Michelle gegen Ann

Ein aktueller Audiobericht zum Thema:

Michelle Obama vs. Ann Romney     

Barack Obama und Mitt Romney bekappeln sich tagein tagaus, das geht auch noch ein paar Monate so weiter. Und wenn die in Florida wieder Mist machen mit Wahlzetteln und Auszählungen – was man durchaus von Florida erwarten kann – dann zieht sich die Wahl noch länger hin.

Interessanterweise stehen hinter den beiden Kandidaten zwei charismatische Frauen wie ein Fels in der Brandung. Die eine gräbt mit Kindern den Garten des Weißen Hauses um und pflanzt Broccoli und Paprikaschoten und macht auch noch so einige Fernsehmoderatoren im Liegestützen nass. Die andere hat fünf Söhne groß gezogen und schaltet trotz Erkrankung an Mulitpler Sklerose und Krebs keinen Gang zurück. Beide stehen zu ihren Männern und unterstützen sie wo immer es nur geht.

Michelle Obama und Ann Romney stehen im Rampenlicht und gehen beide auf ihre Art gekonnt und zum Teil sehr persönlich damit um.

„Mommy War“

„Mommy War“. Nein, das ist nicht der neueste Horrorstreifen, in dem sich ägyptische Mumien bekriegen und auch nicht ein Film über wild umeinander prügelnde Hausfrauen auf dem Spielplatz ihrer Kleinen. „Mommy War“ ist amerikanische Politik, das Herzstück des Wahlkampfs. Es geht um die Mütter, um die Frauen, darum, ob der smarte Amtsinhaber mit seinen erneuten Versprechungen mehr auf seine Seite bringen kann, oder ob es der gegelte Herausforderer und frühere Gouverneur schafft, eine sicher geglaubte Wählerbasis der Demokraten anzuzapfen.

Barack Obama organisiert eine Frauenkonferenz und macht den anwesenden Damen dort klar, dass nur er Gleichberechtigung am Arbeitsplatz und in der Bezahlung schaffen kann. Wenn denn der Teufel von der anderen Partei gewählt werden würden, dann, ja dann würden die Frauen wieder zurück an Heim und Herd geschickt werden. KKK, Kirche – Küche – Kinder…. Das ist jetzt übertrieben, aber wenn man den Demokraten so zuhört, dann meint man wirklich, es gehe in diesem Wahlkampf um Fortschritt oder Reaktion. Hier die selbstbewußte und lachende Frau, die gekonnt Karriere und Familie jonglieren kann. Dort das traurige Trutchen mit Kittel und Kopftuch, das artig den Haushalt führt und abends mit den Pantoffeln auf ihren Brotverdiener wartet; „Wie war Dein Tag, Schatz?“.

Aber die Demokraten sind auch bekloppt. Die demokratische Beraterin Hilary Rosen hat sich in einem CNN Interview weit aus dem Fenster gelehnt und auf Angriff geschaltet. Dabei hat sie nicht richtig nachgedacht und mit ihrem Statement eine politische Lawine losgetreten. Eigentlich hat sie ja recht, wenn sie sagt, Ann Romney, die Frau des GOP-Kandidaten, sei sicherlich kein Musterbeispiel für eine Frau, die jeden Tag kämpfen muß. Ann Romney habe nie gearbeitet und konnte problemlos als Mutter daheim bleiben. Ihr Mann ist Supermillionär und mal ganz ehrlich, Ann Romney wird nicht fünf Jungs alleine groß gezogen und den Haushalt im Villenviertel geschmissen haben. Was Rosen sagen wollte, Ann Romney ist privilegiert und sie muß sich neben der Aufgabe als Mutter sicherlich nicht um Rechnungen sorgen machen, darum, dass die Kinder satt werden, zur Schule gehen, eine Zukunft haben, wie es heute viele alleinerziehende amerikanische Mütter tun müssen.

Rosens Kommentar klang allerdings so, und wurde auch so vom politischen Gegner ausgelegt, als ob sie die Aufgabe einer Mutter als banal abtut. Und der Sturm folgte umgehend. Hillary Rosen spreche für die Demokraten, meinten die Republikaner. Hier eine Frauenkonferenz, dort die Rolle der Mutter zu belächeln. Ein Unding sei das, typisch scheinheilige Demokraten. Schnell waren Obamas Leute auf Schadensbegrenzung aus und distanzierten sich von Rosen, die spreche nicht für Barack Obamas Partei. Sogar Michelle Obama twitterte durch die Gegend. Der „Mommy War“ war geboren, der Kampf um die wählende „Soccer Mum“. Die Frauen entscheiden, welcher Mann als nächstes im Weißen Haus sitzen wird.

Politik in Amerika ist schon seltsam. Doch dieser aufgekochte Konflikt zeigt nur, dass die kommenden Monate heftig werden. Der Wahlkampf wird dreckig und brutal, fies und unter der Gürtellinie geführt.

 

Kein gutes „Timing“

Gestern war „Veterans Day“ in den USA. An diesem Tag gedenkt die amerikanische Nation ihrer Veteranen, die in den Kriegen rund um den Erdball für Frieden, Freiheit und Demokratie kämpften. In den letzten Jahren, seit Beginn der Offensiven im Irak und in Afghanistan, ist dieser Feiertag wieder ganz wichtig geworden. Überall weht die amerikanische Flagge, die Soldatenfriedhöfe sind geschmückt, in Veranstaltungen im ganzen Land wird an den Einsatz der Soldaten gedacht. Wie bedeutend dieser Tag ist, zeigt auch der Blitzbesuch von First Lady Michelle Obama auf dem amerikanischen Militärstützpunkt in Ramstein.

Und genau an diesem Tag erschien in unzähligen von amerikanischen Tageszeitungen der jüngste Garfield-Comicstrip von Jim Davis (siehe unten). Und der war leider zeitlich total unpassend, denn etliche Leser und Kritiker sahen dies gleich als Angriff auf die Veteranen, als ein politisches Statement, als ein Belächeln der „wahren Helden“. Als Davis morgens in Muncie, Indiana, die Zeitung aufmachte, mußte ihn wohl der Schlag getroffen haben, denn umgehend ließ er eine Stellungnahme veröffentlichen, in der er sich ausdrücklich für das „Timing“ entschuldigte. Dieser Comicstrip sei schon vor mehr als einem Jahr gezeichnet worden und er habe dabei auf keinem Fall das US Militär im Sinn gehabt. Vielmehr habe sein Bruder in Vietnam gekämpft und sein Sohn sei im Irak und in Afghanistan eingesetzt worden.

Veteranenverbände sehen das ganze gelassen, sowas passiere und eine Entschuldigung sei nicht notwendig. Doch konservative News Organisationen, wie FOX News, blasen das ganze unnötig auf. Muß wohl so sein, denn wir sind ja hier drüben auch in einem „Cultural War“, und wer dabei das Militär unterminiert, dient dem Feind.

GARFIELD-VETERANS-DAY

Herzlichen Glückwunsch Sesamstrasse

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Vor 40 Jahren, am 10. November 1969 konnten die jungen Fernsehzuschauer zum ersten mal die Sesamstrasse besuchen. Die Idee war, Kinder aus sozial schwachen Schichten mit einem Bildungs- und Unterhaltungsprogramm zu erreichen. Und das Konzept ging auf, nach wie vor ist die Sesamstrasse eine der beliebtesten Kindersendungen im Fernsehen. Die nun kommende 41. Saison beginnt mit Sendung 4187 und dreht sich um den Buchstaben „H“.

Die Sesamstrasse hat ihre kleinen und grossen Fans. Bibo oder „Big Bird“, wie er in den USA heisst, Krümmelmonster, Kermit, Ernie und Bert, Elmo und all die anderen haben sich über die Jahre einen festen Platz in den Herzen der Zuschauer geschaffen. Und ihre Programme, die sich um Buchstaben und Zahlen, ums Lesen und Rechnen drehen, sind durchaus erfolgreich. Noch im letzten Jahr schalteten in den USA pro Woche rund fünf Millionen Zuschauer die Sesamstrasse ein. Eine unabhängige Studie fand sogar heraus, dass Erwachsene, die mit der Sesamstrasse aufgewachsen sind besser in der Schule abgeschnitten haben, als jene, die ohne die witzigen Songs und Geschichten der lieben Monster und der berühmten Gäste auskommen mussten. Und in der Sesamstrasse geben sich alle die Klinke in die Hand. Jüngst sogar First Lady Michelle Obama, die mit Kindern Samen im Gemüsebeet pflanzte.

Man kann nur sagen, Happy Birtday Sesame Street….eine Gläschen Limonade auf noch viele weitere Jahre in der berühmten Strasse.

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Rwanda goes USA

Na, ist doch auch mal schön, dass mir ein Präsident folgt. Wobei, das stimmt ja nicht ganz. Ruandas Paul Kagame flog sicherlich angenehmer über den grossen Teich als ich, eingequetscht in einer Air France Maschine im Economy Bereich, mal heiss, mal kalt….wo liegt eigentlich die Schwierigkeit im Flugzeug eine konstante Temperatur zu halten???

Und Ruandas Präsident ist sicherlich nicht Air France geflogen, denn nach wie vor haben Frankreich und Ruanda keine diplomatischen Beziehungen miteinander. Das liegt am Verhalten vor, während und nach der Zeit des Genozids 1994. Frankreich hat da richtig dick Dreck am Stecken. Sie haben die Hutu Milizen militärisch ausgebildet, die später Hunderttausende Tutsis abschlachteten. Die Franzosen blockierten auch – gemeinsam mit den Amerikanern – im Weltsicherheitsrat eine Entscheidung zum Völkermord in Ruanda, was das Blutbad nur noch verstärkte. Und die Franzosen bildeten am Ende eine Sicherheitszone im Südwesten des Landes, um vor allem alte Kameraden der Hutu Milizen vor dem Zugriff der Tutsi RPF Truppen zu schützen. Da käme so ein Transatlantikflug mit Air France für den ruandischen Präsidenten wohl nicht so gut.

Paul Kagame, Michelle Obama, Barack ObamaUnd nun ist Paul Kagame wieder in den USA. Er wurde von Präsident Barack Obama empfangen, kam zu Gesprächen mit allerhand Regierungs- und Parlamentsvertretern zusammen und erhielt von Bill Clintons „Clinton Global Initiative (CGI)“ eine Auszeichnung für herausragende Leistungen. Bill Clinton in seiner Begründung: „Der grosse Sieg Ruandas war ein Sieg des Geistes und des Willens. Und Paul Kagame befreite die Herzen und die Köpfe seines Volkes, um nach vorne zu denken“. Hätte Bill Clinton mal so 1994 gedacht und sich damals für die „Herzen und die Köpfe“ des ruandischen Volkes eingesetzt. Er hätte einige retten können. Doch Clinton stand innenpolitisch nach dem Fiasko in Somalia unter Druck und wollte auf keinen Fall amerikanische Soldaten in das blutige Chaos von Ruanda schicken. Das Ergebnis: Mindestens 800.000 „Herzen und Köpfe“ weniger.

Die grossen westlichen Nationen und die Gemeinschaften wie UN und EU haben damals total versagt, ja, haben billigend auf das Schlachthaus Ruanda geblickt. Es gibt noch viel darüber zu berichten, was genau vor 15 Jahren geschah…oder eben nicht geschah.

Jetsetting First Couple

Das „Republican National Committee“ wirft Präsident Obama vor, den Boden unter den Füssen verloren zu haben. Barack Obama hatte am Freitag seine Frau Michelle Obama nach New York zum Abendessen und einem Theaterbesuch ausgeführt. Das Paar flog mit einem kleinen Jet von Washington zum John F. Kennedy Airport, von dort mit einem Helikopter weiter nach Manhattan.

Schon Stunden vorher wurde das Theater und umliegende Häuser vom Secret Service gesichert, was ganz normal ist. Auch die Route vom Hotel zum Theater war strengstens abgeriegelt, allerdings nahmen es die New Yorker gelassen hin, winkten und jubelten ihrem Präsidenten zu. Die Theaterbesucher selbst wussten bis zum letzten Moment nichts vom hohen Besuch, doch applaudierten dem „First Couple“ beim Eintreffen mit stehenden Ovationen.

Die Republikaner allerdings sehen das „Outing“ als übertrieben, werfen den Obamas vor, Steuergelder zu verschwenden und im Angesicht der Riesenpleite bei General Motors das Gefühl für den kleinen Mann verloren zu haben. Allerdings lassen die GOP-Parteigenossen bei ihrer Kritik aussen vor, dass der Transport der Obamas nicht mehr in den Händen der First Family liegt. Obama kann nicht einfach mit seiner Michelle einen Linienflug besteigen oder Theaterkarten an der Abendkasse kaufen. Er muss sich den Sicherheitsanordnungen des Secret Service beugen. Und man sollte ruhig mal daran denken, dass Amtsvorgänger George W. Bush immer wieder wochenlang auf seiner Texas Farm die Büsche gerodet oder sich mit dem Fahrrad diverse Verletzungen zugezogen hat, obwohl US Soldaten an den Fronten kämpften und anderswo die sprichwörtliche K…. am Dampfen war.

Da kann man den Obamas doch mal einen netten Abend in Manhattan gönnen!? Scheint eher so, als ob der GOP nichts mehr einfällt, wie man Präsident Obama attackieren könnte. Übrigens, im Theater, nur wenige Reihen vor den Obamas sass Schauspielerin Meryl Streep und niemanden im Publikum schien das gross zu beeindrucken.

Obamas zwischen Hurra- und Buh-Rufen

Die Obamas jetten an diesem Wochenende quer durchs Land. Während Michelle Obama bei strahlendem Sonnenschein und von einer jubelnden Menge in Merced empfangen wurde, könnte der Auftritt von Präsident Obama auf dem Campus Gelände von Notre Dame zum Spiessrutenlauf werden. Präsident Obama hält die Abschlussrede für die Studenten an der katholischen Universität Notre Dame in South Bend, östlich von Chicago, und schon im Vorfeld wurde klar, dass er mit Protesten von Abtreibungs- und Stammzellenforschungsgegnern rechnen muss. 85 Prozent der Studenten und fast 60 Prozent der Professoren sind katholisch. Und einige davon kündigten schon lautstarken Widerstand gegen den Auftritt des Präsidenten an, der für die freie Entscheidung einer Frau und für die Stammzellenforschung ist.

Dagegen hatte die First Lady einen Traumtag in der kalifornischen Kleinstadt östlich von San Francisco am Rande des „Central Valleys“. Die UC Merced ist eine noch junge Universität, die am Samstag die erste Abschlussklasse verabschiedete. Im Dezember begannen die Studenten die Aktion, Michelle Obama für ihren Auftritt zu gewinnen. Sie schickten ihr tausende von Briefen, erklärten, dass die Klasse 2009 in einer Zeit auf den Weg geschickt wird, in der es für viele nicht leicht sein wird überhaupt einen Fuss auf den Arbeitsmarkt zu bekommen.

Und Michelle Obama kam, wurde begeistert empfangen und sprach den Abschlussklässlern Mut zu, sprach von Hoffnung und dem Glauben an die Zukunft. Sogar die „Freshmen“, die noch jungen Studenten liessen sich von der First Lady mitreissen und motivieren.

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