Na denn, Prost!

Fog Belt Brewery in Santa Rosa.

Fog Belt Brewery in Santa Rosa braut richtig leckeres Bier. Sehr empfehlenswert.

Kalifornien hat sich zu einem Bierparadies entwickelt. Die Plörre von Budweiser, Coors und Miller ist „out“, hier trinkt man immer mehr die Gerstensäfte der „Micro-Breweries“. 570 kleine Brauereien gibt es bereits, fast 300 weitere sollen demnächst eröffnet werden. Ein gutes Pils können sie hier zwar immer noch nicht brauen, aber das ist dann wohl mein persönlicher Geschmack und mein Problem.

Doch dem Brauereiboom in Kalifornien droht nun ein jähes Ende. Verantwortliche in den Kommunen und in der Hauptstadt Sacramento drehen den Brauern schlichtweg den Wasserhahn ab. Die Dürre im Bundesstaat verlangt Einsparungen querbeet durch alle Haushalte und Unternehmen, bei Farmen, Fabriken und eben auch Brauhäusern. Im Vergleich zu 2013 muß jeder 25 Prozent seines Wasserverbrauchs kürzen.

Für eine Gallone Bier (3,78 Liter) werden in der Regel sieben Gallonen Wasser benötigt. Einige Brauereien haben es schon geschafft, „nur“ noch fünf Gallonen Wasser zu benötigen, doch auch das reicht noch nicht. Etliche „Brewers“ sammeln ihr Abwasser, filtern dies und setzen es zum Reinigen ein. Alles gute Ansätze, doch am Ende erwartet die California Craft Brewers Association, falls sich nicht nicht bald die Lage in Kalifornien entspannt, eine Abwanderung einiger Brauhäuser in andere Bundesstaaten. Schon jetzt haben mehrere Biermacher angekündigt Zweigstellen außerhalb von Kalifornien aufzubauen. Zwar erklären sie, dass das nichts mit der Dürre, sondern vielmehr mit der Nachfrage zu tun hat, doch letztendlich wird es das Brauvolumen in Kalifornien entlasten können.

Die Folgen für den Staat Kalifornien könnten enorm sein. Allein die Mikro-Brauereien im Bundesstaat erwirtschafteten im vergangenen Jahr rund 6,5 Milliarden Dollar. Die mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Dürre sind also noch gar nicht abzusehen. Na denn, Prost!

Kein Reinheitsgebot im US Bier

Coors Light

Eine Dose eisgekühltes Coors Light.

Es überrascht ja nicht, aber nun ist es auch ganz offiziell. Die großen amerikanischen Biermarken „Bud“, „Miller“ und „Coors“ schütten neben Wasser, Hopfen und Malz noch so einiges in ihr bierähnlichen Getränke. Aufstoßen wird einem Biergenießer vor allem Mais und Reis. Kein Witz, beides wird mit in den Sudkessel geschmissen.

Auf Druck der sehr einflussreichen und vielgelesenen FoodBloggerin Vani Hari haben die Brauereien sich nun dazu entschlossen, die Zutaten zu veröffentlichen. Ein großes Geheimnis war es ja nie, dass hier drüben etwas gepanscht wird, aber nun ist eben der sprichwörtliche Sack Reis umgefallen, zwar nicht in China, dafür im Hof der Bierbrauer.

Aber nicht alle amerikanischen Brauerein bereiten so ihr Bier zu und nicht alle Amerikaner lieben die dünne Plörre der großen im Business. Es gibt viele „Micro Breweries“ im Land, die auf alte Brautraditionen und Qualität setzen. Und der Biergenuß in den USA nimmt zu. Jüngst erst habe ich das Bier von „Fogbelt Brewing“ probiert und es schmeckt hervorragend. Die Brauerei mit Schankraum findet man im nordkalifornischen Santa Rosa, nur eine Autostunde nördlich von San Francisco. Hinter „Fogbelt Brewing“ steckt Paul Hawley von der Hawley Winzer Familie in Sonoma County, und die machen für mich den besten Wein schlechthin. Deren Zinfandel ist ein himmlisches Gedicht.

Ach ja, beim Thema Bud, Miller und Coors fällt mir noch der bekannte Witz ein: „What does Bud (Miller/Coors) and Sex in a Canoe have in common? It’s f….. close to water“. In diesem Sinne, Prost.