überein gestimmt hat, Barack Obama hatte immer Klasse bewiesen, hatte Humor, reagierte nicht unüberlegt und vor allem zeigte er sich als Präsident. Nach seinen Abschiedsworten stand ich noch einem Radiosender Rede und Antwort:

Barack Obama tritt ab. Foto: Reuters.

Es endet wo es begann. Vor 8 Jahren schon stand Obama in Chicago und hielt eine Rede… damals zum Amtsantritt. Unglaublich wie schnell die Zeit verflogen ist, oder?

Das sagen an diesem Abend auch viele hier drüben in den USA. Denn Obama hat mit “Hope” und “Change” begonnen und in diesen Tagen, auch wenn viele ihn in diesen acht Jahren kritisiert haben, jetzt merken sie, was sie mit Barack Obama im Weißen Haus hatten. Viele hoffen, dass nach acht Jahren Obama nun nicht acht Jahre Trump anstehen.

Wie hat dir persönlich die Abschiedsrede gefallen?

Ich fand sie sehr gut, eine seiner besten Reden und ich habe mir in den letzten acht Jahren fast alle von ihm angesehen. Mir gefiel sie vor allem auch, weil Obama nicht einfach: “Sag‘ zum Abschied leise Servus” sang, er zeigte sich vielmehr kämpferisch, verwies auf das, was sich positiv verändert hat, forderte zu einer aktiven Demokratie auf und kritisierte auch die eigenen Leute, dass sie durch Nichtwählen Trump ermöglicht haben. Es war eine Rede mit vielen verdeckten Spitzen gegen den Nachfolger, aber eben auch eine Rede, die viel zwischen den Zeilen aussagte. Einfach toll!

Wie berichten die US-Medien darüber? Wie ist die Rede angekommen?

Also genauso wie man es erwarten konnte. Die einen loben ihn für seine Abschiedsrede, er habe all das gesagt, was er sagen mußte, auch um sich in Zukunft noch ins politische Leben einzubringen. Andere, wie eben der konservative Sender FOXNews meinten, Obama habe sein Versagen schön geredet und man sei froh, dass er nun endlich weg sei. Nun beginne mit Trump endlich ein neues Kapitel Amerikas.

Geht Obama neben all den Trump-Schlagzeilen nicht unter? Ist er überhaupt noch Thema?

Na, nach dieser Rede sicherlich schon. Seine Umfragewerte sind ja weit oben und er hätte Trump sicherlich schlagen können. Das hat er heute Abend auch gezeigt, diese Souveränität, diese Lockerheit, diese Art zu jedem einzelnen im Publikum zu sprechen. Das ist, was Obama ausgemacht hat und was viele Demokraten im Land schon jetzt schmerzlich vermissen, wenn sie nur an Trump, seine Tweets und sein Auftreten denken.

Wie verbringen die Obamas eigentlich jetzt noch die letzten Tage als Präsidentenfamilie? Weiss man das?

Die Obamas packen so langsam in Washington ein, es muss ja einen fliessenden Übergang von Adminstration zu Administration geben. Wobei die Obamas ja in Washington bleiben werden. Aber es gibt in den verbleibenden Tagen noch ein paar Abschiedsfeiern, ein paar Interviews sind noch geplant und es gibt im Stillen Vorbereitungen auf das Leben danach…und das wird sicherlich kein Rentnerdasein werden, wie Barack Obama und auch Michelle Obama in diesen Tagen deutlich gemacht haben.

Das nennt man parteiübergreifend

Donald Trump zeigt seit fast eineinhalb Jahren, wie man es nicht machen sollte. Der selbstverliebte Milliardär verprellt ganze Wählergruppen, reihenweise Parteimitglieder und vor allem hetzt er gegen den politischen Gegner, Hillary Clinton, mit einem unsäglichen Schmierentheater.

Beste Freundinnen - Laura Bush und Michelle Obama. Foto: Reuters.

Beste Freundinnen – Laura Bush und Michelle Obama. Foto: Reuters.

Dass das auch anders gehen kann zeigten nun die beiden First Ladies Laura Bush und Michelle Obama. Erneut trafen sie sich für eine Veranstaltung, diesmal in Washington, um über Militärfamilien zu sprechen. Das ist eigentlich ein überparteilicher Bereich, der mit dem „We support our troops“ beginnt, über die Unterstützung der Familien der eingesetzten Soldatinnen und Soldaten geht und bis hin zur Versorgung der Veteranen reicht. Dieser Grundsatz ist etwas, was ich in den USA sehr unterstützenswert finde, gerade in einer Demokratie. Wenn ein Parlament entscheidet, seine Armee in einen Kriegseinsatz zu schicken, dann sollten die eingesetzten Soldatinnen und Soldaten auch die Unterstützung und die Ausrüstung erhalten, die sie benötigen. Eine Diskussion über den Sinn und vor allem Unsinn eines Krieges darf nicht auf dem Rücken einer Truppe im Einsatz geführt werden. Natürlich ist dieses „We support our troops“ auch hier oftmals ein hohler Wunsch, aber die Grundaussage stimmt.

Aber zurück zu Laura Bush und Michelle Obama. Beide mögen sich, betonten das auch mehrfach in der Veranstaltung in Washington. „I like this woman“, meinte Michelle Obama über ihre Vorgängerin im Weißen Haus. Und auch Laura Bush erklärte, die beiden seien gute Freunde. Interessanterweise redeten sie nicht über Politik, obwohl dieses Treffen dann doch politisch war. Laura Bush traf sich in der Hauptstadt mit keinem republikanischen Abgeordneten, Senator und schon gar nicht mit einem Vertreter des Trump-Lagers. Auf die Frage eines Reporters, ob sie für Trump stimmen wird, antwortete sie, „Don’t ask me that“. Eine deutliche Aussage.

Und Michelle Obama führte auf der Bühne aus, dass ein „Commander in Chief“ besonnen über jegliche militärische Auseinandersetzung entscheiden muss. „Denn, wenn man Zeit auf einer Militärbasis verbringt und die Männer und Frauen und ihre Familien kennenlernt, dann spricht man nicht mehr über einen Krieg ohne Folgen. Es ist ein ernstes Geschäft und Leben werden für immer verändert. Ich hoffe also, dass jeder Oberbefehlshaber, der die Ehre hat zu dienen, das verstehen würde, dass es hier um Menschenleben geht und dadurch Familien betroffen sind“, so Michelle Obama. Eine klare Harke gegen Trump, der im Wahlkampf schon etliche neue Kriegsfronten eröffnet hat.

Laura Bush und Michelle Obama mögen sich also. Nächste Woche treffen sich die beiden mit ihren Männern an ihrer Seite schon wieder. Dann steht die Eröffnung des „Smithsonian’s National Museum of African American History and Culture“ an. George W. Bush hatte seinerzeit dafür die Baupläne abgenickt.

 

 

Amerika, Du seltsames Land

Zwei Meldungen, die so wohl nur in den USA entstehen können. Heute, am 20. Mai, ist „Be A Millionaire Day“, also, ein Tag, an dem sich Klein-Heini mal vorstellen soll, wie es wäre Millionär zu sein. Auch schön! Das darf man also am heutigen Tag, einfach mal träumen, was man mit so einer Menge Geld anfangen würde. Sei es ein Luxusauto fahren, eine Weltreise machen, in der San Francisco Bay Area ein normales Haus kaufen, Beyonce für ein Privatkonzert im eigenen Wohnzimmer buchen oder vielleicht was auf die hohe Kante für die Rente legen. Also jetzt aber mal, heute darf man das…aber nur heute.

Morgen ist dann wieder Alltag, Schluß mit lustig und der Tagträumerei. Vielleicht sollte man sich dann erst das Fitness Video von First Lady Michelle Obama ansehen. Die zeigt sich ganz unpräsidial im Trainingsoutfit, schwitzend, Gewichte stemmend und boxend. Das ganze ist eine Antwort auf eine Videobotschaft von POTUS (President of the United States) an FLOTUS (First Lady of the United States, in der er seiner Frau zu fünf Jahren „Let’s Move!“ gratuliert. „Let’s Move!“ ist Michelle Obamas Initiative zum Abspecken Amerikas, gesünder Essen und mehr Körperertüchtigung. Eben so, wie das die 51jährige in dem Video vormacht. Ich überlege gerade, wer das in der deutschen Politik so nachmachen könnte?

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Frau Senatorin Obama

Kandidiert Michelle Obama für den US Senat?

Elizabeth Dole, Hillary Clinton, in Deutschland Doris Schröder-Köpf. Die Frauen an der Seite von bekannten Politikern wollen es dann irgendwann doch selbst mal wissen. Einige sind erfolgreich, andere hätten es lieber lassen sollen. Und nun also Michelle Obama. Es wird schon lange gemunkelt, dass Michelle Obama in die Politik will, wenn ihre Familie Anfang 2017 aus dem Weißen Haus ausziehen muß.

Barack Obama wird dann durch die Welt reisen und viel Geld mit Vorträgen verdienen, die Kinder werden flügge und werden auch nicht daheim bleiben. Da ist der Schritt nicht weit für Michelle Obama ihren Hut in den politischen Ring zu werfen. In Illinois wird 2016 einer der zwei Senatsposten neu gewählt. Der republikanische Amtsinhaber Mark Kirk muß sich den Wählern stellen. Einige in der demokratischen Partei hoffen darauf, dass FLOTUS (First Lady Of The United States) kandidieren wird. Und die Anzeichen dafür sind da. Michelle Obama mischt sich ein, sucht die Auseinandersetzung mit den Republikanern über ihr Schulessenprogramm. Sie reist nach China, setzt sich für die entführten Mädchen in Nigeria ein und übernimmt immer mehr eine öffentliche Rolle, die so gar nicht die einer First Lady ist. Und Michelle Obama hat den nötigen Bekanntheitsgrad, um von Null auf 100 in ein Rennen einzusteigen.

2016 könnte ein spannendes Wahljahr werden, wenn Hillary Clinton kandidiert  (was ich nach wie vor nicht glaube), ihr Gegner aus den republikanischen Reihen Jeb Bush heißen sollte und dazu noch Michelle Obama als First Lady um einen Senatorenposten in Illinois kämpft. Na, da werde ich was zu berichten haben.

 

Michelle Obama soll bleiben, wo der Pfeffer wächst

Vor 60 Jahren fällte das amerikanische Verfassungsgericht ein wegweisendes Urteil. Hinter „Brown vs. Board of Education“ verbirgt sich ein Ende der Rassentrennung in amerikanischen Schulen. 1951 hatten 13 Eltern für ihre 20 Kinder geklagt, einer davon war der Vater Oliver L. Brown, dessen Tochter jeden Tag mit dem Bus in eine „schwarze“ Grundschule gekarrt werden mußte, obwohl in unmittelbarer Nachbarschaft eine „weiße“ Schule war. Brown lebte damals in Topeka, Kansas und klagte gegen die staatliche Schulaufsichtsbehörde, „Board of Education“. Im Juni 1954 kam dann das Urteil, das eigentlich die Trennung der Schüler aufheben sollte, doch in etlichen Bundesstaaten gab es Proteste. Politiker schlossen lieber Schulen als sie für afro-amerikanische Kinder zu öffnen.

Nun also der 60. Jahrestag dieses Urteils. In Topeka wollte man dieses durchaus historische Ereignis angemessen feiern und fragte im Weißen Haus an, ob die First Lady, Michelle Obama, die Festrede bei der Abschlußfeier der  High School Schüler halten würde. Und Michelle Obama willigte nur zu gern ein. Was als Freudentag gedacht war, entwickelt sich immer mehr zu einer Kopfschmerzparty. Eine Unterschriftenaktion will den Besuch der First Lady stoppen. Rund 1500 Leute haben schon unterzeichnet. Sie stört nicht der Besuch der Präsidentengattin an sich, das zumindest wird behauptet. Eher, dass durch die Teilnahme von Michelle Obama das Kartenkontingent für die Schüler und ihre Angehörigen stark beschränkt wird. Hinzu komme, so die Initiatoren der Aktion, dass an diesem „besonderen Tag“ der Schüler das Augenmerk nicht mehr auf dem erreichten Abschluß liege, sondern auf dem historischen Ereignis.

Vergessen wird dabei, dass das eine ohne das andere kaum möglich gewesen wäre. Geschichte, besonders diese, hat sehr wohl etwas mit Schulabschlüssen heute zu tun. Kansas hat in den USA sowieso den Ruf etwas anders zu ticken. Kansas ist der Bundesstaat, in dem die biblische Schöpfungslehre als Ausgang allen Lebens gelehrt wird. Die Evolutionstheorie wird nur nebenbei behandelt und ist nicht verpflichtend für Schüler.

Obama und Biden sind wieder ein „Running“ Team

Michelle Obama ist zweifellos die fitteste First Lady, die jemals im Weißen Haus lebte. Ich glaube, mit ihren Oberarmen gewinnt sie sogar gegen mich im Armdrücken. Sie tingelt durch die Lande und wirbt für ihre „Let’s Move!“ Kampagne im Kampf gegen die Fettleibigkeit. Gerade Schulkinder sollen weg vom Fernseher und hin zum aktiven Spielen. Weg vom Burger, hin zum Salat. Nun hat sie zwei prominente Fürsprecher gefunden, die sich vor ihren Fitnesskarren spannen ließen. Präsident Barack Obama und Vize-Präsident Joe Biden treten erneut als „Running Mates“ auf , diesmal allerdings nicht als Wahlkampfteam, sondern als wöchentliche Fitnesspartner im Weißen Haus. Ein nettes Video der präsidialen Joggingrunde ist das Ergebnis. Nun stelle man sich Sigmar Gabriel vor, der bei Angela Merkel im Kanzleramt vorbeischaut und sie zum lockeren Jogging um den Reichstag einlädt. Das wäre doch mal eine nette Idee:

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Merry Christmas, sagt der Präsident

Heimelig wird’s im Weißen Haus. Da sitzen Barack und Michelle Obama vor dem Weihnachtsbaum, die Lichter brennen, alles schön ordentlich und aufgeräumt, die First Lady im blauem Kleid und mit Perlenkette, der Präsident mit roter Krawatte (Sozialist?) und obligatorischem Fahnenstecker im Revers. Beide wenden sich lächelnd an die Nation. Ein ganz kleines bißchen politisch ist es, Obama der Friedenspräsident zur Weihnachtszeit, aber vor allem geht es ums Teilen mit Nachbarn, Freunden, Familie und Fremden. Und den Soldaten im Einsatz wird gedankt. Sind ja schon viel weniger in Übersee als noch vor ein paar Jahren, meint #44. Irak und Afghanistan werden genannt, aber die anderen Brennpunkte mit amerikanischer Beteiligung auf dem Globus läßt der „Commander in Chief“ lieber mal außen vor. Man sollte sich an Weihnachten ja keinen unnötigen Kopf machen.

Kein Wort fällt zu den politischen Krisen dieses Jahres, das kommt dann wohl in der nächsten Ausgabe der „Weekly Radio Address“ am kommenden Samstag. Da wird der Präsident sicherlich auf die zahllosen Skandale und Skandälchen in und um das Weiße Haus herum eingehen. Ganz sicher. In diesem Sinne….Ho, Ho, Ho von der Pennsylvania Avenue.

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Und er isses wieder

Am heutigen Sonntag, kurz vor 12 Uhr Ortszeit kam Präsident Barack Obama mit seiner Familie in den „Blue Room“ des Weißen Hauses. Dort warteten schon ein paar weitere Familienmitglieder und der Präsident des Verfassungsgerichtes, Chief Justice John Roberts. Die Hand auf die Familienbibel von Michelle Obama gelegt, schwor der Präsident erneut den Amtseid. Genau zu dem Zeitpunkt, der in der amerikanischen Verfassung festgelegt wurde. 20. Januar, High Noon. Und auch Vize Präsident Joe Biden gab erneut seinen Schwur auf die Bibel, die Verfassung der USA zu verteidigen.

Erst morgen wird Obama dann vor 800.000 Menschen an der National Mall in Washington DC seinen öffentlichen Schwur abgeben. Die Zeremonie war verlegt worden, weil heute eben Sonntag ist. Morgen steht dann noch mit dem Feiertag für den ermordeten Bürgerrechtler Martin Luther King ein besonderer Brückenschlag für die zweite Amtszeit von Barack Obama an.

Washington ist derzeit im Ausnahmezustand. Weite Teile um die National Mall sind abgesperrt. Alle Bereiche der US Streitkräfte sind mit der Sicherheit der Veranstaltung vertraut. Bereits seit einem halben Jahr wird der reibungslose Ablauf der öffentlichen Amtseinführung geprobt. Es ist ein Sicherheitsalptraum für den Secret Service, den Präsidenten und die vielen gewählten Amts- und Würdenträger, die Ehrengäste und die Hunderttausende von Besuchern zu schützen. Die Welt blickt morgen auf DC, damit ist die amerikanische Hauptstadt ein Terrorziel ohnegleichen.

Lovefest in Charlotte

Man, man, man….das wäre ja wirklich eine Tragödie, wenn im November Barack Obama nicht wiedergewählt werden würde. Der Parteitag der Demokraten hat in Charlotte begonnen und am Ende des ersten Tages weiß ich nun alles über den Vater, Ehemann, Bruder, Visionär, lebendes Beispiel des „American Dream“. Soviel Liebe in einem Raum, so viel Nähe, Verständnis, Geborgenheit, das erlebt man wahrlich selten.

Wie kann man so einen Mann nur abwählen, der jeden Abend, nachdem er mit der Familie zu Abend gegessen hat, vor dem Einschlafen noch zehn Briefe von normalsterblichen Amerikanern liest. Der immer mal wieder in wichtigen politischen Debatten zu seinem Schreibtisch geht, das Oval Office wird dann ganz ruhig, einen Brief hervorzieht und erklärt, John Doe aus Missouri baue auf sie alle im Weißen Haus.

Man hört die Reden auf diesem „Lovefesten“ der Parteien und fragt sich schon, was ist dran. Was stimmt da, was ist Realität, was ist Show…na ja, Show ist vieles, aber ich frage mich schon, was man da wie zu sehen hat. Ich lebe hier in den USA, seit 16 Jahren, aber die Debatte über die aktuelle Lage Amerikas gleicht einer Diskussion, ob das Glas nun halbvoll oder halbleer ist. Alles eine Frage der Perspektive, der Überzeugung, der Intentionen. Und das soll jetzt nicht heißen, dass Republikaner und Demokraten den gleichen Weg verfolgen. Auch nicht, dass alles in Ordnung ist. Amerika steckt in einer tiefen Krise. Die Frage ist wohl mehr, ob ein Obama oder ein Romney diese gewaltige Aufgabe alleine schafft. Denn klar ist, nach der Wahl geht der gleiche Grabenkrieg weiter. Die Parteitage zeigen nur umso mehr, wie gespalten Amerika geworden ist.

Hier der Höhepunkt des ersten Abends, des demokratischen Parteitags, die Rede von Michelle Obama:

Michelle Obama in Charlotte