Das nennt man dann einen Wendehals

Es ist schon erstaunlich, was da in der republikanischen Partei vor sich geht. Donald Trump wurde im Laufe des Wahlkampfs von allen Seiten kritisiert, auch vehement aus den eigenen Reihen. Marco Rubio nannte ihn einen „Hochstapler“, Ted Cruz  einen „wehleidigen Feigling“ und einen „notorischen Schürzenjäger“, Chris Christie bezeichnete Trump als einen „Entertainer in Chief“ und schlimmer als Präsident Obama. Das war im Wahlkampf, danach kamen die Lobeshymnen. Die Gute-Laune-Stimmung wurde aufgesetzt. Rubio, Cruz und Christie sind nun wie so viele einstige Kritiker im Trump-Lager.

Vom schärfsten Kritiker zum Speichellecker, Mitt Romney ist nun für Donald Trump. Foto: Reuters.

Vom schärfsten Kritiker zum Speichellecker, Mitt Romney ist nun für Donald Trump. Foto: Reuters.

Mitt Romney war einer der lautesten Angreifer von Donald Trump. Der Nicht-Kandidat bezeichnete den Kandidaten Trump als Schande für die USA, der Frauen erniedrige und dem Bild Amerikas in der Welt Schaden zufüge. Auch überlegte Romney noch spät ins Rennen einzusteigen, um den Wählerinnen und Wählern eine Alternative zu bieten. Romney kritisierte Trump bis zum bitteren Ende, dem Wahltag.

Doch davon ist nichts mehr zu hören. Über Nacht scheint sich das Bild Donald Trumps für Mitt Romney gewandelt zu haben. Der frühere Gouverneur von Massachusetts, einstiger Präsidentschaftskandidat und superreicher Mormone will von seinen kritischen Worten nichts mehr wissen. Trump hat ihn nämlich auf die „Short List“ für den Posten des Außenministers gesetzt. Nach den ersten beiden Treffen zwischen Trump und Romney erklärte dieser, er sei tief bewegt von „President-elect“ Donald Trump gewesen. „Ich glaube, die besten Tage Amerikas liegen vor uns. Ich glaube, wir werden auch weiterhin sehen, wie Amerika die Welt in diesem Jahrhundert anführen wird. Und….der gewählte Präsident ist genau der Mann, der uns in diese bessere Zukunft führen wird“.

Da bleibt einem der Nürnberger Lebkuchen im Halse stecken. Romney griff bis vor wenigen Wochen noch den selbstverliebten Milliardär an, ließ kein gutes Haar auf dessen Haartolle, sprach ihm jegliche Führungsqualitäten ab. Nun jedoch will er gemeinsam an der Seite von Trump Amerika im Ausland repräsentieren. Das bißchen Respekt, das Mitt Romney aufgrund seiner Haltung gegen Trump bei vielen Demokraten im Wahlkampf gewonnen hatte, ist mit einem Schlag weg. Wie kann man nur, fragen viele. Man kann alles, auch sich selbst für einen Posten verleugnen, wie das Mitt Romney nun aller Welt zeigt.